Concerti musicali per uso di chiesa op. 1 (1654): Einspielungen (opi)

  • Druck: Concerti musicali per uso di chiesa op. 1 (Alessandro Vincenti, Venedig 1654)


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    Die erste Sammlung, die Legrenzi veröffentlichen ließ, enthält Motetten für 4 Stimmen, 2 Violinen & bc, die man in der Liturgie aufführen kann. Insgesamt sind es eine kurze Messe (Kyrie, Gloria und Credo) sowie sechs Psalmverse und ein Magnificat, wie man zu einer Vesperliturgie zusammenfassen kann. Man kann die Instrumentalbesetzung erweitern, indem man hohe und tiefe Register ad libitum führt.


    Ich kenne diese Gesamteinspielung:


    Missa Opus 1

    (P) 2002 Pierre Verany PV700033 [52:46]
    rec. Juli 2001 (Saint-Michel en Thiérache, Aisne/Frankreich)


    Vesperae Opus 1

    (P) 2003 Pierre Verany PV703111 [72:11]
    rec. Juli 2003 (Saint-Martin de Mondaye, Calvados/Frankreich)


    Ensemble Olivier Opdebeeck
    Cori Spezzati
    D: Olivier Opdebeeck


    Es sind zwei einzelne Veröffentlichungen, die den gesamten inhalt des Drucks enthalten; zur Auflockerung und Erweiterungen sind weitere Stücke dazugefügt: auf Missa gibt es die Sonaten La tassa und La benaglia sowie die Motette Adoramus te; auf Vesperae kommen die Sonate La pezzoli, die Hymne In laudem Sanctissimi Sacramenti und sieben einstimmige Antiphonen dazu, die vor jedem Psalm und dem Magnificat erklingen.


    Das Ensemble ist mit 5 Instrumentalisten (2 Violinen, 1 Violoncello, 1 Theorbe & 1 Orgel) und 4 bzw. 5 Solisten besetzt (s ct t b), der gemischte Chor umfaßt knapp 30 Personen; die Antiphonen werden solistisch ausgeführt. Die Abstimmung ist stets sehr gut: der Chor überdeckt nie den bc, die Solisten sind gut eingebettet. So kommt das gesamte Geflecht der Stimmführung gut zur Geltung. Die Leistungen aller Beteiligten ist vorzüglich, die Klangqualität nah und detailreich.


    Man kann hier jene norditalienische Sakralmusik hören, die mit kleinen Besetzungen eine große Wirkung erzielen konnte: Legrenzi wechselt geschickt Besetzungsstärken, Rhythmen, Tempi und Stimmführungen, um so jedem Vers oder Wort eine eigene Identität zu geben. Die Farbigkeit jener Musik ist eher verhalten, jedoch nicht ohne Charme - insgesamt eine feine Entdeckung für uns Hörer.


    Sehr gut... *yepp* *yepp* *yepp* *yepp*


    Inhalt:

    • Missa: Kyrie, Gloria, [Sonata La tassa], Credo, [Sonata La benaglia], [In laudem Sanctae crucis: Adoramus te]
    • Vesperae: Domine ad adjuvandum, Dixit Dominus, Confitebor tibi, Beatus vir, Laudate pueri, Laudate Dominum, [Sonate La pezzoli], [Hymne: In laudem Sanctissimi Sacramenti], Magnificat
  • Man kann hier jene norditalienische Sakralmusik hören, die mit kleinen Besetzungen eine große Wirkung erzielen konnte: Legrenzi wechselt geschickt Besetzungsstärken, Rhythmen, Tempi und Stimmführungen, um so jedem Vers oder Wort eine eigene Identität zu geben. Die Farbigkeit jener Musik ist eher verhalten ...

    Ich habe die Scheibe ja auch und mag sie trotz gewisser Vorbehalte in Sachen Unverwechselbarkeit und Eingängigkeit. Wie lässt sich der Mann musikhistorisch einordnen? Zu seinem Stil liest man hier gar nichts.

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Zu seinem Stil liest man hier gar nichts.

    Du hast recht, denn der Link ist leer... *lachnith*


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    Legrenzi würde ich schon zu den wichtigeren italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts zählen: er hatte in allen Gattungen komponiert und brachte speziell die Triosonate (zusammen mit Maurizio Cazzati) im sogenannten Kirchenstil (sonata da chiesa) hervor. Eintönigkeit ist so ein schönes Wort, wobei ich das bei Sakralmusik generell nicht wirklich wichtig halte; es war immer noch Gebrauchsmusik für die Liturgie. Genau wie der einstimmige Choral, und was nützt da der Vorwurf der Eintönigkeit? *hä*

  • Du hast recht, denn der Link ist leer... *lachnith*

    Itzt nimmer! *yes*


    und was nützt da der Vorwurf der Eintönigkeit? *hä*


    Befund, nicht Vorwurf. :wink:

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Du bist immer in Kampfstellung, dabei schrieb ich gar nichts von eintönig. :)

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Stimmt, es war Eingängigkeit. Verzeihung... *hide*


    Doch nahm ich deinen Einwand eher als Aufhänger denn als Verteidigung. Denn ich habe den Eindruck gewonnen, daß man nicht oft genug betonen muß, daß alles vor Beethoven Komponierte nicht der Idee des Kunstwerks folgte, sondern daß es Kunsthandwerk darstellte; das widerspricht ganz gewiß nicht des Empfindens, gelegentlich einem "Meisterwerk" zu begegnen. Nur heutzutage steht der Kunstschaffende im Mittelpunkt, selbst wenn wir über Persönlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert sprechen.

  • Doch nahm ich deinen Einwand eher als Aufhänger denn als Verteidigung. Denn ich habe den Eindruck gewonnen, daß man nicht oft genug betonen muß, daß alles vor Beethoven Komponierte nicht der Idee des Kunstwerks folgte, sondern daß es Kunsthandwerk darstellte; daß widerspricht ganz gewiß nicht des Empfindens, gelegentlich einem "Meisterwerk" zu begegnen. Nur heutzutage steht der Kunstschaffende im Mittelpunkt, selbst wenn wir über Persönlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert sprechen.


    Absolut d’accord. *yes*

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)