China und anderes ...

  • Ich bin gestern natürlich, einige werden es gelesen haben und ich kann mich da leider nie zurückhalten, komplett ausgerastet: ich habe den öffentlichen Eintrag daher mit allen diesbezüglichen Antworten gelöscht.


    Alles war minutiös durchgeplant, die Anträge haben viele Nerven und Zeit gekostet und viel Zeit in Anspruch genommen. Und dann bekommt man eine Absage. Einfach so. Natürlich nicht einfach so. Aber es sieht aus wie einfach so.


    Einfach so eben: als „unseriös" wurde eingestuft, daß nach Ablauf des vorigen Visums (14.02.18) gleich das nächste ab 15.05. beantragt wurde. Da stellte sich wohl die Frage: welcher Arbeitgeber gewährt seinem Arbeitnehmer im Jahr gleich zweimal drei Monate Urlaub? Keiner, der seriös ist, würde so eine Bescheinigung ausstellen. Antwort, einfach so: der Bruder. Innerfamiliäres Gemauschel also. Gleich nochmal abgelehnt ohne weitere Prüfung, Nachfragen, weitere Bestätigungen anzufordern (obgleich der Bruder = Chef alles schon schriftlich mit eingereicht hatte).


    Ganz ehrlich: ein gewisses Netz wird benötigt, um tote Fische herauszufiltern, die hier nur herumstinken ... aber immerhin stehe ich als seriöse Person ja auch noch zur Verfügung. Das wird aber nicht beachtet und gleich als Fake (Freundschaftsienst) eingestuft = Unserioso N°3. Ich habe inzwischen viel über die Thematik im Netz gelesen und diskutiert (was einem da für ein Wind entgegenweht ...).


    Das höchste der Gefühle scheint wohl zu sein, daß sie dieses Jahr nochmals 2 bis 3 Wochen gewähren würden. Das reicht mir (und ihm) aber natürlich nicht und auch in Anbetracht der Flugkosten iHv 700 Louis d'Or (Hin- und Rückflug) ist mir das für nur drei Wochen zu teuer. Zumal dies ja dann häufiger wiederholt werden müsste, wenn man sich regelmäßig sehen möchte. Jedesmal diese Anträge, die einen ganzen Tag, 2 Flaschen Whiskey und ein paar Euro Bearbeitungsgebühr kosten (stets ohne die Gewissheit, daß dem Antrag stattgegeben wird, weil trotz Gesetz Madame Willkür herrscht).


    Wir beide sind ziemlich konsterniert.


    Ich bin davon ausgegangen, wie man als Deutscher davon ausgehen muß, daß dies alles reine Formalitäten sind, die das Gesetz so fordert. Sind die Papiere beisammen, gibt's Stempel und es geht los. Offenbar ist dies nicht so, obschon die Homepage der dt. Botschaft in Beijing mit „Willkommen in Deutschland!" wirbt ... Wozu muß man nun nachweisen, daß der chinesische Bürger in Lohn & Brot steht, daß er Urlaub vom Arbeitgeber erhält usw. - was wäre, wenn er arbeitslos wäre? Wen hat das zu interessieren, wenn ich hier für drei Monate ohnehin für alles aufkommen muß: Kost, Logie, An- und Rückreise, Krankenversicherung. Ich mußte eine unwiderrufliche Verpflichtungserklärung beim Ausländeramt niederlegen, mich bis auf die Unterhose ausziehen, Einkünfte, Vermögen etc. nachweisen (okay, verstehe ich ...). Dennoch: einfach so: abgelehnt. Ich muß für die termingerechte Ausreise sorgen. Tue ich auch, ich habe auch nichts anderes geplant: im Gegenteil - ich wollte für ein paar Wochen mit nach China gehen. Aber: wer weiß schon trotz gebuchtem Flug, ob der Chinese die Rückreise jemals antreten wird?


    8|


    Nun wird es wohl darauf hinauslaufen: daß wir noch einen Versuch starten, ein Visum für zumindest 2 Monate im Sommer zu erhalten. Das macht dann mal eben wieder 300 € kaputt. Wird der Antrag auch abgelehnt, haben wir parallel bereits die Vorbereitungen zur Erlangung eines Heiratsvisums laufen - das kann i.d.R. nicht versagt werden. Das ist die sicherste Nummer, die aber auch den meisten Aufwand erfordert (lustig zu lesen, leider inhaltlich völlig unlustig) und ziemlich lange dauert - 10 bis 12 Wochen minimum, wenn alles glatt läuft. Aber was läuft hier schon glatt? Erfahrungsgemäß nichts bis gar nichts ... dann wird es wohl Spätsommer/Herbst, bis wir uns wiedersehen ... und dann unter diesen Umständen. Natürlich könnte ich zwischendurch auch hinfliegen (für 700 €), hätte ich einen Pass (über 20 Jahre nie benötigt, jetzt natürlich mal beantragt, dauert aber eben auch).


    Aber ich bin fest entschlossen, das nun durchzuziehen. Die täglichen inzwischen auf 2 bis 3 Stunden anwachsenden Telefonate nerven mich allmählich (weil ich telefonieren hasse), zudem rauben sie mir wegen der Zeitverschiebung jede Menge kostbare Arbeitszeit ... nicht, daß ich diese nicht gerne investiere ... zum Glück kostet das Telefonieren via Internet (WhatsApp / WeChat) nichts, aber die Verbindung ist mitunter auch nervtötend schlecht für 2018 ...


    So long ... Konsolenzliste liegt auf.


    ;(


    Willkommen in Deutschland! Inzwischen verstehe ich die abgründige Ironie dieses Willkommensgrußes ... für mich (asap): Arrividerci Allemania!

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Wo wir gerade dabei sind: Update

    Mein Freund hat sich kürzlich morgens um 5 Uhr hiesiger Zeit (Rizhao: 11 Uhr) telefonisch dafür entschieden, jetzt doch den Weg der Remonstration* zu gehen. Ich bat ihn inständig, mir noch 2 Stunden Schlaf zu gönnen und die Zeit zu nutzten, seine Argumente in Worte zu fassen und mir zu übermitteln. Um 8°° Uhr begann ich, das Einspruchsschreiben zu konzipieren, in Form und angewandtes Recht zu positionieren, war um 10°° Uhr fertig, übermittelte es ihm zur Unterschrift (wie geil das aussieht! :love:). Er mailte es formwahrend als Scan zur germanischen Botschaft in Beijing und am kommenden Tage kam die Eingangsbestätigung mit dem Hinweis, daß der Visum-Antrag erneut geprüft würde.


    Im Falle eines Agreements würde er benachrichtigt, im Falle eines Ablehnungsbescheides würden die definitiven Gründe mitgeteilt (was nur im Rahmen einer Remonstration möglich ist). Kann bis zu vier Wochen dauern (nota bene: beantragt war ab 15. Mai!).


    Die Hoffnung stirbt zuletzt (unbekannt)

    Aber sie stirbt (Nico Semsrott)


    Ich bin jedenfalls recht optimistisch, daß mein Geschreibsel die Situation gut erfasst und beschrieben hat, daß alle möglichen Gegenargumente ab initio ausgeschlossen werden konnten ... ich bin sehr gayspannt ...


    * das Wort erlebe ich auch zum ersten Mal; Eselsbrücke: Re- und Monster ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Im erneuten - diesmal finalen - Ablehnungsbescheid wurde als Begründung der Mangel an Rückreisebereitschaft angegeben. Wie logisch ist das denn? Die Botschaft selbst weiß, was passiert, wenn man sich außerhalb des Gültigkeitsdatums des Visums im Schengenraum befindet und entdeckt wird: sofortige Ausweisung (in diesem Fall: auf meine Kosten) und ein generelles und lebenslängliches Wiedereinreiseverbot. Wer ist denn so blöde und riskiert das? Hallo?


    Es wird Zeit, daß China zu Europa gehört. Ich hab den Kanal gestrichen voll.


    Alles nochmal neu, nervige Amtsbesuche, Kosten ohne Ende ... und erneut keine Garantie, daß es diesmal klappen wird ... die dürfen einfach nach Ermessen entscheiden. Wo gibt's denn sowas? Wofür gibt es Gesetze und Vorschriften?


    FUCK THE GERMAN EMBASSY! Aber SOWAS VON!

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Klage? Bringt wenig, kostet zwischen 1.000 € und 1.500 €, dauert ggfs. bis zu drei Monate. Was brächte es uns, falls die Entscheidung zu unseren Gunsten ausfiele? Der Zeitraum 15.05.-10.08. ist dann längst rum. Gefickt eingeschädelt von den Gesetzgebern.


    Dein Zitiertes habe ich für das kommende Telefonat morgen früh auch schon herausgelegt ... vielen Dank dafür.


    Es stellt sich allerdings die Frage, ob und inwieweit einem bereits ergangener Remonstrationsbescheid, der letztlich finale Wirkung hat und dem nur durch Klage entgegen getreten werden kann, aufgrund falscher Vermutungen im „laufenden“ Verfahren entgegengewirkt werden kann. Da muß es m. E. eine entsprechende Vorschrift geben. Bislang bin ich nicht fündig geworden.


    Es kann mitunter auch nicht sein, daß man bei Beantragung eines Visums nicht im Vorfeld Rechtssicherheit erlangen kann.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Next Try


    Nach 25 erfolglosen Versuchen, am Montag die Sachbearbeiterin bei der dt. Botschaft zu erreichen (Computergeführtes Telefonsystem, sehr ausführlich, erst bei #9 kann man mit einem Sachbearbeiter verbunden werden), hatte ich es dann geschafft. Allerdings anstelle des erwarteten „Deutsche Botschaft in Peking, mein Name ist ..., was kann ich für Sie tun?" ein niveauloses „Ja, Hallo?". „Ja, hier auch Hallo. Ich hätte gerne Frau ... gesprochen"; mit chinesischem, eigentlich liebenswerten Akzent: „Ah, Sie ist nicht da gerade. Rufen später nochmal an?" - „Nnnnein? SEHR, SEHR DRINGEND" - „Aber ist nicht da jetzt ..." - „Geben Sie mir ihre direkte Durchwahl bitte." - „Ahja, Moment, muß schauen: -367" (für alle, die Sie mal benötigen sollten ...).


    Dann minutenlang dämliches und uneinsichtiges Gefasel; die Botschaft habe keine Fehler gemacht, das Thema sei für die Botschaft erledigt (auch mein Einwand „... für uns aber nicht!" und daß es überhaupt gar keine gesetzliche Grundlage dafür gäbe brachte nichts), ich könnte ja klagen, möglicher Weise mit Erfolg, dauert aber halt und warum wir nicht einfach ein neues Visum beantragen ... das ginge schnell und unkompliziert. Ja.


    „Um dann wieder eine Ablehnung zu erhalten, nochmal alle Kosten am Hals haben?" - „Nun, ich kann nichts garantieren, optimieren Sie eben die Rückreisewilligkeit." - „Und wie genau, wasserfest?" - Das könne sie mir natürlich jetzt nicht sagen ...


    Wer nicht zurück will, kommt auch nicht zurück: da kann er/sie noch soviele Jobs, Familien und Vermögen haben ... daß die das nicht raffen?


    Also gut: diesmal geht er nicht zur Agentur, bezahlt keine 200 €, sondern beantragt selbst ... ich bin auf die nächste Ereigniskarte gespannt. Die erste hatte ich schon prompt heute Mittag: Ausfüllhilfe beim Antrag ... (wenn man jetzt meint, daß die chin. Übersetzung dem deutschen Text entspräche, ...)


    *beiss*


    Aber wir haben das System gelinkt. Bisweilen.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Alle Lampen der Onlineverfolgung des Visumantrages stehen auf grün. So schnell ging das noch nie ... morgen kommt der Reisepaß per Expresspost (zu meinem Freund). OB aber das Visum erteilt wurde, schreiben die Arschbratschen wieder nicht online dazu ... Also: Überraschungspaket.

    *wirds**juck*:boese:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • 10 days to go ... ich werd' schier wahnsinnig :wacko: mit den Vorbereitungen ... wahrscheinlich insgesamt eher belanglos, aber man hat ja so seine Erwartungen und Wünsche, wie alles sein, ablaufen und ausschauen soll ... letztenendes aber teils auch Dinge, die sowieso längst hätten erledigt sein sollen. Insofern: ein willkommener Anlass!

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Inzwischen ist mein Herzblatt seit dem 8. Juni hier ... ein Start mit Hindernissen. Wir haben uns zuvor ein paar Male gesehen, dann über Monate hinweg täglich etwa eine Stunde bis zu drei Stunden telefoniert, Videos gesendet, gechattet ... was die Technik eben so ermöglicht. Dann steht man sich (erneut) voller Erwartungen gegenüber. In drei Wochen hat sich viel getan: die Gewöhnung an ein gemeinsames Leben ist (zumindest für mich) schwierig, aber doch „einfacher“ als vermutet. Normaler Weise „stört" mich Besuch nach ein paar Tagen; hier ist das definitiv anders und das „bewerte" ich einmal positiv. Es wird wechslweise gekocht, abgespült, zusammen eingekauft ... der Deutschunterricht (eduGLOBAL) trägt erste Früchte, der erste Teil des A1-Kurses ist am Montag beendet, am Dienstag startet Teil II. Das A1-Zertifikat ist erforderlich, um in Deutschland eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen (einfach Heiraten reicht dazu nicht aus, was ich durchaus begrüße). Der Kurs ist mit 4,40 €/h bezahlbar; erforderlich sind 200 Unterrichtsstunden für den A1-Schein und eine erfolgreich bestrittene Prüfung, die von externer Seite her vorgenommen wird und 95,-- € kostet. Die Prüfung wird 2 Tage vorgezogen, da im August keine Prüfungen stattfinden und wir am 20.08. zusammen nach China reisen.


    Durch die unausgereiften dt. Sprachkenntnisse und mein verflucht bescheidenes Englisch kommt es leider immer wieder zu sehr groben Missverständnissen, die zum Teil die ganze Aktion in Frage stellen. Irgendwie haben wir es bisher immer wieder geschafft, Klarheit zu schaffen. Heute habe ich „sturmfreie Bude", da mein Freund Freunde der chin. Familie in der Nähe von Stuttgart besucht, so kann ich die Zeit nutzen, etwas Musik zu hören, zu schreiben, aufzuräumen ... was hier in letzter Zeit alles liegen bleibt, wie SCHWARZ der Küchenboden war (peinlich) ...


    Am Mittwoch kommender Woche ist Termin beim Standesamt; dort werden nochmals alle Unterlagen* geprüft und dann, sofern dies nun alles in Ordnung ist, das Aufgebot bestellt. OK, klingt vielleicht alles etwas zu (!) schnell, mag sein, vielleicht ist ein Fehler, aber ich höre auf mein Herz - was soll ich sonst tun? Jünger werde auch ich nicht. Am Abend rasen wir dann nach Bonn, am Donnerstag Nachmittag ist die Beisetzung meines Dads, Abends zurück, damit nur ein Tag Unterricht verpasst wird und am Freitag belästigen mich früh Handwerker im Büro, die mein Bad einreißen, um die dortige Feuchtigkeit zu entfernen.


    *Erforderlich war ein Auszug aus dem Familienbuch (Geburtsurkunde) sowie eine sogenannte Single-Bescheinigung, beides ins Deutsche übersetzt, notariell beglaubigt und von der dt. Botschaft in China legalisiert (überbeglaubigt; daß z.B. das Siegel des Notars echt ist). Was für ein SCHEISS! Und was das kostet ... der Hammer aber ist, daß dhl für eine Express-Sendung nach China 69,90 € verlangt ... das ganze dann mal zwei (für die Rücksendung). Nun hat mein Herz einen chinesischen Anbieter gefunden, in München ansässig, der für 35 € versendet; der Clou: dhl kommt die Dokumente abholen und versendet, man kann die Sendung via dhl-Tracking verfolgen. Alles klappt wunderbar ... kaum zu glauben, diesen Preis bekommt man nur als der chinesischen Sprache mächtiger, da die Homepage des Anbieters sich ausschließlich dieser Sprache bedient.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Ich schätze, in anderthalb Monaten haben wir uns mehr gefetzt als verheiratete in 25 Jahren. Aber das schult und härtet ab. Ich denke: ich brauche das, um das Leben zu spüren. Außerdem: warum sollte ich erst in 20 Jahren heiraten? Das ist auch keine Garantie dafür, daß es (weiterhin) gutgeht. No risk, no fun; deswegen: 03. August --> Hochzeit im kleinen Kreis; nach derzeitigem Stand der Dinge (ändert sich aber minütlich). Außerdem (aber sowas darf man ja eigentlich nicht schreiben): eine Scheidung käme billiger als eine jahrelange Fernbeziehung mit jeweils drei bis vier Monaten Pause und jeweiligem VISA-Stress nebst Kosten pro Visum und Flug. Also: rational und emotional gleich gewichtet.


    Wird oder wird nicht; das hängt nicht vom amtlichen Stempel ab (und kein Stempel sagt auch nichts anderes darüber aus).

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Mehr als 25 kg Baby(pflege- u. nahrungs-)artikel von Müller und dm im großen Koffer (für die Verwandtschaft nach dt. Recht 8-)), nur zwei, drei Shirts und Shorts, Unterwäsche, Socken, Körperpflege im kleinen Koffer ... Kleidung, Schuhe etc. wird in China neu gekauft, der große Koffer ist ja dann leer und das Zeug bekommt man dort fast umsonst.


    Ich hab jetzt schon keinen Bock auf Straßenbahn, Zug mit zweimal Umsteigen und ewig Rumwarten am Airport ... aber: was hilft's? Vielleicht bin ich danach Nichtraucher ... oder halbtot ...


    Der A1-Schein ist natürlich noch nicht da, kommt hoffentlich in Kürze und wird von einer ehemaligen Mitschülerin empfangen und von dort via DHL abgeholt und nach China transferiert (für Schlappe 35 € Expressdienst); möglicher- und wahrscheinlicherweise komme ich am 07.09. erstmal allein zurück, weil der ganze Papierkram mit 3-Jahres-Visum (A1-Schein, Eheurkunde blablabla ...) einige Zeit beanspruchen wird ... zumal auch einmal mehr die tolle dt. Botschaft involviert ist ...


    :wacko:


    Okay, ich hätte es einfacher haben können, aber das wäre sicher zu langweilig geworden. In den letzten Wochen und Monaten habe ich mehr erlebt als mein ganzes Leben in Summe zuvor.


    *brav*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • In den letzten Wochen und Monaten habe ich mehr erlebt als mein ganzes Leben in Summe zuvor.

    Das kann ich nur nochmal hervorheben. Mit über 80 kg Gepäck bin ich (allein) zurück geflogen. Der Traum des gaymeinsam-Zurückfliegens war nach dem Lesen der Instruktionen für das Come-Back-Visum meines Mannes schnell verflogen: ich habe in D anwesend zu sein, da ich - nachdem er am Donnerstag vergagener Woche in Peking persönlich vorsprechen musste und interviewt wurde (Wie heißt Ihr Mann? Wann ist er geboren? Wo wohnt er? ... und dergl.) - hier in D ebenfalls zur Rede gestellt werden werde - es könnte ja eine Fake-Hochzeit gewesen sein. Danke für die Blumen. Der Flug war die Hölle: knapp 12 Stunden ohne Schlaf mit ständigen nervenden Essensangeboten (wobei „Essen" hier einer neuen Defintion unterworfen wurde, mit der ich noch nichts anfangen kann). An Board hatten sie bereits europäische Zeitzone, was bedeutet, daß (Abflug war bei strömendem Regen 0:05 Ortszeit) um 1 Uhr nachts Abendessen angeboten wurde, wenige Stunden später Snack und dann Frühstück ... Landung war um kurz vor 6 Uhr dt. Ortszeit (bei 6 Stunden Zeitverschiebung). Ich konnte nichts essen, ich wollte nichts essen, ich wollte nur SCHLAFEN, konnte nur endlos HEULEN, wusste nicht, wohin mit meiner üblen Laune und den Stelzen ... die Stewardessen waren rührend besorgt ... danach Zug nach Carlsruhe mit Umsteigen in Mannheim, dann Taxi nach Hause. Ich war fertig. Zuvor mit dem Taxi vom Hotel in Shanghai zum Airport gefahren: Stadtfahrt (!): 170 (!) km, 20 € ...


    Drei Wochen, die wie „im Flug" (man definiere das bitte neu!) vergingen ... mein iPhone 6 (damals mit 16 GB für 800 € erworben - 32 GB hätte 150 € mehr gekostet!), wurde für 40 € auf 64 GB umgerüstet, man zahlt alles mit dem Phone via AliPay oder WeChat: also, los zur BOC (Bank of China), Konto eröffnen, Kohle einzahlen, mit den Zahlungsanbietern verbinden und los ... am 2. Tag gleich zwei Powerbanks erworben, ansonsten ist man hoffnunglos verloren ... ohne Phone geht in China nichts: kein Busfahren, kein U-Bahn-Fahren (Metro, Meglev/Shanghai), keinen Tee kaufen ... kein Taxi, keine Klamotten, Seidenschals, Schuhe, Markenklamotten und Fake-Klamotten kaufen ... nicht Essen gehen, nicht im Supermarkt bezahlen ... wie machen das „normale“ Touristen?


    *hä*


    Cigaretten: 70 €-cent die Schachtel im 60er-Jahre-Design ... schmecken mir besser, als der Dreck hier. Leider habe ich es unterlassen, größere Menge mitzunehmen. Großer Kampf ums Doppelbett im Hotel in Shanghai, weil: Mr. & Mr. ... den „Irrtum“ haben sie hotelseits gleich beseitigt ... aber letztlich hat's geklappt; mehr Sex in drei Wochen China als in drei Monaten Deutschland ... (sry, daß ich so konkret werde, ein echter Reisebericht würde aber sicher extremer werden ...). Frisch geröstete Erdnüsse nach Schwiegermutternart konnte ich mit Stäbchen schneller essen als die Einheimischen mit Löffeln, die Dinger wurden von meinen ChopStix magisch/magnetisch angezogen.


    Meine Medikamentenvorräte für Magen-Darm-Probleme und Herpesanfälle konnte ich nach dem 2. Mahl getrost verbrennen: trotz daß alle mit ihren Stäbchen im selben Essen rumrührten, hatte ich überhaupt keine Probleme (davor in D ständig Magenprobleme und nach der Rückkehr erstmal eine Woche Dauerkrämpfe ...). Meinem Magen und Gedärm ging es nie besser ...


    :boese:


    Was man nicht essen mag (Knochen, Knorpel, Gedönse) wird auf den Boden gespuckt, mischt sich mit Heruntergefallenem und Zigsarettenkippen ... im Restaurant wie daheim; später wird einmal durchgewischt und gut is'.


    Nun warten wir, was die dt. Botschaft in Cooperation mit dem hiesigen Ausländeramt verhackstückt ... bis zu 12 Wochen kann die Bearbeitung des Antrages dauern; das halte ich jedenfalls nicht aus; auch in China ist die Stimmung ziemlich down (gelangweilt, keinen Job für 3 Monate, warten, hoffen, bangen ...).


    *brav*


    Da hilft nur eines: Reiswein ... (der eigtl. Schnaps oder Korn ist) :rolleyes:


    ... und dieser Song der TFBoys, damit man sich zuhause fühlt (der wurde auch in der Karaokee-Bar aufgelegt).




    Aktuell: koplett überfordert mit Liebe, narzisstischer Persönlichkeitsstörung und diversen Zwangsstörungen meines Mannes und meiner bipolaren ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Die allgemein schlechte Laune hier im Forum kann ich gerne teilen, insofern eher ein Downgrade als ein Update:


    • drei ausstehende Lieferungen aus China
    • zwei ausstehende Sendungen nach China (eine scheint definitiv „verloren“, wer's glaubt ...)
    • noch immer keine Reaktion vom hiesigen Ausländeramt

    ... so ein Ehegattennachzugsvisum ist ja auch nicht so eilig; da warten nur zwei sich Liebende wie bescheuert, daß sich irgendetwas mal tut ... aber von Rückfragen bitten sie ja abzusehen, weil das deren Arbeitsprozess behindert: was, bitte, gibt es da vier Wochen lang zu tun? Also das reicht jetzt, meine ich ...


    Ziemlich angepisst.:boese:*wirds*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Oh je, lieber Ulli, da liegen ja noch viele Stolpersteine herum, wie's scheint! Jedenfalls drücke ich Dir und dem Deinen ganz fest alle Daumen - wird schon werden...! Hoffentlich...


    :wink::wink:

    Es grüßt Golaud


    ---
    "[...] man erschießt nun einmal keinen Hund, wenn Bach gespielt wird."
    Aus: Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker

  • Ich habe inzwischen gelernt, Stolpersteine zu stapeln ... von da oben hat man eine sehr gute Aussicht.


    ;)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Still no news here ... bei den verk***ten Ämtern tut sich: nichts. Just tried and erred: mal versuchsweise Geld von meinem dt. Konto auf mein cn. Konto geschickt: schlappe 39 € Gebühren, 10 Tage Laufzeit, dann die Nachricht der Empfängerbank: „Geld ist da, aber wir haben ein paar Fragen ...“. Leider ohne Angabe von eMail-Adresse, Fon- oder Faxnummer. Die Korrespondenzbank hat auch nichts herausfinden können ... also ging mein Mann hin und fragte: sie benötigten eine Rechnung. Ich wollte bloß ein Fahrrad bezahlen: geht ohne Rechnung nicht, der Händler aber schickt keine Rechnung, bevor er nicht die Kohle hat. Also ging ebendiese postwendend abzüglich 20 Renminbi (immerhin „nur“ 2,50 €) zurück und traf heute leicht lädiert wieder ein. Diesmal schickte ich per PayPal direkt an meinen Mann: hui, bloß 11$ fees - denkste! Als er die Dollars auf sein Konto buchen wollte, schnappten sie sich 35 (!!!) $ Bearbeitungsgebühren. Wir denken darüber nach, ob er nicht in CN ein Aliexpress-Händlerkonto eröffnet (sowas wie Amazon hier), dann „kaufe“ ich dort spesenfrei einfach nach Bedarf ein und er hat die Kohle ohne Abzüge ... also echt.


    In der Tat habe ich bei diesem Anbieter meine diesjährige Winterkollektion geordert, da ich in D keine angemessen „anders aussehenden“ Klamotten bekomme, die mir gefallen könnten (und die sonst niemand hier trägt und die nicht auf 10 km Entfernung als „von dem oder dem Label“ erkennbar sind. Die Ware ist qualitativ hochwertig (nicht dieser Primark-Export-Scheiß, der extrabillig produziert wird), dennoch spottbillig, versandspesenfrei (! - egal, ob Du für mehrere hundert (was ein Kunststück in Anbetracht der Preise ist) oder für nur ein paar Dollar orderst); die meisten Pullover kosten zwischen 3 und 7 $, geilste Unterwäsche um die 10 $ das Stück ... *yorick* (allerdings ausnahmsweise direkt bei SeoBean bestellt) - der Versand klappt mit Tracking von Tür zu Tür einwandfrei, dauert etwa rund drei, manchmal vier Wochen ...


    Hingegen: Dih-Ätsch-Ell ... mein monatliches Care-Paket nach China wog definitiv unter 2 kg und war online vorfrankiert für 15,89 € (man lernt ja dazu!) - bei der Post angekommen, wog es plötzlich knapp drüber, weil es sich vermutlich zwischendurch ein Snickers reingezogen hat. Man kann ja diese Post-DHL-Preise nicht relativ zum Gewicht setzen, weshalb das Packerl dann preislich zu 43,99 € mutierte; Anrechnung des bereits bezahlten Preises war technisch nicht möglich, wurde aber nach einer entsprechenden Mail anstandslos erstattet (immerhin). Das Paket wird jetzt wieder (wie die Servicebezeichnung „Express“ schon errarten lässt, mindestens 14 Tage unterwegs sein, weil ja so wenige Flugzeuge nach China fliegen ...). Das ist echt ZUM KOTZEN. Der Versandt von Haarspray ist, weil hochgefährlich, nicht gestattet - trotz erforderlicher penibler Inhalts-, Preis- und Gewichtsangaben wird jedes Päckchen vom Zoll geöffnet, geprüft und wieder versiegelt; und sieht danach scheiße aus *grrr*.


    Und täglich nichts neues vom Amt; da sinkt die Laune bei jedem Feierabend, an dem man den Postkasten aufmacht und gähnende Leere entgegen grinst. Sieben von veranschlagten sechs bis zwölf Wochen Bearbeitungszeit sind immerhin überstanden.


    Inzwischen war meine Mom eine Woche hier zu Besuch, um einerseits das neu entstandene Gästezimmer einzuweihen und andererseits (freiwillig) „klar Schiff“ zu machen und nach dem Tod meines (Stief-) Vaters auf andere Gedanken zu kommen; das war sehr schön und extrem hilfreich: ihre Ideen, ihre unverschämte Putzkraft ... allein hätte ich die Böcke nicht gefunden - dazu der obligatorische Jahresendstress (Mitte Dezember fallen bei mit die Fallbeile für dieses Jahr; egal, was ist ... diesmal mache ich ernst - sollte mein Mann vorher hier sein, dann früher).


    Mir hilft derzeit nur der chinesische Hirse-Vodka über die kalten, ätzenden Abende hinweg. Achja: und ein Chinesischkurs, der immer Dienstags abends doppelstündig stattfindet. Inzwischen kann ich Songtexte (sofern in Pinyin notiert), teilweise verstehen. Mit meiner Aussprache hapert es noch deutlich, aber ich tue mein bestes ... an diesem Wochenende werde ich die vier zum Buch gehörenden Aussprache-Übungs-CDs durcharbeiten ...


    :rolleyes:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Heute abwechselnd heiß und kalt geduscht ... zunächst erreichte mich die Hiobsbotschaft, daß mein Schwiegervater in China literweise Blut gespuckt hat (beim Husten) und er im Krankenhaus für's erste versorgt ist. Genaues weiß man wohl noch nicht, aber er bleibt in Beobachtung, das Bluten wurde vorläufig gestillt und ist (hoffentlich) möglicher Weise auf einen Infekt zurückzuführen (ich habe da ganz andere Hirngespinste gehabt).


    Meine innere Unruhe ließ mich nicht weiterarbeiten, ich dachte, mir scheißt wieder einer in den Ventilator; schließlich sah ich das gesamte Projekt gefährdet („... wenn der jetzt ins Gras beißt ...“) und mutmaßte heute den Erhalt eines Schreibens vom Ausländeramt im Postkasten (als blanker Hohn): der Kasten wartete erneut mit gähnender Leere auf.


    Allerdings: als ich mit meinem Mann heute (zum gefühlten 100ten Male) telefonierte, pingte eine eMail vom Ausländeramt rein:


    Da haut's einem glatt die Socken weg! OK, nicht aufregen, 40 Bilder und Screenshots gemacht, ein kleinen Liebesroman verfasst und ab damit.


    Die amtsinterne Mail zu meiner letzten Anfrage war auch noch unprofessionell angehängt:


    8)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Du machst das schon, und Eure Hochzeitsfotos, die ich kenne, waren wirklich klasse. Und Deine Reise durch China mit Deinem Mann und zu seinen Verwandten spricht auch eine klare Sprache. Ich drücke Dir die Daumen, bin aber guter Hoffnung.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Die machen mir langsam echt Angst: heute rief die dt. Botschaft meinen Mann an; er habe schriftlich in Deutsch abzufassen:


    1. Wann und wo wir uns das erste Mal getroffen haben?

    2. Wie oft wir uns getroffen haben, wie wir Kontakt halten?

    3. Wer, wann und wo den Heiratsantrag stellte und warum?


    Sind die wahnsinnig?


    *grrr*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • sie wollen halt scheinehen entlarven. das vorgehen ergibt immerhin sinn.


    ich habe bei der einbürgerung meiner gemahlin auch lernen müssen, dass man behörden nicht trauen darf und dem zuständigen gezielt auf den sack gehen muss, sonst lassen sie dich in einer absurden endlosschleife hängen, wahrscheinlich zum zweck der reduktion der einbürgerungen. platz genug für zirkulierende akte scheinen sie zu haben ...


    oh gott, das chinesisch lernen habe ich jetzt 3 jahre liegenlassen und wahrscheinlich alles vergessen. ich krame mal wieder meine vokabelkarten hervor, du inspirierst mich. byebye, wie der chinese sagt (hauptsache doppelt).

  • ... das sehe ich auch so: daß „sie“ Scheinehen entlarven wollen und sollen. Aber irgendwo hört der Spaß auf. Ich frage bloß nach der Logik im Ablauf:


    1. interviewen sie meinen Mann ca. eine Stunde in Bejing persönlich. Dann passiert gefühlte Jahre lang nichts.

    2. schreibt mich das hiesige Ausländeramt an und bittet um Fotos von der Hochzeit, gemeinamen Unternehmungen, Screenshots von Chats usw.


    Soweit (unter der Gütellinie), so gut. Das sollte reichen; kaum sandte ich mein Pamphlet ein, ruft die Botschaft am darauffolgenden Tag meinen Mann an und stellt ihm drei Fragen, die er auf deutsch zu beantworten habe (schriftlich; mit A1-Niveau). Spätestens DA setzt die Logik bei mir aus: ihnen scheint etwas unlogisch (nicht nachvollziehbar: wo, wann, warum haben Sie sich kennengelernt? wer hat wann, wo und warum den Heiratsantrag gemacht? Warum woll(t)en Sie heiraten?), wissen aber, daß ER das auf deutsch gar nicht beantworten KANN, weshalb sie sich denken können, daß ICH das schreibe; und so geschah es. Natürlich achte ich darauf, daß alles zusammenpasst oder (bewusst) im Unklaren gelassene Dinge nun klar erscheinen. Wo steckt der Sinn dahinter?


    Wie dem auch sei: das Visum (und nicht etwas das Visa (weil: das ist selbstredend der Plural)) wurde erteilt und ist heute angekommen. Flüge und Sprachkurse sind gebucht; frühest möglicher (!) Termin für die Aufenthaltserlaubniserteilungsbeantragung ist 6 Tage vor Ablauf des Visums ... die nette Dame am Telefon meinte auf erstaunte Nachfrage, es sei ja nicht UNSER Problem, wenn es keine früheren Termine in Karlsruhe gäbe ... das fand ich sehr nett; die Hauptsache sei, man kümmere sich rechtzeitig darum und würde auch erscheinen. Also: am Nikolaustag ist Wohnsitzanmeldung, am Chinese New Year 2019 Beantragung der permanenten (dennoch zunächst widersprüchlich auf 3 Jahre befristeten ) Aufenthaltserlaubnis ... wenn einem DAS nicht langsam alles spanisch vorkommt, weiß ich's auch nicht ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790