Fragen über Fragen ...

  • ... zum Beispiel: ob das alles so richtig ist, was ich gerade treibe?


    Die Shebanova mit ihrem tödlichen Szopen (Chopin; für die Schwächeren unter uns*) macht mich gerade wieder völlig fertig.


    Einerseits genieße ich heute (ausnahmsweise) das Alleinsein, andererseits bin ich schon dermaßen gewöhnt, daß ich knapp Amok laufe, weil mir etwas fehlt. Ich krieg's mental einfach alles nicht auf die Reihe. Die Shebanova (1953-2011) gehört auch zu den zu früh Verstorbenen; die Interpretationen dieser Species machen mich komischer Weise ständig am meisten an; als ob das denen im Blut läge ... fürchterliche Vorstellung! Vielleicht aber auch nur eine Fehlleistung/-verknüpfung meines armseligen Hirns. Das Wissen darum macht die Interpretation irgendwie anders ...


    Warum kann man nicht einfach glücklich und zufrieden sein? Irgendetwas belastet immer, ständig ... Loslassenkönnen - das wäre mal ein langfristiges Projekt! Das wird mir Kontrollfreak wohl niemals gelingen können. Auf/In etwas vertrauen zu können ist mir derart fremd ... warum sollte es jetzt ausgerechnet bei dieser einen Person gutgehen, wo ich derart viele (m. E. berechtigte) Zweifel habe? Muss/Kann/Soll man das ausblenden? Wie kann man dann leben? ABER: ich werde den Plan jetzt durchziehen, einen Versuch ist es sicher wert; ich glaube: man kann mich nicht mehr verletzen als ich es ohnehin schon seit Jahren bin. Chancen soll man nutzen, oder?


    Kommentare nicht erwünscht; max. per PN.


    *Zitat meines ehem. Religionslehrers am Aloisiuskolleg Bonn-Bad Godesberg

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Heute: so ein unbestimmtes Gefühl zwischen Sein und Nichtsein. Es sollte sich etwas ändern. Alle sieben Jahre tat es das automatisch bisher ... nun weiß ich es aber, also ist es nicht mehr intuitiv; aber dieser Änderungsdrang kommt dennoch von allein.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Rückblende: Donnerstag: meine Mutter war so stark und trug die Urne selbstpersönlich zu Grab. Bewundernswert. Der unbeugsame Ulli brach am Grab heulend und schreiend vor 75 Gästen zusammen - mein Stiefbruder fing mich auf. Das wäre fast schiefgegangen.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Ich bin's jetzt langsam leid, mich ständig totzuarbeiten, dem Geld hinterherzurennen, die Verantwortung für anderer Leute monetäres Wohlergehen mit ins Bett zu nehmen ... einfaches, effektives und effizientes Arbeiten wird einem ständig erschwert (#DSGVO) und macht grundsätzlich keinen Spaß mehr; man kommt zu nix ... wenn nicht gerade die Telekom spinnt, klappt irgendein Update nicht oder fegt alles wie eine Tsunami weg ... dann fehlen Unterlagen, Mandanten bringen ihr Zeugs nicht rechtzeitig. Mir ist das jetzt egal, unaufgefordert stelle ich keine Fristverlängerungsanträge mehr - sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst und die rechtmäßigen Säumnis- und Bußgelder zahlen, ich hab anderes und besseres zu tun, als ständig andere aus selbstverursachter Scheiße zu retten.


    <X

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Inzwischen habe ich mich einigermaßen „erholt" resp. hat der Alltag alles schnell wieder verdrängt (leider); nichtsdestotrotz denke ich sehr, sehr oft an Theo und den Tag der Beerdigung. Vermutlich habe ich Eindruck mit meinem Auftritt gemacht, was völlig unbeabsichtigt war; gestern bei einen Spaziergang stellte ich fest, daß durch meine Beziehung offenbar die Kilometer dicke Mauer um mich herum, welche ich über Jahrzehnte mühsam aufgebaut habe und die bislang jedwede Gefühlsregungen erfolgreich abwehrte, angetaut ist und dann vermutlich bei der Beisetzung komplett eingebrochen ist. Ich fühle mich jetzt dadurch wieder als echter Mensch mit Gefühlen und so ... ob das gut ist, weiß ich noch nicht, da ich neuerdings sehr schnell verletzbar bin (zuvor konnte mich ausschließlich Musik zu Gefühlsäußerungen hinreißen).

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790