Yoricks Nachtgedanken bei Tage

  • Ich werde hier zwanglos und ohne System und nur meinen Einfällen und Launen folgend Tiefsinniges und Belangloses notieren; ganz gleich, wie das Verhältnis am "Ende" aussehen mag. Manches wird aktuell sein oder gerade Ausgeburt meines kranken Hirns und lädierten Leibes; anderes älter und schon lange herumliegend in den Verästelungen meiner analogen, digitalen, virtuellen; auf jeden Fall blutigen Festplatten. Hier im Faden (Blog) sollte keine Diskussion erfolgen, dafür richte ich parallel eine Sudelstelle ein.

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Wieso fällt es uns Menschen eigentlich so schwer, in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu leben? Warum grübeln wir so viel über die Vergangenheit nach, beschäftigen uns mit tausenderlei Plänen für die Zukunft? Kaum ein Mensch lebt wirklich im Augenblick. Aber vielleicht ist das auch gar nicht möglich. Jeder solche ist doch sofort vergangen und damit Geschichte und an Zukunften gibt es unendlich viele, so lange wir atmen. Gibt es das Jetzt gar nicht? Ist es eine Illusion? Immer, wenn ein bekannter Mensch relativ oder zu früh stirbt, wird man sich der Vergänglichkeit bewusst, der eigenen Sterblichkeit und das gewaltige Memento Mori fordert von einem, die nächste Zeit endlich einmal jeden Tag so zu leben, als ob es der letzte wäre. Und genauso wie immer hat man diesen Vorsatz nach zwei Tagen wieder vergessen und dümpelt bewusstlos in seinem Alltag vor sich hin, weil es dem Menschen nicht gegeben ist, immer an den Tod denkend aufs Messers Schneide zu leben. Aber wenn die Gegenwart gar nicht existiert, existieren wir dann wirklich? Der Buddhismus setzt hier an …

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  • Es gibt wahrscheinlich keine größere Diskrepanz im Leben und Menschsein überhaupt als die zwischen der Eigen- oder Selbstwahrnehmung und der durch andere Menschen. Dennoch ist man immer wieder verblüfft und fühlt sich verwundet; das ist nun mal nicht anders.

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  • Das Problem der Moderne: Wir sind erschöpft davon, wir selbst zu sein.

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  • Schon jetzt haben wir auf Erden Städte mit über 20 Millionen Einwohnern und in China plant man bereits länger eine Metropole mit deren 120. Die Probleme, mit denen schon „normale“ Millionenstädte, aber auch solche mit „nur“ einer halben Million, 250 000 oder 100 000 Einwohnern zu kämpfen haben, sind vielfältig: Verkehrsinfarkt, Luftverschmutzung, Versorgung mit Nahrungsmitteln, zu wenig Wohnraum, Parkplatzknappheit, Kriminalität, Fragen der Wasser- und Abwasserwirtschaft et cetera pp. Überdies natürlich der Aderlass der ländlichen Regionen; je mehr sich alles auf die Metropolregionen fokussiert; bis zum Ausbluten und zur Verödung ganzer Landstriche. Und dennoch sind nirgendwo auf der Welt Bestrebungen zu beobachten; dieser unvernünftigen Urbanisierung Einhalt zu gebieten; wieder auf Bevölkerungsabnahme und eine gleichmäßige Verzahnung ländlicher und urbaner Regionen zu setzen. Jeder Mensch mit ein wenig Verstand erkennt das und trotzdem ändert sich nichts; das ist der Grund, warum sich die Klügeren zurückziehen und die Dummen und Ignoranten die Welt regieren.

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  • Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der männliche Sexualität entweder dämonisiert oder lächerlich gemacht wird, man sie niemals begreift als völlig normalen Ausdruck der männlichen und damit der menschlichen Natur. Überdies scheint es allgemeiner Tenor, ein Mann müsse sich Sexualität erst verdienen; einen Anspruch per se, ein Recht sui generis wird nicht einmal ansatzweise auch nur angedacht. Das Phänomen ist freilich nur eines der westlichen Wohlstandsgesellschaften; ist Ausdruck von deren Dekadenz und Agonie; in anderen Kulturkreisen geht man mit dem Thema wesentlich entspannter (Asien) oder dominanter (Islam) um. Ich möchte sogar soweit gehen zu behaupten, dass sich die meisten Probleme auf der Welt lösen ließen, wenn man den Mann und seine Sexualität temperiert in den Griff bekäme.

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  • Es gibt ja einige wenige grundsätzliche Unterscheidungskriterien, die für alle Menschen gelten in einem Plus-Minus-Modus mit den dazugehörigen Grauzonen; etwa, ob jemand ein Daheimbleiber ist oder ein Wanderer; also, wie ein Mensch zur benediktinischen stabilitas loci steht oder zum ständigen Unterwegssein; bei mir dürfte die Veranlagung klar sein. Ein weiteres solches Kriterium ist das Verhältnis zum gekauften Brot und dem zeitnahen oder zeitferneren Verzehr desselben: Wenn ich noch altes Brot daheim habe und es kommt frisches dazu; dann esse ich natürlich das noch dampfende zuerst und das dann noch ältere später, wenn nichts anderes mehr da ist. Meine "Schwiegermutter" aber isst so lange das alte Brot, bis das neue auch alt ist und genauso schmeckt. Aus Prinzip und weil die Kriegsgeneration so sozialisiert wurde, meine Oma handelte ebenso; aber eben auch aus einer Grundeinstellung heraus, die mir nicht nachvollziehbar ist. Immer vorausgesetzt, dass viele Menschen gerne frisches Brot essen, sehe ich nicht ein, warum ich zweimal altes essen soll, wenn ich einmal frisches und nur einmal altes haben könnte. Man lege diese Frage seiner Familie, seinen Verwandten, Bekannten und Freunden vor und man wird schnell sehen, hier scheiden sich die Geister.

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  • Hunde als Lebenspartner sind wahrscheinlich kaum zu übertreffen: Hunde nerven in der Regel im Alltag nicht und wenn doch, schmeißt man sie kurzfristig aus der Wohnung, lässt sie in den Garten oder sperrt sie in den Zwinger. Hunde fragen dich nicht, ob sie zu dick sind oder ob einem gefällt, was sie gerade anhaben. Hunde wollen nicht, dass du am Wochenende oder an den Feiertagen stundenlang durch die Republik fährst, um ihre Eltern zu besuchen; nein, sie haben überhaupt keine Erinnerung an diese und telefonieren auch nicht mit ihnen. Hunde stellen keine Ansprüche an ihre Mahlzeiten, legen wenig Wert auf Tischmanieren und meckern auch nicht, wenn man einen fahren lässt oder rülpst; im Gegenteil tun sie hier sogar mit. Hunde wollen nicht zum Essen ausgeführt werden, ins Theater gehen, die Oper oder ins Museum; Hunde brauchen keine Stunde im Bad und hunderte dort lagernde Pflegeprodukte. Hunde reden nicht stundenlang über ihre Gefühle, haben aber auch nichts dagegen, wenn du stundenlang über deine redest. Hunden ist es egal, ob im Fernsehen Fußball oder Rosamunde Pilcher läuft; ob du mit oder ohne Hose auf der Couch sitzt und ob deine Hand deinen Bauch kratzt oder die Eier krault. Hunde haben keine Kinder und wenn doch, sind die nach zehn Wochen auf und davon, quengeln nicht mit tausend Ansprüchen und liegen dir nicht auf der Tasche bis Ende 20. All das lässt verschmerzen, dass sie nicht einkaufen, kochen, Wäsche waschen, bügeln und im Regelfall den Sex verweigern; ich frage mich, warum die Ehe zwischen Mensch und Hund noch nicht erlaubt ist.

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  • Natürlich verstehe ich den Sinn des Urlaubs, der Sommerfrische; des Reisens: Auch ich interessiere mich sehr für andere Kulturlandschaften und Naturräume; möchte Land und Leute kennen lernen; interessante Menschen treffen, Städte in Rundgängen erkunden, Museen und Ausstellungen besuchen; in der freien Natur wandern und radeln, in Seen oder Meeren schwimmen und baden; abends bei Wein und Bier sitzen; in fremde Kulturen und Völker eintauchen, andere Sprachen hören und sprechen und so weiter und so fort. All das halte ich nicht nur für erstrebenswert, sondern im höchsten Maße förderlich auch für die Geistes- und Charakterbildung eines Menschen.

    ABER:
    • Einpacken
    • Hinreise (Auto, Bus, Bahn, Flugzeug)
    • Auspacken
    • Gewöhnung an neue Wohn- und Schlafsituation, Klima etc.
    • Einpacken
    • Rückreise
    • Auspacken


    Für mich immer wieder ein unerträgliches Horrorszenario! Vielen Menschen macht das nichts aus, mir aber schon. Dazu kommt die Fülle der Eindrücke, die ich gar nicht verarbeiten kann; auf dem Weg zum Bahnhof wäre meine Kiste schon voll und ich müsste umkehren. Wie andere Menschen über Wochen und Monate dutzende Länder und hunderte Menschen kennenlernen können, ohne überzulaufen, ist mir ein vollkommenes Rätsel. Dass diese mehr Platz hätten in ihrem Inneren und ihnen mehr Verarbeitungsspeicher zur Verfügung stünde, glaube ich nur in seltenen Fällen; es wird wohl eher so sein, dass die meisten Urlaubenden oder Reisenden gar nichts oder nur sehr wenig mitbekommen von der Fülle ihrer neuen Umgebungen und sich allein mit der Jagd nach Sonne, Schnitzel und zwanglosem Sex zufriedengeben.



    Meine Philosophie ist, dass jeder Tag etwas "Nichtmaterielles-Geistiges" zum Freuen beinhalten muss, also nicht nur ein gutes Essen oder bequem auf der Couch liegen; sondern eben in einem guten Buch zu lesen, eine schöne Musik zu hören, einen Waldspaziergang zu machen, einem Hörbuch zu lauschen. Den ganzen Tag arbeiten und dann zu Bett, das kann ich nicht, da würde ich mich lieber ins Nichts begeben. Noch unverständlicher die Leute, die monatelang malochen, um dann drei Wochen Urlaub zu genießen. Jeden Tag muss ein kleiner Urlaub drin sein. Und der am Liebsten daheim oder in der näheren Umgebung. Und zuletzt: Wer Urlaub von seinem Leben braucht, beruflich oder privat, der macht eigentlich etwas falsch, lebt das falsche Leben. Aber ich denke schon wieder in schwarz und weiß wie stets; ich weiß natürlich; dass es den Mittelweg gibt, den gerade hier bei uns viele verfolgen.

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  • Ingeborg-Bachmann-Preis - 42. Tage der deutschsprachigen Literatur 2018: Von den 14 lesenden Autoren leben vier in Berlin, zwei in Wien, zwei in Hamburg; die anderen in Großstädten wie Luzern, Frankfurt (Main), Nürnberg, Leipzig, Zürich. Praktisch alle sind Akademiker, haben ein abgeschlossenes Hochschuldstudium, zumeist der Geisteswissenschaften. Was sagt uns diese kleine soziologische Statistik, die noch nicht einmal die Jahrgänge 1965 bis 1992 thematisiert? Eigentlich alles über den Literaturbetrieb in der BRD und den Zustand der deutschen Gegenwartsliteratur: Schriftsteller, die über die akademische Bildung kommen und im großurbanen Raum leben, können unmöglich genuin schreiben und die Welt in toto abbilden. Solche muss es auch geben, aber nicht in der Masse. Wo sind die Dichter aus der Provinz, die Autodidakten und Naturtalente, die ihren Wortschatz aus der Wirklichkeit schöpfen? Die ganz großen Dichter kamen immer aus diesen Reihen. Mein Nachbar daheim - er ging mit mir zur Schule bis zur 10.Klasse, die er mit Ach und Krach abschloss - ist ein einfacher Mensch ohne jede und schon gar nicht akademische Bildung und spricht eine bildhafte, plastische, lebendige Sprache voller überraschender Wendungen, die, wenn man sie aufschriebe, Fischart, Grimmelshausen oder Grass zur Ehre gereichte. Demgegenüber ist alles, was ich in Klagenfurt höre, blutarm und aseptisch.


    Sicher, auch den Nobelpreis für Literatur haben zu 80 Prozent die Falschen bekommen. das ändert aber nichts an der prinzipiellen Zielsetzung und wenn ich dem eigenen Anspruch nach das größte Talent im deutschsprachigen Raum finden und prämieren will, kann ich nicht nur akademische Großstädter einladen, wenn die nur wenige Prozent der aktiven Schreiber ausmachen. Und natürlich schließen sich Wettbewerb und Literatur aus. Anders als in der Musik, wo ja immer noch eine Konzertsituation imitiert wird, hat der eigenen Vortrag des Autors vor Publikum und Jury, die dann die Texte beurteilt und damit zum Teil der Texte wird, nichts, aber auch gar nichts mit der stillen Lektüre des Lesers daheim im Lehnstuhl zu tun. Wie auch eine Literaturverfilmung nichts anderes ist als eine Interpretation des Textes mit filmischen Mitteln und also sehr wenig mit dem Text an sich zu tun hat; hat so ein Wettbewerb, der ausschließlich der Unterhaltung, Quote und den Verkaufszahlen gilt, mit wahrer Literatur nichts zu tun. Man stelle sich die komplexen Texte von Proust, Joyce oder Arno Schmidt in Klangenfurt vor; die Mehrheit der Kritiker und des Publikums hätten gar nicht die Mittel, diese Texte zu erfassen.


    Dessen unerachtet wäre es eben schön, er wäre ein Instrument zur Hebung von wirklichen Talenten. Denn obwohl ich ein großer Liebhaber etwa der russischen, französischen, englischen etc. Literatur bin; viele meiner absoluten Lieblingsbücher wie der Tristram Shandy oder der Ulysses aus anderen Sprachräumen stammen; bin ich an allererster Stelle und das schon immer in die deutsche Literatur verliebt, weil das Deutsche meine Muttersprache ist und ich sie als einzige so gut kenne, dass ich mich traue, Urteile abzugeben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und die deutsche Literatur beginnt nach Heinz Schlaffer um 1750, ihren Höhepunkt hat sie zwischen 1770 und 1830, mit einigen Nachwehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und natürlich Vorläufern wie Fischart und Grimmelshausen. Die wirklichen Leser werden hier zufrieden nicken. Amen! Auch ich unterschreibe das, mein Sinn für das Deutsche als Sprache und Literatur wurde durch Autoren wie diese geschärft:


    Luther

    Fischart

    Grimmelshausen

    Lessing

    Wieland

    Goethe

    Schiller

    Jean Paul

    Kleist

    Büchner

    Heine

    Schopenhauer

    Fontane

    Nietzsche

    Kafka

    Thomas Mann

    Brecht

    Arno Schmidt


    Trotz dieser klassischen Prägung spielt für mich die deutsche Gegenwartsliteratur – und damit kommt der Bachmann-Preis wieder ins Spiel - eine große Rolle und zwar die ab 1945 bis 1990 und erst recht die seit der Wende. Warum? Ganz einfach, die Themen der deutschen Geschichte seit spätestens 1871 mit ihren Brüchen und Verwerfungen 1914, 1919, 1933, 1945, 1961 und 1990 können nun einmal nur von neueren Autoren beschrieben werden und geschafft hat das bislang noch keiner wirklich, wahrscheinlich, weil das mit dem klassischen Gesellschaftsroman nicht mehr möglich ist. Und meine eigene Biografie in der Endzeit-DDR und seit der Einheit schreit natürlich ebenso nach künstlerischer Durchdringung und Gestaltung, daher nehme ich am aktuellen Literaturbetrieb Anteil, wohl wissend, dass die großen Würfe erst später und wahrscheinlich erst nach mir kommen werden; große Kunst braucht Zeit. Dennoch gab und gibt es große Schrifsteller in dieser Zeit; ich nenne nur Arno Schmidt, Hans Erich Nossack, Hermann Burger, Thomas Bernhard, Ludwig Hohl, Reinhard Jirgl, Hans-Ulrich Treichel, Hartmut Lange u.a. Für die neueste Epoche wird es naturgemäß schwierig, aber immerhin haben wir Frank Schulz, Uwe Tellkamp oder Lutz Seiler und natürlich einige andere, über die ein Urteil noch zu früh wäre.


    Daher tue ich mir jedes Jahr auch die Tage der deutschsprachigen Literatur an, weil ich hoffe; fündig zu werden und hin und wieder klappt das auch. Hier die Preisträger, die zu Recht gewannen:


    Hermann Burger

    Wolfgang Hilbig

    Franzobel

    Sibylle Lewitscharoff

    Georg Klein

    Uwe Tellkamp

    Thomas Lang

    Lutz Seiler

    Peter Wawerzinek


    Das ist doch gar keine so schlechte Ausbeute.

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  • Mein Freund Denis Scheck kommentiert im Rahmen der Top Ten Sachbuch Gerald Hüthers "Raus aus der Demenz-Falle":

    Zitat

    Die beste Vorbeugung gegen Demenz ist nach Ansicht des Göttinger Hirnforschers Gerald Hüther die Erfahrung eines sinnhaften, gestaltbaren und verstehbaren Lebenszusammenhangs. "Kohärenzgefühl", nennt Hüther das und argumentiert in diesem schmalen Büchlein überzeugend, wie sich dieses Gefühl im Rattenrennnen einer kapitalistsichen Gesellschaft entwickeln läßt.


    Sollte das wahr sein, werde ich wohl um die Demenz nicht herumkommen; so sie mich nicht schon fest im Griff hat; denn ich sehe weder einen Sinn im Leben, noch halte ich unsere Welt für veränderbar und verstehen kann man den Wahnsinn ganz sicher auch nicht.

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Dinge, die man nicht begreift: Wir haben daheim auf dem Grundstück wenigstens drei Schubkarren, endlos Wannen, Körbe und andere Behältnisse; in denen man bei Bedarf etwas transportieren könnte. Wäre da nicht die Unsitte meines Vaters, aber auch jedes von diesen mit irgendwelchem Zeug zuzukrachen, dass man nicht ein einziges davon benutzen kann, wenn man schnell mal etwas von A nach B schaffen will. Man muss erst umständlich die Radwell abladen, das Zeug zwischenlagern und danach wieder aufladen. Es nützt auch nichts, sich neues Gerät zu kaufen; auf das man den eigenen Namen schreibt und dazu in großen Lettern "Bitte leer lassen!"; ohne Lesebrille meint der Erzeuger, könne er das draußen in Scheune und auf dem Gelände nicht erkennen. Da kriegst du Plaque.

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  • Ich kann Handwerker nicht leiden! Natürlich zuallererst, weil sie das genaue Gegenstück zu mir sind, dem Grübler mit dem Hamletsyndrom und den zwei linken Händen, an jeder fünf Daumen. Dann natürlich, weil die Erfahrungen aus DDR-Zeiten doch sehr nachwirken; wenn man sich schier erniedrigen musste, um auch nur einen Maurer oder ein anderes Mitglied der Arbeiterklasse zur Mitarbeit am Hausbau zu gewinnen; natürlich nur mit fürstlicher Entlohnung in möglichst harter Währung und einem Rundumservice, der neben ausreichend Bier und Zigaretten auch drei bis vier frugale Mahlzeiten pro Schicht umfasste – morgens Strammen Max oder bergeweise Gehacktes, mittags wenigstens Rouladen und Klöße, nachmittags selbstgemachten Kuchen und abends Rostbrätl - sonst erschien niemand der Herren auf der Bildfläche.

    Aber das alles geht noch tiefer, weil ich auch heutzutage deren Gehabe nicht ertrage, ihre Selbstgewissheit und unerschütterliche Gemütsruhe. Das geht immer damit los, dass die Buben nie kommen, wenn man sie braucht und Zeitangaben der Art „zwischen 7 und 15 Uhr“ für absolut legitim erachten, sich einen Dreck darum scherend, dass man als Kunde damit ans Haus genagelt ist und sich weiter nichts vornehmen kann; was besonders lustig wird, wenn kurz vor Feierabend ein Anruf (meist unterbleibt auch der) mitteilt, dass man es heute nicht mehr schaffe. Und ich kenne keinen Handwerker, der dann nicht hemdsärmlig und breitbeinig vor der ihm übertragenen Aufgabe steht und zunächst einmal alles in Bausch und Bogen für null und nichtig erklärt, was Berufskollegen oder gar Laien vor ihm daran herumgewerkelt haben.


    Das alles müsse natürlich ganz anders gemacht werden und koste natürlich deutlich weniger, so der Handwerker im Brustton der Überzeugung; versteht sich. Dass später dann dieses und jenes und eigentlich alles dann doch nicht so geht und am Ende dreimal so teuer ist wie geplant, versteht sich auch. Und dass man am Besten die ganze Zeit dabeibleibt, um die notwendigen Hilfsarbeiten und Zuarbeiten zu leisten, die hundert Fragen zu beantworten, vorschnelles Aufgeben zu verhindern und unsinnige Entscheidungen umzulenken, versteht sich erst recht. Aber natürlich ist man später im lokalen Raum in den Erzählungen der rüstigen Burschen derjenige, der nichts versteht vom Gewerk und praktischer Arbeit überhaupt; und ohne ihn, den Homo Faber, wären Haus und Welt zusammengebrochen.

    Die Axt im Haus erspart den Zimmermann, heißt es; aber wie oft war ich froh, kein Beil zur Hand gehabt zu haben, wenn der Zimmermann da war, denn das ersparte mir den Strafvollzug.

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  • Der Wert einer Gesellschaft bemisst sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht; den Kindern, den Alten, den Kranken, den Menschen mit Behinderung und jenen, die auf welche Art auch immer sozial an den Rand und ins Abseits geraten sind. Welches Zeugnis darf man derzeit diesbezüglich unserer Bundesrepublik ausstellen? Schauen wir auf unser Bildungssystem, in unsere Krankenhäuser und Pflegeheime - soll sich jeder dort selbst sein Urteil bilden ...

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  • Wer viel mit Fachärzten zu tun hat, bekommt stets aufs Neue Gelegenheit zu staunen, zu schmunzeln und zu verzweifeln: Ich finde es immer wieder beachtlich, wenn orthopädische Praxen im 3. Stock ohne Aufzug residieren; die Schwestern beim HNO-Arzt so leise aufrufen, dass man sie selbst mit gesunden Ohren nicht vernimmt; beim Augenarzt Schilder mit Informationen hängen, die man ohne Lupe nicht entziffern könnte; beim Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten die Rezeption so positioniert ist, dass jeder Patient mithören kann beim Befund des Neuankömmlings; es beim Urologen nur ein winziges Klo für Männer und Frauen gibt und so weiter und so fort. Wunderbar auch der allerorten immer häufiger zu beobachtende innenarchitektonische Kniff, das eine kleine Patienten-WC so zentral im Wartezimmer zu verankern, dass ein Notdürftiger bei dringenderen Angelegenheiten auf eine größere Zuhörerschaft rechnen darf und beim beschämten Hinaustreten wählen kann zwischen Applaus und gerunzelten Brauen.

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  • Ansprache an meinen letzten Stammkurs: Wer von euch hat in letzter Zeit mal ein klassisches Konzert oder eine Oper besucht; wer war in einer Ausstellung zur bildenden Kunst oder auch in einer naturwissenschaftlichen bzw. zur Technikgeschichte; wer hat einen anspruchsvollen Film im Kino oder Fernsehen gesehen, wer eine ein- oder mehrteilige Dokumentation zu einem beliebigen Thema aus Wissenschaft, Kunst und Kultur; wer las in den letzten Monaten einmal ein wirklich gutes Buch, für das er Zeit und Energie aufwenden musste; wer hat einfach mal zwei Stunden dagesessen oder beim Gehen oder im Liegen über ein Problem nachgedacht; wer beschäftigt sich regelmäßig mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, wer verfolgt ernsthaft und mittels verschiedener Medien die tagespolitischen Entwicklungen und hinterfragt sie; wer liest täglich überregionale Zeitungen und wöchentlich Zeitschriften zu Politik, Geschichte und Gesellschaft; wer schreibt Freunden seitenlang richtige Briefe, egal, ob mit der Hand oder Tastatur; wer führt mit einem Gegenüber oder mehreren tiefgründige Gespräche über Gott und die Welt; wer unterhält sich mit Familie und Freunden auch über andere als nur alltägliche Dinge; wer also führt neben dem normalen Leben noch ein anderes; ein geistiges, kulturelles; wer weiß, dass es neben essen, trinken, schlafen, fortpflanzen, Unterhaltung etc. noch andere Dinge gibt auf dieser Welt; Dinge, die auch und gerade wichtig sind für Menschen, die einmal die Elite unseres Landes bilden, unsere Zukunft?

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)

  • Man wird mich sicher und vielleicht zu Recht der Küchenpsychologie zeihen, aber ich glaube wirklich; die engste Bindung, die zwischen Menschen möglich ist, ist die zwischen Mutter und Sohn. Natürlich wird auch der Vater seinen Jungen lieben und wenn man dem Volksmund glaubt sein Mädchen noch mehr, aber er trug jene eben nicht neun Monate unterm Herzen, war eins mit ihnen; diesen Vorsprung holt kein Mann mehr auf. Und Mutters Tochter steht ein Problem im Wege, sie ist eine Geschlechtsgenossin und je älter die Mutter wird und je mehr sie in ihrer Tochter sich selbst in jungen Jahren erkennt; desto schwieriger soll oft das Verhältnis werden, zumal die Forderungen der Älteren an die Jüngere immer über das Ziel hinausschießen. Es wird Ausnahmen geben, aber so ist das bei jeder Regel.

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  • Es gibt wenige Gewissheiten in der Welt, an eine objektive Wahrheit glauben wir zurecht spätestens seit Nietzsche nicht mehr; alle Werte sind relativ, historisch und gesellschaftlich bedingt. Aber es gibt Ausnahmen, wenige, aber es gibt sie. Eine davon ist, dass, egal, wo dein Hund aus dem Wasser kommt und wie weit er entfernt von dir ist; er sich erst schüttelt, wenn der direkt vor dir oder neben dir steht und du dann aussiehst wie ein begossener Pudel.

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  • Ist es nicht bezeichnend, ja denunzierend; dass das Wort Populismus heutzutage in der Politik ausschließlich negativ ge- und als Stigma missbraucht wird und das vor allem von denen, die als "Demokraten" eigentlich nichts Höheres kennen sollten als den Willen des Volkes im geschmähten Begriff.

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  • Manche Dinge muss man nicht neu denken und formulieren, sie stehen für immer gemeißelt in ewiger Wahrheit:

    Friedrich Nietzsche: Ecce homo (Kapitel 5, 5)

    Zitat

    Darf ich anbei die Vermuthung wagen, dass ich die Weiblein kenne? Das gehört zu meiner dionysischen Mitgift. Wer weiss? vielleicht bin ich der erste Psycholog des Ewig-Weiblichen. Sie lieben mich Alle – eine alte Geschichte: die verunglückten Weiblein abgerechnet, die »Emancipirten«, denen das Zeug zu Kindern abgeht. – Zum Glück bin ich nicht Willens mich zerreissen zu lassen: das vollkommne Weib zerreisst, wenn es liebt ... Ich kenne diese liebenswürdigen Mänaden ... Ah, was für ein gefährliches, schleichendes, unterirdisches kleines Raubthier! Und so angenehm dabei! ... Ein kleines Weib, das seiner Rache nachrennt, würde das Schicksal selbst über den Haufen rennen. – Das Weib ist unsäglich viel böser als der Mann, auch klüger; Güte am Weibe ist schon eine Form der Entartung ... Bei allen sogenannten »schönen Seelen« giebt es einen physiologischen Übelstand auf dem Grunde, – ich sage nicht Alles, ich würde sonst medicynisch werden. Der Kampf um gleiche Rechte ist sogar ein Symptom von Krankheit: jeder Arzt weiss das. – Das Weib, je mehr Weib es ist, wehrt sich ja mit Händen und Füssen gegen Rechte überhaupt: der Naturzustand, der ewige Krieg zwischen den Geschlechtern giebt ihm ja bei weitem den ersten Rang. – Hat man Ohren für meine Definition der Liebe gehabt? es ist die einzige, die eines Philosophen würdig ist. Liebe – in ihren Mitteln der Krieg, in ihrem Grunde der Todhass der Geschlechter. – Hat man meine Antwort auf die Frage gehört, wie man ein Weib kurirt – »erlöst«? Man macht ihm ein Kind. Das Weib hat Kinder nöthig, der Mann ist immer nur Mittel: also sprach Zarathustra. – »Emancipation des Weibes« – das ist der Instinkthass des missrathenen, das heisst gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohlgerathene, – der Kampf gegen den »Mann« ist immer nur Mittel, Vorwand, Taktik. Sie wollen, indem sie sich hinaufheben, als »Weib an sich«, als »höheres Weib«, als »Idealistin« von Weib, das allgemeine Rang-Niveau des Weibes herunterbringen; kein sichereres Mittel dazu als Gymnasial-Bildung, Hosen und politische Stimmvieh-Rechte. Im Grunde sind die Emancipirten die Anarchisten in der Welt des »Ewig-Weiblichen«, die Schlechtweggekommenen, deren unterster Instinkt Rache ist ... Eine ganze Gattung des bösartigsten »Idealismus« – der übrigens auch bei Männern vorkommt, zum Beispiel bei Henrik Ibsen, dieser typischen alten Jungfrau – hat als Ziel das gute Gewissen, die Natur in der Geschlechtsliebe zu vergiften ... Und damit ich über meine in diesem Betracht ebenso honnette als strenge Gesinnung keinen Zweifel lasse, will ich noch einen Satz aus meinem Moral-Codex gegen das Laster mittheilen: mit dem Wort Laster bekämpfe ich jede Art Widernatur oder wenn man schöne Worte liebt, Idealismus. Der Satz heisst: »die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff »unrein« ist das Verbrechen selbst am Leben, – ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.« –

    Hinsichtlich einer Greta-Karikatur: "Es ist ein Resultat meiner Verwunderung: Weltweit wird in aufgeklärten Gesellschaften diese spätpubertäre Autistengöre verehrt wie eine Heilige – deshalb auch dieses satirische Heiligenbild." (Walter Krämer)