Yoricks Nachtgedanken bei Tage: Diskussionsthread

  • Von hier:


    Steile These, die er da vertritt - ich glaube nicht, daß man bei Demenz sehr viel dagegen machen kann. Zudem ist jede Art von Herausforderung ans Gehirn besser als stumpfes Vegetieren. Man spielt, man löst Rätsel, man liest, man hört bewußt Musik. Das hilft eine Menge.

  • Steile These, die er da vertritt - ich glaube nicht, daß man bei Demenz sehr viel dagegen machen kann. Zudem ist jede Art von Herausforderung ans Gehirn besser als stumpfes Vegetieren. Man spielt, man löst Rätsel, man liest, man hört bewußt Musik. Das hilft eine Menge.

    Ich denke auch, dass die Psychologie hier gern Philosophie sein möchte; aber so einfach ist das nicht.

  • Warum? Wenn man Altersdemenz auch als soziale Krankheit versteht und nicht nur als schicksalhaftes Geschehen in Gestalt der Ablagerung von irgendwelchen Eiweißsubstanzen im Gehirn, kann ich mir schon vorstellen, dass man das Risiko einer Erkrankung bei gesunder persönlicher und sozialer Lebensweise reduzieren kann.


    Zudem ist jede Art von Herausforderung ans Gehirn besser als stumpfes Vegetieren. Man spielt, man löst Rätsel, man liest, man hört bewußt Musik.

    An JDs Feststellung ist insoweit schon etwas dran. Hinzufügen würde ich das Vorhandensein einer positiven sozialen Umgebung zusammen mit anderen Menschen, wo man, wie JD schreibt, herausgefordert wird, gleichzeitig aber auch gestaltend aktiv bleibt. Vielleicht müssen wir uns in der Tat von der Vorstellung entfernen, dass, wenn das Gehirn erst einmal fertig entwickelt ist, sich nichts mehr ändern kann (Stichwort: Regenerationsfähigkeit des Gehirns).

  • Hinzufügen würde ich das Vorhandensein einer positiven sozialen Umgebung zusammen mit anderen Menschen, wo man, wie JD schreibt, herausgefordert wird, gleichzeitig aber auch gestaltend aktiv bleibt.

    Das sehe ich sogar als Grundvoraussetzung - ohne das geht es nicht. Ich hatte es nur vergessen zu erwähnen. Meine Demenz schreitet auch schon voran...*stumm*

  • Ich kann Handwerker nicht leiden!

    Du Armer. Ich jedenfalls hege solche Vorurteile (?) gegenüber dieser Berufsgruppe nicht. Bei uns auf'm Dorf werden solche Arbeiten durch ortsansässige Handwerker tiptop erledigt, schließlich hat man ja einen im Regelfall guten Ruf zu wahren.


    Die Renovierung des Dachgeschosses unseres Hauses (Tapezieren, Malern, Laminat, Fenster) wurde jedenfalls ohne größere Einschränkungen, sehr rasch und gemäß Kostenvoranschlag realisiert.


    Im übrigen war mein Papa selbst Handwerker ... schon von daher.

  • Zitat

    Ist es nicht bezeichnend, ja denunzierend; dass das Wort Populismus heutzutage in der Politik ausschließlich negativ ge- und als Stigma missbraucht wird und das vor allem von denen, die als "Demokraten" eigentlich nichts Höheres kennen sollten als den Willen des Volkes im geschmähten Begriff

    Ist dem wirklich so? Ich muß zugeben, ich kenne den Begriff aus der Gegenwart nur negativ konnotiert. Als Demokrat habe ich nichts für populistische Spielchen, wie sie nun auch wieder im Nachgang zu Chemnitz zur Aufführung gelangen, übrig.

    Dazu birgt die Demokratie wie alle Staatsformen ihre Gefahren. Man muß sich nur mal ihre Geschichte ansehen. So verwundert es auch nicht, daß genügend Staatstheoretiker, Cicero fällt mir als erster ein, seit der Antike ihre Vorbehalte entschieden formulierten.

    Dennoch scheint mir die Demokratie, die Herrschaft die vom Volk ausgeht und eben nicht vom verführten Pöbel, die beste all der schlechten Alternativen. Vor diesem Hintergrund muß man aber auch Kritik an einem „Populismus“ üben dürfen. Daß man damit nicht die Demokratie in Frage stellt, sollte einem halbwegs gebildeten Menschen klar sein. Vielleicht ist das ja die Crux: die mindestens halbwegs gebildeten Menschen (dazu gehört auch die Herzensbildung) werden leider immer rarer.

  • Ich stimme da mit dir überein und zwar aus Selbsterhaltung. Der größte und damit entscheidende Vorzug unserer Gesellschaft gegenüber allen früheren und gleichzeitigen ist, dass man nicht einfach aus dem Bett geholt, verhaftet, eingesperrt, gefoltert und umgebracht werden kann und dass man weder verhungern, erfrieren oder unbehandelt krank sterben muss! Alles andere allerdings ist mir zu wenig Demokratie: Der Einzelne als Individuum hat ohne finanzielle oder berufliche Nachteile kaum Chancen auf wirkliche politische Partizipation; im Großen und Ganzen erschöpft sich die politische Mitsprache des mündigen Bürgers in der alle paar Jahre erfolgten Stimmabgabe für eine der politischen Parteien, auf deren Politik er in der Folge keinen Einfluss mehr hat.


    Was ich freilich meine mit dem Begriff Populismus, ist, dass er eben nicht schon immer negativ konnotiert war; sondern eben auszudrücken versuchte, dass man hier die Bedürfnisse des Volkes ernstnahm. Ausgerechnet diesen heute als Totschlagargument für alle missliebigen Tendenzen zu benutzen, finde ich schon sehr bedenklich. Der Duden spricht von einer opportunistischen Politik, die die Gunst der Massen zu gewinnen sucht, und mit leeren oder unrealistischen Versprechungen Wählerstimmen gewinnen will, wobei ihr persönliches Machtstreben wichtiger sei als Verantwortung für die politische Zukunft des Landes. Die Infamie dieser Zuschreibung fällt jedem intelligenten Menschen ins Auge; denn wer entscheidet denn, ob eine Versprechung leer ist oder nicht; zumal das noch perverser wird, wenn man überlegt, mit welchen wirklich leeren Versprechungen die etablierte Politik seit Jahrzehnten hausieren geht.


    Ich, lieber bigaglia, habe im Gegensatz zu euch allen hier (außer natürlich Oolong); am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, wenn eine Regierung ihr eigenes Volk nicht ernstnimmt. Und ich mahne eindringlich die gesellschaftlichen Eliten der BRD, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die drängenden Zukunftsprobleme ernsthaft anzugehen. Wenn erst der Mob marschiert, ist es zu spät und wir haben den Bürgerkrieg.

  • Zitat

    Ich, lieber bigaglia, habe im Gegensatz zu euch allen hier (außer natürlich Oolong); am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, wenn eine Regierung ihr eigenes Volk nicht ernstnimmt. Und ich mahne eindringlich die gesellschaftlichen Eliten der BRD, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die drängenden Zukunftsprobleme ernsthaft anzugehen. Wenn erst der Mob marschiert, ist es zu spät und wir haben den Bürgerkrieg.

    Was mich an solchen Anforderungen immer stört: Die gesellschaftlichen Eliten scheinen immer die Anderen zu sein!

    Wenn uns doch so viel an unserem friedlichen, geordneten Zusammenleben in einer mehr oder weniger sozialen Marktwirtschaft ohne lebensbedrohliche staatliche Willkür liegt, dann ist es jeder Einzelne von uns gefordert, aktiv zu werden und zu sein.

    Die Möglichkeiten sind da: Politik, NGOs, Vereine, das private Umfeld... Gerade wir,lieber Yorick, die wir im Bereich Bildung unsere Brötchen verdienen, müssen mit gutem Beispiel und mit Überzeugung vorangehen. Ganz sicher werden wir bisweilen grandios scheitern, allerdings werden wir auch viel Erfolg haben, wenn wir überzeugt und überzeugend sind.

    Es nützt nichts auf Pegida, AfD, Neonazis bzw. Linksautonome (obwohl die momentan das kleinere Problem sind) zu schimpfen, aktiv muß man sich ihnen entgegenstellen. Populismus ist in der Tat gefährlich, gerade wir Deutschen haben das in unserer Geschichte erfahren. Jeder Einzelne von uns, nicht irgendeine ominöse, personell nicht greifbare, gesellschaftliche Eliten, ist gefordert, wenn wir keine „Weimarer Verhältnisse“ bekommen wollen. Wir müssen vermitteln, daß nur Solidarität mit Schwächeren eine Option für eine friedliches Miteinander in Sicherheit bietet, niemals aber protektionistischer Egoismus, auch wenn er für einige auf den erstenBlick attraktiv zu sein scheint. Diejenigen, die diesen für ihre eigene Nur zwecke fördern und propagieren, müssen wir angehen, mit Taten und Worten, wenn es uns Ernst ist. Vorbild sein kann jeder!