01 - Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60: Einspielungen (opi)


  • Oder als praktischer Sofortdownload vor Erscheinungstermin inkl. digitalem Lepörellchen:


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    inkludiert auch das vierte Clavierkonzert G-Dur op. 58 mit G. Wallisch, Fortepiano Franz Bayer (Wien c1825; Sammlung Gerd Hecher)


    Orchester Wiener Akademie

    Martin Haselböck


    Die Vierte wurde im opi-Bereich noch gar nicht gewürdigt; vielleicht starten wir mit dieser unartigen Aufnahme? 8-)


    Ich empfinde sie als schlank, einfühlsam und - wo angebracht - wuchtig und mitreißend.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Ja, es ist eine schöne Aufnahme; nein, sie ist nicht unartig, sondern im Gegenteil artig; ja, sie ist schlank und einfühlsam (zu sehr vielleicht) und die Wucht muss man mir noch weisen, damit ich mich auch mitgerissen fühlen kann wie bei Furtwängler, Bernstein, Klemperer, Kleiber. :)

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • wie bei Furtwängler, Bernstein, Klemperer, Kleiber.

    ... die zählen in diesem Thread nicht und haben definitiv keine Bedeutung; wenn man sich in HIP/opi eingehört hat, hat Wuchtigkeit eine völlig andere Bedeutung als bei diesen völlig desinterpretierten Wagnerdeutungen. Sorry. Und wir wollen bitte die Kirche im Dorf lassen und nicht wieder Tomaten mit Thunfisch vergleichen.


    Stellenweise ist die Aufnahme ggfs. in der Tat zu artig, zu einfühlsam, aber - zumindest für mich - kommt keine Langeweile auf, im Gegenteil: die Spannung bleibt über lange Strecken erhalten und wird z.T. gesteigert (wenn auch die Auflösung nur allzu bekannt ist); das will schon etwas heißen, oder? Es ist nicht bloß eine „schöne“ Aufnahme, es ist eine der richtig guten, wie ich finde (und klar: ich habe auch eine andere Favoritin; dazu aber später mehr). Und Dank der tollen Hörner ist sie eben stellenweise auch unartig.


    Ich kann allerdings nachvollziehen, warum Dir das zu brav und herkömmlich vorkommt: weil Du eben mit Aufnahmen aus einem anderen Universum vergleichst; die müssen dafür aber aus dem Gedächtnis gestrichen werden, ansonsten ist ein Fairgleich unmöglich (mir ist das auch gelungen; inzwischen habe ich gelernt, altes, unpassendes aus meinem Leben komplett zu löschen; als sei es nie da gewesen.).

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • völlig desinterpretierten Wagnerdeutungen.


    Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal schweigen, lieber Ulli. Wagnerdeutungen, so ein Unsinn! Den Geist der Sinfonie haben einige der genannten Dirigenten besser erfasst als manch andere.


    Aber ich weiß, was du sagen versuchst und ich kenne ja nun auch genügend opi-Sinfonien und natürlich vergleiche ich Haselböck mit denen und nicht mit den omis; und ich nenne nun hier nicht eigens Hogwood, Norrington, Gardiner oder Krivine, die mir alle besser gefallen.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal schweigen, lieber Ulli.

    ... das heißt „... die Fresse halten!" - tu' ich aber nicht, weil Teil a) eben schon nicht zutreffend ist.


    :)

    Wagnerdeutungen, so ein Unsinn!

    Kein Unsinn: viel zu große Besetzungen, viel zu --> wuchtig.

    *opi*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal schweigen, lieber Ulli.

    ... das heißt „... die Fresse halten!" - tu' ich aber nicht, weil Teil a) eben schon nicht zutreffend ist.

    :) Natürlich hast du sehr viel Ahnung, aber du bist auch positiv dogmatisch und intolerant in Sachen opi. Wir verstehen und lieben das. :love:

    Wagnerdeutungen, so ein Unsinn!

    Kein Unsinn: viel zu große Besetzungen, viel zu --> wuchtig.

    *opi*

    Besetzung sicher, Deutung kaum: Höre dir Kleiber an, zarter, filigraner, andeutender, schwebender, tanzender kannst du mit modernen Instrumenten kaum spielen. *yes* Er hip, das wäre geil; ist aber leider zu spät.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • aber du bist auch positiv dogmatisch und intolerant in Sachen opi.

    Ich bleibe lediglich der Forenphilosophie treu.

    Höre dir Kleiber an, zarter, filigraner, andeutender, schwebender, tanzender kannst du mit modernen Instrumenten kaum spielen. Er hip, das wäre geil; ist aber leider zu spät.

    Werde ich nicht tun, weil ich nicht untreu bin.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

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    Philharmonia Baroque Orchestra

    Nicholas McGegan


    Live 10./11. November 2012, First Congregational Church, Berkeley, California


    Mir gefällt die Aufnahme recht gut; es gibt einige interessante und schön herausgearbeitete Stellen, aber so richtig vom Hocker gerissen hat mich diese Vierte nicht. Allerdings zeigt mir diese Aufnahme in einer für mich bislang nicht näher definierbaren Weise die Modernität und (trotz der eher klassichen Schematik) Andersartigkeit dieses Beethovenschen Werkes (zu seiner Zeit). Eine Erklärung, warum sie - bisweilen neben der Achten - stets Stiefmütterchen ist (und wohl auch bleiben wird), habe ich bislang nicht gefunden; vielleicht ist sie (die Achte vielleicht noch mehr) zu untypisch „unser“ Beethoven (also das, was an „typischem Beethoven“ in unsere Zeit transportiert worden ist), recht ferne von Heroik, Krach und Krawall; dafür eher frisch, witzig, komisch (in beiden Bedeutungen). Stellenweise nimmt der langsame Satz ja schon Stimmungsbilder des langsamen Satzes der Neunten vorweg, oder irre ich mich?

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • Le Concert des Nations, Jordi Savall


    recht ferne von Heroik, Krach und Krawall

    .. schrub ich zu McGegan. KrawallSavall macht das deutlich anders: auf eine spannend inszenierte Einleitung folgt ein durchaus als revolutionär zu bezeichnender Beethoven; also: ganz das Programm der Ausgabe. Und das wirkt keineswegs überspitzt oder gewollt. Zu betonen, daß Blech und Schlagwerk hier überpräsent sind, wäre: Eulen nach Athen tragen. Diese Vierte ist eine wirklich herzige, beherzte, liebevolle und seitens der Interpreten ernst genommene ...


    Warum nur liegt sie - zusammen mit der 8ten - nicht im Focus des Publikums? Ich werde den Rest meines Lebens damit verbringen, nach Lösungsansätzen zu suchen, warum das so ist ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)