Jetzt auf den Augen - Filme (2019)



  • Das erste Zitat ist aus Poe, aber die anderen?

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • Ein Rezensent:

    Zitat

    Ich besitze inzwischen fünf verschiedene DVD-Versionen dieses Films - aber die Kinowelt-Version ist die optisch und tontechnisch absolut brillanteste die mir bislang in die Hände gekommen ist, zudem hat sie den Vorteil daß sie die einzige Fassung ist die die entfernten Szenen der alten Kinoversion beinhaltet (und zwar, entgegen der Aussagen anderer Rezensenten hier, tatsächlich alle ! - auch ich habe die alte VHS- und die TV-Version...). Wer Zugriff darauf hat sollte sich allerdings die (unverständlicherweise nur in Australien erschienene) Doppel-DVD besorgen: allein die fast vier Stunden Bonusmaterial sind das Geld wert. Hier gibt es zusätzlich zum Film noch acht verschiedene Bonusfeatures, u.a. eine zweistündge Dokumentation die sehr viele Fragen des Films beantwortet (und in der lustigerweise außer dem Regisseur niemand den Director's Cut für gut befindet), eine 1975 gedrehte Dokumentation die aufzeigt daß es sich hier, entgegen anderer Aussagen, tatsächlich um eine wahre Geschichte handelt (die sich allerdings in den 1870ern ereignete, es wird aber auch u.a. ein Gedenkstein für die damals vermissten Mädchen gezeigt etc.), sehr aussagekräftige Interviews mit den Machern und Darstellern sowie eine Tour zu den damaligen Schauplätzen und Drehorten. Sehr interessant auch: eine Kurzfilm-Version der Geschichte aus dem Jahr 1969 die ein damals 13jähriger Schüler gedreht hat.

    Finde die australische Version aber nicht. Oder ist das die?


    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • sie hatte mich falsch verstanden, ich fragte angeblich, ob sie "Fick mich am Valentinstag" mit mir schauen wolle

    *lol**lol**lol*

    P.S. Ob der Director's Cut lohnt?

    Ich finde nicht, daß es den Film übermäßig verändert - es wird einiges an Material weggetrimmt, aber die eigentliche Mystik bleibt dennoch erhalten. Lustigerweise ist diese Fassung insgesamt kürzer als die Kinofassung.


    Hier der vollständige Schnittbericht.


    Bisher gab es in Deutschland nur den Director's Cut auf DVD und BD, aber tatsächlich ist hier



    auch die Kinofassung enthalten; leider ist die Box nicht ganz so billig, weil ausverkauft.


    Ich selber habe aber noch die VHS davon... :love:


  • Céline und Julie fahren Boot

    Frankreich 1974

    Regie: Jacques Rivette


    Wo soll man anfangen, wo aufhören? Von Rivette hatte ich vor langer Zeit Die Nonne (1965) gesehen, der mir als wundervoll in Erinnerung geblieben ist; Johanna, die Jungfrau (1994) hat mich auch sehr beeindruckt (den ich sogar in der integralen Version kenne), und Paris gehört uns (1961) hatte ich nur zum Teil sehen können. Insgesamt tolle Sachen, fein gespielt und erzählt.


    Aber nichts - wirklich nichts! - bereitet auf seine Filme der 1970er Jahre vor. Da ist keine Vorlage, nach der man gehen kann. Out 1 kenne ich auch nur als Abschnitte, die mir damals beim Sehen wenig sagten, von Merry-go-round heißt es, daß er ebenso "unfaßbar" sei. Skurril, mysteriös, eigenwillig spinnt Rivette sein Garn, das der Zuschauer aufmerksam und unvoreingenommen folgen muß.


    Céline und Julie fahren Boot ist auch wieder so ein Kandidat, den ich aus dem Fantasy-Lexikon von Hahn/Jansen/Stresau kenne, doch erst jetzt habe ich ihn endlich sehen können. Und er unterläuft so Vieles, was man am Kino kennt, was vertraut erscheint, was als "normal" - Mainstream - gilt. Hier gibt es keine schneidigen Bilder, keine Vision einer großen Phantasie, keine großen Helden, sondern...


    ...ja, was eigentlich? Zwei Frauen, die sich zufällig begegnen, aber irgendwie auf einer Wellenlänge geswitcht sind, die sich mit seltsamen Tagträumen um die Bewohner eines nun leerstehenden Hauses auseinandersetzen müssen, welches sich sogar so weit verselbstständigt, daß sie zuletzt in diesem Träumen real agieren können. Doch Rivette erzählt nie wirklich linear, der Ablauf der Geschichte ist immer wieder in einzelne Erzählsegmente unterteilt, der Schnitt hart und eigenwillig, dennoch sehr präzise getimt. Es gibt keinen Funken an Special Effects, keinen pompösen Orchesterscore, nur eine seltsam reale Umsetzung im Paris der 1970er Jahre.


    Aber dennoch bleibt vieles hängen - sicherlich deshalb, weil es einen Anfang und ein Ende der Geschichte gibt. Das Traumhafte entsteht tatsächlich durch die Details, die Rivette inszeniert - in Form von Türen, Bonbons, Kleidern, Abläufen. Da ist eine Konzeption, der man sehr schnell gewahr wird, und wenn man es als Regel anerkennt, ergibt der Film einen geschlossenen Eindruck. Dabei interessiert Rivette nicht mal wirklich eine konzentrierte Erzählweise, sondern er entwickelt alles aus einer improvisatorischen Praxis heraus.


    Den Charme, den die beiden Hauptdarstellerinen - Juliet Berto als Céline und Dominique Labourier als Julie - versprühen, ist das Herzstück des ganzen Films: ihre Lust am Spielen, am Feixen und am Aufspüren der Geheimnisse ist bemerkenswert affin und hält einen bei der Stange. Immerhin läßt der Film sich sehr viel Zeit, gibt Raum für die Erkundung ihres Alltags, bevor es ums Haus geht. Und ohne ihre Herzlichkeit würde das ganze Projekt in sich zusammenfallen, weil es dieser Chemie bedarf, um die ganzen filmischen Anachronismen zu akzeptieren - ja, sogar wieder bereit zu sein, diesen Film später nochmals sehen zu wollen.


    Rivette hat ein experimentelles Kino geschaffen, welches phantastisch wird allein durch die Kraft der Imagination; das ist der am Weitesten entfernte Punkt eines Der dunkle Kristall oder eines King Kong, der möglich ist, aber die Verwandschaft zu Cocteaus La Belle et la Bête ist durchaus gegeben, wenn auch nur im übertragenden Sinne. Hier gibt es nur den Geist als Freiraum, nichts anders wird akzepiert. Insofern ist Rivette streng, doch wenn man sich darauf einläßt, kann es wundervoll werden.


    Jedenfalls: ich denke nicht, daß man diesen Film vergißt, wenn man ihn sieht - unabhängig davon, ob er einem zusagt oder nicht. Ein absolutes Unikat.


    :beatnik:

  • Dieser, wenn auch in anderer Aufmachung und als VHS - tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, obwohl, wenn ich die A.-Rezensionen lese, soll es wohl auch eine Langfassung geben, die etliche Minuten länger sein soll.



    Land der Pharaonen, R. Howard Hawks, USA 1955


    So etwas nennt man wohl einen Sandalenfilm, wenn ich nicht irre; sogar Joan Collins durfte sich in ihrer Anfangszeit als recht ernstzunehmende Schauspielerin beweisen, wobei sie bereits hier Vieles vorweggenommen hat, womit sie später mehr oder weniger (wahrscheinlich mehr) in Verbindung gebracht worden ist.