Unsere Sammlungen: Struktur, Systematik und Ordnungsprinzipien

  • In diesem Thread habe ich zwar schon ein paar Dinge darüber gelesen, wie Ihr Eure Sammlung (insbesondere CDs) sortiert, aber ich möchte doch nochmal konkret nachfragen, damit ich vielleicht auf die Richtige, sprich: für mich praktikable Idee komme.


    Ich habe inzwischen so rund 800 CDs an Klassik und Ihr kennt das: da kann man schonmal den Überblick verlieren. Das Ganze ist zeitlich zweigeteilt in alles bis einschließlich Barock und alles seitdem. Klar, unscharfe Grenze, aber damit kann ich leben. Ab ungefähr der Wiener Klassik klappt es dann auch recht gut, alphabetisch nach Komponisten zu sortieren. Aber die ältere knappe Hälfte meiner Sammlung kommt dann doch mit einer Menge Einspielungen daher, die mehrere Komponisten kompilieren. Derzeit habe ich einige Komponisten alphabetisch stehen, dazu kommen separiert Lieblingsensembles alphabetisch bzw. solche, von denen ich mehrere Veröffentlichungen habe, und eben eine ganze Reihe CDs von diesem und jenem mit Musik von diesem und jenem. Da stehe ich manchmal davor und finde und finde nicht. Stelle ich nun Pluhars Monteverdi zu Monteverdi oder zu Arpeggiata? Und wie macht Ihr das mit den Pluralkomponistendiscs? Lieder nach Schubert und Schumann - bei Schubert, bei Schumann oder woanders?


    Derzeit gehe ich die CDs übrigens mit grünen und blauen Klebepunkten durch, um einen vielleicht etwas sinnlosen, aber jedenfalls anschaulichen Überblick über opi/hip und jüngere Spielweise zu bekommen. In dem Zuge bekomme ich zumindest nochmal vor Augen, was inzwischen so alles da steht. Wenigstens mache ich das ja nicht in Keilschrift.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Hallo,


    ich hatte das „Problem“ mit den Multicontent-CDs oder -Boxen damals mittels Excel-Listen (also keine Ex-Cellisten) gelöst und die CDs oder Boxen danach sortiert, weshalb ich sie mir zugelegt hatte (so erinnert man sich wohl am ehesten, wo sie stehen). In den Listen hatte ich Werke nach Komponisten mit Standort vermerkt (also beispielsweise: Beethoven 5. Sinfonie in der Interpretation XY steht in Blablablu-Box bei Schubert, weil ich die CD/Box wegen Schubert gekauft hatte). Das ist natürlich eine Haydn-Arbeit, aber im Endeffekt ganz gut zu Händeln, Weill sich die Liszten am PC auch gut durchsuchen liessen ...


    Inwzischen ist bei mir alles digitalisiert, so daß ich das Problem nicht mehr habe (CDs werden physisch kaum noch angeschafft, der verbliebene Bestand ist durchaus überschaubar, die CDs werden - sofern möglich - gleich weitervertickt; ansonsten gibt's nur noch direkte Downloads und dreifache Datensicherung der diversen Festplatten.


    :)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • 800 bis 1200 CDs sollten noch recht überschaubar sein. Ansonsten kann ich leider nicht mit besonders originellen Tipps aufwarten. Hier zeigt sich daher das übliche Sortiersystem: Komponisten konsequent alphabetisch aufgestellt, Untersortierung nach Werkgruppen, weitere Untersortierung nach Werken, Zyklen (hier wiederum alphabetisch nach Interpreten (solo oder Dirgent/Leiter). Boxen werden in dieses System möglichst integriert, stehen aber zumeist am Ende der jeweiligen Reihe.


    Sampler werden nach Instrument/Orchester/Kammer/Vokal sortiert und gesondert aufgestellt - soweit möglich alphabetische Sortierung nach Komponisten (Schwerpunkt).


    Irgendwelche Listen oder Farbmarkierungen kommen für mich nicht in Betracht - dazu bin ich einfach zu faul.


    Was ich mir allerdings alle 10 bis 12 Wochen gönne, ist ein Rundgang durch die Reihen mit Stichproben; das hilft m.E. ganz ungemein, um gesuchte Tonträger nachträglich möglichst ohne viel Aufwand zu finden. Ein wirkliches Problem, das gebe ich gerne zu, sind die Massen an Bach-Orgel-Einzel-Kompilations-CDs. Da wäre eine Verlistung nach Werk und Interpret gelegentlich vielleicht in der Tat hilreich. Andererseits mag ich Überraschungen und freue mich, wenn Interpret X. Y. auch BWV 0815 oder 4711 eingespielt hat.

  • Wenn ich mir ansehe, wonach meine Sammlung sortiert ist, müßte ich mir echt Sorgen machen... *plem*


    Grundsätzlich gilt immer noch die Trennung zwischen Alte Musik und den späteren Epochen ab 1750 - doch ich habe Gregorianik und einige Werke separiert aufgestellt; dazu kommt noch, daß ich nach Labels sortiere, aber die Jewel Cases und Papphüllen gesondert abstelle (da ich z.Z. viel in Pappkartons untergebracht habe, ist dieser Vorgang notwendig geworden). Alles von cpo habe ich auch zusammengefaßt, und sämtliche großen Boxenwürfel mit 20 CDs und mehr stehen häufig an einem Platz zusammen.


    Zum Glück weiß ich ungefähr, wo etwas stehen sollte, zumal ich innerhalb der Labels die gleiche Sortierung aufrechterhalte; dennoch muß ich manchmal nach bestimmten Titeln, die ich lange nicht mehr gespielt habe, suchen - vor allem, wenn es einzelne CDs von Kleinstlabels sind. Bei einem bestimmten Komponisten innerhalb meiner DG- oder EMI-Aufnahmen bin ich flott dabei.


    Sortierung innerhalb des Labels:

    • Compilation/Sampler alphabetisch nach Name der CD, des Interpreten oder des Gattung
    • Komponisten alphabetisch
    • Innerhalb des Komponisten alphabetisch nach Gattung, Name des Werks, Name des Interpreten, Alter der Aufnahme

    Funktioniert recht gut in fast allen Fällen.

  • Bei um die 1000 CD ist das wirklich noch leicht. Bei 5000, 10000, 15000, 20000 oder gar 25000 sieht das schon anders aus; da muss man wirklich streng vorgehen und tatsächlich auch eine niedergelegte Diskografie haben. Meine Ordnung folgt klaren Linien:


    1. Das Gros der benamten Komponisten steht streng alphabetisch geordnet von Abel bis Zemlinsky. Innerhalb der Komponisten ordne ich von links nach rechts so:

    - Opern

    - Geistliche Werke

    - Sinfonien

    - Orchesterwerke

    - Instrumentalkonzerte

    - Kammermusik

    - Klaviermusik

    - Lieder

    - Sonstiges


    2. Die Geistliche Alte Musik vom Mittelalter bis um etwa 1800 steht in einem eigenen Sektor, dort wiederum alphabetisch geordnet; am Ende die ohne Zuordnung und die Grgorianik


    3. Dirigentenboxen stehen alphabetisch geordnet in einem eigenen Sektor.


    4. Solistenboxen stehen alphabetisch geordnet in einem eigenen Sektor.


    5. Sängerboxen stehen alphabetisch geordnet in einem eigenen Sektor.


    6. CDs mit mehreren verschiedenen Komponisten stehen in einem eigenen Sektor, alphabetisch geordnet nach dem Komponisten mit dem mir wichtigeren Werk


    7. Sektor Verschiedenes


    8. Manche mir sehr wichtige Komponisten wie Mahler, Wagner, Bach etc. stehen von Zeit zu Zeit oder immer in einem eigenen Sektor.


    Inzwischen bin ich auf Festplatte umgestiegen, wo sich die Probleme nicht mehr so stellen. Aber auch dort habe ich die gleiche Ordnung installiert, mit dem Unterschied, dass ich CDs mehrfach zuordne, wenn das notwendig ist.

    P.S. Ich würde vorschlagen, den letzten Postings zum Thema Ordnungsprinzipien einen eigenen Thread zu widmen.

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • 8. Manche mir sehr wichtige Komponisten wie Mahler, Wagner, Bach etc. stehen von Zeit zu Zeit oder immer in einem eigenen Sektor.

    Ja, ja die besonders bevorzugten Exemplare; auch so eine Problematik - diese stehen hier möglichst auf Augenhöhe nach dem von mir geschilderten Sortiersystem. Nur mit Trittleiter oder im Notfall mit Stuhl erreichbar sind z.B. Mahler, Mozart, Brahms, R. Strauß, Dvorak, einige *omi*-Boxen, wie bspw. dieses Brendel-Mischmasch, erschienen bei BC (35 CDs) und einiges mehr.

  • Ihr habt völlig recht damit, dass es bei um die 1000 ja noch geht. Trotzdem habe ich auch zwei-, dreimal schon was gekauft, was ich schon hatte, und vor allem wisst Ihr, wie das ist: schwupsdiwups hat man da ganz unversehens das Dreifache stehen. Da will ich nicht zu spät mit Systematik anfangen. Ich versuche es jetzt mal mit discogs als Onlinedatenbank, wenn auch unzählige CDs dort noch nicht eingetragen wurden - kenne ich ja von der OFDb. Schön dabei ist, dass man die Daten der eigenen Sammlung dann auch nach vielen Kleinigkeiten, bestimmten Titeln oder Ensemblemitgliedern, durchsuchen kann. Mal sehen.

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Ja, Doppelungen sind ein sehr spezielles Thema - da habe ich durch Boxen auch schon Einiges angesammelt. Ich habe z.B. Gardiners 1985er h-moll-Messe insgesamt dreimal - und sie alle sind Teil von Boxen!


    Grundsätzlich habe ich einigermaßen einen Überblick über die Titel, die ich habe - doch habe ich auch schon danebengelegen und einige Einzelausgaben gekauft, obwohl ich diese schon hatte. Kann halt passieren. Zum Glück sind es praktisch nie Hochpreistitel, so daß der finanzielle Verlust verschmerzbar ist. Aber bei manchen Boxen mußte ich mich schon fragen, ob die notwendig waren - die Telemann-Box habe ich zur Hälfte bereits besessen, aber ich wollte unbedingt die Essercizii Musici von der Camerata Köln haben, weil mir die noch fehlte und sie einzeln nicht bezahlbar zu bekommen war.


    Überhaupt sind es natürlich fast nur größere Sets oder Boxen, durch die ich mir Doppelungen einfange - die akzeptiere ich dann halt, wenn der Gewinn durch neue Einspielungen ausgeglichen wird. Und angesichts der Menge an Boxen, die alleine in den letzten zehn Jahren herauskamen, bin ich sogar erstaunt, wie wenig Klötze ich mir ins Regal gestellt habe. Inzwischen suche ich sie auch sehr gezielt aus.


    Ansonsten habe ich mir angewöhnt, bei einigen speziellen Werken eine Liste über die Einspielungen zu führen - so bin ich immer im Bilde über Bachs vier großen Vokalwerken oder Beethovens Symphonien. Allerdings bin ich nicht kosequent und liste alles auf, was ich mehr als fünfmal habe; ist mir zu mühsam.