Jetzt auf den Augen - Dokumentationen (2019 - in æternum)

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    Höllenfahrt - Das Leben des Johannes R. Becher

    Höllenfahrt - Das Leben des Johannes R. Becher


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    "Deutschland einig Vaterland" - mit dieser Zeile, die Johannes R. Becher für die Nationalhymne der DDR dichtete, fordern im Herbst 1989 Demonstranten den Fall des Staates, dem der Dichter mit aller Kraft gedient hatte. Diese Wendung der Geschichte passt zu dem "bis an den Abgrund" widersprüchlichen Politpoeten. Für die einen war Johannes R. Becher die Inkarnation eines Bonzen, ein sex- und alkoholsüchtiger Lebemann. Für andere war er ein selbstzweifelnder, sensibler Schriftsteller und gleichzeitig ein skrupelloser Opportunist.


    Thomas Mann und Alfred Döblin lobten Werke wie das Gedicht "Erinnerungswind" als groß und echt. Als junger Mann fühlt er sich von der expressionistischen Künstlerszene angezogen. Doch die Münchener Boheme reißt ihn auch in den Strudel der Morphiumsucht. Becher wird zum stadtbekannten Schnorrer und Junkie, der nachts auf den Parkbänken schläft. Schließlich landet er in einer Thüringer "Klapsmühle" bei Jena. Erlösung findet er schließlich im Kommunismus. Becher, ab 1919 Mitglied der KPD, steigt in der proletarischen Partei, der es an bürgerlichen Umgangsformen und parteilichen Literaten fehlt, schnell ins Zentralkomitee auf. Die mörderischen Richtungskämpfe der Partei übersteht der Dichter, der die Kunst mit opportunistischem Geschick "bolschewisieren" will.


    1949 schreibt er im Auftrag der SED den Text für die Nationalhymne der DDR, die selbstbewusst an die Einheit der Deutschen appelliert. Becher will den Kulturbund als gesamtdeutsche Organisation positionieren. Die Sowjets drängen auf seine Ablösung, doch Becher passt sich dem Ton des Kalten Krieges an. 1954 wird Becher erster Kulturminister der DDR. Das Amt hatte er Stalins Tod und dem 17. Juni 1953 zu verdanken. In einer kurzen Periode des Tauwetters sympathisiert Becher mit antistalinistischen Kräften. Schließlich lässt Ulbricht seinen Kulturminister absetzen. Am 11. Oktober 1958 stirbt Johannes R. Becher nach einer Krebsoperation. In einem seiner letzten Gedichte schrieb er: "Lasst bitte mich nicht in den Himmel ein, ich litte dort in eurem Paradiese noch mehr an Qual als in der Hölle Pein. Ich wähle die Hölle und begehre nur diese!"

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    Die deutsche Identitätssuche


    Diesen Augstein kannte ich noch gar nicht, schwere Hypothek, diese Väter; aber er ist mir trotzdem grundunsympathisch. Die Sendung selbst flach, die Auswahl der Besuchten schreit zum Himmel; aber immerhin ein gutes Beispiel und ein sehr übles. Diana Kinnert, die ich für keine 20 hielt, sprach so gescheit, dass ich doch lieber nachsah und verstand. Unfassbar dagegen in ihrer zementierten Welt Aminata Touré, da greift man sich an den Kopf.

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    Der Nomade - Auf den Spuren von Bruce Chatwin


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    Kaiserspiel in Versailles


    Vor 150 Jahren wird im Spiegelsaal von Versailles der erste deutsche Kaiser proklamiert. Eine historische Zäsur. Aber was spielt sich damals hinter den Kulissen ab? Der Film erzählt die Reichsgründung 1871 als fesselndes Polit-Drama. Wer sind neben Bismarck die maßgeblichen Kräfte und Akteure auf dem Weg zur deutschen Einigung? Welche Widerstände gilt es zu überwinden?

    Zitat

    Vor 150 Jahren wurde im Spiegelsaal von Schloss Versailles das Deutsche Kaiserreich proklamiert. Der Film rekonstruiert die dramatischen Wochen von September 1870 (Schlacht von Sedan) bis zum 18. Januar 1871, als der preußische König Wilhelm I. zum deutschen Kaiser ausgerufen wurde. Der Film erzählt, wie zielstrebig Otto von Bismarck die Zustimmung der deutschen Fürsten zur Einigung Deutschlands erwirkte, und führt vor Augen, wie das französische Kaiserreich unter Napoleon III. zusammenbrach. Während Napoleon als Gefangener in Kassel weilte, fand Bismarck in der französischen Anarchistin Louise Michel eine todesmutige Gegenspielerin im belagerten Paris. Es folgte ein dramatisches Ringen um Macht, Einheit und Freiheit, und große politische Entscheidungen nahmen ihren Lauf.


    Die Spielhandlung des Dokudramas beleuchtet den historischen Wendepunkt aus mehreren Perspektiven (Thomas Thieme verkörpert Otto von Bismarck, Hubertus Hartmann spielt Napoleon III), ergänzt durch dokumentarische Elemente.


    Den Erzählrahmen bildet ein szenischer Dialog: Auf Schloss Arenenberg in der Schweiz treffen sich Eugénie, die Witwe Kaiser Napoleons, und Luise von Baden, Tochter von Kaiser Wilhelm I. Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zum Versailler Vertrag, der Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg besiegelt, blicken die beiden hochbetagten Frauen zurück auf die Zeit der Reichsgründung, ziehen ihre persönliche Bilanz zum Verhältnis der Deutschen und Franzosen, das im Spiegelsaal von Schloss Versailles 1871 und 1919 mit schweren Hypotheken belastet wurde.


    Fast verpasst, endlich wieder ein Doku-Drama; Geschichtsunterhaltung mit großartigen Schauspielern. Für Normalos sicher sterbenslangweilig ...

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    Hans Hartung Malen so schnell wie der Blitz


    Zitat

    Er konnte malen so schnell wie der Blitz: Der Künstler Hans Hartung wurde 1904 in Leipzig geboren. 1939 trat er in die Fremdenlegion ein, um gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Zum Ende des Krieges wurde er schwer verwundet und verlor ein Bein. Hartung zählt zu den großen Meistern der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Doku zeichnet sein bewegtes Leben nach.


    Der Film erzählt den Werdegang des Malers Hans Hartung (1904-1989). Er studierte Kunst in Leipzig, Dresden und München und trat 1939 in die Fremdenlegion ein, um gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Zum Ende des Krieges musste ihm nach einer schweren Verwundung ein Bein amputiert werden. Hartung zählt zu den großen Meistern der abstrakten Kunst, deren Formen er neu erfand. Er war besessen von der expressiven Kraft des spontanen Gestus und wollte so schnell wie der Blitz malen. Anhand zahlreicher Archivbilder, Auszüge aus den Memoiren des Künstlers und eines Besuchs in seinem Atelier zeigt der Film die Licht- und Schattenseiten von Hartungs Leben. Nach langen, bewegten Jahren in ärmlichen Verhältnissen konnte er sich in den 1970er Jahren eine Villa mit Atelier im südfranzösischen Antibes bauen. Dieses Haus bildet die eindrucksvolle Kulisse des Films. Sein künstlerisches Schaffen zeichnete sich durch unaufhörliche Experimentierfreude aus: Er malte, schuf daneben aber auch ein umfangreiches fotografisches und architektonisches Werk und begeisterte sich für die Natur und das Universum. Alle von ihm entwickelten Techniken, die aufgrund ihres überaus unkonventionellen Charakters faszinieren, werden im Film unter die Lupe genommen. Doch „Malen so schnell wie der Blitz“ beleuchtet auch Aspekte aus seinem Privatleben. Neben der Kunst spielte eine Frau eine besondere Rolle für Hartung – die norwegische Künstlerin Anna-Eva Bergman, die er nach einer Trennung von 15 Jahren 1957 ein zweites Mal heiratete. Aus all diesen Betrachtungen entsteht ein sehr persönliches Porträt des Künstlers, ergänzt durch kinematografische Inszenierungen seiner Bilder.

    Man lernt nie aus ...

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    Stalins Henker. Das Massaker von Katyn | Doku | ARTE


    Da überkommt einen das kalte Grausen ... sehr prägnant und gruselig auch die Schilderung der Tscheka, GPU, des NKWD ab 1917 ... ohne Zorn, so viele Verbrechen schon deutlich VOR den Gräueltaten der SS; da begreift man endlich den Ansatz Noltes ...

    Wieder auf ARTE:


    Stalins HenkerDas Massaker von Katyn


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    Caspar David Friedrich - Wanderer zwischen den Welten


    Trotz guter Momente ein trauriges Beispiel für die Dokumentationen der Gegenwart; die mehr an sich selbst interessiert sind als an ihrem Gegenstand.

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    Prinz Eugen und die Türken Kampf um Europa


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    In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kämpfen zwei Supermächte unbarmherzig um die Vorherrschaft in Mitteleuropa und auf dem Balkan: das Reich der Osmanen und der Habsburger. Die Doku erzählt die Geschichte von zwei herausragenden Figuren dieser Zeit: Prinz Eugen von Savoyen-Carignan und Emetullah Rabia Gülnus Sultan.


    Beide kommen als Fremde in ihre Reiche und sind vorerst Außenseiter. Während Prinz Eugen in Paris als Kind Vernachlässigung – wohl auch Missbrauch – ausgesetzt ist, wird Gülnus in Kreta ihren Eltern entrissen und in den Harem des Sultans verschleppt. Beide erleben einen beispiellosen Aufstieg. Ihre Geschichte entführt uns in eine der faszinierendsten und gleichzeitig brutalsten Epochen unserer Geschichte – das Barock.