Jetzt auf den Augen - Dokumentationen (2019)

  • Manchmal kostet es so gut wie fast wenig:


     


    Ein ungewöhnliches Filmchen von dem eigentlich als (großartige) Zauberer bekannten Duo Penn & Teller, die einen Freund bei seinem einmaligen, fachfremden und faszinierenden Selbstversuch, einen Vermeer zu malen, begleitet haben. Unabhängig davon, ob man die Prämissen zur eingesetzten Technik Vermeers letztlich plausibel findet, ist das eine sehr unterhaltsame und auch spannende Doku geworden, die Lust auf die seinerzeit wie heute verblüffenden Gemälde Vermeers macht.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Sechs Tage Eiszeit – Der Katastrophenwinter 1978/79 Film von Katja Herr


    Zitat

    Es ist ein Winter-Sturm, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Zum Jahreswechsel 1978/79. Eine Schneehölle, die acht Meter Schneewehen auftürmt, die Wellenkämme gefrieren lässt, die Menschen und Autos verschluckt und ungeahnte Kräfte freisetzt. In Mitteleuropa gefriert das normale Leben bei zwanzig Grad unter Null. Sechs Tage in Eis und Schnee. Es ist ein Schneesturm der Geschichte schreibt.

    Die neue Dokumentation des MDR erzählt die Ereignisse der sechs Katastrophentage zum Jahreswechsel 1978/79 in der DDR und in der Bundesrepublik. Aus neu erschlossenem Archivmaterial, unbekannten Amateurfilmen, historischen Fotos und beeindruckenden Zeitzeugen entsteht ein detailliertes, facettenreiches und chronologisch exaktes Bild der Ereignisse von damals. Aufwendige Animationen verdeutlichen die einmalige Wetterkonstellation und beschreiben eindrucksvoll, wie zwei extrem unterschiedliche Luftmassen in der Mitte Europas aufeinander prallen und zum Chaos führen. So ist dieser dramatische Wintereinbruch noch nicht erzählt worden.

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • Ups. War nicht oben angeheftet, dein Thread, daher übersehen.

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • Vengerov auf dem Gelände des Stammlagers Auschwitz und Birkenau interpretiert Bachs Chaconne:



    aus: "Holocaust: A musical memorial film from Auschwitz"


    Der Film "Holocaust: A musical memorial film from Auschwitz" wurde anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung dieses Lages durch die Rote Armee produziert. In diesem Zusammenhang könnte meines Erachtens auch das "Hinausspazieren" Vengerovs durch das Haupttor als Akt der Befreiung, wohlgemerkt nicht als Akt des Vergessens, angesehen werden.

    Vengerov selbst begründete seine Teilnahme an dem Projekt wie folgt:


    "It was such an incredible honour to be asked to take part in this project, Vengerov says, that he readily broke off from a European tour to do so. (Earlier, Ben Weston told me that another great Jewish violinist, Itzhak Perlman, felt unable to come to Auschwitz to perform in the film.) So why did Vengerov come? "We can send a powerful message not just about what happened but what will happen in the future." What do you understand the message to be? "The message of music is love. Music is at the top near the highest spirit. This is our example. Humans go up and down".

    Humans did certainly go down, perhaps never lower than the Nazis did at Auschwitz. But as they went down, surely they took music with them. It was used to facilitate their machine of slavery and death. Wasn't music irrevocably tainted by its role in the death camps? "Music can be misunderstood. I know that really barbaric things happened here. But there are two sides: we have a beautiful side and a dark side. Music educated me. It made me a better person."


    That better person has come to commemorate the dead. "Playing music in the camps is to pray for the victims who suffered so much. I hope that they can hear us and know that we haven't forgotten them. We won't allow them to be forgotten."

    Why the chaconne? "The music of Bach is so pure, so clear. It covers such a range of emotions. It is like coming out of a dark tunnel into the light." Vengerov also points out that the chaconne has 33 variations symbolising the years of Christ's life. My worry, though, is that the chaconne thereby fits the commemoration of a principally Jewish tragedy into a Christian symbolism of suffering and redemption. Perhaps I should not worry: after all, two Jews, Vengerov and Kent, strongly feel otherwise."


    aus: http://arts.guardian.co.uk/fri…/story/0,,1374948,00.html






  • Schliemanns Erben (3/4): Versunkene Stadt der Wolkenmenschen

    Klaus Koschmieder starb leider bereits am 10. Dezember 2017. Für mich unerklärlich, dass im Netz nichts über ihn zu finden ist, icht einmal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Chachapoya

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • Selbsttötung durch Verhungern "Chronik eines langsamen Sterbens" - diese Nachricht hat mich vor Jahren zutiefst erschüttert.


    Tagesspiegel


    Bei Arte lief 2009/2010 eine Dokumentation zu einem ähnlichen Fall:

    "Das Summen der Insekten" von Peter Liechti, 2009


    "Im tiefen Winter findet der Jäger S. in einem abgelegenen Waldstrich die mumifizierte Leiche eines etwa 40-jährigen Mannes. Aufgrund der minuziösen Aufzeichnung des Toten, der sein Sterben in einer Art Tagebuch festgehalten hat, stellt sich heraus, dass der Mann im vorhergegangenen Sommer Selbstmord durch Verhungern begangen hat. Bei diesem Prozess hat er sowohl die Veränderungen des Körpers als auch seine modifizierte Wahrnehmung der Außenwelt genauestens protokolliert.


    Der Film ist eine sehr persönliche Annäherung an einen fiktionalen Text und gleichzeitig ein filmisches Manifest für das Leben - herausgefordert durch den radikalen Verzicht darauf."


    programm.ard.de








  • John Ford - Der Mann, der Amerika erfand Dokumentation Frankreich 2018 | arte


    Zitat

    ohn Ford gilt als der Inbegriff des Western-Regisseurs und steht für ein einzigartiges cineastisches Jahrhundertwerk. Wie kein anderer beleuchtet er die Identität des amerikanischen Volks, seine Gründungsmythen und Helden, Utopien und verlorenen Illusionen. In seinen Filmen zeichnete Ford ein Bild vom Amerika seiner Träume: einem Land, in dem Menschlichkeit und Solidarität großgeschrieben werden und das Leben lebenswert ist. Mit den Jahren wurde die Sichtweise des Regisseurs ambivalenter, was sowohl dem Lauf der Geschichte als auch Fords persönlichem Werdegang geschuldet ist. Als Sohn irischer Einwanderer strebte er stets nach gesellschaftlicher Anerkennung und stand dem Establishment zugleich kritisch gegenüber. Das Trauma des Zweiten Weltkriegs prägte ihn zutiefst; Gewalt und die Unterdrückung von Minderheiten waren ihm ein Gräuel.

    Der franko-amerikanische Regisseur Jean-Christophe Klotz analysiert repräsentative Ausschnitte aus großen Ford-Filmen - angefangen von den ersten, von der Weltwirtschaftskrise geprägten Meisterwerken der 30er Jahre, wie "Ringo" (1939) und vor allem "Früchte des Zorns" (1940), den Dokumentationen und Spielfilmen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, allen voran "Schlacht um Midway" (1942), und den Western der 50er und 60er Jahre, wie "Der schwarze Falke" (1956) und "Cheyenne" (1964), in denen Ford die Gewalt gegen Minderheiten und wehrlose Menschen mit seinen Idealvorstellungen von Gerechtigkeit und Brüderlichkeit konfrontiert.

    "John Ford - Der Mann, der Amerika erfand" zeigt Archivaufnahmen aus Fords Leben und der Geschichte Amerikas, Gespräche mit dem Regisseur nahestehenden Personen und Kennern seines Werks. Außerdem Sequenzen, die Einblick in den heutigen amerikanischen Westen geben, insbesondere in das Schicksal der Navajo-Indianer, die den Kampf ihrer Vorfahren gegen Ausgrenzung fortführen.

    Die Dokumentation untersucht die Rolle von John Fords Filmen im Zusammenhang mit der Entwicklung der amerikanischen Identität und zeigt, wie aktuell sie heute wieder sind.


    Mediathek

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)

  • Brecht und das Berliner Ensemble Erinnerungen an einen Traum


    Zitat
    Eine "Insel" im Kalten Krieg und der Ort, an dem Bertolt Brecht innerhalb weniger Jahre das Theater revolutionierte: Das war das Berliner Ensemble. Für seine Dokumentation hat Filmemacher Heinrich Breloer die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu ihren Begegnungen mit dem Begründer des epischen Theaters und dieser außergewöhnlichen Zeit befragt. Die Dokumentation konzentriert sich auf die Zeitspanne von 1948 bis 1956, die Zeit der Rückkehr Bertolt Brechts und Helene Weigels aus dem Exil zunächst in die Schweiz und von dort nach Ost-Berlin. In diesen wenigen Jahren wurde Bertolt Brecht zu jenem Dichter und Regisseur, der das Theater nicht nur in Deutschland revolutionierte. Schon seine ersten Inszenierungen, unter anderem der „Mutter Courage“, lösten begeisterten Zuspruch aus, erregten aber auch den Unmut der sozialistischen Kulturfunktionäre, die sein episches Theater ideologisch kritisierten. In Begegnungen mit Zeitzeugen geht Filmemacher Heinrich Breloer auf die Suche nach dem Menschen und Künstler Brecht. Die Schauspielerin Regine Lutz, die Regie-Assistenten B. K. Tragelehn, Peter Voigt, Charly Weber und Uta Birnbaum erinnern sich neben anderen Weggefährten an die gemeinsame Arbeit auf der Bühne, an die intensive Atmosphäre der Proben, an Brecht als Regisseur und Lehrer, an ihr Theater als „Insel“ im Spannungsfeld zwischen marxistischen Idealen und real existierender DDR, an Anfeindungen durch die Partei und an große Erfolge im Ausland. Mit der Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten 1935 hatte Bertolt Brecht seine Leser, seine Zuschauer, seinen Namen und seinen Ruhm verloren. Mit der Rückkehr gelang es ihm in wenigen Jahren, viel vom dem, was ihm genommen war, zurückzugewinnen. Er konnte seine im Exil verfassten Dramen in eigenen Inszenierungen auf die Bühne bringen und damit in der kurzen Spanne von sieben Jahren die Spielweise der Theater weltweit revolutionieren. Das Ziel, auch die Gesellschaftsordnung der Welt mit dem Medium des Theaters zu verändern, gelang Brecht jedoch weder in der DDR noch anderswo. Regie : Heinrich Breloer Mit : Regine Lutz Werner Hecht B.K. Tragelehn Peter Voigt Charly Weber Uta Birnbaum Land : Deutschland Jahr : 2018 Herkunft : WDR

    ich wusste gar nicht, dass Syberberg von Brecht und dem BE herkommt ...

    "Nach meiner Erinnerung, damals war ich neun Jahre alt, hat man die damaligen Ereignisse in meinem Umfeld mit einem Schulterzucken ohne viel Aufhebens zur Kenntnis genommen - das war es auch schon." Max (zum Mauerfall)