Jetzt auf den Augen - Filme (2020)


  • Zum Beispiel Balthasar

    Frankreich-Schweden 1966

    Regie: Robert Bresson


    Bresson war nie Teil einer filmischen Schule, nie der Drehpunkt eines Zirkels - er war stets sein eigenes Original und blieb wenig von seinen Kollegen beeinflußt. Aber genau diese Eigenwilligkeit hat großen Eindruck gemacht, auch wenn man ihn nie kopieren konnte. Es war nicht möglich, denn in seiner Wahrnehmung war er sehr spezifisch - und viele seiner Filme strahlen das aus. Wie auch dieser.


    Ein Esel steht im Mittelpunkt, um den sich die menschlichen Tragödien abspielen - ein Tier, welches selbst Leid erfahren muß durch die Behandlungen seiner menschlichen Besitzer. Geschlagen, getreten, als Last- und Nutztier ausgenutzt, auch mal würdig behandelt, doch zumeist als Wesen zweiter Klasse betrachtet. Das Mädchen Marie begleitet ihn durch sein Leben - auch sie eine Geschlagene, Gedemütigte, die sich nie wirklich aus ihrer Lage befreien kann. Sie war bei seiner "Taufe" dabei, sie sieht ihn auf der Straße Brot austragen, sie kümmert sich um ihn, wenn sie ihn unter ihre Fittiche hat - nur zuletzt ist sie fort, als er von einem Grobian als Lasttier für Schmuggelware entführt wird; in den Bergen schießen die Zöllner auf sie. Balthasar bleibt allein zurück, tödlich getroffen von einer Gewehrkugel.


    Dieser Film trägt etwas Bitteres in sich, denn die Menschen wirken selten wirklich freundlich oder fair. Das Leben hat sie hart gemacht, und ihre Unbeugsamkeit macht sie grausam. Maries Vater ist zu stolz, um sich gegen seine Nachbarn zu wehren, Maries Freund (der Grobian) interessiert sich nur für sein Wohl, ein Jugendfreund Maries schwärmt für sie auf eine Art, die sie nicht ernstnehmen kann. Ein Landstreicher wird unter Alkoholeinfluß zum Berserker, ein Bauer ist erfüllt von seinem Geiz, andere Menschen sind unbeteiligt oder desinteressiert. Das Leben ist ein Drama, weil niemand bereit ist, für den anderen einzustehen; die Tragödie wird erfüllt durch des Esels Tod - doch außer dem Zuschauer nimmt das niemand wahr.


    Es ist typisch für solche Künstler wie Bresson, daß sie sich Sujets ausdenken, die normalerweise nicht für den Film taugen; doch ihnen gelingt meist das Kunststück, es zum Funktionieren zu bringen, weil sie eine strenge Konzeption ersinnen, die wenig Platz hat für Falschheiten. Zum Beispiel Balthasar ist sperrig, unangenehm, geradezu unversöhnlich in seiner Menschensicht, aber auf eine bestimmte Art auch befreiend. Man könnte den Esel tatsächlich als Sündenbock der Welt ansehen, der alles auf sich nimmt, um Erlösung zu bringen. Und Bressons karge filmische Art hält tatsächlich den Erbauungskitsch in Schach, reduziert ihn auf das Empfinden, daß der Tod eine Befreiung sein muß. Zumindest das Leid sollte irgendwann ein Ende nehmen dürfen.


    Ich merke immer mehr, wie sehr mich solche Filme vor einer Verknöcherung bewahren, weil sie den Blick wieder aufs Wesentliche richten. Das Kino ist unglaublich breitgefächert, aber der Kommerz - dem das Kino nicht entgehen kann - fordert immer wieder Zugeständnisse an ein Profil, das sich als distanziert, hohl und unverbindlich erweist; und es fördert manchmal seltsame Blüten, in denen jede Art von Menschlichkeit zu effektvoller Staffage reduziert wird. Mir gefällt das nicht mehr, habe ich es doch zu häufig vor Augen gehabt. Man erlaubt sich, es als gegeben hinzunehmen, aber letztendlich sitzt man da vor seinem Fernseher und vertut zwei Stunden seines Lebens, um sich nachher zu fragen, wieso man es zuließ. Vor allem: es stumpft ab, und das darf nicht passieren.


    Und dank Bresson muß es auch nicht passieren.


    Grandios...:jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:


  • Wir
    USA, 2019


    Ich fand ja schon "Get Out" gruselig, aber das hier ... uah ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Lou Andreas-Salomé
    BRD/Österreich, 2016


    Trotz der Einseitigkeiten, der feministischen Überspannung, der Männerkarikaturen und der übertriebenen Darstellung sehenswert ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Vollblüter
    USA, 2017

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Leave No Trace
    USA, 2018

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Vollblüter

    Die schauen aber eher blutleer aus ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Vollblüter

    Die schauen aber eher blutleer aus ...

    War nicht übel: http://www.filmstarts.de/kritiken/247127/kritik.html

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Midsommar
    USA, 2019


    Großer Gott, all ihr Heiligen, um Himmels Willen - ich schlafe nie wieder ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Die Vierhändige

    BRD 2017

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Ich hab's ja nicht so mit Ballett ... daran hat der Film auch nicht viel geändert; aber das war wohl auch kaum der Macher Intention, die eher auf politischer Seite angesiedelt war. Dies wiederum wurde sehr pittoresk und nachvollziehbar dargeboten. Vielleicht ein bisschen trivial insgesamt, aber trotz der Länge nicht wirklich langweilig.


    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)


  • mother!
    USA, 2017


    Grundgütiger!

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Marie Antoinette

    USA, 2006


    Keinen Dunst, warum mich das fasziniert ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Kabale und Liebe
    BRD, 2005


    Mit meiner 10: was für ein Schrott!!! Unglaublich ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Alle meine Mädchen

    DDR 1980


    Schon letzte Nacht ... :jubel::love:

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Jugend ohne Gott
    BRD, 2017


    War zufrieden, da werde ich das Buch wohl doch behandeln in der 10 ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Himmel über der Wüste

    Großbritannien/Italien, 1990


    Ein Film, den ich seit 30 jahren mag; das Buch natürlich auch:


    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • Die innere Schönheit des Universums

    Schweden, 2012

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793


  • The Dead Don't Die
    USA, 2019


    *lol*:jubel:

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Boahr, der war sowas von ... laaaaangweilig und uninspiriert ... *plem**omg**int*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Klar, für Normalos sicher ... :)

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793