Werk-Genealogie

  • ... oder so ähnlich; im Gegensatz zu diesem Thread möchte ich nun eruieren, welche Werke unmittelbar durch andere Werke inspiriert sind, also so eine Art Stammbaum, Verwandschaftsverhältnisse. Ich fange mit einem Beispiel an, damit ihr seht, wie ich das meine - das Beispiel darf natürlich auch gerne diskutiert und ergänzt werden:


    BEETHOVEN: Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125 (1815,21-24; UA: 1824)

    • SCHUBERT: „Große“ Sinfonie Nr. 7 D849 (ex D944; 1825/28; UA: 1839)
      - SCHUMANN: Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 (1841; UA: 1841)
      - DVORÀK: Sinfonie Nr. 9 e-moll op. 95 (1892; UA: 1893)
    • MENDELSSOHN: Sinfonie Nr. 2 B-Dur op. 52 (1840; UA: 1840)
    • MAHLER: Sinfonie Nr. 2 c-moll (1884-94; UA: 1895)

    Leider lässt es hier sich softwaretechnisch nicht besser darstellen, aber die Abhängigkeiten sollten wohl klar werden? Ausgehend von Beethovens Neunter wurden wohl Schubert, Mendelssohn und Mahler (?) inspiriert. Schubert, als großer Bewunderer Beethovens, zitiert im Finale seiner Großen das Freude-Thema, Mendelssohn und Mahler schließen an Beethovens Schlußchoral an. Zu Mahler wird geschrieben, er fühlte sich durch die Totenfeier für Hans von Bülow zum Schlußsatz im allgemeinen inspiriert (Auferstehungsthematik), dann wohl aber mit starkem Seitenblick zu Beethoven; man könnte auch die Achte ins Feld führen ...


    Ausgehend von Schubert dann fühlte sich insbesondere Schumann mit seiner Ersten (Aufbau, Themen, Harmonien), wohl aber auch Dvoràk mit seiner Neunten (Beginn; Schlußsatz) deutlich angesteckt.


    Ich bin gespannt, wie sich dieser Faden fortspinnen wird ...


    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)