Bemerkenswerte Editionen auf CD

  • Jean-Francois Paillard - The Complete Erato Recordings

    Bekannter unbekannter Jean-François Paillard:

    Seine orchestralen und konzertanten Erato-Aufnahmen

    Wer zwischen den 50er- und 60er-Jahren aufgewachsen ist und gerne Barockmusik hörte, kam an ihm nicht vorbei: Jean-François Paillard (1928-2013), Gründer und Dirigent des nach ihm benannten Kammerorchesters, Entdecker vieler klassischer Musikschätze, Förderer von Solisten wie Maurice André oder Jean-Pierre Rampal und nicht nur künstlerisch, sondern auch kommerziell einer der erfolgreichsten Klassik-Musiker seiner Zeit. Seit Gründung des Erato-Labels 1953 diesem eng verbunden, sorgte er für eine Diskografie, die auch Überraschungen birgt: Das zeigt die modern remasterte, 133 CDs umfassende Box zu seinen Ehren. Vertreten sind nicht nur riesige Werkzyklen bekannter Barockmeister und „Evergreens“, sondern auch etliche Entdeckungen, die Paillard einst in Weltersteinspielung vorlegte. Eine weitere Überraschung: Paillard als Dirigent von Werken Debussys, Tschaikowskys, Glasunows oder Jolivets.

  • Guerre & Paix, War & Peace, Guerra & Paz 1614-1714

    Tonformat: stereo/multichannel (Hybrid) -- Künstler: Hesperion XXI, Le Concert des Nations, La Capella Reial de Catalunya, Jordi Savall -- Label: AliaVox, DDD, 2013

    Krieg und Frieden

    Die Geschichte Europas stellt sich als eine endlose Kette von Kriegen, Invasionen, Massakern dar: Man stritt um die Macht und um Besitz, um Land oder den rechten Glauben – doch die Menschen träumten stets vom Frieden, so utopisch er auch erscheinen mochte. Jordi Savall, von der UNESCO zum »Künstler für den Frieden« ernannt, und seine Ensembles zeichnen das Jahrhundert zwischen 1613 und 1713 nach, von den osmanischen Eroberungszügen über den Dreißigjährigen Krieg bis zu den Auseinandersetzungen um das Erbe des letzten spanischen Habsburgerkönigs. Und immer spielte die Musik dazu: Mit den aufpeitschenden Klängen der Märsche, Fanfaren oder Gaillarden zog man in die Schlacht, mit Motetten und Kantaten betrauerte man die Opfer und flehte um göttlichen Beistand, mit Hymnen und Dankesgesängen feierte man die Waffenruhe. Das Programm vereint Musik verschiedenster Nationen und Richtungen: aus Frankreich und Spanien, Großbritannien und Deutschland, Geistliches und Weltliches, Resignation und Überschwang, dazu traditionelle türkische Musik. Den Schlusspunkt aber setzt das festliche »Jubilate Deo«, das Händel im Auftrag des englischen Königshauses zur Besiegelung des Utrechter Friedens schuf, mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, der halb Europa zwölf Jahre lang in Atem gehalten hatte.

    TEXT: NORDDEUTSCHER RUNDFUNK

    :wink: LT

  • Och, ich denke, da gibt es eine sehr hoch angesiedelte Favoritin, nämlich MCA I:


    Nie und nimmer hätte ich damit gerechnet, dass sich Erato aufrafft, um diesen Meilensten der Interpretationsgeschichte neu auf 15 CDs zu veröffentlichen. Diejenigen, deren LPs sich zwischenzeitlich erbärmlich abgenudelt haben, dürften gleichfalls vor Freude in die Luft gesprungen sein. Ganz sicher eine "bemerkenswerte Edition".