BACH JS: Edition Bach Leipzig

  • Im Laufe der 1980er Jahre entstanden in Leipzig einige Aufnahmen von Bach-Werken, die beim Label Capriccio zunächst als LP in Westdeutschland veröffentlicht wurden (in der DDR natürlich von Eterna). Die gab es später auch auf CD. Sie fungierten unter dem Reihennamen Edition Bach Leipzig.


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    Es folgt eine Diskographie sämtlicher CD-Ausgaben:


    Brandenburgische Konzerte Nr. 1-6

    Früh-/Spätfassungen


    Ouvertüren Nr. 1-4


    Rekonstruierte Solokonzerte


    Kantaten BWV 56 & 82


    Motetten BWV 225-230


    Orgelwerke

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    Die Kunst der Fuge (2 CDs)


    Musikalisches Opfer


    Cembalowerke


    Triosonaten


    Sonaten für Viola da Gamba & Cembalo

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    Werke für Laute


    Kantaten mit Corno da Caccia (BWV 143, 14 & 51)

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    Eine Hausmusik bei Bach


    Die Bach-Trompete

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    Kantaten aus dem Alt-Bachischen Archiv


    Werkstattgespräche (LP)

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    Das sind insgesamt 25 CDs bzw. 26 LPs (mit den Werkstattgesprächen).

  • 1993 erschien dann eine Box mit 22 CDs:



    Es fehlen die rekonstruierten Solokonzerte und die Werkstattgespräche (insgesamt 4 CDs).


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    Im Jahre 2000 erschien dann eine abgespeckte 11-CD-Box [oben], die 2006 mit nur 10 CDs neu aufgelegt wurde [unten]; man ließ die letzte CD - die Werkstattgespräche - weg, der Rest ist gleichgeblieben.




    Der Inhalt:


    CDs 01 & 02

    Brandenburgische Konzerte Nr. 1-6 & Früh-/Spätfassungen

    Neues Bachisches Collegium Musicum Leipzig

    D: Max Pommer


    CDs 03 & 04:

    Ouvertüren Nr. 1-4

    Cembalowerke (Capriccio BWV 992 & Aria variata BWV 989)

    Neues Bachisches Collegium Musicum Leipzig

    D: Max Pommer [Ouvertüren]

    Armin Thalheim [Cembalowerke]


    CD 05:

    Kantaten (BWV 56 & 82)

    Kantaten mit Corno da Caccia (BWV 51)

    Siegfried Lorenz (bariton) BWV 56 & 82

    Monika Frimmer (sopran) BWV 51

    Leipziger Universitätschor BWV 56

    Neues Bachisches Collegium Musicum Leipzig

    D: Max Pommer


    CD 06:

    Motetten (BWV 225-230)

    Rostocker Motettenchor

    Capella Fidicinia

    D: Hartwig Eschenburg


    CD 07:

    Eine Hausmusik bei Bach

    Capella Fidicina

    D: Hans Grüß


    CD 08:

    Musikalisches Opfer

    Leipziger Bach-Collegium


    CD 09:

    Orgelwerke

    [1-6]: Hannes Kästner

    [7-8]: Ulrich Böhme (BWV 654 & 582)

    Anmerkung: Die Böhme-Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989 und schien nicht Teil der Reihe gewesen zu sein.


    CD 10:

    Die Bach-Trompete

    Ludwig Güttler


    Somit fehlen hier komplett:

    • Rekonstruierte Solokonzerte 1-3
    • Kunst der Fuge
    • Orgelwerke (Friedrich & Eisenberg)
    • Triosonaten 1-2
    • Werke für Laute
    • Sonaten für Viola da Gamba & Cembalo
    • Kantaten aus dem Alt-Bachischen Archiv
    • Werkstattgespräche [nur 2006er Ausgabe]

    Unvollständig:

    • Cembalowerke (es fehlt: Toccata BWV 915 & 916)
    • Kantaten mit Corno da Caccia (es fehlt: BWV 143 & 14)


    Die 10-CD-Box war mal für läppische 8-10 € zu bekommen. Es ist ein breiter Schuber mit zehn CDs jeweils in Jewel-Cases. In jeder CD ein 4seitiges Heftchen mit Tracklisting und Besetzungsangaben. Eventuell Aufnahmedaten, sonst nichts weiter. Im Grunde wirkt die Ausgabe etwas billig - wenn die Aufnahmen nicht grundsätzlich eine hohe Qualität in den Interpretationen aufweisen würden, verbunden mit einer guten Klangqualität, dann könnte man diese Edition wirklich dafür halten. Doch würde ich mich nicht davon täuschen lassen. Die Aufnahmen sind alles andere als schrott.

  • Die 10-CD-Box war mal für läppische 8-10 € zu bekommen. Es ist ein breiter Schuber mit zehn CDs jeweils in Jewel-Cases. In jeder CD ein 4seitiges Heftchen mit Tracklisting und Besetzungsangaben. Eventuell Aufnahmedaten, sonst nichts weiter.

    Nein, leider keine Aufnahmedaten; weder wann noch wo vermerkt; dafür aber unter jedem Track alle Mitwirkenden.

    Im Grunde wirkt die Ausgabe etwas billig - wenn die Aufnahmen nicht grundsätzlich eine hohe Qualität in den Interpretationen aufweisen würden, verbunden mit einer guten Klangqualität, dann könnte man diese Edition wirklich dafür halten. Doch würde ich mich nicht davon täuschen lassen. Die Aufnahmen sind alles andere als schrott.


    Das kann ich an dieser Stelle nur noch einmal unterstreichen und bekräftigen; ich halte sogar dafür, dass die BKs, die Suiten, das MO und die Hausmusik zum Besten gehören, was an diesbezüglichen Aufnahmen in diesem Segment zu haben ist. Aber auch die Orgelwerke, die Motetten, Kantaten und selbstredend Trompeten-Louis brauchen sich nicht zu verstecken.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Mein Einstieg in Sachen Bach war übrigens eine CD aus der Capriccio Classic Collection (CCC), die eine Werkzusammenstellung aus diesen Aufnahmen darstellte. Deshalb ist mir speziell das Konzert Nr. 3 BWV 1048 so lieb, denn damit begann die CD:


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    • Brandenburgisches Konzert Nr. 3
    • Brandenburgisches Konzert Nr. 4
    • Overtüre Nr. 2
    • Overtüre Nr. 3
  • Nein, leider keine Aufnahmedaten; weder wann noch wo vermerkt

    Dann lass Dich nicht davon abhalten, die AD und Orte zu recherchieren, viel Erfolg.

    ich halte sogar dafür, dass die BKs, die Suiten, das MO und die Hausmusik zum Besten gehören, was an diesbezüglichen Aufnahmen in diesem Segment zu haben ist.

    Unklar bleibt mir allerdings weiterhin, weshalb insbesondere die Kammerkonzertaufnahmen bedeutsam sein sollten, abgesehen davon, dass dadurch vielleicht eine Art Herangehensweise an die Musik des Thomaskantors in der DDR Anfang bis Mitte der 80er Jahre dokumentiert wird, mithin in einem Zeitraum als sich im Westen die Aufführungspraxis längst nicht mehr nur darauf beschränkte barocke Artikulationstechniken zu praktizieren, sondern auch historische Instrumente (Solo und Orchester) zum Einsatz zu bringen.

  • Nein, leider keine Aufnahmedaten; weder wann noch wo vermerkt

    Dann lass Dich nicht davon abhalten, die AD und Orte zu recherchieren, viel Erfolg.


    Doch längst erledigt, siehe die letzten Wochen im Gehört-Thread ...

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Anscheinend. Ich frage mich das nicht - das ist kein Kriterium, nachdem ich suche oder strebe. Jedenfalls nicht rein interpretatorisch.


    Und im Fall der Edition Bach Leipzig geht es eher darum, diesem Aufnahme-Projekt Respekt zu zollen, unabhängig seiner interpretatorischen Qualität. Die ist ohne Frage sehr hoch, aber eben auch eine Station auf dem ewigen Weg der Neusuche nach dem wahren Kern der Bachschen Musik.

  • Also ich finde etwa die BKs vom Klang her, besonders aber in Sachen Zusammenspiel, Spielfreude und sanftem Ernst sehr, sehr gelungen; ich war regelrecht glücklich.

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • Aber offensichtlich sind wir uns doch darüber einig, dass es Bach- *opi*-Konzertinterpretationen (BC, OrchS, CC), im Sinne dieses Forums im Zeitraum des Entstehens dieser Aufnahmen (davor und danach bis 1989) in der DDR nicht gab (oder irre ich mich?). Das wäre ja auch schon einmal eine Erkenntnis, womit ich keineswegs zum Ausdruck bringen wollte, dass diese Aufnahmen aus meiner Sicht nicht auch gefallen können (ich habe sie lange nicht mehr gehört, jedenfalls die Konzertaufnahmen).

  • Wenn ich mich richtig entsinne, sind sie in der Besetzung opi/omi gemischt. Güttler spielt nur omi, aber die Streicher sind wohl opi. Das waren die ersten Versuche in Richtung HIP in der DDR.


    Freilich - meine Infos darüber finde ich nicht mehr im Netz.