02a - Sonate für 2 Claviere D-Dur KV 375a (qd 448): Special T. 98 r.H. (primo).

    • Offizieller Beitrag

    In einem anderen Diskussionfaden fand ich heute folgende interessante Darstellung:

    Mir ist nur eine einzige Stelle in seinem Clavierœuvre bekannt, wo er ein fis³ notiert: Finale der Sonate für 2 Claviere D-Dur KV 448 (375a) T. 98 r.H. (primo). Gerade wegen dieser Einzigartigkeit in Mozarts Gesamtwerk ist diese Note doch eher rätselhaft. Man hat imo versucht, dies damit zu erklären, daß Mozart die Sonate dereinst in Augsburg bei Stein auf einem "moderneren" Instrument spielte, welches über diese Taste verfügte. Wäre die Sonate allerdings unmittelbar für ein solches Instrument bestimmt gewesen, hätte Mozart m. E. das fis³ mehrmals gebraucht, zumal sich D-Dur dafür ja anbietet...

    zu f#3:

    Zu M's Lebzeit gab es keinen Stein bis g3 - m.W. gibt es ueberhaupt keine echten Stein bis g3. Geschwister Stein sehr wohl und auch Schantz, diese sind aber aus den 90igern, die entsprechenden Walther sogar erst nach 1800, so.z.B. mine109 ca 1805. Mine. 109 ist das meist kopierte Walther Klavier; wann ist Wolfie gestorben? 15 Jahren vorher...

    Wie kommt es dann zu dieser "unspielbaren" Note?

    150-kv448-3-98

    Im Kritischen Bericht der NMA, Serie IX, Werkgruppe 24, Abt. 1 ist zu lesen:

    Zitat

    Das Werk hat Mozart im November 1781 zum Vortrag für sich und seine Schülerin Josephine von Aurnhammer niedergeschrieben und auch später gern noch öffentlich gespielt.

    Ja, wie denn - bezogen auf die Textstelle T. 98 im 3. Satz? zu der bislang offenbar nicht als solche erkannten Problematik dieser Textstelle geht der Kritische Bericht nicht weiter ein.

    Es handelt sich auch nicht um einen Übertragungsfehler, wie das Autograph deutlich zeigt:

    151-kv448-3-98a

    Wenn es nun, wie Bill eindrücklich und nahezu unwiderlegbar entgegen meiner bisherigen Annahmen beschrieb, es tatsächlich kein Instrument zu dieser Zeit gab, das den nämlichen Ambitus der (Hammer) Claviere von f³ überstieg, so gibt es folglich für mich nur eine; wenn auch für diesen geringfügigen Zweck recht aufwendige und umständliche; Lösung:

    Sofern - was noch zu überprüfen wäre - der Ton f³ zumindest im letzten Satz generell nicht benötigt wird, so könnte man das f³ zum Zwecke des Spielens dieses Satzes kurzerhand um einen halben Ton hochstimmen auf fis³: Problem gelöst. Das sollten die Instrumente aushalten und Clavieristen dieser Zeit waren sicher zugleich auch Stimmer ihrer eigenen Instrumente, die; da es ja noch keine Stahlrahmen gab; sich recht schnell und häufig verstimmten, so daß diese grundsätzlich sehr häufig - auch zwischen den Sätzen - (nach)gestimmt werden mussten. Ich habe es am Clavichord ausprobiert und es funktioniert einwandfrei.

    Das ſieht ſchon beſſer aus!
    Man ſieht doch wo und wie.

    ~~~
    Grau, theurer Freund, iſt alle Theorie,
    Und grün des Lebens goldner Baum.

    *salut*

    Bach wasn't Abel. *rain*