01 - Bearbeitungen: Bach


  • Hallo Melina
    Ich wußte nicht, daß Matthias Bamert eine zweite Aufnahme mit Transkriptionen gemacht hat.....deswegen vielen Dank für den Hinweis. Bei Bamert klingen die Stokowowski-Bearbeitungen glücklicherweise (bei aller "Bearbeitung") noch nach Bach und nicht nach Hollywood-Filmmusik. Es lohnt sich Bach-Bearbeitungen von Reger / Brahms / Schönberg und anderen Komponisten zu hören. Auch Villa Lobos lohnt da mit seiner Bach-Verehrung, deren kontapunktisches Moment seiner brasilianisch-folkloristischen Sinfonik gut tut und einfach Freude beim Zuhören bringt. (allerdings sind es keine Bach-Transkriptionen)


    Gruß..................Arnulfus

  • Bach ist wie geschaffen, oder besser gesagt, sein Schaffen ist wie geschaffen für "mal anders spielen"!


    Was ich aber schlimm finde, wenn man es "nur ein bissl anders" spielt, sagen wir mal, man benutzt Pedal bis zum Fußkrampf!! Solche Interpreten sollten viele Bananen essen, Magnesium beugt die Krämpfe vor! *lol**lol**lol*


    Allerdings: das Pedalbenutzen schont die Augen! Ist euch aufgefallen, die machen dabei immer Augen zu und "schauen" nach oben! Was man müsam mit den Fingern erarbeiten soll, überlassen die es Pedaltechnik, und entspannen dabei!


    Gar keine schlechte Idee!! :D


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • Allerdings: das Pedalbenutzen schont die Augen! Ist euch aufgefallen, die machen dabei immer Augen zu und "schauen" nach oben! Was man müsam mit den Fingern erarbeiten soll, überlassen die es Pedaltechnik, und entspannen dabei!


    Was die Händ' nicht dichten,
    wird's Pedal schon richten...


    (Lieblingsspruch meiner seel. Clavierlehrerin)


    Aber das ist ein anderes tiefes Thema...


    Ich empfehle:



    Glory and Damnation - Musik für 2 Klaviere


    Daraus:


    Johann Sebastian Bach (1685-1750)
    Passacaglia c-moll BWV 582


    Friedrich Thomas & Hansjacob Staemmler, Klavier


    Die diversen auf der CD enthaltenen Arrangements hat Heribert Breuer eingerichtet. Diese Seelenreise durch Werke Bachs, Buxtehudes, Mozarts, Mendelssohns, Brahms' und Regers zum Thema 'Ruhm und Vergänglichkeit' ist musikalisch sorgfältig ausgewählt, sittsam bis skurril transkribiert und dargeboten und einfach nur wunderbar. BWV 582 beginnt hier unheimlich, sehr leise und spannend und steigert sich zu einem ekstatisch-apokalyptischen Ende.


    :umfall::jubel::jubel::jubel::umfall:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • BWV 582 beginnt hier unheimlich, sehr leise und spannend und steigert sich zu einem ekstatisch-apokalyptischen Ende.

    Diese aus Glory and Damnation kann ich auch nur wärmsten empfehlen.


    Sehr hörenswert finde ich auch diese:


    1. Passacaglia BWV 582 (Historische Orgel)
    2. Passacaglia BWV 582 (Bearb. für Klavier)
    3. Passacaglia BWV 582 (Bearb. für romantische Orgel)
    4. Passacaglia BWV 582 (Bearb. für Klavier zu vier Händen)
    5. Passacaglia BWV 582 (Bearb. für Symphonieorchester)


    Interessant finde ich auch von Canadian Brass gespielt:


    :wink:

  • Wenn das hier keine gute Rubrik ist!! :)
    Ich komme hier auf meine Kosten!
    Und es kostet mich schon jetzt was!! *hmmm*
    Macht nichts!


    "Glory and Damnation - Musik für 2 Klaviere" - schon gekauft! :love:

    Zitat


    Was die Händ' nicht dichten,
    wird's Pedal schon richten...


    (Lieblingsspruch meiner seel. Clavierlehrerin)


    Sehr gut!! *lol* Werde ich mir merken!!


    LG


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • P.S. In Moment finde am schönsten die Version für zwei Klaviere. Aber später...das kann sich ja noch ändern.


    Dafür könnte ich auch mal die Noten besorgen und dann Ully zwingen, seinen Part zu üben!
    Denn freiwillig, macht er ja nicht!! *hä*


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)


  • ...habe ich in dieser Optik:



    Die Fassungen stammen von


    (1) Johann Sebastian Bach (1685-1750)
    (2) Eugéne d'Albert (1864-1932)
    (3) Franz Liszt (1811-1886) / J. G. Töpfer (1791-1870)
    (4) Max Reger (1873-1916)
    (5) Leopold Stokowski (1882-1977)


    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Passacaglia BWV 582 wurde u.a. von folgenden Brass Ensembles eingespielt


    London Symphonic Brass ...



    Boulder Brass ...



    Neben der Stokowski Bearbeitung gibt es Bach-Ormandy Einspielungen



    Toscanini hat zweimal die Bearbeitung von Resphigi eingespielt


  • Hallo,
    bin noch ziemlich neu hier und habe mich deshalb noch nicht so ganz zurechtgefunden. So habe ich gerade bemerkt, dass mein Hinweis auf eine CD mit Bach-Transkriptionen hier viel besser untergebracht ist als in dem Thread "Transkriptionen - wann fängt es an?", weshalb ich ihn hier nochmals einfüge:

    Der Name Heribert Breuer war im Zusammenhang mit einem anderen Werk von Bach schon einmal genannt worden, und ich kann diese (noch dazu sehr preisgünstige) CD nur wärmstens empfehlen.
    Hinweisen möchte ich noch auf eine weitere Aufnahme mit Bach-Transkriptionen, u.a. auch mit der berühmt-berüchtigten Toccata und Fuge in der Stokowski-Bearbeitung, die hier zuwar kraft- und saftvoll, aber eben nicht kitschig erklingt. Außerdem enthalten sind die im Posting 1 schon erwähnte Schönberg-Bearbeitung sowie das "Ricercare" in der genialen Bearbeitung von Webern - ein "Muss" für jeden Bach- (und Webern-)Liebhaber.

    Viele herzliche Grüße,
    harry


    :wink:

  • Es muss nicht immer Bach für das große Orchester sein.


    Max Reger hat einige Klavierwerke von Bach für die Orgel eingerichtet, unter anderem die zweistimmigen Inventionen und einige Klaviertoccaten. Zusammengefasst sind alle auf dieser Doppel-CD:


    Alternativ als Bonus in der inzwischen endlich wieder erhältlichen Gesamteinspielung der Regerschen Orgelwerke:

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Neulich in München war ich mal wieder in dem unvergleichlichen, kleinen, liebevoll sortierten Laden "Zauberflöte" und suchte mal nach einer Klavierfassung der Goldberg-Variationen.


    Gab es mir zu viele, konnte mich nicht entscheiden.


    Aber das hier fand ich interessant:


    Gamben, also Instrumente, die selbst zu Bachs Zeiten schon leicht anachronistische Züge hatten, präsentieren die Goldberg-Variationen. Mich hat die Aufnahme überzeugt, weil einerseits das Gambenensemble ein wunderschön ausgewogenes Klangbild erzeugt, das auf mich beruhigend aber keineswegs langweilig wirkt, und weil manche Strukturen, die auf dem Cembalo für mich nicht so deutlich werden, hier klar herausmodelliert werden.


    Diese Aufnahme ersetzt mir nicht meine Cembaloeinspielung, ergänzt sie aber ganz hervorragend!

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Falls jemandem die 492te CD mit "6 Brandenburgischen Concerten" auf den Sack geht...



    Frisch bei ATMA erschienen:


    Brandenburgische Konzerte Nrn. 7-12 :beatnik:


    Montréal Baroque
    Eric Milnes


    Es handelt sich dabei um Bearbeitungen Bachscher Cantaten- und Messenteile in der Manier der Concerts avec plusieurs instruments...


    Bei jpc und Amazon noch nicht aufgetaucht.


    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Eine phänomenale CD mit Bearbeitungen von Bach der unterschiedlichsten Komponisten (Respighi, Bantock, Raff, Reger, Schönberg et al.) ist diese Scheibe:


    Eines meiner Lieblingsstücke ist die Chaconne d-moll aus der Partita, BWV 1004, instrumentiert von J.Raff. Ich halte Raff ohnehin für einen begnadeten Orchestrator, und gerade diese Bearbeitung ist mitreißend.


    Etwas sehr Persönliches an dieser Stelle: ich lies die Partita anlässlich der Beisetzung meiner Mutter (von Konserve im privaten Rahmen) spielen, zweimal, einmal in der Violinfassung (H.Hahn, ICH mag die Aufnahme...) und dann in der Bearbeitung von Raff (allerdings mit den Bambergern unter Stadlmeier):


    Es ist mir gelungen, die Anwesenden zur Besinnung zu bringen und zu Tränen zu rühren, wie mir später gesagt wurde, vor allem durch diese Musik in dem Moment.


    Bis heute bedeutet dieses Stück mir sehr viel.

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Bearbeitungen der Werke fór ViolineSolo und Cello Solo für die laute hat Nigel North angefertigt:



    Und spielt Sie liebevoll auf den obigen 4 CDs. Wirken sehr schön, wie für die laute geschaffen.


    LG
    Tamás
    :wink:

  • Liegt bei Naxos ein besonderer Schwerpunkt auf Transkriptionen? Könnte man fast glauben, denn ich habe heute Abend diese wunderbare Aufnahme mit Bach-Transkriptionen entdeckt:

    Sehr interessante Transkriptionen, einmal abseits von Liszt, Busoni und Rachmaninov; das meiste hatte ich zuvor noch nie gehört, und von einigen der prominenten Bearbeiter wusste ich bisher nicht einmal, dass sie solche Transkriptionen angefertigt haben. Für mich besonders beeindruckend sind die Arbeiten von Saint-Saens (Wir danken dir, Gott; BWV 29) und d'Albert (Passacaglia); klanglich besonders apart finde ich die Kabalewsky-Version der Dorischen Toccata und Fuge (zuweilen vielleicht ein bisschen zuviel "Pranke"). Pianistisch makellos - und bei Amazon zurzeit sehr günstig zu haben. Zugreifen.


    LG
    harry


  • Neu erschienen am 15.11.2012!


    Modern String Quartet


    Falls jemand den (Sach-)Bearbeiter kennt... *hä*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


  • Besonders interessieren würde mich, wie sie die Fuge a 5 voci darstellen...

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Besonders interessieren würde mich, wie sie die Fuge a 5 voci darstellen...


    Da hilft wohl nur kaufen und reinhören... :D


    Aber sei unbesorgt, Bach ist ein kompositorischer Betrüger: die "Fugen" für Violine solo z.B. sind auch nicht wirklich mehralszweistimmig, das wird nur vorgetäuscht und stark verkürzt. Nach zwei Stimmen ist für die Violine (wie auch für andere Streichinstrumente; meistens) Schluß... weitere Stimmen werden bei diesen Werken nur angedeutet (durch einen markanten zusätzlichen Ton oder gebrochene Akkorde, vide). Diese Fugen für Violine solo sind - bis auf wenige machbare Ausnahmestellen - zumindest für meine Begriffe Fakes. Und genau dies ist der "Vorteil" für eine Umsetzung im Streichquartett: alle Teilnehmer können zweistimmig spielen... bei einer Bearbeitung für vier Bläser wäre das allerdings wirklich ein Problem...


    Bei der b-moll-Fuge, auf die Du offenbar ansprichst, wird auch nur eher selten wirklich fünfstimmig gespielt; meistens handelt es sich nur um liegende Töne oder ein paar "Einwürfe", die problemlos von dem ein oder anderen Instrument mit übernommen werden können.


    *salut*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790