01 - Bearbeitungen: Bach


  • Experimentierfreudig spielte der 2014 verstorbene Gerd Zacher 1987 den "Contrapunctus I" aus Bachs "Kunst der Fuge" in Essen-Rellinghausen, Evangelische Kirche, ohne eine Note des Originals zu verändern, in neun nach Klangfarbe, Artikulation und Tempo verschiedenen Fassungen (Manualverteilung, Registerwahl, Artikulation, Tempo werden verschieden eingesetzt) für Wergo ein. Die zehnte Version ist stumm; Zacher dirigiert sie schweigend auf der Orgelbank (gestisch dargestellt), abgebildet wohl im Beiheft. Ein Dokument der Gradwanderung zwischen Interpretation und Improvisation, schließlich hatte Bach kein Instrumentarium vorgegeben, keine Artikulation, kein Tempo festgelegt.


    Die Interpretationen sind den Komponisten Schumann, Messiaen, Brahms, Ligeti, Varèse, Kagel, Allende-Blin, Hambraeus und eben Bach gewidmet.


    Zitat Martin Grabow:


    Zitat

    Bereits vier Jahre vor Schnebel präsentierte Gerd Zacher mit Die Kunst einer Fuge eine Sammlung von zehn Bearbeitungen des Contrapunctus I für Orgel. Zacher, der ein ähnliches Anliegen verfolgt wie Schnebel, nennt die Bearbeitungen ausdrücklich zehn Interpretationen, weil er keine Note des Contrapunctus I verändert habe und sich strikt an die von einer Orgel bereitgehaltenen Mittel der Interpretation halte (zur Klassifizierung als Interpretation passt, dass diese Stücke nur als Einspielungen vorliegen). Die Kunst einer Fuge ist experimentierfreudig, die Vorlage wird in wechselnden Versuchsanordnungen präsentiert. So wird in der Alt-Rhapsodie für Johannes Brahms getestet, was passiert, wenn man alle Stimmen in dieselbe Oktavlage projiziert. Timbres-durées für Olivier Messiaen führt hingegen vor Ohren, welcher Effekt sich ergibt, wenn man Notenwerte an die Registrierung koppelt; und wie das Stück klingt, wenn man den Blasebalg der Orgel ausschaltet, sobald das Thema nicht mehr präsent ist, hört man in Sons brisés für Juan Allende-Blin. Dieser multiperspektivische Ansatz macht es möglich, dass der Hörer dasselbe Werk in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen erlebt, deren Gesamtaussagen sich durchaus auch widersprechen können.Man kann sich bei diesem Vexierspiel des Eindrucks nicht erwehren, nur Zeuge einer technischen Untersuchung der äußeren Abmessungen des Contrapunctus I zu sein, in der diverse Komponenten des Satzes unter außergewöhnlicher Belastung auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft werden, während die Intentionalität des Bearbeiters und der Vorlage seltsam unbestimmt bleiben, doch wird dem Hörer von Zachers Bearbeitungen gerade durch diese Vorgehensweise eine Mehrdimensionalität der Bach’schen Vorlage vor Ohren geführt, die eben auch die Gesamtaussage betreffen kann.


    Die Interpretationen II, VI und VIII befinden sich auch auf CD 2 dieser Veröffentlichung:



    Siehe auch hier und hier.

  • Ich packe es mal hier rein:



    Johanna Winkel, Truike van der Poel, Benjamin Glaubitz, Dominik Köninger
    Ensemble Resonanz


    30 Stücke aus dem gesamten WO, arrangiert für Vokalquartett und Kammerbesetzung (zum Teil mit modernen Instrumenten), recht luftig klingend in den Hörschnipseln. Klingt wirklich apart.


  • Trenkner/Speidel bekommen Konkurrenz:


    rec. 09. - 11.08.2017 (ET: 09.03.2018)


    J. S. Bach / Brandenburgische Konzerte - Transkription für Piano, vierhändig / Eleonor Bindman, Jenny Lin


    Zitat

    Unlike the only published piano duet arrangement by Max Reger, which has serious performance limitations, Eleonor Bindman’s new transcription of the Brandenburg Concertos highlights their polyphony, imagining how Bach might have distributed the score if he had created four-part inventions for piano duet. With an equal partnership between the two instrumentalists, using the modern piano’s full potential to convey the unique scoring and character of each work, the concertos are ordered to create an engaging listening sequence.

  • Ein bunter Mix Bachscher Werke* in Bearbeitungen für Blechbläser:



    Bei mir aus dieser bemerkenswerten Box, CD 3:



    Das Summit Hill Brass Quintet spielt:


    David Baldwin (Trumpet)
    Pam Humphrey (Trumpet)
    Gwen Anderson (French Horn)
    David Stevens (Trombone)
    Scott Anderson (Tuba)


    Recorded at Hamline United Methodist Church, St. Paul, Minnesota, USA, 1988.


    Insbesondere die Textur der Orgelwerke wird hier geradezu beispielhaft in Sachen Durchhörbarkeit, Variabilität, Strahlkraft der Stimmen klangschön wiedergegeben, wird die Nähe zu diesem Instrument in den Blechbläser-Arrangements der SHBQs zudem besonders ohrenfällig. Insgesamt eine sehr gelungene Aufnahme aus dem Niedrigpreissektor.


    *
    Choräle BWV 313, 343, 345, aus: 54, 61, 78, 147, 179
    freie Orgelwerke BWV 593, 541, 596, 539, 537
    WTC I BWV 865, 869

  • 6 CDs


    Hansjörg Albrecht mit Bach-Orgel-Bearbeitungen an diversen Instrumenten - CÜ 1, 2 & 4


    Ergänzend enthält diese vorzugliche Produktion Bachs CÜ 3 (Orgel- und Vokalsätze), sowie diverses Füllmaterial - BWV 582, Bach/Dupre, Sinfonia aus: Kantate BWV 29, Bach/Landmann, Chaconne aus: Partita BWV 1004.


    Im Einzelnen sind in dieser Box die nachfolgend gezeigten Aufnahmen versammelt:



    Erhältlich für einen schlappen Zehner bei JPC.


    Hansjörg Albrecht im Gespräch - alpha-Forum