von Mädchen und Knaben verschiedener Komponisten

  • Das erste Liederheft von Mahler 1885 veröffentlicht, enthält dieses Lied nach eigenen Worten. Es ist eine Art Ländlermelodie, ein Tanzliedchen. Ein frisches Lied, in verschiedenen Tempi innerhalb der einzelnen Strophen.



    Ringel, ringel Reih'n!
    Wer fröhlich ist, der schlinge sich ein!
    Wer sorgen hat, der lass' sie daheim!
    Wer ein liebes Liebchen küßt,
    Wie glücklich der ist!
    Ei, Hänsel, du hast ja kein's!
    So suche dir ein's!
    Ein schönes Liebchen, das ist was Fein's. Juchhe!


    Ringel, ringel Reih'n!
    Ei, Gretel, was stehst denn so allein?
    Guckst doch hinüber zum Hänselein!?
    Und ist doch der Mai so grün?
    Und die Lüftelein zieh'n!
    Ei, seht doch den dummen Hans!
    Wie er rennet zum Tanz!
    Er suchte eine Liebchen, Juchhe!
    Er fand's! Juchhe!
    Ringel, ringel Reih'n!

  • Text und Musik: Franz von Woyna,(1820-1869) fällt in die Epoche der Romantik, geschrieben um 1845


    Und der Hans schleicht umher
    trübe Augen, blasse Wangen
    und das Herz ihm befangen
    und der Kopf ihm so schwer.
    Und die Liesel vor der Türe:
    rotes Mieder, goldne Schnüre,
    schaut hinauf nach dem Himmel
    und sieht den Hans nicht an


    "Liebes Liesel, komm her;
    lass den Himmel, der ist trübe,
    doch im Herzen die Liebe
    ach die brennt gar so sehr!
    Aber wenn du wieder gut bist
    und du wieder deinen Hans küsst,
    o dann ist auch auf einmal
    der Himmel wieder hell!"


    Und er bittet und fleht
    und er zupft sie am Zöpfchen,
    und die Liesel hat's Köpfchen
    schon halb umgedreht.
    Und sie lacht und zieht's Mäulchen
    und sie ziert sich noch ein Weilchen -
    und dann küsst sie den Hans
    und's ist alles wieder gut

  • Brahms Vergebliches Ständchen,
    ein Dialog für Zwei in Rede und Gegenrede. Auch schön alleine zu singen mit etwas verstellter Stimme.


    Er:
    Guten Abend, mein Schatz,
    guten Abend, mein Kind!
    Ich komm' aus Lieb' zu dir,
    Ach, mach' mir auf die Tür,
    mach' mir auf die Tür!


    Sie:
    Meine Tür ist verschlossen,
    Ich laß dich nicht ein;
    Mutter, die rät' mir klug,
    Wär'st du herein mit Fug,
    Wär's mit mir vorbei!


    Er:
    So kalt ist die Nacht,
    so eisig der Wind,
    Daß mir das Herz erfriert,
    Mein' Lieb' erlöschen wird;
    Öffne mir, mein Kind!


    Sie:
    Löschet dein' Lieb';
    lass' sie löschen nur!
    Löschet sie immerzu,
    Geh' heim zu Bett, zur Ruh'!
    Gute Nacht, mein Knab'!

  • Ebenfalls von Brahms ein Volkslied aus dem Kölnischen. Ein sehr unbeholfener Knabe fragt seine Angebetene wie er am besten zu ihr gelangen könne. (Wer es gerne in hochdeutsch hätte....)


    Er:
    We kumm ich dann de Pooz erin
    sach do mi Leevche sach

    Sie:
    Nemm der Ringk un schött de Klingk,
    dann meint ming Mod’r et däät der Wind
    komm do, mi Leevche komm!


    Er:
    We kumm ich dann wahl lans der Hungk,
    sach do mi Leevche sach?



    Sie:
    Gevv dem Hungk jet gode Woot,
    dann geit hä widd’r an singem Oot,
    komm do, mi Leevche komm!



    Er:
    We kumm ich dann wahl lans et Föör,
    sach do, ming Leevche, sach?


    Sie:
    Schött ein besche Wasser dren,
    dann meint ming Mod’r et rähnt erenn,
    komm do, mi Leevche komm


    Er:
    We kumm ich dann de Trapp erop,
    sach do, ming Leevche, sach?


    Sie:
    Nemm ding Schohn wahl in de Hand
    Und fusch dich ‚su jet lans de Wand,
    komm do, mi Leevche komm


    *lol*

  • zu diesem vorigen Lied von Brahms gehört dieses Lied, von einer Mutter, die etwas schwer von Begriff ist und zunächst nicht versteht, was ihre Tochter eigentlich will.


    Och Mod'r, ich well en Ding han!
    "Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
    En Ding, en Ding.
    "Wells de dann e Pöppchen han?"
    Nä, Moder, nä!
    Ehr sitt kein gode Moder,
    Ehr könnt dat Ding nit rode!
    Wat dat Kind för'n Ding well han,
    Dingderlingdingding!


    Och Mod'r, ich well en Ding han!
    "Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
    En Ding, en Ding.
    "Wells de dann e Ringelchen han?"
    Nä, Moder, nä!
    Ehr sitt kein gode Moder,
    Ehr könnt dat Ding nit rode!
    Wat dat Kind för'n Ding well han,
    Dingderlingdingding!


    Och Mod'r, ich well en Ding han!
    "Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
    En Ding, en Ding.
    "Wells de dann a Kleidchen han?"
    Nä, Moder, nä!
    Ehr sitt kein gode Moder,
    Ehr könnt dat Ding nit rode!
    Wat dat Kind för'n Ding well han,
    Dingderlingdingding!


    Och Mod'r, ich well en Ding han!
    "Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
    En Ding, en Ding.
    "Wells de dann eine Mann han?"
    Jo, Moder, jo!
    Ehr sitt en gode Moder,
    Ehr künnt dat Ding wohl rode,
    Wat dat Kind för'n Ding well han,
    Dingderlingdingding!


  • Kennst du das Land?


    jpc schrieb:

    Viel zu selten geschieht die Ausführung Schubertscher Lied- und Klaviermusik auf einem Hammerflügel. Gerade auf dem Feld der Liedbegleitung eröffnen auf diese Weise ungeahnte Möglichkeiten. Nach der vielbeachteten Chopin-Einspielung widmet sich Artur Schoenderwoord zusammen mit Johannette Zomer nun einigen Liedern und Klavierstücken von Schubert. Darunter befinden sich einige der bekanntesten Kompositionen Schuberts, so Gretchen am Spinnrad und Ellens dritter Gesang (besser bekannt als arg strapaziertes Ave Maria). Den Stücken ist gemeinsam, dass ausgesprochen mädchenhafte Frauengestalten thematisiert werden. Aufgelockert wird das Programm durch einige kleinere, wenig bekannte Klavierstücke Schuberts.


    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!


    *sante*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)