Beethoven - seine Taubheit und die möglichen Auswirkungen auf seine Musik

  • Aus einem Forum, das namentlich nicht erwähnt werde möchte:


    Zitat

    Andererseits gibt es für mich aber in beiden Werken eben auch sehr viele Stellen, die ich klanglich als raffiniert und "magisch" empfinde, so dass mir keineswegs einleuchtet, Beethoven sei durchweg durch seine Taubheit so eingeschränkt gewesen, dass er eine Chor+Orchesterbesetzung nicht mehr vernünftig umsetzen konnte. Vielleicht sollte man die Sinfonie nach c-moll und die Messe nach C-Dur transponieren, dann ist alles einen Ton tiefer und vielleicht leichter zu singen...


    Ha! Witz komm' raus! Wie wär's mal mit der richtigen Stimmung? Die historische Stimmung ist allemal mindestens einen halben Ton tiefer (z. T. auch mehr)...


    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Hallo,


    kürzlich verfolgte ich - zeitbedingt unregelmäßig - die Sendereihe Beethovens (konservierte) Konversationshefte in der SWR2-Musikstunde. Alle 5 Teile sind derzeit noch online nachhörbar. Interessant fand ich im heute gesendeten 5. Teil folgende Aussage:


    Zitat

    Eine Sache haben vor zwei Jahren aber Forscher eines niederländischen Instituts herausgefunden: sie haben nämlich Beethovens Streichquartette untersucht, indem sie alle Töne, die über dem dreigestrichenen g liegen, zählten. Das Ergebnis*: die hohen Töne hat Beethoven mit fortschreitender Schwerhörigkeit immer weniger verwendet, weil er sie offensichtlich schlechter hören konnte. Als er taub war, und sich auf seine „inneren Ohren“ verlassen musste, schrieb er wieder hohe Töne.


    Dazu gehören dann ja wohl auch die hohen Töne im Chor-Sopran der Neunten...


    :wink:


    *hier erwartet mann wohl allgemein die Zahl 3.142.857, aber weit gefehlt...

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  • Ich erinnerte mich diese Nacht, dass ich jahrelang das Heiligenstädter Testament als Faksimile über dem Rechner hängen hatte, um selbst nicht zu verzweifeln ...

    „Als ich es zuweilen unternommen habe, die ruhelose Geschäftigkeit der Menschen zu betrachten, wie auch die Gefahren und Strapazen, denen sie sich [...] aussetzen, woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft unheilvolle Unternehmungen usw. erwachsen, habe ich häufig gesagt, daß das ganze Unglück der Menschen aus einem einzigen Umstand herrühre, nämlich, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ (Blaise Pascal: Gedanken, I, )

  • ... if you halloo quite close to his left ear ... (Sir George Smart)


    Offenbar doch nicht ganz taub.


    *trööt*


    Danke nach Wien für diese Information.

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  • Ganz offensichtlich gab es also schon eine Urform des 'Hallo' um 1825, wie der Ausschnitt aus den Tagebüchern des Sir Smart zeigt. Ein bisschen rüttelt dies an meinem Weltbild, daß jemand 'Hallo' resp. 'hello' zu Beethoven oder Schubert gesagt haben könnte (explizit konnte ich dies dort aber nicht finden); mich hat das Wort stets bei hist. Romanen irritiert, die ja noch weit früher spielen (z.B. im 8. bis 13. JH). Andererseits holt dies die Komponisten deutlich näher in die Jetztzeit.

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  • Seit wann "hallo" als umgangssprachliche Begrüßungsformel belegt ist, weiß ich nicht. Als Ausruf, auch um Aufmerksamkeit zu erlangen, ist es jedenfalls tatsächlich alt. Die Grimms bringen z.B. eine Stelle von 1471 und natürlich die ahd. und mhd. Etymologie. Was mir nun gefällt und was ich noch nicht wusste: "hallo(o)/hello" im Englischen kann eben auch ein Verb (" to hello") sein (wie es Smart an dieser Stelle nutzt) - im Deutschen gibt es das nicht, wäre wohl so etwas wie "halloen". Oder eben nicht so schön: "hallo sagen".


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Sicher doch, aber ich bin nunmal als staatlich anerkannter RabULLIst logophil ... und mich interessiert die Herkunft/Entstehung von Wörtern; zudem: wann, wo und wie sie angewandt wurden und wie sich deren Bedeutung ggfs. gewandelt und angepasst hat. So bin ich über diese Textpassage (soweit ich das überblicke, handelt es sich um zeitnahe Aufzeichnungen Sir Smith') nahezu gestolpert ... da es für mich in diesem Kontext einfach nicht zu passen schien. Und es bringt mich jetzt etwas weiter ... mit meinen extrem komplexen Hallo-Störungen ....


    :wacko:

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  • eMail-Verkehr

    SO mag ich die Schreibweise; nicht: E-Mail-Verkehr.


    Das ist aber sehr interessant.

    Nenne es von mir aus auch Hallodri ...

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