01 - Streichquartette: Einspielungen (opi)

    • Offizieller Beitrag

    Schumann komponierte (leider) nur drei Streichquartette, welche er seinem Freunde Felix Mendelssohn Bartholdy widmete. Die Quartette werden unter Opus 41 zusammengefasst. Eine Einspielung on period instruments, die ich sehr schätze, ist jene des Quatuor Kuijken, erschienen bei ARCANA:



    Quartett a-moll op. 41 Nr. 1
    Quartett F-Dur op. 41 Nr. 2
    Quartett A-Dur op. 41 Nr. 3


    Quatuor Kuijken:
    Sigiswald Kuijken, Violine Franciscus Bovis, Nice 1899
    Veronica Kuijken, Violine Pirot, 1804
    Sara Kuijken, Viola, anonym, Ende 18. Jahrhundert
    Wieland Kuijken, Violoncello Filip Kuijken, 1999


    Die Aufnahmen stammen noch aus der Zeit von Michel Bernstein & Charlotte Gilart und wurden in der Zeit vom 10. bis 14. Februar 2002 (Nr. 1 und 2) und vom 14. bis 16. September 2003 (Nr. 3) im Akademiesaal in Saint Trond gemacht.


    Alle drei Werke sind sehr melodiebetont. Selten erreichen sie bei mir ähnlich elektrisierende und ekstatische Wirkung wie Schuberts D956 - dennoch fühle ich mich in dieser teils melancholischen, teils aberwitzigen Musik sehr daheim. Sie klingen alle ein wenig harmoniesüchtig und sind natürlich arg fein von Familie Kuijken eingespielt. Die Werke sind größtenteils recht introvertiert - was ja bei Kammermusik kein Fehler ist.


    Man könnte diese CD auf mich bezogen als eine Art Streichquartett-Konfirmation bezeichnen. Ganz besonders gefällt mir übrigens das wilde Scherzo des a-moll-Quartetts op. 41 Nr. 1 sowie der 2. Satz des A-Dur-Quartetts op. 41 Nr. 3 - aber natürlich auch die jeweils langsamen Sätze.

    • Offizieller Beitrag

    Wollte man die Terpsycordes mit den Kujikens vergleichen, was eigentlich absurd ist, könnte man - was noch absurder ist - zu der Meinung kommen, der Unterschied sei so wie jener zwischen dem Quatuor mosaïques zum Quatuor festetics. Für sich betrachtet (was man auch unbedingt so handhaben sollte) handelt es sich jeweils um herausragende HIP-Quartette von besonderer Klasse.


    Die Terpsycordes spielen im Vergleich zu den Kujikens filigraner und transparenter, weniger aggressiv, leichter, nicht so erdig, aber mit häufigem Bodenkontakt. Der romantische Ton ist hier ausgeprägter und passt zu den Werken ungemein. Jedenfalls begeistert mich die Interpretation der Terpsycordes auf ihre eigene Weise ebenso wie jene der Kujikens - ich vermag da keine "gelungenere" oder "bessere" zu verorten.


    Der evidente Unterschied scheint mir die Erdverbundenheit zu sein, die bei den Kujikens ausgeprägter ist; wer es lieber etwas weniger sonor und dafür luftiger und frühlingshafter mag, sollte vielleicht eher zu den Terpsycordes greifen, zumal es bei der Wahl der Tempi kaum nennenswerte Differenzen gibt...


    :wink: