The Revolutionary Drawing Room (opi)

  • Es handelt sich um ein in der Besetzungsgröße bewegliches Ensemble, das 'on period instruments' spielt. Zum festen Bestandteil gehören:


    Graham Cracknell, Violine Joseph Gagliano 1770
    Adrian Butterfield, Violine Lockey Hill 1790
    Alison Cracknell, Violine H. Jay 1780
    Judith Tarling, Viola David Rubio 1987 nach 'The Macdonald' von Stradivarius 1701
    Angela East, Violoncello Lorenzo Ventapane, Neapel 1828


    Für größere Besetzungen treten


    Rachel Broen, Flöte
    Frank de Bruine Hoboe
    Colin Lawson, Clarinette
    alastair Mitchell, Fagott
    Nigel North, Guitarre
    Judith Evans, Contrabasso


    hinzu.


    Das Ensemble steht unter Vertrag bei beim jpc-hauseigenen Label cpo und hat sich hier zunächst sehr ruhmvoll mit den Streichquartetten Luigi Boccherinis und Gaetano Donizettis befasst. Zum Kernrepertoire gehören Werke der Wiener Klassik und der frühen Romnantik, es umfasst also nach deren eigenen Angaben etwa den Zeitraum 1789 bis 1848. Das Ensemble unterhält auch eine eigene homepage.



    Luigi Boccherini (1743-1805)
    Streichquartette op. 39 & op. 41



    Luigi Boccherini (1743-1805)
    Streichquartette op. 58 Nr. 1-6



    Luigi Boccherini (1743-1805)
    Streichquartette op. 33 Nr. 1-6



    Gaetano Donizetti (1797-1848)
    Streichquartette Nr. 7-9



    Gaetano Donizetti (1797-1848)
    Streichquartette Nr. 10-12



    Gaetano Donizetti (1797-1848)
    Streichquartette Nr. 13-15



    Gaetano Donizetti (1797-1848)
    Streichquartette Nr. 16-18


    Das Ensemble gründete sich Anfang der 1990er Jahre. Laut Booklet hat das Ensemble ein äußerst seltenes Klavier aus der Manufaktur Pleyels von 1849 erworben, das künftig für die Präsentation von Klavierwerken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet werden soll. Außerdem kündigte cpo an, hunderte von in Vergessenheit geratener Werke bei künftigen Plattenaufnahmen zu berücksichtigen. Leider ist es bis dato nicht dazu gekommen...


    Die drei Boccherini-Platten (Donizetti kenne ich bisher nicht) sind allesamt wirklich sehr empfehlenswert: hier stößt very british auf spanisches Feuer!

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Inzwischen auch zu haben (der obige Eintrag stammt aus dem Jahre 2011, die CD kam 2012 auf den Markt):



    Wolfang Amadé Mozart (1756-1791)
    Clarinettenquintett A-Dur KV 581
    Rondo A-Dur KV 581a (Fragment; ergänzt von Robert D. Levin)
    Allegro B-Dur KV 513c (Fragment; ergänzt von Robert D. Levin)
    Rondo. Andante B-dur KV deest (Fragment)
    Allegro F-Dur KV 580b (Fragment; ergänzt von Franz Beyer)


    Colin Lawson, Bassettclarinette
    Michael Harris, Bassetthorn
    The Revolutionary Drawing Room


    Sowie 2015:



    „A Viennese Quartet Party"


    Johann Baptist Vanhal (1739-1813)
    Quartett Es-Dur (1786)


    Wolfgang Amadé Mozart (1756-1791)
    Quartett C-Dur KV 465


    Joseph Haydn (1732-1809)
    Quartett B-Dur op. 50 Nr. 1


    Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799)
    Quartett Nr. 6 A-Dur


    The Revolutionary Drawing Room


    Die vier o.g. Herren spielten oftmals gemeinsam Quartett ... 8-)


    (Nach meinem Urlaub mehr zu diesen Einspielungen)

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Ja, so könnte das tatsächlich gewesen sein: Vanhal (Cello), Dittersdorf (Violine), Haydn (Violine) und Mozart (Bratsche) trafen sich regelmäßig, um sich à la Goethe wie vier vernünftige Menschen zu unterhalten ...


    Mit Haydns op. 50 Nr. 1 und Mozarts KV 465, dem sogenannten Dissonanzenquartett, sind hier natürlich - eingerahmt von Vanhal und Baron Dittersdorf - zwei der exzellentesten Werke der Fraktion StrQ aufgenommen worden, von denen man natürlich nicht weiß, ob eben gerade diese auch im Rahmen der Wiener Quartettabende erklungen sind - es liegt aber im Rahmen der Möglichkeiten. Umso deutlicher zeigen sich hier die handwerklichen Unterschiede der Komponisten: während Dittersdorf und Vanhal eher im unverfänglichen, beinah trivialen und volkstümlichen Divertimentostil auftreten, präsentieren Mozart und Haydn formvollendete, großartige und absolute Meisterwerke. Nichtsdestotrotz sind die Quartette Vanhals und Dittersdorfs sehr hörenswert und stellen eigentlich den „Standard" dieser Zeit dar, also nichts abwertendes oder minderwertiges.


    The Revolutionary Drawing Room spielt famos wie gewohnt und der abgesteckte Rahmen, besonders der direkte Vergleich Haydn <--> Mozart, wirft neues Licht auf die Angelegenheit: so unterschiedlich und grundverschieden deren Quartette doch sind; so vereint sie die formale Vollendung.


    Das Doppel-CD-Album enthält jeweils zu Beginn einer CD Auszüge aus Michael Kellys Berichten, gesprochen (englisch) von Simon Russell Beale.


    Kategorie: Bildungs-CD mit gehobenem musikalischen Anspruch und erstklassiger Interpretation!

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790