Schlaflieder allgemein

  • Als meine Kinder noch klein waren, habe ich ihnen immer Schlaflieder gesungen wenn sie im Bettchen lagen, später sang ich es meinen Enkelchen. Ein Lied ist z.B. dieses, Musik und Text von Anton Florentin von Zuccalmaglio (1803 - 1869) nach der Melodie "Zu Bethlehem geboren" um 1600:


    Die Blümelein, sie schlafen
    schon längst im Mondenschein,
    sie nicken mit den Köpfchen
    auf ihren Stengelein.
    Es rüttelt sich der Blütenbaum,
    er säuselt wie im Traum;
    Schlafe, schlafe, du mein Kindlein.


    Die Vögelein, sie sangen
    so süß im Sonnenschein,
    sie sind zur Ruh' gegangen
    In ihre Nestchen klein;
    Das Heimchen in dem Ährengrund,
    es tut allein sich kund.
    Schlafe, schlafe, du mein Kindlein.


    Sandmännchen kommt geschlichen
    und guckt durchs Fensterlein,
    ob irgend noch ein Liebchen
    nicht mag zu Bette sein;
    Und wo er noch ein Kindchen fand,
    streut er ins Aug' ihm Sand:
    schlafe, schlafe, du mein Kindlein

  • Ein sehr schönes, schlichtes Schlaflied ist dieses, leider kenne ich weder Komponist noch Texter


    1. Kindlein mein, schlaf doch ein, weil die Sternlein kommen.
    Und der Mond kommt auch schon wieder angeschwommen.
    Eia Wiege, Wiege mein, schlaf, mein Kindlein, schlaf nun ein.


    2. Kindlein mein, schlaf doch ein, Vöglein fliegt vom Baume;
    fliegt geschwind zu meinem Kind, singt ihm vor im Traume.
    Eia Wiege, Wiege mein, schlaf, mein Kindlein, schlaf nun ein.


    3. Mütterlein singt dich ein, schlaf dir rot die Wänglein.
    Treu bewacht in der Nacht, träume süß von Englein.
    Eia Wiege, Wiege mein, schlaf, mein Kindlein, schlaf nun ein.


    Volkslied

  • Auch dieses ist wunderschön:


    1. Wer hat die schönsten Schäfchen? Die hat der gold'ne Mond,
    Der hinter jenen Bäumen am Himmel droben wohnt.


    2. Er kommt am späten Abend, wenn alles schlafen will,
    Hervor aus seinem Hause zum Himmel leis' und still.


    3. Dann weidet er die Schäfchen auf seiner blauen Flur,
    Denn all' die weißen Sterne sind seine Schäfchen nur.


    4. Sie tun uns nichts zu Leide hat eins das and're gern,
    Und Schwestern sind und Brüder da droben Stern an Stern.


    5. Und soll ich dir ein's bringen, so darfst du niemals schrei'n,
    Mußt freundlich wie die Schäfchen und wie ihr Schäfer sein.


    Dichter: Hoffmann von Fallersleben
    Singweise: Johann Friedrich Reichardt

  • Was natürlich nicht fehlen darf:


    La-Le-Lu
    Musik und Text: Heino Gaze
    Gesungen von: Heinz Rühmann und Oliver Grimm
    Aus dem Film Wenn der Vater mit dem Sohne


    La-le-lu
    nur der Mann im Mond schaut zu
    wenn die kleinen Babies schlafen
    drum schlaf' auch du


    La-le-lu
    vor dem Bettchen steh'n zwei Schuh'
    die sind genauso müde
    geh'n jetzt zur Ruh'
    dann kommt auch der Sandmann
    leis' tritt er ins Haus
    sucht aus seinen Träumen
    dir den schoensten aus


    La-le-lu
    nur der Mann im Mond schaut zu
    wenn die kleinen Babies schlafen
    drum schlaf' auch du

  • Passt zwar vielleicht nur bedingt hier rein, aber mir fällt bei Schlafliedern immer eine ganz besondere CD ein:



    Montserrat Figueras und das Ensemble Hespèrion XXI spielen und singen ganz wunderbare Wiegenlieder aus aller Welt und allen Zeiten.
    Ich finde diese CD überaus gelungen!

    "Nichts gleicht der Trägheit, Dummheit, Dumpfheit vieler deutscher Geiger."
    Max Bruch (1838-1920)

  • wer dieses Lied geschrieben hat, ist unklar, es hieß mal es sei von Mozart, ob es stimmt?


    1. Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein,
    es ruhn Schäfchen und Vögelein.
    Garten und Wiese verstummt,
    auch nicht ein Bienchen mehr summt.
    Luna mit silbernem Schein
    gucket zum Fenster herein.
    Schlafe beim silbernen Schein.
    Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.


    2. Strophe
    Auch in dem Schlosse schon liegt
    alles in Schlummer gewiegt,
    reget kein Mäuschen sich mehr,
    Keller und Küche sind leer.
    Nur in der Zofe Gemach
    tönet ein schmelzendes »Ach«.
    Was für ein »Ach« mag dies sein?
    Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.


    3. Strophe
    Wer ist beglückter als du?
    Nichts als Vergnügen und Ruh!
    Spielwerk und Zucker vollauf
    und auch Karossen im Lauf.
    Alles besorgt und bereit,
    dass nur mein Prinzchen nicht schreit.
    Was wird das künftig erst sein?
    Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.

  • wer dieses Lied geschrieben hat, ist unklar, es hieß mal es sei von Mozart, ob es stimmt?


    Nein. Das war bekanntermaßen Berhard Flies; er lebte von c1770 bis sich seine Spur irgendwo im Schnee verlor...


    :wink:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)