01 - Claviersonaten: Gesamt-Einspielungen (opi)

  • Einspielung sämtlicher Claviersonaten durch Ronald Brautigam beim Label BIS:



    Sonate c-moll op. 13
    Sonate E-Dur op. 14 Nr. 1
    Sonate G-Dur op. 14 Nr. 2
    Sonate B-Dur op. 22


    Fortepiano Paul McNulty 2001 nach Walther & Sohn c1802



    Sonate f-moll op. 2 Nr. 1
    Sonate A-Dur op. 2 Nr. 2
    Sonate C-Dur op. 2 Nr. 3
    Sonate g-moll op. 49 Nr. 1
    Sonate G-Dur op. 49 Nr. 2


    Fortepiano Paul McNulty 2001 nach Walther & Sohn c1802



    Sonate Es-Dur op. 7
    Sonate c-moll op. 10 Nr. 1
    Sonate F-Dur op. 10 Nr. 2
    Sonate D-Dur op. 10 Nr. 3


    Fortepiano Paul McNulty 2001 nach Walther & Sohn c1802



    Sonate As-Dur op. 26
    Sonate Es-Dur op. 27 Nr. 1
    Sonate cis-moll op. 27 Nr. 2
    Sonate D-Dur op. 28


    Fortepiano Paul McNulty 2001 nach Walther & Sohn c1802



    Sonate G-Dur op. 31 Nr. 1
    Sonate d-moll op. 31 Nr. 2
    Sonate Es-Dur op. 31 Nr. 3


    Fortepiano Paul McNulty 2001 nach Walther & Sohn c1802



    Sonate C-Dur op. 53
    Sonate F-Dur op. 54
    Sonate f-moll op. 57
    Sonate Fis-Dur op. 78
    Sonate G-Dur op. 79


    Fortepiano Paul McNulty 2007 nach Conrad Craf op. 318 (c1819)



    Sonate Es-Dur op. 81a
    Sonate e-moll op. 90
    Sonate B-Dur op. 106


    Fortepiano Paul McNulty 2007 nach Conrad Craf op. 318 (c1819)



    Sonate A-Dur op. 101
    Sonate E-Dur op. 109
    Sonate As-Dur op. 110
    Sonate c-moll op. 111


    Fortepiano Paul McNulty 2007 nach Conrad Craf op. 318 (c1819)



    Sonate Es-Dur WoO 47 Nr. 1
    Sonate f-moll WoO 47 Nr. 2
    Sonate D-Dur WoO 47 Nr. 3
    Sonatine F-Dur WoO 50
    Sonatine G-Dur Kinsky-Halm Anh. 5 - Nr. 1
    Sonatine F-Dur Kinsky-Halm Anh. 5 - Nr. 2
    Sonatine C-Dur WoO 51


    Fortepiano Paul McNulty 2007 nach Stein 1788


    Die Serie wurde noch fortgesetzt mit (bislang) einem Volume X, welches Einzelstücke und insbesondere die Bagatellen beinhaltet.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Wie klingt die e-moll aus op.90, wenn Herr Brautigam spielt ?


    Danke...


    P.S. Und wenn ich schon dabei bin: wie ist die E-dur aus Op.14 ?


    (die kurze Ausschnitte vermitteln mir den Eindruck, Herr Brautigam ist ein bisschen in Eile...
    vielleicht wartete irgendwo eine Braut...)

    *hide*


    "Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
    Mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden:
    So sei mir wenigstens für das verbunden,
    Was ich zurück behielt."
    (Lessing)

  • (die kurze Ausschnitte vermitteln mir den Eindruck, Herr Brautigam ist ein bisschen in Eile...
    vielleicht wartete irgendwo eine Braut...)


    Den Eindruck habe ich eigentlich nicht. Op. 90 ist zeitlich relativ ähnlich mit Michael Korstick, op. 14 Nr. 1 habe ich ansonsten nur in der authentischen Streichquartettfassung, die etwas mehr als eine Minute länger währt; aber ein Streichquartett ist auch etwas schwerfälliger als zwei flinke Pianistenhände. Im Gegensatz zu Korstick nehme ich allerdings bei Brautigam op. 90 überhaupt erst wahr, wohingegen Korstick völlig wirkungslos an mir vorrüberplätschert und von der Musik letztlich rein gar nichts Essentielles hängen bleibt.


    Op. 14 Nr. 1 ist ansonsten sehr frisch und luftig musiziert - das Allegretto m. E. einen Tick zu fix (aber lieber so, als zu gedehnt). Das Allegretto sollte m. E. einen deutlich(er)en Ruhepunkt in der E-Dur-Sonate bilden, andererseits würden die Tempi der Ecksätze durch Temporeduktion im Allegretto im Verhältnis zu diesem zu flink wirken.


    Besonders empfehlen möchte ich aus der Brautigam-Serie op. 106 - die Hammerklaviersonate, die hier auch ihrem Werkbeinamen gerecht wird. Dazu verfasste der Komponist folgendes


    Zitat

    Publicandum.


    Wir haben nach eigener Prüfung und nach Anhörung unsers Conseils beschlossen und beschließen, daß hinführo auf allen unsern Werken, wozu der Titel deutsch, statt Pianoforte Hammerclavier gesetzt werde, wornach sich unser bester General-Lieutenant sammt Adjutanten wie alle andern die es betrifft, sogleich zu richten, und solches ins Werk zu bringen haben. Statt Pianoforte Hammerclavier, - womit es sein Abkommen ein mahl für allemahl hiermit hat.
    Gegeben etc. etc.


    Am 23. Jänner 1817


    :!::D


    Gerade bei Brautigams op.-106-Percussion wird deutlich, wie sehr Beethoven an die Grenzen des Instrumentes geht. Und das gehört m. E. zum Werk dazu - das Ausloten und anschließende Rütteln an den mechanischen und (manuell) technischen Grenzen macht das Kunstwerk überhaupt erst aus! Mir kommt es stets so vor, als würde Beethoven mit Canonen auf Spatzen schießen - bei der Verwendung eines modernen Flügels ist es gerade umgekehrt und lächerlich dazu: da wird mit Spatzen nach Canonen geworfen. Außerdem ist das silbrige und gläserne Klirren im Diskant des Hammerflügels auf einem modernen Gerät nicht annähernd nachahmbar und wirkt nur schwächlich und lachhaft. Durch die unterschiedlichen Klangfarben der Register wirkt hier auch die Fuga sehr transparent und abwechslungsreich. Ich liebe diese Aufnahme.


    :beatnik:

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Paul Badura-Skoda legte auch bereits eine Gesamteinspielung auf historischen Instrumenten vor - damals beim Label Astrée. Diese Einzel-CDs bekommt man leider derzeit nicht mehr, eine Gesamtbox nur noch vereinzelt in speziellen Sonderangeboten, z.B. beim französischen Amazon:



    Badura-Skoda verwendet je Schaffensperiode Beethovens unterschiedliche Instrumente:


    Tome 1: Johann Schantz, Wien c1796
    Sonaten f-moll op. 2 Nr. 1, A-Dur op. 2 Nr. 2, C-Dur op. 2 Nr. 3


    Tome 2: John Broadwood, London, c1796
    Sonaten Es-Dur op. 7, B-Dur op. 22, E-Dur op. 14 Nr. 1


    Tome 3: Johann Schantz, Wien, c1790
    Sonaten c-moll op. 10 Nr. 1, F-Dur op. 10 Nr. 2, G-Dur op. 14 Nr. 2


    Tome 4: Anton Walter, Wien, c1790
    Sonaten c-moll op. 13, As-Dur op. 26, Es-Dur p. 27 Nr. 1, cis-moll op. 27 Nr. 2


    Tome 5: Caspar Schmidt, Prag, c1810
    Sonaten D-Dur op. 28, G-Dur op. 31 Nr. 1, d-moll op. 31 Nr. 2


    Tome 6: Georg Hasska, Wien, c1815
    Sonaten Es-Dur op. 31 Nr. 3, Fis-Dur op. 78, G-Dur op. 79, Es-Dur op. 81a, e-moll op. 90


    Tome 7: John Broadwood,London, c1815
    Sonaten C-Dur op. 53, g-moll op. 49 Nr. 1, G-Dur op. 49 Nr. 2, F-Dur op. 54, f-moll op. 57


    Tome 8: Conrad Graf, Wien, c1824
    Sonaten B-Dur op. 106, A-Dur op. 101


    Tome 9: Conrad Graf, Wien, c1824
    Sonaten E-Dur op. 109, As-Dur op. 110, c-moll op. 111


    Gerade diese unterschiedlichen und zum Teil sehr seltenen Instrumente machen diese Ausgabe überaus wertvoll und interessant.


    Diese Edition ist nicht identisch mit:



    Denn hier wird auf einem Bösendorfer Imperial musiziert.


    Der Graf-Flügel, der u.a. bei op. 106 zum Einsatz kommt, hat in den Höhen einen schönen silbrigen Klang, den kein Steinway je wird nachmachen können. Im Übrigen ist mir das Instrument, das Beethoven vermutlich sowieso nie gehört hat, hier nicht kernig und hölzern genug. Ich ziehe da das Instrument von Georg Hasska (op. 81a / op. 90) bei weitem vor - ein berauschender Klang! Das Instrument von Caspar Schmidt (op. 31 Nrn. 1 & 2) macht mich ähnlich an, allerdings ist das Scheppern hier doch etwas stark.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Frisch geschlüpft - die Gesamtausgabe Ronald Brautigam:



    *yepp*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Mit irgendwelchen Tonträgerabbildungen kann ich nicht aufwarten, da ich leider nichts gefunden habe. Trotzdem scheint es eine Aufnahme der Sonaten mit Ernst Gröschel zu geben, produziert von Otto Braun (High Definition Classic), die zwischen 1976 und 1996 entstanden sein dürfte.


    Verwendet wurde diverses historisches Geflügel. Eine Übersicht findet sich auf der Seite des Bonner Beethovenhauses --> klick.


    Ein interessanter und lesenswerter Artikel zu den Aufnahmen Gröschels von Walter Zimmermann lässt sich hier finden.


    Siehe auch hier.

  • Superintegral (inkl. der sog. Churfürsten-Sonaten), verschiedene Interpreten:



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)
    Claviersonaten Nrn. 1-32
    auf historischen Instrumenten


    Malcolm Bilson, Tom Beghin, David Breitman,
    Ursula Dütschler, Zvi Meniker, Bart van Oort, Andrew Willis

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


  • (P) 1997 Claves Records CD 50-9707/10 (10 CDs) [689:04]
    rec. März, Juni, Juli & November 1996 (Maria Minor Church, Utrecht/Niederlande & Masterview Sound Studio, Ithaca/New York)


    Inhalt:

    • Sonate Nr. 1-32 [opp. 2, 7, 10, 13, 14, 22, 26, 27, 28, 31, 49, 53, 54, 57, 78, 79, 81a, 90, 101, 106, 109, 110 & 111]
    • Bonner Sonate Nr. 1-3 WoO 47
    • Andante in F-Dur WoO 57


    Malcolm Bilson: Nr. 1, 4, 7, 14, 17, 28, 30
    Tom Beghin: Nr. 2, 8, 25, 27, 32
    David Breitman: Nr. 3, 15, 24, 31; Bonner Nr. 2
    Ursula Dütschler: Nr. 6, 10, 13, 16; Bonner Nr. 3
    Zvi Meniker: Nr. 11, 18, 19, 23; Bonner Nr. 1
    Bart van Oort: Nr. 5, 9, 21, 26
    Andrew Willis: Nr. 12, 20, 22, 29; Andante


    Hammerklaviere:

    • Paul McNulty (1996) - nach Anton Walter (1795) 5 Oktaven: Nr. 1, 6, 12, 15, 16, 18, 20; Bonner Nr. 1-3
    • Chris Maene No. 1 (1991) - nach Anton Walter (1795) 5 Oktaven: Nr. 3, 5
    • Chris Maene No. 2 (1996) - nach Anton Walter (1795) 5 Oktaven: Nr. 2, 8, 10, 17
    • Thomas & Barbara Wolf (1990) - nach Johann Schantz (um 1800) 5 Oktaven: Nr. 4, 7, 9, 14
    • Rodney Regier (1992) - nach Anton Walter (um 1790) 5 Oktaven: Nr. 11, 13, 19; Andante
    • Salvatore Lagrassa (um 1815) - restauriert von Edwin Beunk & Johann Wennink (1993) 6 Oktaven: Nr. 21, 23, 24, 25, 26
    • Gottlieb Hafner (um 1835) - restauriert von Edwin Beunk & Johann Wennink (1993) 6 1/2 Oktaven: Nr. 28, 29
    • Johann Fritz (1825) - restauriert von Edwin Beunk & Johann Wennink (1991) 6 1/2 Oktaven: Nr. 27, 30, 32
    • Rodney Regier (1995) - nach Conrad Graf (um 1824) 6 1/2 Oktaven: Nr. 22, 31


    Im Jahre 1996 machten sich Malcolm Bilson und sechs seiner Schüler an das Unternehmen, alle Claviersonaten Beethovens auf historischem Instrumentarium einzuspielen. Dazu verwendeten sie neun Hammerklaviere: sechs Nachbauten und drei restaurierte Originale aus der Zeit 1790-1835. Bilson gab für das Projekt nur wenig vor und überließ jedem Musiker freie Hand bei der Interpretation und Wahl des Instruments. So ergibt sich ein vielfältiges Bild der Sonaten, aber auf zeitlich möglichst passenden Hammerklavieren.


    Es stellt sich heraus, daß diese Darbietungen eine besondere Art des Reizes haben: der Eindruck bleibt spielerisch und auch klanglich immer frisch, mögliche Manierismnen werden so unterbunden. Die Sonaten erhalten dadurch eine Unbefangenheit, wie man sie eher selten erhören kann. Dazu die Instrumente: ihre klangliche Variationsbreite in Dynamik, Fülle und Farbigkeit bringt den Sonaten soviel Würde und Anmut, daß zumindest ich mir kaum vorstellen kann, warum man bei anderen Einspielungen darauf verzichten sollte. Ob die Bonner Sonaten (1782/83 entstanden) in ihrer beinahe naiven Mozart-Seligkeit oder die späten Sonaten vierzig Jahre später - stets merkt man Beethovens Ringen um Form, Harmonie und Klanglichkeit, mal unterschwellig, mal stark ausgeprägt.


    Man sollte sich von den sieben Namen nicht abschrecken lassen: hier wird gemeinsam musiziert, geschlossen entschieden, gemeinsam eine Einheit gebildet. Leichte Unterschiede - Dütschlers perliges Spiel gegen Breitmans würdige Haltung gegen van Oorts subtile Pranke - machen diesen Zyklus erst zu was Besonderem.


    Die Klangqualität ist sehr gut: nah abgenommen mit wenig Hall offerieren die Instrumente ihre ganze Klangpracht und Dynamik.


    Die CDs stecken in fünf Doppel-Slimcases, dazu ein 192seitiges Booklet mit Kommentar zu jeder Sonate, Beschreibungen der Interpreten wie auch der Instrumente, Bildern von den Aufnahmesessions und Tracklisting; das Ganze steckt in einem dünnwandigen Pappschuber.


    Fazit: wundervolle Interpretationen und sehr gute Klangqualität. Grandios... :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

  • 80 Steine für nicht mal atembare Luft (mp3)? Ist schon heftig ... ich würde mal vorsichtig nachfragen, ob da nicht ein kleiner Irrtum vorliegt (Kommaverschiebung nach links)? Notfalls die Ausgabe mit AutoRIP erwerben und originalverpackt weiterverscheuern ... (gebraucht teurer als neu? - da muß was dran sein! Welcher Wichser hat die in der Hand gehabt?)


    *hmmm*

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790

  • Preiswerter, aber nicht wirlklich angemessen günstig ...

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790