• Gestern Abend, im Kindergottesdienst, nutzte ich spontan das Thema aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" auf dem Klavier, heute erfahre ich, dass Václav Vorlíček gestern gestorben ist.


    Merci et adieu.

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

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    Und noch ein Versterben, diesmal einer Kölner Institution: das Musikhaus Tonger, seit dem 1.07.1822 in der Stadt, hat im Dezember Insolvenz beantragt und schließt Ende Februar. Über all die Jahre hinweg seit meiner Kindheit war Tonger eine zuverlässige Anlaufstelle, ob nun die erste Blockflöte, die erste Gitarre, das erste und einzige Akkordeon oder Noten, CDs, Fachberatung, zuletzt mit meinem seltsamen Lauten-Hybrid - ich bin da nie rausgegangen, ohne dass mir geholfen worden wäre. Mehrere Standortwechsel in den vergangenen Jahren sahen für mich allerdings auch schon nach versuchten Problemlösungen aus - der Einzelhandel vor Ort hat es bekanntermaßen schwer in Konkurrenz zum Online-Angebot und die Läden, die es erfolgreich schaffen, expandieren zugleich und erdrücken dann zusätzlich den Rest der Landschaft. Ein enorm trauriger Verlust, schlecht für die Musiker, schlecht für den Nachwuchs, schlecht für die Stadt.


    Ich zitiere Euch noch das Facebook-Posting:


    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)

  • Albert Finney (1936-2019)


    Im Bond-Film Skyfall hatte er seinen letzten Leinwandauftritt absolviert, eine kraftvolle Rolle, die seine Energie immer noch deutlich zur Geltung brachte. Damit endete eine Filmkarriere, die über 56 Jahre ging. Und was hatte er alles für blendende Filme gemacht:

    • Samstagnacht bis Sonntagmorgen
    • Tom Jones
    • Auf leisen Sohlen
    • Mord im Orient-Expreß
    • Die Duellisten
    • Wolfen
    • Unter dem Vulkan
    • Miller's Crossing
    • Erin Brockovich
    • Tödliche Entscheidung

    Nur die Spitze des Eisberges (sicherlich - nicht alle seine Auftritte waren so einprägsam), aber es zeigt einen Schauspieler, der auf der Suche nach Individualität war, nach Hineinkriechen in den Charakter und Momente großer Kunst zu demonstrieren. Dabei konnte er selbst Figuren in eher unprätentiösen Filmen wie Auf leisen Sohlen oder Wolfen echte Tiefe verleihen. Sein letzte großes Porträt zeigte er in Lumets Tödliche Entscheidung, wo er den Tod seiner Frau rächt.


    Auch wenn er seine Filmlaufbahn beendet hatte, so traurig macht mich sein Tod dennoch.


    RIP, Albert, RIP


    :(

  • Tonger macht mich sehr traurig; früher war ich alle ein bis zwei Wochen dort, inzwischen leider nicht mehr, weil mehr als 600km zwischen uns liegen.

    Aber mit Tonger stirbt noch eine weitere Tradition: Das Musikhaus Jörgensen in Düsseldorf, meiner Heimatstadt, hat nur überlebt, weil es seinerzeit von Tonger aufgekauft wurde.

    Ich müsste recherchieren, aber falls es das noch gab, wird es spätestens jetzt mit Tonger in den Abgrund gehen.


    Hoffen wir, dass Bauer & Hieber in München noch eine Weile lebt…

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Oder bezieht sich Dein Mißfallen doch eher auf den Film selbst?

    Nein, nein; historisch interessant ist das schon, es gab ja auch andere Filme vorher zu diesem Thema.



    Wer wäre denn besser geeignet gewesen?

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, ich schwanke noch immer, ob man so einem Mann überhaupt noch filmisch ein Podium geben sollte. Bruno Ganz, den ich verehrte für klasssische Rollen, hat sich hier keinen Gefallen getan, weil er ein zu guter Schauspieler ist und zu sehr er selbst, um mit dieser quäkenden Mickeymouse-Stimme ein ernstzunehmendes Porträt zu umreißen. Oliver Masucci, denke ich, passte da besser, obwohl dessen Film ja eine Komödie war. Aber mir bleibt ja sein Faust und mir bleiben einige Hörbücher, etwa zu Hölderlin ... :love:

    "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt." Buddha

  • Mir hat er früher auch besser gefallen - das Poetische der Bilder geht manchmal gar nicht gut mit den Texten von Handke zusammen. Dabei hat der Film etwas Innovatives, aber dann kommt wieder diese besondere Achtung-Jetzt-machen-wir-Kunst-Attitüde um die Ecke und ruiniert die Stimmung. Immer und immer wieder. Das begräbt letztendlich den interessanten Ansatz...:(

  • Ich fand die Texte von Handke gerade so poetisch wie die Bilder - und eben die Passagen, die nicht von ihm stammen, stören mich im Film. Nichtsdestotrotz ein ganz starkes Stück deutschen Kinos. Und von mir ein Adieu für Bruno Ganz.


    *sante*

    Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.
    Johann Georg August Galletti (1750-1828)