• Harry Kupfer (84)

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Nicht ganz in der Chronologie, aber m.E. doch einer Erinnerung wert: Am 23.01.2020 verstarb im Alter von 95 Jahren einer der bedeutendsten Bassbariton-Sänger des 20. Jh., Franz Mazura. Über viele Jahre gehörte er zur Stammbesetzung der Bayreuther Festspiele und sang dort alle bedeutenden Partien in diesem Stimmfach. Auch zeigte er sich der nicht gerade zeitgenössischen, aber doch "modernen" Musik gegenüber aufgeschlossen; so sang er z.B. den Moses in Schönbergs "Moses und Aaron" in Mannheim, Wien und Mailand, und unter Pierre Boulez in Paris den Doktor Schön in Bergs "Lulu". Dass er im allgemeinen Bewusstsein nicht die Bedeutung erlangt hat, die ihm eigentlich zusteht, liegt an seinem Naturell; er machte nie großes Aufhebens um seine Person, sondern "war alles andere als ein mondäner Typ, der Glamour und Glitter liebte" (Zitat aus dem Nachruf von Stefan Dettlinger im "Mannheimer Morgen"). Arbrecht Puhlmann, der Opernintendant des Nationaltheaters Mannheim sagt: "Er war so etwas wie der gute Geist des Hauses". Wer sich einen Eindruck von seinen Fähigkeiten nicht nur als Sänger, sondern auch als Rezitator verschaffen möchte, schaut demnächst einmal in den Thread "du Röhre".

  • Unvergessen als Spartacus und Vincent van Gogh ... :jubel:

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Gerade bei Nekrolog 2020 gestöbert - Jo Vilsmaier ist von uns gegangen. Einige interessante Filme hat er hinterlassen, wie Herbstmilch, Nanga ..., , Stalingrad, Comedian ...,, Bergkristall (das muss man erst einmal zustandebringen), die mich während meines Erwachsenwerdens bisweilen in den Bann gezogen haben.


    Möge er in Frieden ruhen.

  • Herbstmilch fand ich furchtbar, Stalingrad mäßig; Schlafes Bruder genial und mutig; die Comedian Harmonists peinlich und Die Geschichte vom Brandner Kaspar großartig. Ein guter Regisseur, der sich nicht hat zur Quantität verführen lassen. Er ruhe in Frieden.

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Vilsmaier - seit dreißig Jahren ist mir der Mann ein Begriff. Seine Filme sah ich immer recht zeitnah, kenne also viele seiner frühen Werke. Aber mich hat er auch nur wenig angesprochen. Sein Regiestil war mir zu provinziell: was bei Herbstmilch noch paßte, kam mir bei Schlafes Bruder und Marlene altbacken vor; Comedian Harmonists war auch nicht mein Ding, lediglich Stalingrad fand ich ordentlich. Den Rest kenne ich nicht, hat mich auch nicht mehr interessiert.


    Technisch gesehen waren seine Filme absolut in Ordnung, aber sein Regievermögen kam übers Handwerk zuwenig hinaus. Die Themen fand ich nie ansprechend, und manche Umsetzung blieb in Klischees und Sentiment stecken. Da hatte selbst ein Schlöndorff mehr zu bieten.


    So ist das manchmal...*hä*


    RIP, Josef.

  • Datt Blöömsche is hin; es war ein herzig's Blöömsche (frei nach Mozart).


    RIP Norbert Blüm


    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)

  • Ian Holm, JD hatte es bereits an anderer Stelle verkündet, :umfall:.


    Einer jener grandiosen Darsteller, die mich bereits seit Jahrzehnten begleiten, wenn ich das einmal so sagen darf. Vieles mit ihm ist nachhaltig in mein Bewusstsein gedrungen und wird dort auch ohne Zweifel verbleiben.


    Möge er in Frieden ruhen.

  • Ein Besuch bei Nekrolog 2020 belehrte mich darüber, dass mein heißgeliebter Motzki von uns gegangen ist.


    :umfall:

    Ja, das waren noch Charaktere; der Alfred und der Motzki. Wenigstens lebt der Becker Heinz noch ...

    "Je edler das Ding und je allmächtiger, desto fürchterlicher und teuflischer ist der Mißbrauch. Brand und Ueberschwemmung, die schädlichen Wirkungen von Feuer und Wasser, sind nichts gegen das Unheil, das die Vernunft stiften wird – wohl zu merken, die Vernunft ohne Gefühl, wie sie nach den Merkmahlen dieser Zeit uns bevorsteht …“ Georg Forster aus Paris an seine Frau am 16. April 1793

  • Tilo Prückner (1940-2020)

    Ich kann gar nicht mehr sagen, seit wann er mich begleitet hat - als ich Die unendliche Geschichte (1984) im Kino sah, ist er mir definitiv aufgefallen, obwohl ich meine, ich kannte ihn schon vorher. Doch Erinnerungen verschwimmen irgendwann. Präsent war er immer im Hintergrund, habe das Eine oder Andere mit ihm später gesehen. Nun ist er gegangen.


    Ennio Morricone (1928-2020)

    Eine Legende des Weltkinos ist ebenfalls abberufen worden. Über 500 (!) Filme, Serien und Kurzfilme hat er vertont, und seine Melodien gehören zu den bekanntesten Stücken der Filmkompositionen. Seine besondere Gabe war es, ikonischen Bildern ikonische Musik zu geben - und Nichtikonisches zurückhaltend zu untermalen. Diese Unaufdringlichkeit war deutlich häufiger zu finden, weil er eben dem Film diente, ihn unterstützte mit seinen Gaben.


    RIP, Tilo & Ennio


    :(

  • Ja, was für ein Tag heute mit seinen Meldungen. Ich glaube, morgen höre ich den "Essential Morricone". Was wäre der Italo-Western ohne ihn?


    Und Tilo Prückner sehe ich im Fernsehen, solange ich mich erinnern kann, in so vielen verschiedenen Produktionen. Zuletzt mit Vergnügen die "Rentner-Cops". Ob sie das nun einstellen, nachdem sie den ersten "Rentner" ja in der letzten Staffel schon austauschen mussten?

    Wer könnte Tilo Prückner ersetzen?

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • Bei den Pfeifenorglern habe ich soeben zu meinem größten Bedauern erfahren müssen, dass Reinhard Kluth kürzlich verstorben ist; ein künstler, dessen Augenmerk nicht so sehr den üblichen Verdächtigen gewidmet war, sondern jemand, der sich sehr verdienstvoll für eher weniger bekanntes Repertoire engagiert eingesetzt hat.


    Nicht Robert, sondern Camillo Schumann mit Reinhard Kluth an der Kreienbrink-Orgel, St. Peter Düsseldorf, IV/46 - inzwischen nicht mehr existent:



    Daraus Schumanns Sonate Nr. 6, op. 110, a-Moll - erinnernd an Reubke/Rheinberger/Widor/Guilmant ... aber auch Bach schimmert bisweilen durch.

    Möge er in Frieden ruhen.