Einspielungen (opi)


  • Clavierkonzert G-Dur (Murray C2)


    Christine Schornsheim, Hammerflügel
    Berliner BarockCompagney


    Es dürfte sich wohl um das bekannteste und beliebteste Clavierkonzert Rosettis handeln, wenn sich die Bekanntheit und Beliebtheit Rosettis bis heute gehalten hätte. Das Concert ist sowohl pianistisch als auch stilistisch sehr simpel gehalten, es frohlockt mit schmelzenden Melodien, einer wunderhübschen Romance (diese verwendet Rosetti ebenfalls in seinem 2. Clarinettenkonzert Es-Dur als Mittelsatz in etwas erweiterter Form), wenig Tiefgang - seichte Unterhaltungsmusik also, allerdings von sehr hoher Qualität, so daß sie sich vom Kitsch sehr deutlich abhebt. Das Konzert entstand vermutlich um 1780/81 und war bereits zu Lebzeiten des Komponisten in drei verschiedenen Verlagen herausgegeben worden. Als Widmungsträgerin gibt Sterling E. Murray, Autor des Rosetti-Werkverzeichnisses, Nanette von Schaden (geb. von Prank) an, ihres Zeichens Ehegattin des Barons Franz von Schaden. Nanette war Schülerin des Wallersteiner Musikintendanten Franz Ignaz von Beecke (1733-1803) und hatte den Ruf einer ausgezeichneten Pianistin. Trotz oder wegen seiner Simplizität kann dieses Konzert als Bilderbuchkonzert gelten: der dreisätzige Aufbau (schnell - langsam - schnell), die harmonische Einfachheit und die wirksame Trivialität der eingeschobenen Romance in dreiteiliger Liedform A-B-A mit anschließendem melodienseligen Rondo machen das liebreizende Werk zu einem zarten Liebhaberstück erster Güte.

    Nun stehe ich vor der Pforte meines Glückes – verliere es auf ewig, wenn ich diesmal nicht Gebrauch davon machen kann.

    W. A. Mozart an Michael Puchberg, Wien Anfang April 1790


    Plaudite, amici, comedia finita est. Finis coronat virus. (Covid)