Beiträge von Ulli

    Ich bin's jetzt langsam leid, mich ständig totzuarbeiten, dem Geld hinterherzurennen, die Verantwortung für anderer Leute monetäres Wohlergehen mit ins Bett zu nehmen ... einfaches, effektives und effizientes Arbeiten wird einem ständig erschwert (#DSGVO) und macht grundsätzlich keinen Spaß mehr; man kommt zu nix ... wenn nicht gerade die Telekom spinnt, klappt irgendein Update nicht oder fegt alles wie eine Tsunami weg ... dann fehlen Unterlagen, Mandanten bringen ihr Zeugs nicht rechtzeitig. Mir ist das jetzt egal, unaufgefordert stelle ich keine Fristverlängerungsanträge mehr - sollen sie bleiben, wo der Pfeffer wächst und die rechtmäßigen Säumnis- und Bußgelder zahlen, ich hab anderes und besseres zu tun, als ständig andere aus selbstverursachter Scheiße zu retten.


    <X

    Rückblende: Donnerstag: meine Mutter war so stark und trug die Urne selbstpersönlich zu Grab. Bewundernswert. Der unbeugsame Ulli brach am Grab heulend und schreiend vor 75 Gästen zusammen - mein Stiefbruder fing mich auf. Das wäre fast schiefgegangen.

    Heute: so ein unbestimmtes Gefühl zwischen Sein und Nichtsein. Es sollte sich etwas ändern. Alle sieben Jahre tat es das automatisch bisher ... nun weiß ich es aber, also ist es nicht mehr intuitiv; aber dieser Änderungsdrang kommt dennoch von allein.

    Schrifsteller, die über die akademische Bildung kommen und im großurbanen Raum leben, können unmöglich genuin schreiben und die Welt in toto abbilden. Solche muss es auch geben, aber nicht in der Masse.

    Lies Pearl S. Buck; egal, was ...

    Es gibt wahrscheinlich keine größere Diskrepanz im Leben und Menschsein überhaupt als die zwischen der Eigen- oder Selbstwahrnehmung und der durch andere Menschen. Dennoch ist man immer wieder verblüfft und fühlt sich verwundet; das ist nun mal nicht anders.

    Ohja. Da hatte ich gerade gestern erneut ein hanebüchenes Erlebnis mit meinen kleinen Narziss aus China hier ... der wollte nicht glauben, daß er auf den Fotos, die ich mache, real ausschaut, denn auf den von ihm selbst gemachten Fotos schaut er (angeblich) anders aus; nicht nur angeblich, sondern offenbar: seine Kamera nimmt deutlich weichere (um nicht zusagen: unschärfere) Bilder auf, das macht die Haut bekanntlich samtweich und jung ... Mann, was für 'ne Diskussion hier zu später Stunde (nach einem eigentlich wundervollen Abend auf dem Lindenblütenfest). Versöhnung steht noch aus ...


    *omg*


    Ich kann's verstehen und nachvollziehen, aber langsam NERVT es. Ich mußte mich auch daran gewöhnen, daß ich auf Bildern grundsätzlich scheiße aussehe (wenn ich sie nicht selber nachträglich ausgebessert - also der Realität meiner (Wunsch-) Wahrnehmung - angepasst habe).

    Mir hängen die Dinger zum Hals raus ... wenn Du mal mit einer Bedienerin / einem Bediener der Violine ein paar Jahre zusammengelebt hast und der Krempel jeden Tag rauf und runter geübt wurde (von Tag zu Tag falscher und schlimmer und ohne Darmsaiten), ist irgendwann Feierabend. Ich mag's nimmer hören ... was natürlich keine Wertung der Bachschen Leistung ist, aber eine Wertung ist mir inzwischen auch nicht mehr möglich; was wiederum kein Beinbruch ist: die Werke haben wohl berechtigter Weise ihren festen Platz erhalten.


    Dasselbe auch u.a. mit Beetzarts „kleiner Nachtmucke" und Mozhovens „pour Adelaine" ... weshalb ich auch das Unterrichten beizeiten drangegeben habe; ich kann das Zeugs nimmer ertragen ... und falsch schon gar erst nicht.

    ... zum Beispiel: ob das alles so richtig ist, was ich gerade treibe?


    Die Shebanova mit ihrem tödlichen Szopen (Chopin; für die Schwächeren unter uns*) macht mich gerade wieder völlig fertig.


    Einerseits genieße ich heute (ausnahmsweise) das Alleinsein, andererseits bin ich schon dermaßen gewöhnt, daß ich knapp Amok laufe, weil mir etwas fehlt. Ich krieg's mental einfach alles nicht auf die Reihe. Die Shebanova (1953-2011) gehört auch zu den zu früh Verstorbenen; die Interpretationen dieser Species machen mich komischer Weise ständig am meisten an; als ob das denen im Blut läge ... fürchterliche Vorstellung! Vielleicht aber auch nur eine Fehlleistung/-verknüpfung meines armseligen Hirns. Das Wissen darum macht die Interpretation irgendwie anders ...


    Warum kann man nicht einfach glücklich und zufrieden sein? Irgendetwas belastet immer, ständig ... Loslassenkönnen - das wäre mal ein langfristiges Projekt! Das wird mir Kontrollfreak wohl niemals gelingen können. Auf/In etwas vertrauen zu können ist mir derart fremd ... warum sollte es jetzt ausgerechnet bei dieser einen Person gutgehen, wo ich derart viele (m. E. berechtigte) Zweifel habe? Muss/Kann/Soll man das ausblenden? Wie kann man dann leben? ABER: ich werde den Plan jetzt durchziehen, einen Versuch ist es sicher wert; ich glaube: man kann mich nicht mehr verletzen als ich es ohnehin schon seit Jahren bin. Chancen soll man nutzen, oder?


    Kommentare nicht erwünscht; max. per PN.


    *Zitat meines ehem. Religionslehrers am Aloisiuskolleg Bonn-Bad Godesberg

    Es folgt:



    Fryderyk Szopen (1810-1849)

    24 Préludes op. 24

    Sonate b-moll op. 35


    Tatiana Shebanova (1953-2011); Fortepiano Érard 1849


    Besser hab' ich's eigentlich bislang nicht gehört ...

     


    Joseph Haydn (1732-1809)

    Sinfonien Hob. I:3, 26, 79, 30


    Kammerorchester Basel

    Giovanni Antonini


    Wow, tut das gut nach der Lindenblütenfestmucke hier am Platz ...


    Gefällt mir sehr. Besonders gerade das Adagio der d-moll-Sinfonie Hob. I:26. Hat das Thema Mozart nicht auch irgendwo verwurstet? KV 477 (trauerige Mauermusik)?


    Diese eigentlich als Witz gedachte Persiflage stürmte in den Staaten die Bestsellerlisten ... ich kann nachvollziehen, warum: das ist einfach zu geil.


    Inzwischen auch auf deutsch erschienen:




    Habe ich just für meinen „Hasen" bestellt (wiewohl die englischsprachige Originalausgabe hier ist).


    Die Texte sind sehr einfach gehalten, so daß ich denke, daß die eine einfache und amüsante Deutschlektüre sein könnte ...


    Leseprobe: “Hooray!” said all of our friends. Because that is what friends say.