Beiträge von Mordent

    Liebes Forum,


    ich will hier mal versuchen, darüber nachzudenken, wieso mich ausgerechnet die Barock-Oper (speziell auch die des 17. Jahrhunderts) so sehr in ihren Bann geschlagen hat. Das wird wahrscheinlich zwar eher subjektiv/persönlich gefärbt sein, aber das soll bitte niemanden daran hindern, "mitzudenken". Auch Argumente, weshalb man die Barockoper eigentlich nicht lieben sollte, oder alles, was euch dazu durch den Kopf geht, sind willkommen.


    In letzter Zeit gab es mehrere Erlebnise bei mir, die mich zu diesen Gedanken angestoßen haben. Das tiefgehende Glücksgefühl, das mir die Monteverdi-Trilogie und die Xerxe-Inzenierung in der Komischen Oper Berlin eingeflößt haben. Die ebenso große Beglückung, als ich endlich Lullys Amadis auf CD gehört habe und den Inhalt der herrlichen Spielkiste der Ariadne von Conradi durchwühlt habe.


    Die Xerxes-Inzenierung, die ich zwei mal gesehen habe (und ich will unbedingt noch mal rein, wenn er nächste Spielzeit noch mal laufen sollte), hat viel dessen sichtbar gemacht, was Barockoper ausmacht: Kostümpomp, Bühnenmaschinerie, eine anmutige Mischung aus Komischem, Tragischem und Galantem (vom mir aus auch Erotischem), die unschuldige Freude an musikalischem Witz und Virtuosität, und der absolute, über allem stehende Wille zu unterhalten. Seit ich im Xerxes war, verstehe ich, wieso sich barocke Fürsten oft beinahe ruiniert haben, jedenfalls unglaubliche Summen verschleudert haben, nur um sich ihre Oper zu leisten. Diese (oft) so unendlich geschmackvolle Mischung aus Spektakel und Musik besitzt einen unglaublichen Glanz, der das schmerzliche Bedürfnis nach Eskapismus auf eine Weise zu lindern weiß wie sonst nur wenig.


    Das liegt aber auch daran, dass die Barockoper ziemlich absolut der Welt enthoben ist. Bis auf wenige Ausnahmen interessiert sie sich nicht für Realweltliches, sondern feiert verschiedene Varianten des unwirklichen Arkadien. Oft kommt mir der Gedanke, dass sie einfach nur die barocke Entsprechung des Revue-Theaters im Stile des Friedrichstadtpalasts ist, doch ecke ich mit diesem Gedanken bei mir selbst an, weil solche Revuen inhaltlich viel zu banal und insgesamt enorm langweilig sind, und das sind die meisten Barockopern trotz aller Unterhaltungsmanie ja nicht. Bei all ihrem Hang zur "leichten Kost" haben sie ja doch etwas Erhabenes und Erhebendes.


    Warum finde ich es so spannend, dass mir ein Künstler nichts sagen will? Denn darin unterscheidet sich der Xerxes vom Parsifal. :D Die Oper nach dem Barock geht immer mehr dazu über, Aussagen zu treffen, dem Publikum etwas zuzumuten, Ausdruck eines individuellen Künstlers zu sein. Das fängt bei Mozarts genialen sozialkritischen und psychologisierenden ja schon an. Das alles spielt bei Lully oder Händel keine Rolle. Brillanter Einsatz der Affekte-Klaviatur ja, aber keine Psychologisierung. Wie sonst wäre es möglich, Arien und Stücke aus anderen Werken zu klauen?


    Dazu erst einmal so viel.


    Eine Bemerkung nur noch zu einem anderen Gedanken, der mich gerade umtreibt. Vor einiger Zeit haben wir die DVD-Aufzeichnungen einer Inszenierung von Cadmus et Hermione von Lully gesehen. Diese ist bis in die Gesten und Haltungen der Darsteller mehr oder weniger historisch exakt rekonstruiert. Nun predigen ganze Legionen von Intendanten und Regiesseuren und auch Opernfreunden, dass reine Rekonstruktion aus künstlerischer Sicht vollkommen sinnfrei wäre, dass es gälte, den alten Inhalten neue Ausdrucksformen zu verpassen, die Werke dadurch zu aktualisieren usw. Ihr wisst schon.


    Als ich aber diese Inszenierung sah, musste ich feststellen, dass ich die Geziertheit, das Formelhafte, das offensichtlich "Maschinelle", die naiven, durchschaubaren Effekte und all das im Grunde viel anregender und moderner, zumindest abstrakter fand als zum Beispiel das ermüdende auf den Boden Werfen der Darsteller in Koskys Odyyseus in der Monteverdi-Trilogie.

    Holla, diese Aufnahme ist mir noch nie begegnet.


    Ich bin ja aus irgendwelchen Gründen ein totaler Fan von Campra, der Tancrede von Malgoire kann mich aber nicht so richtig hinreißen. Im Grunde beruht mein Fan-Sein wahrscheinlich nur auf dem Idomenee von Christie und den "Cantates" ebenfalls von Christie. Beide sind so entzückend, so anmutig ...


    Bei mir läuft gerade Weltuntergang:


    Ich bevorzuge ganz eindeutig Studioaufnahmen. Ich habe immer den Eindruck, dass Live-Mitschnitte es weder schaffen, das Konzerterlebnis heraufzubeschwören, noch die Brillanz von Studioeinspielungen haben. Das heißt aber nicht, dass ich Live-Mitschnitte vollkommen ablehnen würde. Oft bin ich froh, wenn es überhaupt eine Aufnahme eines bestimmten Stücks gibt, da darf es ruhig auch live sein.


    Der Applaus am Ende stört mich auf Aufnahmen, nicht aber im Konzert. Zwar entlockt mir manch zu früh einsetzender Bravoruf oder Applaus ein Augenrollen, aber ich mag andrerseits auch, wenn die durch die Darbietung ausgelöste Begeisterung sich Luft verschaffen, artikuliert werden kann. Zudem hat Applaus im Konzert auch etwas Kathartisches, er ist die für mich meist notwendige Lösung einer wähend des Stücks oder des Konzerts aufgebauten Spannung, sowohl auf Seite des Publikums als auch auf Seite der Darbietenden. Ich habe einmal im Liebestrank erlebt, wie der ganze Saal beim Vorspiel von una furtiva lagrima in eine fast unnatürliche Starre verfiel. Auch die Haltung der Leute veränderte sich, da alle derart gespannt waren. Die Arie wurde hinreißend gesungen, aber danach musste die Spannung irgendwo hin. In solchen Momenten braucht es einen Applaus.

    Komische Oper Berlin, Zauberflöte, Inszenierung: Suzanne Andrade und Barrie Kosky nach einem Konzept von "1927" und Barrie Kosky


    Gestern.


    So, die Komische Oper bemüht sich weiterhin, die Lieblingsoper all derer zu sein, die sich so ganz heutig fühlen. Das ist bei mir ja ein wenig anders. Wenn ich mich heutig fühlen will, suche ich mir eine Band, die gerade ihre erste Platte rausgebracht hat, und gehe zu einem ihrer Konzerte. Wenn ich in eine Oper aus dem 18. Jahrhundert gehe, erwarte ich jetzt nicht unbedingt, am Puls der Zeit zu sein.


    In Koskys Zauberflöte sitzt man vor einer Leinwand. Die Sänger können vor der Leinwand hin und hergehen oder durch eine Drehtür in der Mitte verschwinden bzw. erscheinen. Solche Drehtüren gibt es auch in der oberen Hälfte der Leinwand. Drei Stück. Sänger, die hier hereingedreht werden, können sich natürlich nicht bewegen, sondern sind allein schon aus Sicherheitsgründen festgeschnallt.


    Was sich bewegt, sind die Bilder auf der Leinwand, die zuweilen recht nett und lustig anzuschauen sind. Man sieht im Grunde einen Film, in den mehr oder weniger bewegte Sänger hineinmontiert sind. Der Film ist nicht realistisch, sondern eher zeichentrickhaft mit vielen grotesken Einfällen. Das Ganze ist aber auch eine Hommage an die Stummfilmzeit, was man auch den Kostümen ansieht. Die Dialoge werden nicht gesprochen, sondern -- eben wie im Stummfilm -- auf fantasievolle und lustige Weise als Text auf die Leinwand projeziert.


    Jaja, die Zauberflöte sei eine Oper der Bilder, behauptet das Programmheft, und Barry Kosky kann Bilder, das hat man auch bei seiner Monteverdi-Trilogie gesehen. Allerdings bleibt es halt bei den Bildern. Ich empfand das gestern als eine Aneinanderreihung von pittoresken Ideen. Eine Geschichte wird nicht erzählt, ein dramatischer Verlauf (zugegebenermaßen nicht ganz einfach bie der Zauberflöte) wird einem nicht vorgeführt, der Rhythmus der Oper wird nicht kenntlich gemacht. Und das größte Manko: Keine Figuren. Dadurch, dass die Sänger nicht wirklich agieren können, haben ihre Figuren auch keinerlei Möglichkeiten der Entwicklung oder des differenzierten Ausdrucks -- abgesehen vom Gesang.


    Es war kein vergeudeter Abend, weil alles sehr nett anzusehen ist und weil das Konzept immerhin interessant ist. Als Inszenierung fällt das Teil bei mir allerdings dennoch komplett durch. Da die Bühne keinerlei Tiefe hatte und da sich die Figuren größtenteils nicht bewegen konnten, fand ich manche Szenen trotz der vielen bunten und einfallsreichen Bilder extrem langweilig, fast schon auf eine unverschämte Weise langweilig. Ich habe bei all den Symbolen auch einen roten Faden, eine in sich schlüssige Botschaft oder Stellungsnahme vermisst. Mein Verdacht ist, dass auch diese vor allem ihres Bildwerts wegen ausgesucht wurden. Schließlich geht es in der Zauberflöte ja um die Bilder, nicht wahr?


    Der Hauptgrund, weshalb der Gesamteindruck trotz der mangelhaften Inszenierung nicht ärgerlich ausfiel, waren das Orchester und die musikalische Leitung (Henrik Nanasi). Wow, allein schon die Ouverture hat mich schier aus dem Sitz geholt. Die Tempi waren tendenziell eher rasch, aber nicht gehetzt, insgesamt sehr frisch, vor allem auch vom Klang her. Der Chor der Komischen Oper ist exzellent, und die Sänger waren wie so oft gemischt. Pamina (Maureen McKay), Papageno (Dominik Köninger) und Monostatos (Stephan Boving) haben mich überzeugt, der Tamino (Adrian Strooper) war zufriedenstellend, aber seine Stimme ist nicht mein Ding. Die Königin der Nacht (Julia Novikova) sang eine anrührende, virtuose und mitreißende erste Arie und eine müde, mit Intonation, Ausdruck und Höhe kämpfende zweite Arie, der Sarastro (Alexey Antonov) klang sehr schön und auch etwas langweilig.


    Wie so oft geht das Konzept der Komsichen Oper auf, denn die verbleibenden Zauberflöten-Vorstellungen dieser spielzeit sind wohl so gut wie ausverkauft. Musikalisch ist das in meinen Ohren sicher gerechtfertigt, was die Inszenierung angeht, halte ich das allerdings vor allem für Augenwischerei. Ich hätte mir in vielerlei Hinsicht mehr Tiefgang gewünscht.

    Bei uns werden jeden ersten Advent die entsprechenden CDs zusammengesammelt und bereitgestellt, da wir relativ viel weihnachtliche Musik hören. Und traditionellerweise gehen wir jedes Jahr in den Dussmann und durchstöbern die Auslagentische mit Weihnachts-CDs. So kommen jährlich 2-4 neue Scheiben dazu.


    Ich liste hier nur diejenigen, die sich besonders bewährt haben.


    Seit den Neunzigern schon habe ich diese beiden Sammelprogramme, die mir sehr ans Herz gewachsen sind und oft laufen, wenn wir den Christbaum schmücken:



    Münchner Weihnachtsmusik des 16. Jahrhunderts.



    Genauso lange in meinem Besitz ist eine CD mit ungarischer mittelalterlicher Weihnachtsmusik, "A Star in the East" von Anonymous4. Sehr eigen. Einzeln gibt es die CD nicht mehr, nur noch als Teil einer Box:



    In den frühen Zweitausendern gelangte ich in den Besitz einer meiner LIeblings-CDs. Natürlich handelt es sich dabei um die Weihnachtsmusiken von Charpentier:



    Ein anderer Liebling von mir ist Johann Rosenmüller, und dass es von dem eine Weihnachtshistorie gibt, wird bei uns ebenfalls alljährlich mit den Ohren gefeiert:



    Und etwas zum Mitsummen:



    Ein schönes Sammelprogramm, das hin und wieder zum Einsatz kommt, ist die Deutsche Barock Weihnacht vom Ricercar Label:



    Vorletztes Weihnachten machten wir einen entzückenden Fund: neapolitanische Kantaten von Cristofaro Caresana, u.a. mit einer Kantate zur Geburt Christi und einer zur Anbetung der drei Könige. Hinreißende Musik.



    Dieses Jahr fiel besonders ergiebig aus:



    Nochmal Charpentier, und wieder ein Volltreffer.



    Auf die Weihnachtssymphonien von Corrette bin ich erst vor Kurzem gestoßen. Die werden bestimmt ins Repertoire aufgenommen!



    Neben französischer Barockmusik ist Venedig unser zweites großes Steckenpferd. Diese, erst kürzlich erschienene CD stellt ein Pendant zu dem Klassiker von Gardiner dar:



    Allerdings brauche ich bei Gardiner immer etwas guten Willen, um die Musik goutieren zu können, mir scheint das alles oft sehr brachial. Die Variante von Wilson entspricht meinen Hörwünschen dagegen sehr genau. Glanzvoll und fein musiziert.


    Und ein weiteres Sammelprogramm aus dem Hause Ricercar:



    Die erste CD versammelt Weihnachtsmusiken älterer deutscher Barockkomponisten, Scheidt, Schütz (Weihnachtshistorie), Weckmann, Buxtehude, Krieger u.a.. Die zweite bietet vor allem italienische Musik. Erstaunlich erquickend finde ich die Einspielung von Corellis Weihnachtsmusik. Die letzten drei Tracks widmen sich der Vollständigkeit halber englischen Stücken. Auf der dritten CD erklingt französische Barockweihnacht vor allem aus den Federn von Du Mont und Daquin, bevor der unvermeidliche Bach das Programm mit einer Kantate (Ich freue mich in dir), einer Orgelpastorale und einem Choral abschließt. Sehr schön finde ich, dass sich das Lied "Une jeune fillette" in seinen diversen französischen, italienischen und deutschen Varianten durch das Programm zieht.



    In meiner Familie hat sich Rilling irgendwann als Standard eingebürgert, was dazu führte, dass ich in den letzten Jahren immer weniger Lust verspürte, das Weihnachtsoratorium aufzulegen. Also ging ich dieses Jahr in den Laden und hörte in einige Aufnahmen hinein. Vor allem beim meist hip gedachten, aber doch irgendwie plump gehackten Choreinsatz des Jauchzet Frohlocket fielen die meisten Aufnahmen (selbst Jacobs, was mich sehr wunderte) raus. Gnade vor meinen Ohren fand lediglich Herreweghe, der es einfach versteht, geschmeidige Chorphrasen zu gestalten, egal wie schwierig die Umstände sind. Aber so richtig weggeflasht hat mich diese Aufnahme mit mir gänzlich unbekannten Künstlern. Das ist so schmissig, launig und geradezu galant, dass man kaum mehr merkt, dass man Bach hört. "Fallt mit Danken" hat eine tänzerische Grazie, dass man fast meint, man würde eine Lully-Oper hören. Selbst die Rezitative sind leichthin dahingeplaudert und dramatisch, statt schwer und bedeutungsschwanger. Ich bin schwer begeistert und kann endlich wieder das Weihnachtsoratorium hören.

    Mein letzter Einkauf vor Weihnachten bestand aus folgendem:



    Über diesen Kauf bin ich sehr froh, denn, wie der Lullist andernorts schon schrieb: Charpentier und Christie sind eine tolle Kombination.


    Und diese 5 CD-Box:



    Kirchenmusik des französischen Barock von Du Mont, Campra (mein Liebling), F. Couperin, Clerambault und Rameau. Bin leider noch nicht dazu gekommen, mir das alles in Ruhe anzuhören.


    Zu Weihnachten gab's geschenkt:



    Bisher nur einmal gehört mit dem Eindruck: klanglich sehr frisch und geschmackvoll. Das Booklet finde ich allerdings schwach, weil viel und ungenau um mittelalterliche Klischees herumgeschwafelt wird, dafür aber die gesungenen Texte nicht abgedruckt sind. Egal.



    Wagners Ring des Nibelungen in der Solti-Einspielung als limitiertes Box-Set.


    Nachdem ich mich als Teenager so sehr für den Lohengrin begeistert hatte, den mir meine Eltern geschenkt hatten (ebenfalls Solti, mit Domingo und Norman), hatte ich irgendwann mal die 250 Mark zusammengespart, um mir in der Lerche in Stuttgart auch den gesamten Ring von Solti kaufen zu können. Was war das damals für ein Fest.


    Dann kam irgendwann die Phase, wo der Ring bei mir eher in der Versenkung verschwunden ist (während meines Studiums habe ich zwar in einer konzertanten und einer halbszenischen Aufführung des Rheingolds den Alberich gesungen, aber ich habe während der Einstudierung kaum in meine alten CDs reingehört). Als mich letztes Jahr - nunmehr mit Stereoanlage -- die Lust überkam, mal wieder reinzuhören, war ich sehr enttäuscht über den Sound. Also habe ich mich im Dussmann erkundigt, ob es inzwischen einen klanglich frischeren, differenzierteren Ring gäbe. Und ich bekam zur Antwort, dass der Solti-Ring klanglich wohl immer noch unerreicht sei.


    Meine CDs aus Teenagertagen wurden zwischen 1984 und 1986 produziert. Damals war man offenbar noch nicht willens oder in der Lage, den Klang der Schallplatten adäquat auf CD zu überspielen. Als ich im Laden in diese neue Edition des Solti-Rings reinhörte, traute ich jedenfalls meinen Ohren nicht. Welch ein himmelweiter Unterschied zu meinen 80er-Jahre-CDs.


    Und da meine Frau in letzter Zeit auch desöfteren den Wunsch geäußert hat, Wagner kennenlernen zu wollen, haben wir uns diese Box zu Weihnachten schenken lassen. Während ich das tippe, ertönt ein unheimlich frischer und farbenreicher Siegfried. :D


    In dieser 8 CD-Box sind alle Teile von Hugo Reynes Lully-Reihe drin, die es nicht in die Opern-Box geschafft haben. Also die ganzen Ballettmusiken. Da mir die Doppel-CD mit der Musik anlässlich der Hochzeit Ludwigs XIV noch gefehlt hat und diese Box in Frankreich im Grunde dasselbe gekostet hat, habe ich zugegriffen, obwohl ich alle anderen Teile schon hatte. Leider ist das Booklet der Sammelbox extrem spärlich. Lediglich Tracklisten und die gesungenen Texte auf Französisch sind enthalten. Dabei hätte durchaus ein dickeres Textheft in die Box gepasst, sodass man die Inhalte der Originalbooklets ruhig hätte abdrucken können. Die Musik ist dennoch toll.



    Und die war in Frankreich auch so günstig, dass ich sie einfach mitbestellt habe.


    Jean-Fery Rebel: Les Elemens, Les Characteres de la Danse, Le Tombeau de M. de Lully
    Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski



    Nachdem ich so von der DVD schwärme, musste nun einmal die CD her. Zwar mit anderen Sängern, aber ebenfalls Marc Minkowski.



    Und die gleich dazu, ebenso günstig, wenn auch ohne Libretto. Da heißt es: Hören ohne Verstand.



    Und die ist zur Vorbereitung unserer Paris-Fahrt im Januar.



    Heya, und die habe ich etwas verspätet zum Nikolaus bekommen!!


    Seltsamerweise habe ich diese CD ewig nicht aus dem Schrank geholt. Am Sonntag kam sie dann mal wieder in den Player, und ich war total überrascht. Dass die Musik gut ist, das ist ja gar keine Frage, die Kammer- und Orchestermusik von Couperin ist ja mehr oder weniger über allen Zweifel erhaben.


    Ohne mich nun tiefer damit beschäftigt zu haben, sprang mich der frische, strahlende Klang und das filigrane Musizieren bei diese Aufnahme an. Meist erwarte ich bei solcher Musik einen etwas dunkleren, satten Klang, wie ich ihn mit Savall oder Pierlot assoziiere. Hier aber ist alles ganz durchsichtig, als hätten die Instrumentalisten tatsächlich die himmlischen Gefilde abbilden wollen, in die Lully und Corelli vom Programm dieser Stücke versetzt werden.



    Die lag jetzt zwar schon öfter auf dem digitalen Plattenteller, aber ich kam noch immer nicht dazu, mir die ganze Scheibe eingehend anzuhören. Meine diffusen ersten Eindrücke aber sind: Ziemlich eigen, was die Sängerin da macht, schon alleine vom Repertoire her, aber auch von der sängerischen Gestaltung, die nebenbei auch durchaus virtuos ist. Wie so viele Klassik-Alben biedert sich das Ding natürlich mit einem gewissen Pop-Appeal an, was ich in diesem Fall allerdings nicht gar so unsympathisch finde. Und musikalisch gerät der Pop-Überzug sogar sehr geschmackvoll. Das ist alles ziemlich mitreißend und gefällig, ohne dabei an musikalischem Niveau zu verlieren - soweit ich musikalisches NIveau beurteilen kann. Die Umsetzung erinnert mich in vielem an Savalls jüngste Projekte, nur dass sie klanglich natürlich ganz unterschiedliche Wege gehen. Bei der Petibon eher spritzig brillant, bei Savall eher erdig beseelt.


    Für mich -- und hier kommt mein Herz für groovenden Rock natürlich voll zum Tragen -- ist das Highlight der Platte natürlich der Tanz der großen Friedenpfeife aus Rameaus Les Indes Galantes.


    Ist ganz gut die Aufnahme, aber leider stark gekürzt, es fehlt vor allem der gesamte Prolog.


    Ist mir wirklich schleierhaft, wie man ausgerechnet den Prolog weglassen kann. Rezitative zu kürzen oder bei einer opera seria mal eine Arie auszulassen, geht von mir aus ja noch an. Wenn diese französischen Musiktragödien jedoch von einem Könner komponiert wurden, sind die einzelnen Teile ja doch meist so aufeinander abgestimmt, dass zumindest ein Ungleichgewicht entsteht, wenn man was wegnimmt. Schade und unverständlich.

    Eben hat's geklingelt, und ich durfte das da in Empfang nehmen:



    Henry Desmarest: Venus & Adonis
    Les Talens Lyriques, Christophe Rousset


    Bin gespannt drauf, allerdings rechne ich nicht mit einer Enttäuschung, denn Rousset ist, so weit ich das bisher überblicke, ja doch ein Garant für gute Einspielungen.

    Danke für die Info.


    Die Alcyone-Suiten habe ich mir tatsächlich vor Jahren mal gekauft, ich glaube, da hatte ich die Opern noch gar nicht auf dem Schirm. Von dem Dumanoir wusste ich noch gar nichts. Aber ich glaube, da warte ich mal ab, ob Alia Vox davon mal eine Reissue macht. Download ist nicht mein Ding.

    (Offenbar war mein Post zu lang, deshalb musste ich ihn auf zwei Portionen aufteilen, sorry!)


    Nun aber die Frage, warum Klassik?


    Mit Emotion dürfte das bei mir auf der ersten Ebene erst einmal nichts zu tun haben, denn ich gehe emotional bei anderen Musikarten genauso ab. Von daher ist es schon eher eine intellektuelle Sache. Und deshalb wiederum eine Sache der Nachhaltigkeit. Ich versuche, das mal zu erklären.


    Die abendländische "klassische" Musik ist im Grunde ja eine Kopfgeburt. Wenn man sich die mittelalterliche Mehrstimmigkeit anschaut, hat man es ja mit einem absichtlich "widernatürlichen" Konstrukt zu tun, also mit etwas "Künstlichem". Die Entsprechung in der Architektur wäre die Gotik, die sich ebenfalls absichtlich an nichts "Natürlichem" orientiert, sondern -- zumindest im Sakralbau -- das Göttliche darstellen soll. Dass dahinter teilweise ganz einfache Zahlenverhältniss und Proportionen stehen, sei dahingestellt, Fakt bleibt, dass der Abglanz des himmlischen Jerusalem optisch wie akustisch sich wie ein Alienkonstrukt ausmacht.


    Schon alleine dieser Gedanke fasziniert mich, diese absolute Abstraktion und Überhöhung, dass man eine Kunst schaffen wollte, die förmlich aus dem Leben bzw. der Lebenswelt hinausdrängt, die gar nicht im Alltag verankert sein will, sondern ganz bewusst versucht, jeden Naturalismus abzustreifen. Nun entwickelt sich diese Kunst ja immer mehr zum Natürlichen hin. In der Renaissance kommt es zur Emanzipation der Terz usw. Aber letztlich dauert es noch Ewigkeiten, bis die Folklore vollends Einzug in die Kunst hält, bis statt Affekten wirklich Gefühle ausgedrückt werden. Man kennt das ja aus der parallelen Entwickung in der Literatur. Aber Klassik wird eigentlich fast nie so naturalistisch, dass ihr die Problematik der (Kunst)form nicht mehr bewusst bliebe. Klassische Musik hat immer zum Thema das Ringen um die Lösung eines formalen Problems, das sich aufgrund ihrer Abstammung aus der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit stellt. Im Grunde ihres Herzens kann sie nicht sagen: Mir ist gerade so und das klingt irgendwie gut, also machen wir das jetzt so. Ausnahmen und Sonderentwicklungen bestätigen die Regel. Für mich ist das Paradebeispiel für diese Eigenschaft der Klassik die Sonatenhauptsatzform. Gerade bei Mozart finde ich es oft unfassbar spannend, mitzuverfolgen, wie die schwierige Aufgabe gelöst wird, einen Anfangston zu haben und ihn so zu einem Schluss hin fortspinnen zu müssen, dass alles passt. Und so gefällig das klingt, so hat das eben nichts mit Natürlichkeit zu tun, sondern ist eine vom Leben meilenweil abgekoppelte Kunst.


    Gerade in der Wiener Klassik, so weit ich sie kenne, finde ich dieses intellektuelle Spiel unglaublich faszinierend.


    Was mich inzwischen so richtig wegflasht, ist nicht allein der Wohlklang. Es ist auch und zu einem erhelblichen Teil, dabei zuhören zu können, wie formale Probleme gelöst und Ideen entwickelt werden. Wie Monteverdi in seiner Marienvesper Tradition und Fortschritt, Polyphonie und Monodie vermischt, als gäbe es kein Morgen. Wie Lully sich beim höfischen Tanzspektakel bedient, um die großartigen Divertissementszenen in seinen Tragödienopern zu implementieren, verblüffend, und ohne Reue unterhaltsam und unendlich geschmackvoll. Und wenn er diese wie Suiten aufgebauten Megaszenen schließlich in eine einzige viertelstündige Chaconne packt!


    Beim ersten Hinhören mag einem das alles ebenso unmittelbar erscheinen wie eine Live Performance von Smells Like Teen Spirit. Aber die Rock- und Popmusik ist oder tut doch zumindest immer so, als wäre sie tatsächlicher, spontaner Ausfluss von Gefühlen. Die Klassik dagegen -- zumindest anfänglich, in ihrer Geschichte mag das immer mehr abnehmen -- bemüht sich um künstlerische Überhöhung und vor allem um eine formal meist weitaus komplexere Lösung.


    Und deshalb schrieb ich von Nachhaltigkeit. Mich haben schon viele Rock-Konzerte begeistert und ich behalte sie in berauschender Erinnerung. Trotzdem ist die Wirkung eines solchen Konzerts nach spätestens zwei Tagen verflogen. Bei Klassik-Konzerten oder Opernbesuchen verfolgt es mich oft noch wochenlang, weil ich nicht nur emotional mitgerissen werde, sondern auch intelletuell in Staunen versetzte werde. Manchmal ist es auch dieses intellektuelle Staunen, das mich zutiefst berührt.



    Übrigens kann man sich nach meinen Ausführungen wohl denken, dass ich mich mit klassischer Musik in ihrer Geschichte ab der Romantik zunehmend schwer tue. Kürzlich war ich in einem Konzert mit einem Rachmaninov-Klavierkonzert und einer Bruckner-Sinfonie und war trotz der vollen Dröhnung underwhelmed.


    Uff, das war lang, sorry.

    Bei mir war die Liebe zur Klassik nie ausschließlich und ist es auch heute nicht. Bei meinen Eltern lief nur zu Weihnachten Klassik, sonst -- wenn überhaupt Musik -- Rolling Stones, Creedence Clearwater Revival und 60er Jahre.


    Mein Nachbar, mit dem ich zu Grundschulzeiten immer gespielt habe, kam dann mit Mozarts Kleiner Nachtmusik an, und über dieses Stück erwachte mein Interesse für Geigen und klassische Orchester. Meine Eltern hatten zwar nicht wirklich viel mit Klassik am Hut, haben mein Interesse aber unterstützt. So durfte ich dann mal im Fernsehen ein Symphonie-Konzert anschauen, wenn eines übertragen wurde, zu meinem ersten Plattenspieler (billige Kompaktanlage, auf der ich sämtliches Vinyl zuschanden gehört habe :)) bekam ich einen ersten Mozart-Sampler, und dann fing ich an, erspartes und/oder verdientes Taschengeld in die Lerche nach Stuttgart zu tragen. Und mit elf bekam ich endlich selbst eine Geige.


    Zur Konfirmation gab es dann einen CD-Spieler. Meine Eltern haben mir um den Dreh rum auch die Solti-Aufnahme des Lohengrin mit Domingo und Norman geschenkt, die ich bald darauf auswendig konnte. Meine erste Oper. Viel zu selten, aber immerhin sind meine Eltern mit mir dann auch nach Stuttgart in die Staatsoper gefahren. Freischütz, Zauberflöte, Lohengrin, Othello, Parsifal. Mitunter sagenhafte Inszenierungen, wie zumindest mein jüngeres Selbst urteilte.


    So ab 1990 (da war ich gerade mal 15) bahnte sich dann ein stärkerer Paradigmenwechsel an, ich hörte nun auch mit größerem Interesse Rock/Pop, vor allem das Zeug, mit dem ich als kleines Kind schon berieselt wurde, und auch 70er. Im November 1992 kaufte ich meine erste Nicht-Klassik-CD, die damals soeben erschienene Harvest Moon von Neil Young.


    Tja, dann ging es aufs Abi zu, es kamen Nirvana und Pearl Jam, deren Wucht einfach mitriss, und es war eine gute Zeit, um meine damals entstehende Liebe zu West Coast, Pschedelic u.ä. mit der Grungewelle zu verbinden. Es war großartig, mit Freunden gründete ich eine Schulband, allerdings setzte ich meine klassischen Aktivitäten wie Kantorei, Schulorchester etc. dennoch fort. Ich konnte mich für Bruckners Te Deum genauso begeistern wie für die neue Stones-Platte.


    Bei einer Schulfahrt in der elften Klasse nach Köln hatte ich übrigens eines meiner denkwürdigsten Opern-Erlebnisse. Der Besuch einer nicht weiter bemerkenswerten Zauberflöte war fest ins Programm eingeplant und obligatorisch. Der Hälfte unserer sehr kleinen Klasse gefiel das dann aber so gut, dass wir in kleinerer Besetzung am nächsten Tag gleich noch in den Maskenball gingen. Damit hatten dann alle genug. Nicht so mein Lehrer und ich, die wir an wiederum folgenden Abend uns erkühnten, noch in die Poppea zu gehen. Ahnungslos schlappten wir zur Oper, denn eigentlich gab es keine Karten mehr. Als wir in der langen Kassenschlange standen, wurden wir aber von einem angequatscht, der noch zwei Karten loswerden wollte. Er hätte auch einen der fünfzig anderen Wartenden fragen können, was für ein Zufall. Jedenfalls war das dann die Poppea von Jacobs, die man heute auch auf DVD bewundern kann, und ich war vollkommen geflasht. Danach habe ich mit meinem Lehrer noch ein paar Runden Kölsch und Korn getrunken, und da wir erst nach der vereinbarten Uhrzeit im Hotel zurück waren, bekamen wir einen Anschiss von der Kollegin. :D


    In dieser Phase (bzw. im unmittelbaren Vorfeld) kam ich auch mit Cyrano (ich hatte das Stück erst ein paar Mal gelesen, bevor der Film mit Depardieu in die Kinos kam) und später mit Die siebente Saite in Berührung. Das war der Keim für meine Begeisterung für französischen Barock. Allerdings hatte ich damals nicht die Ressourcen und Möglichkeiten, mich intensiv in dieses Thema zu vertiefen. Erst nach Mitte der Neunziger als Student habe ich hin und wieder im kleinen CD-Laden in Tübingen eine der scheißteuren Marin- oder St Colombe-CDs gekauft.


    Ab 1999 wurde mein Verhältnis zur klassischen Musik schwierig, denn da studierte ich dann Gesang. Einerseits wäre es natürlich gewesen, mich da umso mehr in die Klassik zu stürzen, aber ich lernte eben auch sehr viele Aspekte des Musiklebens kennen, die mir die Sache gehörig vergällten. Nie zuvor hatte ich mit so vielen Idioten und/oder Arschlöchern zu tun gehabt wie in dieser Zeit. Dazu kam, dass die Beschäftigung mit Klassik teilweise auch zum Zwang wurde, was die Sache unattraktiver macht. Jedenfalls kam ich damals zu der Meinung, dass Bob Dylan der größte lebende Künstler sei.


    Aber ich bekam auch wichtige Impulse. Ein Projekt war Monteverdis Marienvesper, was eine unschätzbare Erfahrung war, die Musikgeschichte-Vorlesungen und -Seminare waren mitunter Augenöffner, über ein anderes Projekt gelangte ich (als Zuschauer) in den Parsifal nach Bayreuth, wo ich während des dritten Aufzugs wie auf Drogen nur noch gegrinst und geflennt habe, und für meine Abschlussprüfung in Musikgeschichte referierte ich über Lully.


    Danach entdeckte ich die jungen Bands, war auf der Jagd nach spannenden Debuts, ging in viele Konzerte. Der Rekord waren fünf Konzerte innerhalb einer Woche, vier davon junge Rockbands (Wolf Parade und Foals, die anderen habe ich vergessen), das fünfte als Abschluss irgendein Vivaldi im Konzerthaus. Ich denke, dass ich diese Jahre einfach brauchte, um mit meiner traumatischen "Sängerkarriere" fertig zu werden. Anscheinend ist das nun überwunden, und seit eineinhalb Jahren höre ich wieder viel Klassik und kann mich sogar auch wieder -- wenn auch in Maßen -- für nach-barocke Oper begeistern.

    Gestern gekommen:




    Die habe ich lange Zeit immer im Laden stehen lassen, weil ich lieber Gesamteinspielungen von Opern habe, aber in letzter Zeit ist mir der Wert solcher Auskoppelungen von Orchestersuiten allmählich aufgegangen, und nun bin ich glücklich, diese gelungen Einspielung hören zu können. Einziger Wermutstropfen: Wenn ich Savall Lully und Couperin spielen höre, dann wünsche ich mir immer, der Kerl würde mal eine ganze Oper von Lully, Marin oder Campra einspielen. Aber das wird wohl nicht mehr geschehen.



    Morgen in einer Woche, am 14. Dez. gehe ich zum Freiburger Barock Orchester, das Bachs Violinkonzerte spielt.


    Am zweiten Weihnachtsfeiertag wollen wir mal schauen, was sie in der Komischen Oper aus der Zauberflöte gemacht haben.


    Tja, und mal sehen, ob wir für Bartoli am 29. Dez. noch Karten bekommen.


    Das war's dann aber in 2012, falls nicht noch spontan etwas passiert.


    Für 2013 sind jedoch auch schon einige Karten bestellt.


    Francois Couperin: Les Concerts Royaux
    Le Concert des Nations, Jordi Savall


    Ich bin hin und weg. Die Archiv-Aufnahme dieser Konzerte war eine der allerersten CDs mit französischer Barockmusik, die ich hatte. Im Grunde hat mit ihr die "Liebschaft" zu dieser Musik angefangen.
    Und seit heute habe ich die Version von Savall, und ich bin ganz beglückt!! Das klingt - typisch Savall - gefällig und doch raffiniert, elegant und doch geerdet, leidenschaftlich und doch stilsicher. Finde ich zumindest.
    Was mir schon damals beim ersten Hören sehr geschmeichelt hat: Im Gegensatz zu vielen anderen barocken Konzerten haben diese kleinen Stücke etwas fast volksliedhaft Sangliches. Kein Wunder, handelt es sich im Grunde ja um Suiten von Tanzsätzen. Entzückende Stücke jedenfalls.


    Hallo, ich habe das Cover gemäß unserer Werbepartnerschaft mit jpc eingefügt. Wie dies funktioniert, steht hier.
    Viele Grüße,
    ADMIN 47/11