Beiträge von Musica

    Ich habe vor einigen Tagen auf Bayern 4 Kultur nachts ein Violinkonzert gehört und war verzaubert, es war so wunderschön. Ich habe keine Ahnung wer die Solistin war, es war auf jeden Fall nicht Anne-Sophie Mutter, ich weiß auch nicht wie dieses Stück heißt, es war einfach wunderschön. Es war von Beethoven, daran erinnere ich mich noch.

    Ja, das empfinde ich ganz anders, Knabenchöre werden technisch geschult, haben wunderschöne klare Stimmen, anders als Mädchen, aber ich empfinde keine Emotionen, sind nett anzusehen wenn man in ihre Gesichter schaut, eben Kinder, aber sie drücken für mich nicht aus was der Text beinhaltet. Sie sind mehr oder weniger diszipliniert und schauen in die Noten (manchmal auch woanders hin), aber sie singen für mich nicht emotional.


    So empfindet man eben unterschiedlich, was findest du kommt für dich emotional rüber? Beispiel?

    Ich mag überhaupt keine Knabenchöre. Die Stimmen sind zwar wunderschön und es ist nett in die Gesichter zu schauen, aber das was sie singen rührt mich nicht. Sie singen technisch super, aber es ist mir zu wenig Emotion dabei, sie singen halt so wie es in den Noten steht, aber sonst nichts. Das gilt auch für die Knabensolisten. Ich kann damit nichts anfangen.

    Aber so ist es doch mit allen Chören, sie singen, mal laut mal leise, aber die Texte sind ohne Emotionen. Ich erinnere mich an meine Chorzeit. Schöne Literatur, eingehämmert, nicht erklärt was der Text eigentlich bedeutet inhaltlich, aber "schön gesungen".

    Wie oft habe ich meinen Schülern gesagt: "Ihr müsst Text singen, ihr müsst wissen was ihr singt, dann geht alles von alleine". Ich habe ihnen immer ein Beispiel genannt, das Kinderlied "lachend, lachend, lachend, lachend kommt der Sommer über das Land". Das geht nicht mit einem gleichgültigen, ernsten Gesicht, da muss was passieren, man muss das "Lachen" im Ausdruck, in den Augen sehen.

    Um das zum Abschluss zu bringen, wen es interessiert.


    Die Silberne Operettenära folgte der Goldenen (1860 – 1900) ist ein Zeitabschnitt in der Geschichte der Wiener Operette und dauerte etwas von 1900 bis ca 1940.


    In dieser Zeit entstanden zahlreiche neue Theater, z.B. das Wiener Bürgertheater, Johann-Strauß Theater, Wiener Stadttheater, es war auch die sog. Wiener Operette.


    Namhafte Komponisten waren Lehár, Fall, Kálmán, Benatzky, Straus O, Eysler, Stolz, Dostal und Kattnigg.



    Wir haben diesen Komponisten die schönsten Melodien zu verdanken, die auch in der heutigen Zeit ihre Berechtigung zur Aufführung haben und auch in vielen Häusern noch gesungen werden.

    Ich denke mal, daß youtube-Verlinkungen u.ä. auch machbar sind - wobei ich persönlich auch nichts dagegen hätte, wenn nur das Repertoire für den Tag vorgestellt werden kann, auch wenn es keine Aufnahmen davon geben sollte.


    Zumindest könnte ich mir so eine Verwendung gut vorstellen.

    Ja, das wäre besser, da hätte ich doch auch manches beizutragen, Repertoire ist vielfach und auch daraus könnte man youtube Beispiele bringen.

    Eigentlich sollte dieses Konzert, von der Stadt FFB, schon in diesem Jahr stattfinden, aber wegen Corona wurde es verschoben auf 2021.


    Der Titel "Beliebte Melodien - verfemte Künstler" , "Verfolgte Komponisten der Silbernen Operettenära in der Nazizeit", wurde uns aufgetragen. Viele bekannte Operettenkomponisten standen und stehen auf dem Programm, z.B. Paul Abraham, Werner Heymann, Friedrich Hollaender, Leon Jessel, Emmerich Kálmán, Oscar Straus, Kurt Weill, Robert Stolz.


    Wie ist eure Meinung zu so einem Konzert, ohne politisch zu werden?

    Die Asiaten tun sehr viel für ihren Nachwuchs. Unsere Gruppe Bel-Voce Gesangssolisten sind seit 16 Jahren auf der Insel Mallorca und immer im selben Hotel, in dem wir auch Konzerte singen. Vor zwei Jahren waren wir in den Osterferien dort und trauten unseren Ohren nicht. Anwesend war eine große Gruppe von Kindern aus ...schätze mal Japan...die dort einen Kurs für Streicher absolvierten, die sog. Suzuki-Methode. Die jüngsten waren 4 Jahre und geigten schon wie die Alten.

    So ist es auch beim Gesang, strenge Auflagen und Schule, die es so bei uns nicht gibt. Das Ergebnis...die Opernhäuser sind übersät mit Asiaten.

    Das ist ja eben das Problem, die Asiaten und Osteuropäer haben eine ganz andere Ausbildung und...das muss ich eingestehen...und sehr schöne Stimmen. Sie drängen in die Opernhäuser und natürlich in die Wettbewerbe. Trotzdem habe ich etwas dagegen wenn sie deutschsprachige Opern singen oder, wie schon erwähnt als Beispiel, die Winterreise u.a. Es ist für mich ein Unding, wenn ein Asiat den Florestan singt. Seitdem alles in Originalsprache gesungen wird, nehmen natürlich die Sänger aus dem Ausland zu. Natürlich muss es für die Italiener auch manchmal komisch sein, wenn unsere Sänger in der Originalsprache singen, aber immer noch anders, als wenn Jemand kaum deutsch spricht und dann mit Akzent singt.

    Da hatten wir es zu meiner Zeit einfacher, es wurde alles in deutscher Sprache gesungen.... :)

    Da muss ich wohl auch mal meinen Senf dazugeben. Das Wort im deutschen Lied ist mir heilig, ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn ausländische Sänger z.B. die Winterreise oder sonst was singen. Es stört mich wahnsinnig, wenn die Sprache "verknobelt" ist. Ich bin aber eh ein Fanatiker von korrekter Aussprache, schon bei meinen Schülern lege ich großen Wert darauf.

    In Opern deutscher Komponisten geht es mir genau so, ein Wagner mit asiatische Besetzung geht garnicht für mich. Aber leider sind die Häuser überwiegend mit ausländischen Sänger besetzt. Irgendwo las ich jetzt von einem Brahms Requiem, das auch wieder nicht mit deutschen Sängern besetzt wird. ...Ihr habt nun Traurigkeit.... mit Akzent? Wo sind unsere Sänger?

    Na, wie steht es um die Operette, lebt sie noch? Ja, sie lebt und wie. Das zeigen unsere Konzerte immer wieder, ob im In- oder Ausland. Das Publikum schmilzt dahin und nicht nur die "Senioren". Wenn unser Tenor das Wolgalied singt....bleibt kein Auge trocken, auch nicht bei mir.;( Es gibt so wunderschöne Melodien, gestern hörte ich im Radio eine Übertragung der Gräfin Mariza aus München, ja, da denke ich zurück an meine Zeit, als ich noch aktiv dabei war, schön war es und Erinnerungen bleiben, manchmal wehmütig mit einer Träne im Auge.

    :wink:

    Oh, da habe ich ja was nicht gelesen, was in mein Fach fällt.


    Es ist nie zu spät mit dem Singen zu beginnen, es kommt auf Dein Ziel an. Wenn Du in einem Kirchenchor singen möchtest, der nicht zu anspruchsvolle Literatur singt, bist Du sicher als Anfänger gerne Willkommen. Ein Chorleiter wird dich prüfen, in welche Stimme er dich unterbringen wird, wie tonsicher du bist, ob die Stimme halten kannst.
    Singen ist Balsam für die Seele, für das Herz und es bereitet Freude, nicht nur dem Sänger, sondern auch den Zuhörern.


    In (fast) jedem Kirchenchor wird vor der Probe eingesungen oder sogar Stimmbildung gemacht, das sind zwei Paar Schuhe. Einsingen, warm up, sollte immer gemacht werden, so wie ein Sportler seine Muskeln vor einem Lauf warm macht. Stimmbildung ist Technik im weitesten Sinne, nicht so intensiv wie ein Sänger, der Unterricht hat.
    Do it your self ist ohne Überwachung der Stimme m. E. ungünstig. Ich halte nichts von Fernunterricht oder Videos. Ein Gesanglehrer legt Hand an, schaut wie deine Atmung ist und korrigiert alles, was du machst, das ist wichtig, um einschleichende Fehler zu meiden.


    Übrigens, jeder Kirchenchor ist glücklich einen neuen „Sänger“ in seinen Reihen zu begrüßen, ob er 50 Jahre oder älter ist, spielt überhaupt keine Rolle.


    Nur Mut, du wirst sehen, es befreit die Seele und bringt deinen Kreislauf in Schwung.


    *hüpf*