Beiträge von Josquin Dufay

    Wenn es interessiert:

    Danke für die Links - ich habe mal nachgeschaut.


    Also ist Mindfuck eigentlich die Decouvierung einer anderen Realität bzw. Wahrnehmung als der, mit der der Film begonnen hat. Viele der Filme in der imdb-Liste lassen das so zu. Gut die Hälfte kenne ich auch.


    Und dennoch - ich hätte sie nie unter diesem "Genre" zusammengefaßt. Dafür sind die Werke viel zu unterschiedlich. Das Thema Realitätssimulation ist ja in der SF nicht neu, immerhin stammt der bekannteste Roman zum Thema (Daniel F. Galouyes Simulacron-3) aus dem Jahr 1964. Faßbinder machte 1973 daraus Welt am Draht. Allerdings wird es ja noch um den Aspekt der eigenen Wahrnehmungsverfälschung erweitert (siehe Matrix).


    Ganz ehrlich: ich habe ein Problem mit dem Wort Mindfuck. Es beschreibt ja eher die Wirkung auf den Zuschauer als den Inhalt der Filme. Es impliziert auch etwas, was ich persönlich traurig finde, denn damit wird eine Erwartungshaltung geschürt, die manche Filme gar nicht einlösen wollen. Dann kommt automatisch die Frage auf: What the mindfuck!?!*


    Wenn selbst Rashomon (1950) dazugezählt werden soll, dann umfaßt der Begriff jedwede Abweichung von einer eindeutigen Realität. Und ich glaube nicht, daß Kurosawa oder Kubrick so ihre Werke gesehen haben wollten.


    *Tut mir leid, ich konnte nicht widerstehen...:D

    Graham O'Reilly (2007)


    Carissimi

    Music in Rome - circa 1640


    (P) 2007 Passacaille 940 (2 CDs) [102:01]

    rec. 20.-25. Juni 2006 (Église Notre-Dame du Mont Harou, Moutiers-au-Perche/Frankreich)


    Ensemble européen William Byrd:

    Catherine Greuillet & Alena Dantcheva (s)

    Brigitte Vinson (ms)

    Bruno Boterf & Vincent Bouchot (t)

    Francois Fauché (b)

    Julia Fredersdorff & Ariane Dellenbach (Violine)

    Elisa Joglar (Violoncello)

    Marc Wolff (Thiorbe)

    Yannick Varlet (Orgel & Spinett)

    [Orgel: anonym (1590/1716)]

    [Truhenorgel: Bernard Aubertin (1990)]

    [Spinett: David Boinnard (2004) - nach anonymem italienischen Instrument (frühes 17. Jahrhundert)]

    D: Graham O'Reilly


    Inhalt:

    Giacomo Carissimi

    • Vanitas vanitatum à 5 "Contemptus mundi"
    • Historia Jephte à 6
    • Audite omnes quodquod estis à 3
    • [attr.] Mottet sur la Vanité des hommes à 2

    Michelangelo Rossi

    • Toccata settima (Toccata e correnti, 1630)

    Luigi Rossi

    • Salve Regina à 3
    • Il Predica del Sole à 5

    Paolo Quagliati

    • Toccata dell'Ottava Tuono (Il Transilvano, 1593)
    • Canzona (Ricercari e canzoni, 1601)

    Marco Marazzoli

    • Il Predica del Sole à 5

    Girolamo Frescobaldi

    • Aria detto Balletto (Toccate libro secondo, 1637)


    Diese Einspielung beschäftigt sich mit Repertoire, wie es um die Mitte des 17. Jahrhunderts in den römischen Kirchen aufgeführt wurde. Zu hören sind Motetten im polyphonen sowie im solistischen Stil. Knapp die Hälfte stammt von Giacomo Carissimi, ergänzt durch Stücke von Luigi Rossi und Marco Marazzoli; die restlichen sind Orgelwerke anderer Komponisten.


    Alle Werke stammen von Komponisten, die auch lange Zeit in Rom tätig waren. In diesem reichen geistlichen Klima der Stadt wurde die Musik mit großer demütiger Geste wiedergegeben und schuf so eine anmutige Würde. Carissimi war zweifellos der Meister, an denen sich alle messen mußten; seine Motetten sind exzellent durchgeformt und erreichen einen hohen affekten Gehalt.


    Graham O'Reilly läßt die Werke in rein solistischer Manier realisieren und bringt dadurch ihre Geschlossenheit treffend zum Ausdruck: nichts wird überfrachtet oder zu mager, der Ausdruck der Solisten steht immer im geglückten Verhätnis zum b.c. Da man annimmt, daß mehrfach besetzte Chöre eh zur damaligen Zeit in Italien nicht Usus waren, ist die Besetzung durchaus treffend gewählt. Und tatsächlich ist jeder voll bei der Sache und bewältigt die Partitur mit exzellenter Technik und vorzüglichem Ausdruck. Das b.c. ist häufig mit der Truhenorgel ausgeführt, gelegentlich durch die Streicher erweitert.


    Die vier Orgelstücke sind allesamt auf der anonymen Orgel der Kirche in Moutiers-au-Perche ausgeführt: dieses ist ein eher kleines Instrument, ursprünglich 1590 erbaut und 1716 nochmals überarbeitet. Zur Disposition kann ich sagen, daß es sich für das hier aufgeführte Repertoire bestens eignet, auch wenn es eigentlich ein französisches Instrument ist. Yannick Varlet hat die Registrierungen sorgfältig ausgewählt und präsentiert die Werke mit genauer klanglicher Konzeption. Es paßt auch sehr gut zu den Stücken.


    Eine überzeugende Einspielung eines Repertoires, welches zu den besten Erzeugnissen italienischer Musik gezählt werden darf. Sehr zu empfehlen!... *yepp**yepp**yepp**yepp*


    Die Eroberung des Weltalls

    USA 1955


    Der letzte der SF-Filme, die George Pal in der ersten Hälfte der 1950er Jahre produziert hat: ein seltsamer Blick auf eine Zukunft, die nie so eintreten konnte, dafür aber mit keinen Monstern außer dem Mensch selber. Für damalige Verhältnisse technisch sehr gut umgesetzt, und der Charme des alten Kintopps stellt sich ein.




    Heiße Katzen

    GB 1967


    Eine Bulldog-Drummond-Adaption, in typischer 1960er-Manier umgesetzt: ein viriler Held, ein Erzbösewicht mit Hirn, dazu eine Menge Miezen, die aber verdammt tödlich sein können. Felidae treten übrigens gar nicht auf. Dafür darf man bewundern, womit Elke Sommer eigentlich Karriere gemacht hatte. Und der Film selber nimmt sich zum Glück nicht so ernst, als daß man ihn mit den Bondfilmen vergleichen sollte.

    Passend zum Tag:



    Gregorianischer Choral

    Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi

    "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi" - Proprium zur Messe

    Choeur des moines de l'Abbaye de Solesmes

    D: Dom Jean Claire


    Aus der sehr ergiebigen Solesmes-Box... :)

    Ergo: die CDs müssen … in den Keller. Tatsächlich trenne ich mich zumindest räumlich von meiner Sammlung.

    Ja, das ist ein Schritt, der entscheidend sein kann - ob das einem gefällt, steht aber auf einem anderen Blatt.


    Die Frage ist natürlich auch: wie sind sie dort untergebracht? Können sie wie in der Wohnung in den Regalen stehen oder müssen sie geschützt werden vor Staub und Feuchtigkeit? Hätte ich einen Kellerraum, der akkurat klimatisiert wäre, hätte ich schon längst einen Teil meiner Sammlung nach unten gebracht. Ist er aber nicht...:(


    Ich hoffe, du findest die für dich beste Lösung...*sante*