Beiträge von Josquin Dufay

    Bald kommt der Westminster-Zyklus von Hermann Scherchen nochmals in einer Box heraus:


    27. März 2020:

    • Symphonie Nr. 1-9
    • Wellingtons Sieg op. 91 (inklusive Probenmitschnitt)
    • Leonore-Ouvertüren Nr. 1-3
    • Fidelio-Ouvertüre
    • Coriolan-Ouvertüre
    • König Stephan-Ouvertüre
    • Die Namensfeier-Ouvertüre
    • Die Geschöpfe des Prometheus-Ouvertüre
    • Die Ruinen von Athen-Ouvertüre
    • Die Weihe des Hauses-Ouvertüre
    • Große Fuge für Orchester

    Magda Laszlo, Hilde Rössel-Majdan, Petre Munteanu, Richard Standen

    Orchester der Wiener Staatsoper

    Philharmonic Symphony Orchestra of New York

    Royal Philharmonic Orchestra

    English Baroque Orchestra

    D: Hermann Scherchen

    rec. 1951-1958

    Symphonien-Bearbeitungen für Nonett-Besetzung:



    Nr. 1 op. 21

    in der Bearbeitung von Carl Friedrich Ebers für 2 Violinen, 2 Violas, Kontrabass, 2 Klarinetten, 2 Hörner

    Nr. 2 op. 36

    in der Bearbeitung von Ferdinand Ries für 2 Violinen, 2 Violas, Cello, Kontrabass, Flöte, 2 Hörner

    Nr. 3 "Eroica" op. 55

    in der Bearbeitung von Carl Friedrich Ebers für 2 Violinen, Viola, Flöte, 2 Klarinetten, 2 Hörner, Kontrabass


    Compagnia di Punto

    So wenig nur? Beeindruckend.


    Letztes Jahr bin ich auch unter meinem sonstigen Sollzahlen geblieben: Amazon allein gut 60 CDs, jpc vielleicht 30, ebay & Flohmarkt zusammen 10. Mit anderen Worten: gut 100 CDs insgesamt, wenn ich richtig gerechnet habe.


    Das bedeutet: ein gewaltiger Einbruch in meinen Neukäufen. 2015 waren es um die 500 CDs, 2017 gut die Hälfte. *hmmm*...naja, eigentlich ein permanentes Abflauen.


    Aber gefühlt eine zunehmende Lustlosigkeit, allem Möglichem hinterherzurennen. Keine Lust auf neue WOs, neue MPs, JPs, h-molls, Messiasse, Beethoven-Symphonien. Gregorianik ist auch nicht mehr viel dazugekommen, Marienvesper bin ich aktuell geblieben. Boxen mit mehr als 10 CDs zähle ich nur eine, viel Kleinkram mit neuem Repertoire, eine kleine Anzahl an CDs mit Schellackaufnahmen, wieder verstärkt Alte Musik (besonders Renaissance und Frühbarock). Insgesamt weniger, dafür aber bewußter ausgewählt.


    Eine erfreuliche Entwicklung, wie ich finde, denn ich habe mehr als genug zum Hören. So Vieles noch ungehört, so Vieles zu wenig gehört - der Drang, sich mehr Zeit zu lassen beim Neu-Kennenlernen, nimmt immer mehr zu. Ich kann und will nicht mehr mit Vollgas durch die CD-Halden rauschen. Vieles, was mich noch vor fünf Jahren bestimmt hatte, hat sich inzwischen abgenutzt. Aber dafür kommt jetzt das durch, was mich wirklich bewegt.


    Ich fülle meine Listen immer noch an, doch dann bleibt es da zu 99% liegen. Wenn ich lösche, fliegt Vieles wieder runter. Nur die wirklich wichtigen Sachen bleiben drauf, sind es teilweise seit Jahren! Ein gewisser Grundstamm ist da, wird manchmal reduziert; dafür kommt Neues dazu, was nicht weggelöscht wird. Insgesamt leichte Tendenz nach oben.


    Doch es bereitet mir keine Kopfschmerzen - kann gut liegen bleiben. Es gibt zuviel für ein Hörleben, und das ist es, was man akzeptieren muß. Die Suche nach was Neuem muß sich auf das richten, was man bereits hat - nicht auf das, was noch nicht im eigenen Regal steht. Zwar wird es nicht dazu kommen, daß ich selber einen Kaufstopp aufrufe, aber der Input wird wohl bestimmt nicht mehr anziehen. Ich habe ja schon so viele tolle Sachen - um die sollte man sich kümmern.

    Bei dieser CD habe ich mich entschieden, sie hier vorzustellen:


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    "Historische Orgeln am Niederrhein: Hoerstgen und Gerderath"

    (P) 1991 Motette CD 11601 [70:55]

    rec. 10. Oktober 1990 (Pfarrkirche St. Christophorus, Gerderath/Erkelenz)

    & 13. Oktober 1990 (Reformierte Kirche Hoerstgen/Kamp-Lintfort) beides in NRW


    Bernd Liffers (Orgeln)


    [Orgel in Hoerstgen: Thomas Weidtmann der Jüngere (Ratingen 1731)]

    Disposition: 1 Manual, 13 Register, Stimmung: a' = 470 Hz

    • Jan Pieterszoon Sweelinck: Ick voer al over Rhijn - Mein junges Leben hat ein End
    • Heinrich Scheidemann: Jesu, du wolltest uns weisen
    • Antonio de Cabezón: Tiento del primer Tono
    • Hernando de Cabezón: Dulce memoriae
    • Francisco Correa de Arauxo: Tres Glosas sobre el Canto Llano de la Immaculada Conceptión (Todo el mundo en general)
    • Bernardo Storace: Ciacona in C

    [Orgel in Gerderath: unbekannt (1695)] Disposition: 1 Manual & Pedal, 9 Register, Stimmung: mitteltönig, a' = 440 Hz

    • Heinrich Scheidemann: Praeambulum in d
    • Giovanni Gabrieli: Canzon
    • Ascanio Mayone: Toccata seconda
    • Girolamo Frescobaldi: Toccata avanti il Recercar / Recercar Cromaticho post il Credo
    • Georg Muffat: Toccata prima
    • Domenico Zipoli: All'Elevazione
    • Claude Balbastre: A la venue de Noël
    • Michel Corrette: Noël povonçal


    Die Stücke entstanden im Zeitraum zwischen ca. 1530-1800 und sind somit breit gestreut. Die Cabezóns und Correa de Arauxo stehen am Beginn dieser Reise, mit drei Stücken, die ganz im Klang des 16. Jahrhunderts stehen. Sweelinck ist mit zwei Liedvariationen vertreten, die auf das Liedgut des Niederrheins hinweist. Gabrieli und Mayone stehen zusammen mit Scheidemann und Storace in einer direkten italienischen Linie, die den Schritt von der Renaissance in den Frühbarock vollzogen; Frescobaldi steht ganz im 17. Jahrhundert. Muffat und Zipoli zeigen die italienische Tradition nach Frescobaldis Tod, und am Schluß steht die französisch geprägte Zeit ab 1794 in Form zweier französischer Orgelmeister.


    Die beiden Orgeln sind für Dorfkirchen konzipiert worden und dementsprechend klein im Umfang. Liffers registriert abwechslungsreich und läßt auch den Subbaß des Pedals der Gerderather Orgel für die älteren Stücke erklingen, solange es subtil bleibt. Sein Spiel ist recht schnell und stetig, die Orgeln entfalten ein feines Klangpanorama. Das Repertoire funktioniert in diesem breiten Spektrum sehr gut auf den Instrumenten. Die Klangqualität ist nah und detailliert, ohne den Hall auszuschließen.


    Insgesamt ein feines Dokument für die Provinzorgeln des Niederrheins im Barockzeitalter. Sehr gut...*yepp**yepp**yepp**yepp*