Beiträge von Yorick

    CD 1 [60:02] und 2 [51:41]


    Francois-Joseph Gossec (1734-1829)
    Requiem (Missa pro defunctis) +Symphonie a 17 [1:51:51]


    Requiem (Grande Messe des Morts/Missa Pro Defunctis) (1760)


    CD 1


    1-1 I. Introduzione: Grave 5:03
    Introitus (10:06)
    1-2 II. Requiem Aeternam: Grave 3:09
    1-3 III. Te Decet Hymnus: Allegro Moderato 3:08
    1-4 IV. Exaudi Orationem Meam: Largo 3:49
    Graduale (5:50)
    1-5 V. Requiem Aeternam: Grave 1:13
    1-6 VI.Fuga: Et Lux Perpetua 4:37
    Sequentia (39:03)
    1-7 VII. Dies Irae: Grave Maestoso 3:22
    1-8 VIII. Tuba Mirum: Grave - Allegretto 4:15
    1-9 IX. Mors Stupebit: Allegro 3:41
    1-10 X. Quid Sum Miser: Lento 1:47
    1-11 XI. Recordare: Largo 5:25
    1-12 XII. Inter Oves: Allegretto 5:13
    1-13 XIII. Confutatis: Allegro Molto 3:34
    1-14 XIV. Oro Supplex: Grave 1:53
    1-15 XV. Lacrimosa: (Grave) 3:53
    1-16 XVI. Juidcandus: Grave 1:25
    1-17 XVII. Pie Jesu Domine - Amen: Andante 4:36


    CD 2


    Offertorium (11:55)
    2-1 XVIII. Vado Et Non Revertar: Largo 4:02
    2-2 XIX. Spera In Deo: Largo 4:08
    2-3 XX. Cedant Hostes: Allegro 3:45
    Sanctus
    2-4 XXI. Sanctus: Maestoso 0:59
    Pie Jesu
    2-5 XXII. Pie Jesu: Largo 4:00
    Agnus Dei
    2-6 XIII. Agnus Dei: Moderato 2:03
    Post Communionem
    2-7 XXIV. Requiem Aeternam: Allegretto 5:07


    Soprano Vocals – Roberta Invernizzi

    Mezzo-soprano Vocals – Maite Arruabarrena

    Tenor Vocals – Howard Crook

    Bass Vocals – Claude Darbellay


    Coro Della Radio Svizzera

    Gruppo Vocale Cantemus

    Diego Fasolis

    10. April 1998 (Cattedrale di San Lorenzo, Lugano)


    Symphonie à 17 Parties (27:31)
    2-8 Maestoso - Allegro Molto 6:15
    2-9 Larghetto 7:02
    2-10 Minuetto 9:22
    2-11 Allegro Assai 4:49


    Orchestra Della Svizzeria Italiana

    Wolf-Dieter Hauschild

    16. Januar 1998 (RSI Auditorium, Lugano)


    Booklet

    klassik-heute.de: Dr. Éva Pintér [01.10.2001]


    Chor der Regensburger Kirchenmusikschule - Tauet Himmel

    Lieder zum Advent


    1 Macht Hoch Die Tür 4:00
    2 Aus Hartem Weh Die Menschheit Klagt 2:36
    3 Es Kommt Ein Schiff 3:27
    4 Komm, Du Heiland Aller Welt 2:40
    5 Kündet Allen In Der Not 3:51
    6 Macht Weit Die Pforten In Der Welt 3:25
    7 Tauet, Himmel, Den Gerechten 4:38
    8 Ave Maria, Gratia Plena 2:49
    9 Maria, Mutter Unsres Herrn 1:44
    10 Und Unser Lieben Frauen 3:29
    11 Die Nacht Ist Vorgedrungen 4:24
    12 O Komm, O Komm Emmanuel 2:44
    13 "Wachet Auf", Ruft Uns Die Stimme 4:42


    Chor der Regensburger Kirchenmusikschule

    1978 (St. Emmeran Regensburg)


    Auch dieses Jahr kommt keine Weihnachtsstimmung auf. Zusammen mit meinem endgültigen Ausstieg aus dem Berufsleben der Tod meines Vaters und die unerträglichen Schmerzen durch die Zahn-OP; das ist alles ein bisschen zu viel für einen Menschen und da habe ich wenig Sinn für die Ankunft des Heilands, auch wenn es theologisch und volksfrömmig gesehen natürlich genau andersherum sein sollte.

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    Gabriel Fauré, Maurice Duruflé: Requiem, Op. 48 / Requiem, Op. 9 [79:17]


    Gabriel Fauré (1845-1924)

    Messe de Requiem für Sopran, Bariton, Chöre, Orgel und Orchester, Op. 48 (1887, revidiert 1887 bis 1890, Fassung für großes Orchester 1899)


    1 Introit Et Kyrie 6:54
    2 Offertoire 8:55
    3 Sanctus 3:37
    4 Pie Jesu 3:41
    5 Agnus Dei 6:09
    6 Libera Me 4:56
    7 In Paradisum 4:04


    Maurice Duruflé (1902-1986)

    Requiem op. 9 für für Mezzosopran- und Bariton-Soli, gemischten Chor, Orchester und Orgel (1947)


    8 Introit 3:56
    9 Kyrie 3:48
    10 Domine Jesu Christe 8:24
    11 Sanctus 3:22
    12 Pie Jesu 3:29
    13 Agnus Dei 4:22
    14 Lux Aeterna 4:30
    15 Libera Me 5:31
    16 In Paradisum 3:32


    Baritone Vocals – Siegmund Nimsgern (Titel: 1 to 7)
    Soprano Vocals – Kiri Te Kanawa (Titel: 8 to 16), Lucia Popp (Titel: 1 to 16)

    The Ambrosian Singers (Titel: 1 to 16)

    Desborough School Choir (Titel: 8 to 16),

    Chorus Master – John McCarthy (Titel: 1 to 16)

    Philharmonia Orchestra (Titel: 1 to 7)

    New Philharmonia Orchestra (Titel: 8 to 16),

    Andrew Davis (Titel: 1 to 16)

    18.-20. Juli 1977 (Tracks 1-7); 13. and 20. Januar 1977 (Tracks 8-16) (All Saints' Church, Tooting Graveney, London)

    CD 2 [70:44]


    Franz Schubert (1797-1828)
    Messen D.452,678,950


    Mass No.6, D950 For Soloists, Chorus & Orchestra E Flat Major
    2-1 I: Kyrie 7:15
    2-2 II: Gloria 13:48
    2-3 III: Credo 15:37
    2-4 IV: Sanctus 3:41
    2-5 V: Benedictus 5:48
    2-6 VI: Agnus Dei 10:39


    Bass Vocals – Dietrich Fischer-Dieskau

    Contralto Vocals – Brigitte Fassbaender

    Soprano Vocals – Helen Donath

    Tenor Vocals – Francisco Araiza


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Wolfgang Sawallisch

    22.-24. September 1980 (Herkulessaal, Munich)


    2-7 Tantum Ergo, D962 For Soloists, Chorus & Orchestra E Flat Major 3:51


    Bass Vocals – Dietrich Fischer-Dieskau
    Contralto Vocals – Brigitte Fassbaender
    Soprano Vocals – Lucia Popp
    Tenor Vocals – Adolf Dallapozza


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Wolfgang Sawallisch

    4.-7. März & 14.-18. Dezember 1981 (Herkulessaal, Munich)


    2-8 Offertorium, D963 For Tenor, Chorus & Orchestra B Flat Major 9:43


    Tenor Vocals – Peter Schreier

    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Wolfgang Sawallisch

    22.-24. September 1980 (Herkulessaal, Munich)

    CD 1 [73:48]


    Franz Schubert (1797-1828)
    Messen D.452,678,950


    Mass in A Flat Major, D678

    1-1 I: Kyrie 6:51
    1-2 II: Gloria 14:03
    1-3 III: Credo 11:31
    1-4 IV: Sanctus 3:08
    1-5 V: Benedictus 4:20
    1-6 VI: Agnus Dei 7:41


    Bass Vocals – Dietrich Fischer-Dieskau

    Contralto Vocals – Brigitte Fassbaender

    Soprano Vocals – Helen Donath

    Tenor Vocals – Francisco Araiza


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Wolfgang Sawallisch

    29.-31. Januar 1980 (Herkulessaal, Munich)


    Mass in C Major, D452

    1-7 I: Kyrie 2:56
    1-8 II: Gloria 4:05
    1-9 III: Credo 5:48
    1-10 IV: Sanctus 1:35
    1-11 V: Benedictus I & II 7:07
    1-12 VI: Agnus Dei 4:09


    Bass Vocals – Dietrich Fischer-Dieskau

    Contralto Vocals – Brigitte Fassbaender

    Soprano Vocals – Lucia Popp

    Tenor Vocals – Adolf Dallapozza


    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Wolfgang Sawallisch

    4.-7. März & 14.-18. Dezember 1981 (Herkulessaal, Munich)

    Trauerrede am Grab meines Vaters


    Mein Vater starb auf den Tag genau einen Monat vor seinem 75. Geburtstag, nur vier Jahre nach seiner Mutter; ein Vierteljahrhundert nach seinem Vater, fast fünf Jahrzehnte nach seinem Großvater.


    Was sagen diese nüchternen Zahlen über ein Leben aus? Frauen werden statistisch gesehen immer noch deutlich älter als Männer; die Lebensbedingungen haben sich verbessert; Medizin und Pharmazie haben gewaltige Fortschritte gemacht. Eine Generation umfasst im Durchschnitt 30 Jahre und der 90. Psalm weiß schon lange: „Unser Leben währet siebenzig Jahr; und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahr“; Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach haben das wunderbar tröstend in Töne gesetzt, viele andere Komponisten auch. Und bei wie vielen Grabreden wird auf diesen Satz schon Bezug genommen worden sein?


    Ist mein Vater zu früh gestorben? Andere Männer sterben im besten Mannesalter, Infarkte, Schlaganfälle rafften sie dahin zwischen dem 50. und 60. Jahr; der Krebs fordert so viele Opfer; viele Krankheiten, viele frühe, zu frühe Tode. Aber hätte er nicht dennoch 80 werden können, 85 oder 90; das ist doch heute keine Seltenheit mehr, man kennt so viele schöne Beispiele? Was sagt die bloße Zahl über die Qualität eines Lebens, seine Tiefe und Wirkung? Konnte meines Vaters Leben sich runden, war es ein erfülltes Leben, ein glückliches; schloss sich ein Kreis? Wie würde er das gesehen haben, wie sehen wir das; wie sieht das der, an den so viele glauben und der uns alle richtet?


    Wenn man zwei Jahre nach dem bislang schrecklichsten Krieg der Menschheitsgeschichte geboren wurde, gehört man zur Nachkriegsgeneration. Wenn man in die Sowjetische Besatzungszone geboren wurde, wird man in die DDR hineinwachsen. Wenn man auf dem Land in eine tiefverwurzelte Familie geboren wurde, ist man ein Bauernsohn. Und wenn man im Wohnzimmer eines uralten Hauses geboren wurde, in dem man dann fast sein ganzes Leben verbracht hat und beinahe auch dort gestorben wäre; wirkt man in unserer Gegenwart wie aus der Zeit gefallen. Da ist von Anfang an viel Liebe und Zuneigung, besonders von seiner Oma; und da ist auch von Anfang an viel Arbeit; denn die steht nie still auf dem Lande, nicht einmal im Winter. Ein Bauernkind wächst in den bäuerlichen Alltag hinein; auch wenn die Landwirtschaft in der neuen LPG aufgeht und später nur noch im Nebenerwerb betrieben wird. Da sind die Eltern und Großeltern; der Bruder, der Cousin; die Tiere; die Pflanzen; der Hof, der Garten, der Wald, den er sein Leben lang lieben wird; die Altersgenossen und Freunde, die Verwandten und Bekannten. Da ist die Schule im Dorf, die ihm Spaß macht; da ist der Großvater, der ihm die Bücher und das Interesse für die Wissenschaften nahebringt. Da ist der Sport, den er begeistert betreibt; da sind die Mädels, die ihn interessieren und sie sich für ihn.


    Und da ist die DDR, ein Arbeiter- und Bauernstaat; der gut ausgebildete junge Menschen für den Aufbau des Sozialismus auf deutschem Boden braucht. Er wird auf den aufgeweckten Jungen aufmerksam und ermöglicht ihm das Abitur. Natürlich entkommt er dem Bauernstand nicht ganz, denn man braucht Agrarökonomen und der älteste Sohn muss eben „den Hof übernehmen“, auch wenn es die Äcker einer ganzen Republik sind. Er hätte so gerne Rundfunk- und Fernsehtechniker gelernt, war fasziniert von Elektronik und Technik. Beides gab es auch in der modernen Landwirtschaft, deren Studium ihn von Jena nach Halle verschlug, wo er seine künftige Frau kennenlernte. Die frühe Frucht dieser Begegnung sammelt hier diese Zeilen und bildet das Fundament einer Ehe, die über fünfzig Jahre glücklich währt bis in den letzten Atemzug hinein. Nach der Universität musste eine Grenze bewacht werden, die es nicht mehr gibt; die als Grünes Band heute Natur und Geschichte vereint. Aber dann Familie und Beruf in der Bezirkshauptstadt. Da ist eine Altbauwohnung in der Vorstadt, die heiß ersehnte Neubauwohnung am Rand des Zentrums. Da ist viel Arbeit und Engagement für den Staat, dem man so viel verdankt und an den man glaubt. Aber da ist auch viel Sehnsucht nach der Heimat und den Eltern. Bäume sind gepflanzt, zwei Söhne gezeugt; nun wird ein Haus gebaut. Es ist die glücklichste Zeit. Der Direktor kann seine pädagogische Begabung und seine wissenschaftlichen Ambitionen vereinen. Bildend und schöpferisch fühlt er den Sinn seines Tuns, sein Denken ist frei. Die Kinder wachsen heran; die Familie besteht.


    Dann aber bricht alles zusammen. Eine ganze Welt, an die man geglaubt hat und für die man stritt, war plötzlich nicht mehr. In wenigen Monaten alles vorbei, ein ganzes Land verschwand in der Geschichte und ganze Biografien nahm es mit sich. Viele Menschen resignierten und fassten schwer Fuß. Er aber kämpfte und fing mit seiner Frau ganz von vorne noch einmal neu an. In einem Alter, in dem sich westwärts andere auf den Ruhestand vorbereiten. Und es gelang. Ein Vierteljahrhundert später Firmenjubiläum. Man kann Menschen auf so viele Arten und Weisen helfen. Das hätte er vordem auch nicht geglaubt. Er konnte sogar mehr bewirken als vor der großen Wende. Die Ironie der Geschichte wuchs sich zum Guten aus.


    Stationen eines arbeitsreichen, tätigen Lebens. Wer aber war mein Vater; geboren im Dezember 1947 im Dorf seiner Väter; gestorben im November 2022 in der Klinik unserer Universitätsstadt? Was war er für ein Mensch? „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“; das war sein Lieblingszitat seines Lieblingsdichters. War er edel, hilfreich und gut? Als ich noch ganz klein war, schlüpfte ich früh sehr zeitig in sein Bett, damit er mir Geschichten erzählte, die ich zum Teil heute noch nacherzählen kann. Er hat mir das Lesen beigebracht, als ich fünf Jahre alt war und regelmäßig Bücher geschenkt. Er war der erste, der mir Lessing und Goethe näherbrachte. Er schenkte mir den Stabil- und später den Chemiebaukasten; er reparierte mein Fahrrad und später das Moped. Nur der Trabant war ihm heilig, da durfte ich nur mitfahren zunächst. Ein Höhepunkt war jeden Spätsommer die gemeinsame Abholung der Schulbücher, die er dann akkurat und sorgfältig einband; während er mir begeistert von neuen Fächern wie etwa Physik erzählte. Er hat meine Hausaufgaben kontrolliert und mich abgefragt, bis er sah, dass das bei mir von alleine lief. Noch während des Studiums konnte ich mich aber auf ihn verlassen, wenn es etwa um die Korrektur und das Tippen von Beleg- und Seminararbeiten ging. Längst erwachsen blieb der Vater trotzdem immer unentbehrlich.


    Sein Schicksal war, dass er alles konnte. Er ist der sportliche, praktische Typ; handwerklich geschickt, technisch versiert; fast sein ganzes Leben lang gesund und leistungsfähig; dazu noch gutaussehend und von einnehmendem Wesen. Immer gründlich, überlegt und exakt. Das konnte hart werden für den Handlanger, wenn man mit den Kumpels Rad fahren wollte oder abends zur Disco; wenn die gemeinsame Arbeit nicht enden wollte. Kohlen reinschaufeln oder Holz machen im Wald, spalten und hacken daheim; bauen, Steine schleppen, Mähen, Heu einfahren und so weiter. Draußen in der Natur fühlten wir uns beide wohl. Drinnen waren wir praktisch immer verschiedener Meinung. Aber so geht das zwischen Vätern und Söhnen. Anderes betrieben wir immer gemeinsam: Gemeinsame Lektüren, gemeinsam Fußball schauen; gemeinsam schreiben und korrigieren.


    Im Sport war er ein Ass auf der Kurzstrecke; 100 Meter Sprint waren seine Stärke, den Dauerlauf mochte er weniger. Und so war er auch als Schriftsteller ein Meister der kleinen Form: Funkelnde Geistesblitze gelangen ihm in wenigen Sekunden; ein Meister des Aphorismus, der Sentenz, des Epigramms und des Sinnspruchs. Intelligent und geistreich; auch mit Moral und bitterer Skepsis; aber immer auch mit viel Humor und Nachsicht bezüglich menschlicher Schwächen. Er setzte schreibend dem geliebten Großvater ein Denkmal, das nun auch ihn selber ehrt; und ohne viel sich bitten zu lassen, trat er mit unter und schulterte eines anderen Last und bereitete dem verehrten alten Lehrer die Bahn für dessen Erinnerungen und schenkte jenem damit neuen Lebensmut und viele glückliche Jahre noch im Alter. Wann immer sich ein Anlass bot, wurde die Ehefrau zum Adressaten kleiner Büchlein voller Geist und Liebe; das letzte im August verband Wort und Bild zu einem letzten Gruß und Bekenntnis ewiger Verbundenheit.


    Mein Vater war universell begabt, auch ein gelehrter Bauer wie der aus Rothenacker; half vielen Menschen als Privat- und Geschäftsmann oder mit der vom Großvater erlernten Homöopathie. Aber er trug seine Nase nie hoch und hängte sein Fähnlein nie in den Wind. Er war nicht nur fleißig und arbeitsam, sondern auch treu und redlich. Ein guter Ehemann, ein guter Vater, ein guter Opa. Er war ein guter Mensch, dessen Adel nicht vom Geblüt herrührte, sondern aus dem Herzen wuchs. So hat er ein erfülltes Leben geführt und es schließt sich an dieser Stelle ein Kreis.


    Es kommt der Tag, da die Kinder die Eltern zu Grabe tragen; das ist der Lauf der Welt. Trotzdem will man es nicht glauben und kann es kaum fassen; wenn ein geliebter Mensch sterben muss. Das liegt in unserer Natur, weil wir Menschen trotz aller Gegenwart und Endlichkeit den Sinn für das Unendliche und die Unsterblichkeit in uns tragen. Mein Vater wird fortleben in seinen beiden Söhnen und Enkeln und natürlich in den Herzen all derer; die ihn liebten und nicht vergessen werden. Sein Tod macht uns unendlich traurig, aber die Trauer ist das Symbol unserer Liebe.


    Er ruhe in Frieden.


    Francois-Joseph Gossec (1734-1829)

    Requiem (Grande Messe des Morts/Missa Pro Defunctis) [65:49]

    I. Introduzione
    1 Introduzione 3:57
    2 Introitus: Requiem Aeternam 2:31
    3 Chorus: Te Decet Hymnus 3:29
    4 Requiem Aeternam II 1:39
    II. Dies Irae
    5 Dies Irae 3:04
    6 Tuba Mirum 4:25
    7 Mors Stupebit 4:03
    8 Quid Sum Mise 1:36
    9 Recordare Jesu Pie 5:15
    10 Inter Oves 0:50
    11 Confutatis Maledictis 3:26
    12 Oro Supplex 0:58
    13 Lacrymosa 3:51
    14 Judicandus 1:45
    III. Offertorium
    15 Vado Et Non Revertar 3:47
    16 Spera In Deo 5:36
    17 Cedant Hostes 4:56
    IV. Sanctus
    18 Sanctus, Sanctus 0:37
    19 Pie Jesu Domine 2:59
    20 Agnus Dei 1:26
    VI. Post Communionem
    21 Lux Aeterna 4:50
    22 Requiem Aeternam III 0:49


    Alto Vocals – Hildegard Laurich
    Baritone Vocals – Alessandro Corbelli
    Soprano Vocals – Eva Csapó


    WDR Rundfunkchor Köln

    Cappella Coloniensis

    Herbert Schernus

    25. September 1980 (Immanuelskirche, Wuppertal)



    Giovanni Battista Martini (1706-1784)
    Requiem+Missa Solemnis [62:39]


    1 Toccata Per Il Deo Gratias 5:09
    2 Elevazione In E Major 4:06
    3 Sonata Al' Postcommunio 1:43


    Requiem (For Choir & Organ)
    4 Kyrie - Christe - Kyrie 2:52
    5 Dopo L'Epistola 0:20
    6 Dies Irae 8:12
    7 Offertorio 3:42
    8 Sanctus 1:01
    9 Elevazione 4:34
    10 Agnus Dei 0:54
    11 Post Communio 2:01
    12 Toccata 6:44


    Missa Solemnis (For Choir & Organ)
    13 Kyrie - Christe - Kyrie 2:24
    14 Gloria 3:44
    15 Per Dopo L'Epistola 0:24
    16 Alleluia 0:28
    17 Offertorio 3:07
    18 Sanctus 0:54
    19 Elevazione 4:30
    20 Agnus Dei 0:27
    21 Post Communio 2:29
    22 Toccata Per Il Deo Gratias 2:54


    Melodi Cantores

    Tenor Vocals – Mirko Maltoni, Walid Zogheib

    Bass Vocals – Mauro Medri
    Bass Vocals, Solo Vocal – Andrea Favari, Decio Biavati
    Organ, Directed By, Recording Supervisor – Elena Sartori

    Maí 2002 (S. Michele In Bosco - Bologna)

    CD 1 [77:14]


    Robert Schumann (1810-1856)


    Der Rose Pilgerfahrt op. 112 (Dichtung von Heinrich Moritz Horn; 1851)


    Alto Vocals – Julia Hamari
    Baritone Vocals – Bruno Pola
    Bass Vocals – Hans Sotin
    Tenor Vocals – Theo Altmeyer


    Chor Des Städtischen Musikvereins e.V. Düsseldorf (Hartmut Schmidt)

    Düsseldorfer Symphoniker

    Rafael Frühbeck De Burgos

    8.-13. September 1974 (Rheinhalle Düsseldorf)


    25 Requiem For Mignon, Op. 98b 11:42


    Bass Vocals – Dietrich Fischer-Dieskau
    Contralto Vocals – Mechthild Georg, Monika Weichhold
    Soprano Vocals – Andrea Andonian, Brigitte Lindner

    Chor Des Städtischen Musikvereins Zu Düsseldorf (Hartmut Schmidt)

    Düsseldorfer Symphoniker

    Bernhard Klee

    2.-6. Juli 1983 (Tonhalle Düsseldorf)


    Georg Joseph Vogler (1749-1814)
    Requiem Es-Dur +Haydn: Te Deum H. 23c: 2 "Für die Kaiserin Marie Therese"


    Joseph Haydn (1732–1809)
    1.Te Deum für die Kaiserin Marie Therese Hob. XXIIIc:2 für gemischten Chor, Orchester und Orgel 8:19


    Georg Joseph Abbé Vogler (1749–1814)


    Großes Requiem Es-Dur


    Kyrie
    2. 1. Requiem 3:38

    3. 2. Te decet hymnus (1) 3:01

    4. 3. Te decet hymnus (2) 1:27

    5. 4. Kyrie 2:51


    SEQUENZ
    6. 5. Dies Irae 2:41

    7. 6. Quantus tremor 1:13

    8. 7. Tuba mirum 3:39

    9. 8. Mors stupebit 3:13

    10. 9 Ingemisco 2:55

    11. 10. Lacrimosa 1:58


    OFERTORIUM
    12. 11. Domine Jesu Christe 3:08

    13. 12. Quam olim Abrahae 2:01


    SANCTUS
    14.13. Sanctus 2:50

    15.14. Pleni sunt coeli 1:45

    16. 15. Osanna 1:25

    17. 16. Benedictus 2:41

    18. 17. Osanna 1:29


    AGNUS DEI
    19. 18. Agnus Dei (1) 2:20

    20. 19. Agnus Dei (2) 2:24

    21. 20. Lux aeterna 1:56


    ABSOLUTIO AD TUMBAM
    22. 21. Liebera me 2:59

    23. 22. Dum veneris 1:38

    24. 23. Dies illa 1:01

    25. 24. Quando coeli 0:43

    26. 25. Requiem aeternam 3:12


    Soloists: Roswitha Schmelzl (soprano)
    Dominika Hirschler (alto)
    Michael Mogl (tenor)
    Wolf Matthias Friedrich (bass)


    Orpheus Chor München

    Neue Hofkapelle München

    Gerd Guglhör
    7.-11. November 2008 (Himmelfahrtskirche München Sendling)


    oehmsclassics.de

    rondomagazin.de: Christoph Braun, 25.09.2009

    musica-dei-donum.org: Johan van Veen (© 2010)

    classicstoday.com: David Hurwitz

    klassik-heute.de: Sixtus König † † [15.10.2009]


    Frédéric Chopin (1810 – 1849)

    Preludes Nr.1-24+Prelude Nr. 25; Klaviersonate h-moll op. 35 [74:50]

    1 Presto Con Leggierezza - Preludium As-dur [WN 44] [1834] 0:51


    24 Preludia Op. 28 [1831?-1839]
    2 Nr 1 C-dur Agitato 0:38
    3 Nr 2 a-moll Lento 2:33
    4 Nr 3 G-dur Vivace 1:01
    5 Nr 4 e-moll Largo 2:12
    6 Nr 5 D-dur Molto Allegro 0:36
    7 Nr 6 b-moll Lento Assai 2:08
    8 Nr 7 A-dur Andantino 0:53
    9 Nr 8 fis-moll Molto Agitato 1:44
    10 Nr 9 E-dur Largo 1:48
    11 Nr 10 cis-moll Molto Allegro 0:38
    12 Nr 11 H-dur Vivace 0:42
    13 Nr 12 gis-moll Presto 1:10
    14 Nr 13 Fis-dur Lento 3:30
    15 Nr 14 es-moll Allegro 0:32
    16 Nr 15 Des-dur Sostenuto 5:48
    17 Nr 16 b-moll Presto Con Fuoco 1:10
    18 Nr 17 As-dur Allegretto 3:53
    19 Nr 18 f-moll Molto Allegro 0:55
    20 Nr 19 Es-dur Vivace 1:19
    21 Nr 20 c-moll Largo 1:30
    22 Nr 21 B-dur Cantabile 1:53
    23 Nr 22 g-moll Molto Agitato 0:43
    24 Nr 23 F-Dur Moderato 1:06
    25 Nr 24 d-moll Allegro Appassionato 2:33
    26 Preludium Cis-Moll Op. 45 [1841] 4:34


    Sonata B-Moll Op. 35 [1839]
    27 Grave. Doppio Movimento 8:39
    28 Scherzo 7:44
    29 Marche Funèbre. Lento 9:52
    30 Finale. Presto 1:57


    Piano [Erard 1849] – Tatiana Shebanova

    30. Juni 2009 und 20. April 2010 (Witold Lutoslawski Concert Studio of Polish Radio, Warsaw)

    Letzte Nacht ...

    CD 2 [51:22]


    Franz Schubert (1797-1828)

    Messe Nr. 6 in Es-Dur D 950 für Soli, gemischten Chor und Orchester (1828)


    2-1 I. Kyrie (Andante con moto quasi allegretto) 6:31

    2-2 II. Gloria (Allegro moderato e maestoso - Andante con moto) 11:38

    2-3 III. Credo (Moderato - Andante) 13:45

    2-4 IV. Sanctus (Adagio - Allegro ma non troppo) 3:43

    2-5 V. Benedictus (Andante - Allegro ma non troppo) 5:51

    2-6 VI. Agnus Dei (Andante con moto - Andante - Andante - Andantino) 9:53


    Alto Vocals – Betty Allen
    Bass Vocals – Josef Greindl
    Soprano Vocals – Pilar Lorengar
    Tenor Vocals – Fritz Wunderlich, Manfred Schmidt


    Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale, Berlin

    Berliner Philharmoniker

    Erich Leinsdorf

    1960

    CD 1


    Franz Schubert (1797-1828)

    Deutsche Messe (Originaltitel: „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“) D 872 (1826) [40:58]


    1 Zum Eingang [Wohin Soll Ich Mich Wenden] 5:37
    2 Zum Gloria [Ehre, Ehre Sei Gott In Der Höhe] 4:17
    3 Zum Evangelium Und Credo [Noch Lag Die Schöpfung Formlos Da] 5:30
    4 Zum Offertorium [Du Gabst, O Herr Mir Sein Und Leben] 3:35
    5 Zum Sanctus [Heilig, Heilig, Heilig] 4:10
    6 Nach Der Wandlung [Betrachtend Deine Huld Und Güte] 3:00
    7 Zum Agnus Dei [Mein Heiland, Herr Und Meister] 5:20
    8 Schlußgesang [Herr, Du Hast Mein Fleh'n Vernommen] 1:40
    9 Anhang : Das Gebet Des Herrn [Anbetend Deine Macht Und Größe] 7:45


    Bassoon – Joachem Olszewski
    Clarinet – Eduard Brunner, Wolfgang Piesk
    Horn – Kurt Richter (6), Olaf Klamand
    Oboe – Kurt Kallmus, Wilhelm Grimm
    Organ – Eric Ingwersen
    Timpani – Ralph Peinkofer
    Trombone – Friedrich Held, Gottfried Kögel, Michael Schubert (4)
    Trumpet – Chandler Goetting, Claude Kippas


    Tölzer Knabenchor

    Gerhard Schmidt-Gaden

    1975 (wo?)


    Johann Wilhelm Wilms (1772-1847)
    THE PIANO CONCERTOS Vol. 2. Klavierkonzerte Vol. 2: Klavierkonzerte F-Dur op. 32 & Es-Dur op. 55 [59:42]


    Concerto in F major, Op. 32 for piano and orchestra 25'46
    I. Allegro 13'40
    II. Adagio 5'14
    III. Rondo. Allegro 6'44


    Concerto in E flat major, Op. 55 for piano and orchestra 33'10
    I. Adagio — Allegro 17'44
    II. Adagio 6'15
    III. Rondo. Allegro 9'02

    Ronald Brautigam fortepiano: by Paul McNulty after Graf 1819
    Kölner Akademie
    Michael Alexander Willens

    August 2021 (Immanuelskirche, Wuppertal, Germany)


    A schee ... :love:

    Ich hätte da ganz ernst gemeint eine sachliche Frage zur Energiewende:


    Wenn in Sachen CO2-Emissionen Deutschland mit gerade einmal 2 Prozent veranschlagt wird; während China, die USA und Indien über 50 Prozent zu verantworten haben, dann wird es global gesehen wenig Sinn haben, wenn die Bundesrepublik unter beispielloser und existenzieller Gefährdung von Energieversorgung, Infrastruktur und Wirtschaft den Wohlstand einer uralten Kulturnation aufs Spiel setzt?! So lange die Schwellenländer in Fernost auf Grund einer dramatischen Verschiebung der Weltwirtschaft in Richtung Asien im Aufschwung begriffen sind und zunächst einmal nur einen Bruchteil des Wohlstands und Lebensstandards westlicher Qualität anstreben; die USA das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren und Kanada das auch nicht mehr akzeptiert; so lange hat es überhaupt keinen Sinn, in Deutschland den einfachen Bürger zur Kasse zu bitten und ihm unsinnige Spaßmaßnehmen aufzuerlegen und mit einer Verzichtsrhetorik zu behelligen. Das Ende vom Lied wird sein, dass Deutschland ruiniert in den letzten Zügen liegt und sich die großen Umweltverschmutzer des Planeten die Reste untereinander aufteilen.


    Wenn man im Land alle Atomkraftwerke abschaltet und damit neben deren Nachteilen auch deren Vorteile verabschiedet, bleiben diejenigen der Nachbarländer aber bestehen; die in Frankreich, Polen oder Tschechien etwa; neun Kernkraftwerke mit zusammen 20 aktiven Reaktoren befinden sich sogar in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze. Aber Grenznähe oder nicht; im dicht besiedelten Mitteleuropa ist bei einem Supergau unbekannter Größenordnung eine Verstrahlung und Gefährdung über hunderte, ja tausende Kilometer anzunehmen. Deutschland entledigt sich also der Vorteile von Kernkraft, bleibt aber den Risiken weiterhin ausgesetzt. Gerade der Atomausstieg wäre eine Entscheidung von solcher Tragweite; dass alle europäischen Statten ihn gleichermaßen und gleichzeitig vollziehen müssten.


    Glaubt man denn wirklich, Deutschland spiele den Vorreiter und mache das Gute vor und alle anderen Staaten zögen nach?! So naiv kann doch niemand sein, nicht einmal bei den gegenwärtigen politisch-medialen Eliten. Meine dezidierte Auffassung ist, dass man solche weitreichenden Fragen und Probleme wie die der Umwelt- und Energiekrise nur global lösen kann. Einseitige Vorstöße zum Nachteil einer ganzen Nation sind nicht nur selbstmörderisch für diese, sondern prinzipiell unfruchtbar und riskant. Aber vielleicht erklärt mir das jemand.


    Johann Wilhelm Wilms (1772-1847)
    THE PIANO CONCERTOS Vol. 1. Klavierkonzerte Vol.1: Klavierkonzerte E-Dur op. 3, C-Dur op. 12, D-Dur op. 26 [82:28]


    Concerto in E major, Op. 3 for piano (or harpsichord) and orchestra 24'26
    I. Allegro 11'53
    II. Poco Adagio 6'07
    III. Rondo. Allegro 6'20


    Concerto in C major, Op. 12 for piano and orchestra 28'05
    I. Allegro 12'39
    II. Poco Adagio 5'30
    III. Rondo. Allegro 9'48


    Concerto in D major, Op. 26 for piano and orchestra 28'52
    I. Allegro 15'06
    II. Poco Adagio — attacca — 5'15
    III. Rondo alla Pollacca 8'25

    Ronald Brautigam fortepiano (welches?)
    Kölner Akademie
    Michael Alexander Willens

    April/Mai 2021 (E major, D major); August 2021 (C major) (Immanuelskirche, Wuppertal, Germany)


    So schee ... :love:

    Ich bestehe darauf, dass man alle die zur Verantwortung zieht; die den Angehörigen den Zutritt zur Intensivstation oder ins Pflegeheim verwehrt haben, als ihre Familienangehörigen im Sterben lagen und alleine aus dieser Welt gehen mussten. Natürlich habe ich das Desaster erst so richtig erkannt, als ich selbst betroffen war und glücklicherweise bei gelockerten Maßnahmen agieren konnte. Eines wüsste ich aber: Man hätte mich schon mit Polizeigewalt entfernen müssen, ich hätte meiner Mutter, meinem Bruder und mir Zugang verschafft, egal wie. Es handelt sich hier um kein moralisches Dilemma, keine Güterabwägung und keine vernünftige gesundheitspolitische Entscheidung. Was unmenschlich ist und die Würde des sterbenden Mneschen verletzt, muss ich nicht hinnehmen; es gibt ein Widerstandsrecht; sei man nun Bürger, Mensch oder Christ.

    Aus unerfindlichen Gründen habe ich erst jetzt Jean-François LyotardsGrabmal des Intellektuellen“ in der Hand; in welchem Büchlein er wie viel andere große und kleine Geister vor und nach ihm nach dem Status, der Rolle und der Funktion des Intellektuellen fragt; wobei er, wie es im Klappentext heißt, davon ausgeht, dass sich der Intellektuelle heute nicht mehr mit universellen Subjekten identifizieren kann; was aber keine Katastrophe sei, sondern eine Chance, sich von der Obsession der Totalität zu befreien und endlich zu einem neuen Selbstverständnis kritischer Intelligenz zu kommen. Was das genau bedeutet, werde ich noch nachlesen.


    Mich selbst beschäftigt das Thema naturgemäß seit meiner frühesten Jugend, als ich begriff; dass ich kein normaler Mensch bin, sondern ein Intellektueller zu werden „versprach“. In der späten dem Untergang geweihten DDR sozialisiert, kristallisierte sich das Problem des Intellektuellen zwischen Geist und Macht, Individuum und Masse, Verantwortung und Gleichgültigkeit schnell heraus. Damals entschied ich mich persönlich noch für ein gesellschaftliches Engagement für das vermeintliche Reich des Guten; nach der Wende in hektischer Neuorientierung und Sinnsuche gewann eine immer mehr resignierende und beinahe zynische Zuschauerposition die Oberhand. Historisch hatte ich den Intellektuellen immer im Blick, den engagierten Schriftsteller sowieso; aber auch die Intellektuellen im Mittelalter (Jacques Le Goff), in der Frühen Neuzeit (Richard van Dülmen) oder in der DDR (Werner Mittenzwei). Die beiden extremen Pole des aktiven Mitmischens im jeweiligen Weltbetrieb und asketische Weltflucht finden sich in allen Epochen; aber die Grautöne dazwischen eröffneten weite Felder des Möglichen.


    Heute im Jahre 2022 sehe ich die Rolle des Intellektuellen als nahezu erledigt an. Das wird niemanden, der mich und meine Gedankengänge kennt, wirklich überraschen; aber ich will es noch einmal dezidiert gesagt haben. In einer Zeit, in der Geist und Kultur geradezu verachtet werden; die Menschen ihre niederen Triebe und Bedürfnisse in einer bunten Konsumwelt mit Allroundunterhaltung und permanenter Berieselung durch die Massenmedien kurzfristig befriedigen, ist der Intellektuelle bestenfalls noch eine komische und tragische Figur. In einer Zeit, in der via Internet und Co. alles Wissen der Welt verfügbar ist und nichts für Bildung und Wissenserwerb genutzt wird, verhallt die Stimme der Vernunft. In einer Zeit, in der selbst die positiven Wissenschaften zum Spielball willfähriger Manipulatoren geworden sind und sich jede Wahrheit und Erkenntnis permanent verabsolutiert und relativiert, braucht es keine Nachdenker mehr, keine Rufer in der Wüste der Eitel- und Nichtigkeiten.


    Also schließt man sich zu Hause ein mit seinen Büchern; treibt Wissenschaft für sich selbst, genießt einsam Literatur und Künste; und schreibt nur hin und wieder gegen den Wahnsinn an in kaum zugänglichen Kämmerchen des virtuellen Raumes. Man geht sommers in den Garten, winters mit dem Hund durch den Schnee; verweilt in den Wäldern und auf den Wiesen; trinkt Bier und Wein und es dampft der Grog auf dem Beistelltisch beim Kamin. So wartet man auf den Tod, der alles ist; nur kein Intellektueller.