Beiträge von Max

    Weihevolle cis-Moll-Langsamkeit, allerdings ohne Präludium .....

    Ich höre während der letzten Tage eigentlich nur noch BWV 552/2 in z. T. sehr unterschiedlichen Lesarten - *yepp* - irgendwie sehr erquicklich und faszinierend, jedenfalls für mich.


    *sante*

    Auschwitz vor Gericht - Strafsache 4 Ks 2/63 von Rolf Bickel und Dietrich Wagner, 1993 - es gibt eine 172 minütige Langfassung und eine eingedampfte 42 minütige Kurzfassung, die bisweilen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt worden ist. Die Dokumentation basiert auf den Tonbandprotokollen des Frankfurter Gerichts (Vorsitzender Hans Hofmeyer, gest. 1992, "Sind Sie damit einverstanden, dass wir Ihre Aussage auf ein Tonband nehmen zum Zweck der Stützung des Gedächtnisses des Gerichts?", zu Hans Hofmeyer, dem "Fanatiker der Sachlichkeit", in: Die Zeit vom 27.08.1965, von Gerhard Ziegler - http://www.zeit.de/1965/35/fanatiker-der-sachlichkeit). Die Tonbandaufnahmen waren seinerzeit einmalig in der deutschen Justizgeschichte und wegen der vielen Zeugen und der absehbaren Verfahrensdauer eigens vom BGH genehmigt worden. Die Protokolle sollten an sich nach Beendigung des Verfahrens vernichtet werden, was jedoch nicht geschehen ist, so dass man nunmehr Zeitgeschichte aus erster Hand nachverfolgen kann.


    Die Langfassung kann man derzeit bei Youtube nacherleben:


    1.) Die Ermittlung:


    2.) Der Prozeß:

    3.) Das Urteil:

    Vielleicht eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Thema:



    Die Ermittlung nach Peter Weiss, D. 1966, Regie: Peter Schulze-Rohr, Norddeutscher Rundfunk

    Bach / GBV




    Joel Pontet / Cem.: Marc Ducornet, April 2006 nach Johannes Rückers, Anvers 1624 - rec. 04/2010


    Eine sehr kraftvolle, lautmalerische, wenig angestrengt, eher organisch wirkende Aufnahme, hervorragend technisch kontrolliert mit Sinn für Details und sinnvolle Ornamentik. Was ganz besonders auffällt ist die überaus energiereiche Darstellung der Basslinien, unterstützt durch eine sehr präsente Aufnahmetechnik.

    Fragen über Fragen - herzlichen Dank für diesen profunden Beitrag, lieber pm.diebelshausen. Ich denke einmal darüber nach und melde mich demnächst dazu.


    *sante*

    Bach / Partita e-Moll (rec. 11/1999) / Pinnock (2)


    Was für ein Vergnügen es doch ist der von Trevor Pinnock vermittelten Zuversicht, Offenherzigket und Freude konzentriert zuzuhören, insbesondere wenn er das Gigue-Minenfeld lebhaft, mühelos virtuos durchschreitet. Auf die Gavotte, wo Pinnock den Lautenzug des Instruments verwendet, sei besonders aufmerksam gemacht - das macht Lust auf eine Lautenclavieraufnahme, die es noch nicht gibt - Wolfgang Rübsam vielleicht demnächst?


    Instrument: Cembalo, David Way (1983) nach Hemsch


    Übrigens auch enthalten in dieser derzeit außergewöhnlich günstigen Box:



    90% *opi*, wobei ich hinzufügen sollte, dass ich auch E. Koroliovs *omi* GBV (1), CÜ II & Inventionen/Sinfonien sehr schätze. Insgesamt also ein interessantes Paket.

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    Hans Helmut Tillmanns* - abwechselnd W.F. und J.S. Bach aus Schleiden (Ludwig König, II/30)


    * Ich bin bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einer präzisen Biografie zu diesem Interpreten, dessen near-complete Bachaufnahmen bei Dancord erschienen sind. Anhaltspunkte sind im WWW leider nur spärlich verfügbar, z.B. rp-online. Kann mir jemand weiterhelfen?