Beiträge von pm.diebelshausen

    Gehört zu meinen intensivsten und deshalb liebsten Filmbegegnungen. Brilliant in jeder Hinsicht bis hin zu dem genialen Einfall, einen Travolta als Noltes Vorgesetzten zu besetzen. Ich kenne auch kaum einen insgesamt prominent gecasteten Film, bei dem die bekannten Gesichter dermaßen in Story und Setting aufgehen, von der existenziell philosophisch reflektierenden Perspektive im Kriegsgenre ganz zu schweigen. Und ich bin meist kein Freund von Off-Stimmen. Neben "Days of Heaven" für mich Malicks bester.


    *sante*

    Ohne überheblich wirken zu wollen, gleichwohl wissend, es zu sein: alle Welt wartet wohl auf meine Einschätzung der neuen Savallschen 'Eroica' ...

    Hehe, habe ich stillschwiegend tatsächlich. Von Leuten, deren Meinung mich interessiert, las ich geradezu Lobeshymnen und Sensationszuweisungen bezüglich der neuen 1-5. Das freut mich sehr, da ich Savall bei all seinen immensen Verdiensten oft als zu akademisch empfunden habe. Dennoch macht mir das Geschehen um die neue(n) Einspielung(en) gehörig Lust, denn wo es rappelt und scheppert, gehöre ich definitiv hin. Ich schiebe es derzeit noch auf, da mich aktuell völlig anderer Sound im Griff hat, aber ganz oben steht jetzt Savallkravall. Dein Beiträgchen ist nun der letzte noch nötige Tritt.


    *sante*

    => <=


    Noch nicht auf der Alphaseite, noch rudimentär auf Amazon, erscheint am 11.09.2020:


    What's Next, Vivaldi?

    Patricia Kopatchinskaja - Violine

    Il Giardino Armonico

    Giovanni Antonini - Blockflöte und Leitung


    Bei diesen Interpreten dürfte es gepflegt rappeln, aber über den Inhalt habe ich noch nichts gefunden, das Liveprogramm sieht wohl folgendermaßen aus:




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    *sante*

    Die letzten in meinem Player:



    Alles Geld der Welt

    Ridley Scott, 2017


    Ich verfechte generell, dass Filme von Ridley Scott reifen müssen und oft erst bei der zweiten oder dritten Sichtung greifen. So ist auch dieser bei mir bis auf Weiteres nicht angekommen. Erstklassig ausgestattet, fotografiert, geschnitten, besetzt (wenn auch mit dem unangenehmen Beigeschmack des Nachdrehs) und doch erstmal mau im Gedächtnis geblieben. Irgendwann freue ich mich also auf eine Zweitsichtung.




    Die Frau, die vorausgeht

    Susanna White, 2017


    Schmaler Film, nett und ein wenig aufregend mit einigen intensiven Momenten. Kein großes Ding, aber schön anzuschauen. Aber mit dem schlechtesten künstlichen Schnee, den ich je sah.




    Das war der Wilde Westen

    John Ford, Henry Hathaway, George Marshall, Richard Thorpe, 1962

    Gewaltiger Bilderbogen im seinerzeitig hochkarätigen Format auf allen Ebenen. Erzählerisch fast nicht seicht oder zu unangenehm altbacken und in manchem fesselnd. Dazu eine Bildkuriosität: Warner präsentiert den 3x35mm-Film auf Disc 2 als "SmileBox"-Format, das mit deutlich höherem Seitenverhältnis links und rechts die Räumlichkeit der Cinerama-Projektion in zwei Dimensionen nachahmt. Sehr ungewöhnlich und erst irritierend, dann aber verblüffend plastisch funktionierend, allerdings sicher nicht auf einem Bildschirm, es braucht schon eine gewisse Bilddiagonale. Würde auch andere Filme in diesem Verfahren sehen.




    Open Range

    Kevin Costner, 2003


    Gefiel mir damals, gefiel mir wieder. Ein ruhiger Western mit einem knallharten, schnellen, einem der besten Shootouts der Filmgeschichte. Es gibt Makel, auch in Kostners Regie und im Schnitt, aber insgesamt tragen die Figuren und ihre Darstellung (Robert Duvall bestens) souverän und angenehm unkonventionell warmherzig darüber hinweg. Wenn ein alternder Cowboy sich vor der vielleicht letzten Konfrontation erstmals in seinem Leben Schokolade kauft oder wenn ein anderer alternder Cowboy seinen Finger nicht weiß, wie mit dem zarten Henkel einer Porzellantasse umzugehen ist, dann bin ich dabei.




    Vice

    Adam McKay, 2018


    Oh, der hat Spaß gemacht. Das liegt nicht nur an den Darstellenden und dem stimmigen Zeitkolorit und den Machenschaften und der umwerfenden Make-up-Arbeit und der erstaunlich leichtfüßigen Aufbereitung komplexer Gespinste der jüngeren Politik. Es liegt vor allem an der überaus gewitzten Machart, dem überaus wachen und immer wieder überraschenden Schnitt, mit dem Adam McKay womöglich Oliver Stones beste Momente dieser Art übertrifft. Völlig frisches Biopic, das mich mitunter aus den Latschen gehauen hat.




    Valerian

    Luc Besson, 2017


    Schwach besetzt, wenn ich mal von einem tollen Auftritt Ethan Hawks absehe, und mit griffiger Story, die nicht weiter der Rede wert ist. Aber herrlich überdrehtes Eyecandy mit Ideen im Überfluss, was man so von keinem Star Wars oder Avatar bekommt. Eine dramatische Marzipan³-Torte von der Art, die ich absolut nicht täglich brauche, aber ab und zu darf das.




    The Sisters Brothers

    Jacques Audiard, 2018


    Noch ein Western der leisen Töne und mit einem treffenden Ensemble. Er wirkt vielleicht etwas verzettelter als Open Range, aber sein Blick auf ein paar Männer und ihre Themen im Rahmen des Goldrauschs reflektiert intensive Fragen zu Gier und gesellschaftlicher Vision. Und wenn ein alternder Cowboy sich seine erste Zahnbürste kauft, bin ich natürlich wieder dabei.




    Ride with the Devil

    Ang Lee, 1999


    Mit Abstand die Nullnummer unter den letzten Sichtungen, die mir gegen Ende nicht schnell genug zu diesem kommen konnte. Leere Figuren, ödes Gewese, von der Untiefe einer Pfütze. Die weitreichenden Themen des Sezessionskrieges derart auf die Pappbox eines Fastfoodburgers zu drucken, ermüdet mich nicht nur, sondern ist mir peinlich.


    *sante*

    Niemand? Been there, done that oder kein Interesse? Für mich ist Wense das singuläre Unikum meines Leselebens und in manchen Facetten seelenverwandt.


    *sante*

    Aus den gleichen Gründen wie hier liegen bei mir derzeit diese Bücher mit Werken Mark Twains oben auf.



    Collected Tales, Sketches, Speeches, and Essays Vol. 1 1852-1890




    A Tramp Abroad, Following the Equator, Other Travels


    *sante*


    The Innocents Abroad, Roughing It




    Life on the Mississippi



    Dass Twain Europa bereist und darüber geschrieben hat, war mir zuvor nicht geläufig - lieber Uli: im Anhang von "A Tramp Abroad" (und auch separat zu haben) befindet sich der aus englischsprachiger Sicht das Deutsche reflektierende Essay "The Awful German Language", der, so Du ihn noch nicht kennst, Dich sehr interessieren könnte!

    Bei mir derzeit überwiegend früheste und ursprüngliche Bluesaufnahmen (zu finden mithilfe unzähliger CDs und Onlineplattformen, weshalb eine bestimmte Veröffentlichung hier wenig Sinn macht), auch weil ich mir eine feine Resonatorgitarre gekauft habe. Mal sehen, ob auch ich einklein wenig den Blues habe. Mich treiben schon geraume Zeit die Selbstschöpfungsmythen Amerikas um, was mit einem vagen Gefühl europäischer Sehnsucht über den großen Teich gerichtet verbunden ist. Deshalb auch Mark Twain.


    Oder doch, eine finde ich besonders empfehlenswert, läuft hier oft:



    A Treasury of Library of Congress Field Recordings


    Darauf etliche Blues- und Countryperlen aus dem gewaltigen Archiv der Library of Congress, ungeschönt aufgenommen zwischen 1933 und 1947 - da geht es hörbar auch um die Dokumentation der üblichen Umwelt der jeweiligen Musik. Herrlich, wenn Woody Guthrie mitten im Song seine vorbeikommende Tochter Sue grüßt.


    *sante*


    Unter dem Sand
    Dänemark/BRD, 2015


    ;(;(;(

    Habe ich gestern auf Deinen Beitrag hin gesehen. Starker, konsequenter und fein gezeichneter Film mit einer treffsicheren Besetzung (Laien-Jungs und ein sehenswert großartiger Roland Møller), der Regisseur beauftragte Simone Bär, da sie auch für Haneke castet. Stringente Fotografie, der Film gelingt durchweg mit einer Paradoxie aus heller Sommerschönheit und durchbrechender Bedrohlichkeit. Die Entschärfungsübungen zu Beginn konnte ich kaum aushalten und ab da bleibt diese Intensität bestehen. Steht nun bei mir nah neben Wickis "Die Brücke" - absolut sehenswert. Danke für den Tipp.


    *sante*

    Meinst du? Ich finde den Künstler und Mann absolut spannend

    Das kann ich nachvollziehen, kenne es in anderen Fällen bei mir selber. Mit Schlingensiefs Werk kann ich wenig anfangen, aber Interviews mit ihm oder die Präsentation seiner Denke haben mir viel gebracht. Selbst Kafkas Erzählungen sind nicht gerade etwas für mich, aber bei seinen Briefen und Tagebüchern und bei der Sekundärliteratur sieht das ganz anders aus. Ich sehe auch keinen Widerspruch darin, sich mit einem Künstler zu befassen, dessen Kunst einem nicht zusagt, mag auch meist und sonst der Beweggrund für solch eine Beschäftigung die Betroffenheit oder Ergriffenheit durch das Werk sein.


    *sante*

    Eines dieser beiden?


    Michael J. Lewis: Organo Primo & Organo Secundo


    In der Szene, die Du meinst, ist der damalige Organist der Bristol Cathedral zu sehen, Clifford Harker.





    Dan Tepfer, französisch-amerikanischer Jazzpianist und Komponist, spielt die Goldbergvariationen auf einem Yamaha Disklavier (das ist sehr omi) und lässt seine eigens geschriebene Software dann die Umkehrung, gespiegelt an der Achse zwischen e und f, wiedergeben. Heraus kommt etwas neues Altes nach gestrengen Regeln, ganz eindeutig nicht aus der Zeit stammen könnend und doch im Ton nah dran, mit sanftem Kontrast sozusagen, und mit einer Wechslung von Dur und moll. Ganz anders als seine Ergänzungen der GBV durch eigene Impro-Variationen auf seiner CD Goldberg Variations/Variations aus 2011. Ist mal ein Ohr wert.


    Wenn Ihr auf den Titel oben links im YouTube-Fenster klickt, gelangt Ihr zur Playlist.


    *sante*




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