Beiträge von pm.diebelshausen

    Kennen wäre weit zu viel gesagt. Habe ich, habe ich auch gehört, mehrmals. Aber ich kann Dir aus der Erinnerung heraus nicht viel sagen. Allerdings vor allem nichts Negatives, das wüsste ich. Die Liszt-Winterreise ist gut, um in der Stimmung zu versinken, ohne sie textlich eingesungen zu bekommen (weshalb ich die Aufnahme überhaupt habe), und der Liebestraum ist ein schönes Bonbönchen auf einem tollen Instrument. Eine klasse CD, um Fortepiano-Romantik à la 1835 (bzw. '38-'47, da Liszt dieses transkribierte) näher zu kommen, aber für Genaueres müsste ich nochmal gezielt nachhören.


    *sante*

    Sondern warum die Albaner solche Strukturen aufbauen und nicht die Griechen; die Italiener und nicht die Spanier; die Armenier und nicht die Aserbaidschaner; die Libanesen und nicht die Israelis; die Russen und nicht die Balten und so weiter und so fort. Hat das eigentlich schon mal jemand untersucht?


    Das weiß ich leider auch nicht. Interessante Frage.


    Aber eine solche Untersuchung könnte zuvörderst die aufgestellte Prämisse abklopfen und betrachten, warum ihr zum Trotz beim Thema organisierte Kriminalität in Deutschland auch Litauen, Aserbaidschan, Griechenland oder die Niederlande auftauchen. Beispielsweise durch Klärung der Frage, wie relevant die Zugehörigkeit einer Organisation zu ihrem Ursprungsland ist, wenn bei 202 deutschen OK-Verfahren der Bereich des Rauschgifthandels mit 32,7% von deutsch dominierten Organisationen bestimmt wird.


    Oder anders: inwieweit ist z.B. der Ort einer Straftatbegehung durch organisierte Kriminalität in internationaler Hinsicht vielleicht bedeutender als der "Erfindungsort" dieser Strukturen, wenn man betrachtet, dass bei den 496 gemeldeten Verfahren mit Bezügen ins Ausland die Niederlande mit Abstand an erster Stelle stehen (161 Verfahren), gefolgt von Spanien, Polen, Frankreich, Belgien, Italien, Schweiz, Türkei, Großbritannien und Österreich (Zahlen aus 2019).


    Und inwieweit diese Frage sich überhaupt isoliert betrachten ließe, indem man z.B. Rockerbanden und mexikanische Drogenkartelle ignoriert oder sich nicht damit beschäftigt, ob man faschistische Diktaturen als sozusagen gesetzgebend erfolgreiche organisierte Kriminalität betrachten kann, wäre für mich offen.


    https://www.bka.de/DE/Aktuelle…88B3CEBB43B382B9.live0612


    *sante*

    https://www.amazon.de/Blackwel…ost&qid=1622997318&sr=8-1


    Solcher Grusel gefällt bestimmt nicht jeder/m, aber mich hat er erreicht. Die fünf Filme, angelegt als Dokumentation, tatsächlich aber Fake Documentaries und nah am Subgenre des Found Footage Films, halten das von ihnen etablierte Niveau durchgängig und nicht zuletzt ist es der Darsteller (und zugleich Regisseur), der es mir als Type angetan hat.


    Das Tolle für mich: es passiert (fast) nichts und das, was passiert, ist keineswegs dick aufgetragen, wenn auch jede Folge gegen Ende ihre Schraube vor allem durch einen gewissen Erkenntnisgewinn deutlich anschraubt. Eine Lampe flackert, eine Tür knallt zu, hier reicht das. Ich starre etliche Minuten in die inzwischen gut vertrauten, sehr alltäglichen und dennoch, wohl auch durch ihre Unbelebtheit unheimlichen Räumlichkeiten wie dieser Geistersucher selbst mit seinen Kameras und seinem Humor und seinem Whisky und seiner Angst und seiner (gestalteten) Echtheit. Dazu sind die sehr wenigen Gesprächspartner erfreulich präzise besetzt. Das Ganze funktionierte für mich so gut, dass ich nicht umhin kam, alle fünf Filme hintereinanderweg zu sehen. Schön auch, dass nicht das herkömmliche Horrorbild des rachsüchtigen Geistes gezeichnet wird. Bei aller Anspannung geradezu eine willkommene Entspannung angesichts der überbordenden Dramaturgie, mit der sich die einschlägigen Horrofilme anschicken, mir widerwärtig tief in die Magengrube zu treten.


    Dieser Film funktioniert subtil und durch seine treffende Inszenierung. Die Orte und Hintergrundgeschichte (-n, denn es sind zwei: die um Ruth Blackwell und eine zweite, noch intensivere um den, natürlich fiktiven, Lightfood-Fall) bleiben in Erinnerung, wer sich ab und zu gerne durch die paranormalen Beiräge auf YouTube klickt, fühlt sich schnell heimisch. Dabei lassen sie mich nicht zerstört zurück, sondern lassen ein wohliges Gefühl, eigentlich gar ein positives, nachhallen. Ich halte die Reihe für sehr intelligent und eine Analyse in Richtung Horror durch Redundanz und Abweichung davon, Einbruch ins Alltägliche, Meta-Spiel mit Genre und Medium wäre sicherlich ergiebig. Horror durch die sich heimlich öffnende Hintertür. Ich find's richtig klasse und schaue auf jeden Fall, wann der sechste rauskommt.


    *sante*

    Was willst Du wissen? Es handelt sich um die Verschriftlichung des Films, auf jeder Seite das obere Drittel ein Filmstill, darunter synoptisch links die Szenenbeschreibungen von "1001. Insert (34 Sek.)" bis "7056. Insert Rolltitel/Abspann" und rechts die zugehörigen Dialoge/Monologe. Gutes Werkzeug für Filmanalyse oder um die wunderbaren Stellen nachzulesen, keinerlei zusätzlichen Texte oder Materialien.


    *sante*

    Das finde ich auch, Josquin. Ganz im Gegenteil sogar: als ich das oben las, wusste ich nicht, dass ich CDs von Glossa besitze, aber als der Lullist die neuen Cover beschrieb, war mir klar, welche das sind. Und mir gefallen sie. Nicht dass sie irgendwie ausdrucksstark adäquat zur jeweiligen Musik wären (da sind sie auch in meinen Augen beliebig), aber sie verfolgen eine einfache und klare Linie mit hohem Wiedererkennungswert (auch durch das hohe Format, das mich immer mal wieder mein CD-Regal boxen macht) und ich habe wohl das Glück, dass mir Motive aus alten Naturalienbüchern gefallen. Umfangreiche Booklets vermisse ich allerdings auch.


    *sante*

    Im August 500-jährt sich der Tod Josquin Desprez'. Anlass für den SWR 2, ihm bereits jetzt einen insgesamt dreistündigen Themenabend zu widmen. Im Gespräch mit Doris Blaich: Christiane Wiesenfeldt, David Fallows, Marc Lewon und Paul van Nevel. Im ersten Teil richtet sich der Blick auf Person und Werk, der kürzere zweite Teil befasst sich mit seinen Messen.


    Teil 1

    Teil 2


    *sante*

    Schwach, hätte ich nicht sehen brauchen.


    *sante*

    Sie werden mich sogleich verstehen : Der Erzähler im lauschenden Hörerkreis – abends am Lagerfeuer des Neandertalers; oder in der Spinnstube, beim ‹Lichten› – nimmt vorweg die Prosaformen von Anekdote, Märchen, Erzählung, Novelle, Roman.” So Arno Schmidt in „Wieland oder die Prosaformen“ und an anderen prominenten Stellen seines Gesamtwerks immer wieder in variierter Form.


    Und das ist es, was mir gerade wieder auffällt, da ich mit Vergnügen Mario Vargas LlosasTod in den Anden“, obwohl ich mich erst an die vielen peruanischen Termini gewöhnen muss, lese. Literatur bedeutet nichts weiter als eine Geschichte, als Geschichten erzählen; und das ist in den letzten Jahrzehnten in der sogenannten Hochliteratur leider ziemlich in den Hintergrund getreten. Dort wimmelt es von Metaliteratur und abstrakten Reflexionen; immer wieder rekapitulieren Literaturdozenten oder andere „Gebildete“ ihr akademisches, theoretisches Leben, Weben und Streben; wird in Büchern über andere Bücher, die wiederum über andere Bücher von anderen Büchern handeln, geschrieben. Halbtote, lebensarme, impotente, blutleere, seelenlose, zähe, langatmige, sterbenslangweilige Prosa ohne Geist, Nüstern und Lenden - es ist unerträglich!


    Klar versteht man nach mehreren Jahrtausenden Literaturgeschichte, wie schwer es einem Schriftsteller fallen muss; einfach eine Geschichte zu schreiben; die schon tausendmal so dagewesen und erzählt worden ist; aber man vergisst dabei, dass es ohnehin nichts Neues unter der Sonne gibt und dass jede neue Geschichte in neuem Gewand aus ihrer Zeit stammt und damit eben auch neu ist und den Zeitgenossen und Nachgeborenen etwas zu sagen hat. Natürlich nur, wenn die Geschichte gut geschrieben ist; daran führt kein Weg vorbei. Liebe, Hass, Familie, Krieg, Sex, Gewalt und Tod, Religion oder Weltuntergang; das alles kann man wieder und wieder erzählen, aber gut muss das sein, am besten sehr gut.


    "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)


    *sante*

    Einen schönen Early Music Day Euch allen! *opi*


    *sante*



    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.