Beiträge von pm.diebelshausen


    Organ Music from Multiethnic Transylvania


    Sigismund Toduță (1908-1991): Sieben Choralbearbeitungen für Orgel auf Melodien rumänischer "Colinde" mit vorangestellter Choralmelodie

    Paul Richter (1875-1950): Sonate für Orgel d-moll op. 36

    Myriam Lucia Marbe (1931-1997): Schäfers Pavane mit Vögeln II


    Irina Ungureanu - Sopran (Choralbearbeitungen)

    Nicoleta Paraschivescu - Walcker-Orgel, Stadtkirche Winterthur


    Draußen ist es dunkler und kälter, gerade recht für Orgelklang im Wohnzimmer. Gerade läuft bei mir diese SACD und es heimelt sehr.


    Die Aufnahme ist eine allererster Kirchenschiffskajüte, der Raumklang phänomenal immersiv. Dazu ein alles andere als ordinäres Programm aus insgesamt angenehm warmherzigen, oft zarten Kompositionen von jenseits des Waldes, reichhaltig registriert und nicht nur in Toduțăs Zyklus durchaus sakral wirkend, der in aller Bescheidenheit musikhistorisch, formal und textlich lutherische und orthodoxe sowie heidnische und folkloristische Festtagstraditionen verbindet. Es weihnachtet und nichts, aber auch gar nichts irritiert mich hier und in diesem Fall gefällt mir das sehr gut, was auch für den weiteren Verlauf gilt, bis die CD mit moderneren und auch mal aufbrausenden Klängen schließt.


    Die Orgel hat wie so viele eine wechselvolle Geschichte und wurde in der ersten Hälfte der 80er Jahre aus einem angesammelten, ziemlichen Stilkuddelmuddel von der Firma Kuhn aufgeräumt und (weitestgehend) in den spätromantischen Zustand von Walckers (Um-)Bau von 1888 zurückversetzt. Und nur ganz nebenbei bemerkt: derzeit 2,99€ bei JPC.


    Disposition

    Geschichte der Walcker-Orgel


    *sante*

    Allen eine gesunde Adventszeit!


    *sante*



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    Ich dachte, ich hätte wohl irgendeinen Mezzomix oder Spezi oder Schwippschwapp. Jetzt habe ich mal nachgeschaut und liege mit gutem Willen bei F bis f', also Bariton. Schwippschwapp gefällt mir aber besser und dann wäre der Bariton auch nicht durch Yorick und mich doppelt besetzt.


    *sante*

    Oh, ich habe zwar mit den Franchises, bei denen das Duzen konzeptionell zum unguten Ton gehört, herzlich wenig zu tun, kenne aber dennoch Läden, die so vorgehen. Und wegen Euch habe ich mir seit gestern kurz überlegt, warum ich was davon halte. Manchmal geht es mir gehörig auf den Zeiger und ich empfinde es als völlig bescheuert und anmaßend, manchmal fühlt es sich völlig in Ordnung an. Ich denke, das liegt bei mir gar nicht am Duzen selbst, sondern daran, ob ich es als strategische Masche durchschaue oder es andernfalls authentisch wirkt und sogar ist.


    Ich selber duze gerne und auch schnell, aber da spielt auch eine Einschätzung der Situation und Begegnung und des Gegenübers eine Rolle. Hinzu kommt auch in einer Sprache, die dezidierte Worte für die nähere und vertraulichere Kommunikation einerseits und die distanziertere andererseits konventioniert hat, der Sprachgebrauch um diese Worte herum, das Register, die subtileren Signale. In anderen Sprachen ohne Du und Sie werden Höflichkeiten, Hierarchien usw. nicht weniger deutlich und alles in allem kommt es mir wohl mehr auf die Ebenen an, die das konnotieren.


    Katastrophal unangenehm wird es also für mich erst, wenn mir derjenige, der mir die Pasta mit Chiasamenbimbam oder den Kaffee als Namensvetter hinstellt, mich insgesamt blöd jovial und übertrieben gut gelaunt anspricht, als hätten wir uns seit der Kletterlokomotive im Kölner Zoo nicht mehr gesehen. Auf der anderen Seite geht es für mich völlig klar, wenn mich eine/r duzt und ich dabei einen zugewandten, freundlichen, eben nicht pseudofreundschaftlichen, und respektvollen Ton transportiert. Das erfordert auf beiden Seiten eine gewisse Aufmerksamkeit beim Sprechen, wohingegen beim Starbucks-Du scheißegal ist, wer vor einem steht, was bei mir schnell dazu führt, dass gerne andere als ich sich daran beteiligen dürfen.


    Herzlich,


    Ihr pm


    *sante*

    Auf Amazon Prime Video: The Terror


    Die gescheiterte Franklin-Expedition, von 1845 bis 1848 mit den beiden Schiffen HMS Terror und HMS Erebus auf der Suche nach der Nordwestpassage, war mir schon lange eine vielschichtig faszinierende und facettenreichhaltige Geschichte durch Abenteuer, Tragik, Wissenschaft, Eiswüste, Rätselhaftigkeit und einem Quentchen Morbidität. In den zehn Folgen der ersten Staffel von "The Terror" (die zweite behandelt ein anderes Sujet) wird die zunehmend katastrophale Reise basierend auf dem gleichnamigen Roman von Dan Simmons erzählt, sehr weitgehend historisch und detailreich, doch recht elegant und eher zurückhaltend um fantastische Elemente ergänzt. Das allein ist schon eine erstaunlich gelungene Mischung geworden, zumal man die Fiktion auch als Metapher auf die belastete und zerbröckelnde Psyche der im Eis Eingeschlossenen lesen kann. Dazu sieht das Ganze fantastisch aus, ist hervorragend ausgestattet, besetzt und erzählt. Eisweiß und düster, leise und spannend, nicht plump oder plakativ sondern eher subtil und intensiv. Nicht nur für kalte Wintertage, aber im Sinne von method-watching (ein Begriff, den ich schon immer mal prägen wollte) eine besondere Empfehlung. Ich bin begeistert und habe mir gleich ein paar seit meiner letzten Beschäftigung mit dieser Historie erschienene Bücher besorgt - inzwischen (2014 und 2016) wurden die Wracks beider Schiffe im Norden Kanadas entdeckt.


    *sante*

    In der Zwischenzeit gibt es zwei ganz aktuelle Veröffentlichungen, auf die ich herzlich gerne hinweisen möchte:


    Women 4 Barock II

    Kompositionen von Isabella Leonarda, Mrs. Philarmonica, Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre und Anna Bon di Venezia


    Spirit of Musicke

    Maria Loos - Blockflöten

    Christine Busch - Barockvioline

    Gabriele Ruhland - Barockcello, Viola da Gamba

    Christoph Eglhuber - Erzlaute, Barockgitarre


    Das Album ist bei unseren Anbietern nicht gelistet und kann über die Homepage des Ensembles oder als Stream bei Apple Music erworben werden. Die vier Musikerinnen haben sich der Wiederbelebung von Komponistinnen verschrieben, teils seinerzeit durchaus bekannt, im Falle der ominösen Mrs. Philarmonica damals wie heute völlig unidentifiziert. Ein bemerkenswertes und förderungswürdiges Unterfangen, bei dem nicht zuletzt formidable Musik auf uns kommt. Siehe auch: https://www.discogs.com/de/Spi…s-Barock/release/16235194




    Song of Beasts - Fantastic Creatures in Medieval Song


    Ensemble Dragma

    Agnieszka Budzinska-Bennet - Gesang, Harfe

    Jane Achtman - Fidel

    Marc Lewon - Laute, Fidel, Gesang


    Lieder und Instrumentalbearbeitungen aus dem 14. Jahrhundert, die sich mit den mittelalterlichen Vorstellungen von wilden und exotischen Tieren über Vögel bis hin zu Fabelwesen beschäftigen, erstklassig ertönend und in meinen Augen ein dringend preisverdächtiges Projekt.


    *sante*

    Ich wüsste auch nicht, dass die "meist" vergessen werden. All das Ahoj und die Berliner Synchroschnauzen teilt meine Kindheit auf drei Programmen mit derjenigen meiner Generationsgenossinnen und Genossen. Krteček (der sich mir freilich erst nach viel späterem Pragbesuch so benamt zu erkennen gab) war mein Liebling in der "Sendung mit der Maus" und gar nicht so wenige Kinder im Westen hatten Verwandtschaft im Osten, was zu einer Menge entsprechender Kinderbücher, verpackt in dünn-pastelligem Geschenkpapier, zu Geburtstag und Weihnachten führte. Der Baumkuchen war besser als nach der sog. Wende und jedes Jahr stelle ich eine Auswahl der familienerbähnlich gewordenen Holzmännl und Schwippbögen auf, echt 60er, 70er und 80er, weil es Teil meines Lebens ist. Vielleicht sind wir auch einfach das falsche Milieu, um hier meist Vergessenheit vorauszusetzen.


    *sante*