Beiträge von Arnulfus


    Violinkonzerte Nr. 3 & 4 KV 216 & 218;


    Je seltener ich poste, desto mehr + eher handelt es sich um eine Rarität. Diese Aufnahme macht mich glücklich.
    10 CDs dieses Ausnahme -Geigers für 14 Euros. ....eine grandios-essentielle Entdeckung



    Arnulfus


    die Chopin Interpretationen der polnischen Pianistin haben eine besondere Architektur und Ausdrucksskala, nämlich von beseelter Klarheit
    Eine Neuentdeckung für mich, die mich bereichert und glücklich macht


    Arnulfus


    Wie kommt es, dass man in Zeiten der Krise immer wieder zu den langsamen Autoren zurückkehrt und diese Trost spenden? Das Buch hier gilt als Einheit für Langeweile, ich aber empinde keine, nur tiefe Dankbarkeit.


    Mein guter Yorick
    Es ist für mich nicht wichtig wie viele Bücher ich in 60 Jahren gelesen habe....für Dich ist es sogar von keinerlei Bedeutung diese Quantitität....
    ABER: diese Buch >>>Mein Jahr in der Niemandsbucht<<< ist mein absolutes Lieblingsbuch.
    Die Qualität dieses Buches ist für meine Seele >Balsam<. Viele gute und einige sehr gute Bücher habe ich im Laufe der Zeit gelesen....
    Die >Niemandsbucht< ist für mich die Krönung, mein allerbestes Buch.


    DANKE
    Habe die Ehre
    Arnulfus






    In den vergangenen zwei Wochen war Musik schon ab und zu in meinem Kopf. Aber im Urlaub am Roten Meer habe ich mir die abgebildeten fünf Romane zu Gemüte geführt.
    Es war viel Gemüte, teils sehr viel Gemüte, bei den teils sehr dicken Schinken.
    Derjenige, den einer der Bücher interessiert, wird sich informieren WORUM es geht und WER da geschrieben hat.
    Ganz subjektiv, teile ich Euch mit WIE mir das Buch gefallen hat. Darüber schriftlich argumentieren würde eine große Überforderung bedeuten.


    Auf einer Skale von 0,00 bis 6,00 werde ich mein recht frisches Urteil inform einer "Note" bekunden. (null = niedrigster Wert....6,0 = Bestnote)
    Vor der Lektüre hatte ich eine Erwartungshaltung, die sich durch's Lesen ziemlich verändert hat


    die kleinen roten Stühle 5,0
    Tyll 3,5
    Unter der Drachenwand 4,8
    An einem klaren. eiskalten 4,5
    ZeitHain 4,0

    26. August 2017
    Robert Schumann Liederkreis op.24 mit Brigitte Faßbaender (Mezzo) + Irwin Gage (Aufn 1984)



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    1. Morgens steh' ich auf und frage
    Author(s): Heinrich Heine
    Morgens steh' ich auf und frage:
    Kommt feins Liebchen heut?
    Abends sink' ich hin und klage:
    Aus blieb sie auch heut.
     
    In der Nacht mit meinem Kummer
    lieg' ich schlaflos, wach;
    träumend, wie im halben Schlummer,
    träumend wandle ich bei Tag.


    2. Es treibt mich hin
    Author(s): Heinrich Heine
    Es treibt mich hin, es treibt mich her!
    Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
    sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen; -
    du treues Herz, was pochst du so schwer!
     
    Die Stunden sind aber ein faules Volk!
    Schleppen sich behaglich träge,
    schleichen gähnend ihre Wege; -
    tummle dich, du faules Volk!
     
    Tobende Eile mich treibend erfaßt!
    Aber wohl niemals liebten die Horen; -
    heimlich im grausamen Bunde verschworen,
    spotten sie tückisch der Liebenden Hast.


    3. Ich wandelte unter den Bäumen
    Author(s): Heinrich Heine
    Ich wandelte unter den Bäumen
    mit meinem Gram allein;
    da kam das alte Träumen
    und schlich mir ins Herz hinein.
     
    Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,
    ihr Vöglein in luftiger Höh'?
    Schweigt still! wenn mein Herz es höret,
    dann tut es noch einmal so weh.
     
    "Es kam ein Jungfräulein gegangen,
    die sang es immerfort,
    da haben wir Vöglein gefangen
    das hübsche, goldne Wort."
     
    Das sollt ihr mir nicht mehr erzählen,
    Ihr Vöglein wunderschlau;
    ihr wollt meinem Kummer mir stehlen,
    ich aber niemandem trau'.


    4. Lieb' Liebchen
    Author(s): Heinrich Heine
    Lieb' Liebchen, leg's Händchen aufs Herze mein; -
    ach, hörst du, wie's pochet im Kämmerlein?
    da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
    der zimmert mir einen Totensarg.
     
    Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
    es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
    Ach! sputet euch, Meister Zimmermann,
    damit ich balde schlafen kann.


    5. Schöne Wiege meiner Leiden
    Author(s): Heinrich Heine
    Schöne Wiege meiner Leiden,
    schönes Grabmal meiner Ruh',
    schöne Stadt, wir müssen scheiden, -
    Lebe wohl! ruf' ich dir zu.


    Lebe wohl, du heil'ge Schwelle,
    wo da wandelt Liebchen traut;
    lebe wohl! du heil'ge Stelle,
    wo ich sie zuerst geschaut.


    Hätt' ich dich doch nie gesehen,
    schöne Herzenskönigin!
    Nimmer wär' es dann geschehen,
    daß ich jetzt so elend bin.


    Nie wollt' ich dein Herze rühren,
    Liebe hab' ich nie erfleht;
    nur ein stilles Leben führen
    wollt' ich, wo dein Odem weht.


    Doch du drängst mich selbst von hinnen,
    bittre Worte spricht dein Mund;
    Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
    und mein Herz ist krank und wund.


    Und die Glieder matt und träge
    schlepp' ich fort am Wanderstab,
    bis mein müdes Haupt ich lege
    ferne in ein kühles Grab.


    6. Warte, warte wilder Schiffmann
    Author(s): Heinrich Heine
    Warte, warte, wilder Schiffmann,
    gleich folg' ich zum Hafen dir;
    von zwei Jungfraun nehm' ich Abschied,
    von Europa und von ihr.


    Blutquell, rinn' aus meinen Augen,
    Blutquell, brich aus meinem Leib,
    daß ich mit dem heißen Blute
    meine Schmerzen niederschreib'.


    Ei, mein Lieb, warum just heute
    schaudert's dich, mein Blut zu sehn?
    Sahst mich bleich und herzeblutend
    lange Jahre vor dir stehn!


    Kennst du noch das alte Liedchen
    von der Schlang' im Paradies,
    die durch schlimme Apfelgabe
    unsern Ahn ins Elend stieß.


    Alles Unheil brachten Äpfel!
    Eva bracht' damit den Tod,
    Eris brachte Trojas Flammen,
    du brachst'st beides, Flamm' und Tod.


    7. Berg' und Burgen schaun herunter
    Author(s): Heinrich Heine
    Berg' und Burgen schaun herunter
    in den spiegelhellen Rhein,
    und mein Schiffchen segelt munter,
    rings umglänzt von Sonnenschein.


    Ruhig seh' ich zu dem Spiele
    goldner Wellen, kraus bewegt;
    still erwachen die Gefühle,
    die ich tief im Busen hegt'.


    Freundlich grüssend und verheißend
    lockt hinab des Stromes Pracht;
    doch ich kenn' ihn, oben gleißend,
    birgt sein Innres Tod und Nacht.


    Oben Lust, im Busen Tücken,
    Strom, du bist der Liebsten Bild!
    Die kann auch so freundlich nicken,
    lächelt auch so fromm und mild.


    8. Anfangs wollt ich fast verzagen
    Author(s): Heinrich Heine
    Anfangs wollt' ich fast verzagen,
    und ich glaubt', ich trüg' es nie;
    und ich hab' es doch getragen -
    aber fragt mich nur nicht, wie?


    9. Mit Myrten und Rosen
    Author(s): Heinrich Heine
    Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
    mit duft'gen Zypressen und Flittergold,
    möcht' ich zieren dies Buch wie 'nen Totenschrein,
    Und sargen meine Lieder hinein.


    O könnt' ich die Liebe sargen hinzu!
    Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh',
    da blüht es hervor, da pflückt man es ab, -
    doch mir blüht's nur, wenn ich selber im Grab.


    Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,
    wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
    Hervorgestürtzt aus dem tiefsten Gemüt,
    und rings viel blitzende Funken versprüht!


    Nun liegen sie stumm und totengleich,
    nun starren sie kalt und nebelbleich,
    doch aufs neu die alte Glut sie belebt,
    wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.


    Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:
    der Liebe Geist einst über sie taut;
    einst kommt dies Buch in deine Hand,
    du süßes Lieb im fernen Land.


    Dann löst sich des Liedes Zauberbann,
    die blaßen Buchstaben schaun dich an,
    sie schauen dir flehend ins schöne Aug',
    und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.

    24. August 2017
    Robert Schumann "Die alten bösen Lieder" aus der "Dichterliebe" mit Fritz Wunderlich (Tenor)




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    Text : Heinrich Heine


    Die alten, bösen Lieder,
    Die Träume bös' und arg,
    Die laßt uns jetzt begraben,
    Holt einen großen Sarg.


    Hinein leg' ich gar manches,
    Doch sag' ich noch nicht, was;
    Der Sarg muß sein noch größer,
    Wie's Heidelberger Faß.


    Und holt eine Totenbahre
    Und Bretter fest und dick;
    Auch muß sie sein noch länger,
    Als wie zu Mainz die Brück'.


    Und holt mir auch zwölf Riesen,
    Die müssen noch stärker sein
    Als wie der starke Christoph
    Im Dom zu Köln am Rhein.


    Die sollen den Sarg forttragen,
    Und senken ins Meer hinab;
    Denn solchem großen Sarge
    Gebührt ein großes Grab.


    Wißt ihr, warum der Sarg wohl
    So groß und schwer mag sein?
    Ich senkt' auch meine Liebe
    Und meinen Schmerz hinein.

    Bildmäßig war es grenzwertig. Mir fiel es nicht leicht die körperliche Ausdruckssprache, die teils heftige Verrunkungen beinhaltete, anzusehen.
    Der mir bis jetzt unbekannte PianistNobuyuki Tsujii spielte in einem Konzert in Leningrad (2012) das 1. Konzert in b-Moll unter Gergeiev
    Spannend, hochvirtuos, mit individueller Note, war das Spiel des blinden jungen Mannes. Wenn ich die Augen zumachte, war ich nicht abgelenkt, war fasziniert von seinem Spiel
    (23.08.17. Classica)


    27.08.17 Esbjerg (Dänemark) Wagner Die Walküre
    15.09.17 Frankfurt/Alte Oper Schubert Winterreise/Daniel Behle (Tenor)
    16.09.17 Giessen Mozart Premiere Don Giovanni/Hofstetter
    23.09.17 Frankfurt/Alte Oper Schubert Winterreise/Christoph Pregardien (Tenor)
    25.09.17 Frankfurt/Alte Oper Schubert Winterreise/Günther Groisboeck (Bass-Bariton)


    Seit George Szell, Günter Wand (Gürzenich-Zeit) und Hans Zender endlich wieder Schumann's Sinfonien ohne romantisches Pathos ( ala Barenboim, Muti, Chailly, Karajan, Solti etc)
    Eine tolle Aufnahme, Sturm & Drang mit klanglichem Durchblick und rythmischer Spielfreude.

    23. August 2017
    Robert Schumann "Du bist wie eine Blume" mit Andre Schuen (Bariton) und Daniel Heide (Klavier) Aufn 2014




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    Text: Heinrich Heine


    Du bist wie eine Blume,
    So hold und schön und rein;
    Ich schau' dich an und Wehmut
    Schleicht mir ins Herz hinein.


    Mir ist, als ob ich die Hände
    Aufs Haupt dir liegen sollt',
    Betend, daß Gott dich erhalte
    So rein und schön und hold.


    You are like a flower,
    So lovely, fair and pure;
    I gaze at you and wistful
    Melancholy slips into my heart.


    It's as though I ought to place
    My hands upon your head
    And pray God to ever keep you
    So lovely, fair, and pure.


    Brahms: Klavierkonzert Nr. 1
    London Philharmonic/Edo de Waart


    Von den 28 CDs hab ich inzwischen knapp die Hälfte gheört.
    Heute kam die erste Enttäuschung, denn die Interpretation von Klavier wie Orchester, ist einseitig lyrisch-romantisch ausgelegt.
    Nicht mal im 1. Satz geht die Post ab.
    Gähn.
    Arnulfus

    21. August 2017
    Robert Schumann "Dein Angesicht" mit Andre Schuen (Bariton) und Daniel Heide (Klavier) Aufn 2014)



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    Text Heinrich Heine
    Dein Angesicht so lieb und schön,
    das hab' ich jüngst im Traum geseh'n;
    es ist so mild und engelgleich,
    und doch so bleich, so schmerzenreich.


    Und nur die Lippen, die sind rot;
    bald aber küßt sie bleich der Tod.
    Erlöschen wird das Himmelslicht,
    das aus den frommen Augen bricht.


    Ich habe den alten Kempff in einigen Konzerten erlebt und bewundert. Im Vergleich mit Serkin zog er zwar den Kürzeren.
    Ich mochte beinen Recitals einerseits die abgeklärte, tiefe Deutung (Beethoven Sonaten) Gefehlt hat mir eine größere Abstufung der Dynamik und ein differenzierter Anschlag. Es waren nie >Vulkanausbrüche< wie bei Serkin.
    Jetzt besitze ich seine Mono-Gesamteinspielung (1951-56). Die gefällt mir wesentlich besser als die Stereo-Aufnahme von Mitte der Sechziger. Fazit für mich: als Kempff Mitte fünfzig war hatte sein Spiel Spannung und Tiefe..später zu viel Abgeklärtheit, die mir teilweise maniiriert vorkam. Heute gehört: op.28, op.31 (1-3), op.8, op.106

    11. August 2017
    Franz Schubert "Du bist die Ruh" mit Roland Hayes (Bariton)
    Diese Aufnahme kenne ich auch erst seit einigen Minuten. Trotz einiger Einschränkungen bezüglich der Deutschen Sprache höre ich eine tiefe und beglückende Deutung dieses Liedes
    >>>Roland Hayes (1887-1977) was born in Curryville, Georgia, the son of former slaves. He studied singing at Fisk University in Nashville and began performing publicly in 1911. He studied further in Boston and then London. His early career was in Europe, and when he returned to the United States, in 1923, he was able to come under professional management, and undertook an extensive concert tour that gained him both fame and significant income. If you are interested in Hayes, I would like to invite you to see the latest article
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