Beiträge von der Lullist

    endlich mal wieder ein Händel Album, das mich restlos begeistert:




    Royal Handel

    Eva Zaicik - Le Consort


    Opernarien von G.F.Händel aus 'Giulio Cesare en egitto' / 'Riccardo Primo' / 'Ottone' / 'Admeto' / 'Siroe' / 'Flavio, re di Langobardi' / 'Tolomeo' / 'Floridante'

    sowie eine Arie aus Bononcinis 'Crispo' und zwei Arien Ariostis 'Caio Marzio Coriolano'



    Ein toll ausgesuchtes Programm, eine tolle Sängerin mit einer hinreißenden Stimme und makelloser Technik begleitet von einem sehr geschmackvoll spielenden Ensemble.

    Die beste Händel-Arien-Aufnahme, die ich seit langem gehört habe.


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:




    Luigi Boccherini wurde am 19. Februar 1743 in Lucca (Italien) geboren, er starb am 28.Mai 1805 in Madrid.



    Boccherini galt damals und auch wieder heute als der wichtigste italienische (Instrumental-)Komponist des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Trotzdem wird er immer noch zu oft auf sein Menuett reduziert – das in unzähligen Bearbeitungen vorliegt, bis hin zum brechreizerregenden Lied „Lieselotte laß uns auf die Wiese gehen“. Oder er wird einfach abqualifiziert mit „ach der, mit den 1000 Gitarren-Quintetten“. Die Vorurteile verstellen zu oft den Blick auf einen wirklich großartigen Komponisten.


    Es gibt es noch weitere Irrtümer, das Portrait des Violoncello spielenden Musikers, das angeblich ihn darstellen soll, ist mit größter Wahrscheinlichkeit ein Portrait seines Vaters, der, wie später Luigi Boccherini, ein gefeierter Cellovirtuose war. Dazu genügt ein Blick auf die Mode: Es sind 1740er Jahre, die monströse Schleife des Haarbeutels bzw. Solitaires, die großen Ärmelaufschläge, die lange Seidenlampasweste und die Frisur der Perücke… Von Luigi Boccherini gibt es Darstellungen, eine Portraitzeichnung und ein etwas hölzern gemaltes Portrait. Aber hat sich erstmal eine offensichtlich falsche Tatsache etabliert, dann ist es kaum möglich das wieder zu berichtigen (ähnlich mit dem falsch zugeschriebenem Portrait von Wilhelm Friedemann Bach).


    Seine musikalische Ausbildung und insbesondere sein Können auf dem Violoncello erlernte er bei seinem Vater, der ihn auch auf seinen Konzerttourneen mitnahm. Schon 1758 trat er in Wien auf und erregte die Aufmerksamkeit von Christoph Willibald Gluck. Wien sollte er mehrfach besuchen, um dort zu spielen. Dann folgte ein sehr erfolgreicher, aber nur wenige Monate dauernder Aufenthalt in Paris. Hier veränderte er sich vom bewunderten Virtuosen zu einem gefeierten Komponisten und übte enormen Einfluss auf das Pariser Konzertleben aus.

    Er war als Musiker und Komponist in den Pariser Salons gefragt und durch sein Wirken bestimmte er auch sehr schnell den Musikgeschmack der Gesellschafft und vor allem den Stil der Kammermusik. Sein Kompositionsstil von Trios, Quartetten und Quintetten wurde für alle in Paris wirkenden Musiker zum Vorbild. Gossec, Saint Georges, Cambini, Vachon und später auch die Jadins, sie alle komponierten ihre Werke in Form und Stil nach dem Vorbild Boccherinis.

    Ein Umstand, der mir selbst bisher nicht bewusst war, und erst durch die intensivere Beschäftigung mit seinen Werken deutlich wurde. Die Pariser Komponisten legten ihre Streichquartette nicht mit den klassischen vier Sätzen an, wie z.B. in Wien üblich, sondern meist mit zwei Sätzen. Der zweite Satz ist dann immer ein Menuett oder ein Rondeau.

    Dennoch verließ er alsbald Paris, sagte eine geplante Reise nach London ab und zog weiter nach Madrid, dort erhielt er eine gut dotierte Stellung als Kammermusiker des Infanten Luis Antonio Jaime de Borbón y Farnesio, ein Sohn des spanischen Königs Carlos III.


    Spanien sollte Boccherinis neue Heimat werden, die er nach aktuellem Forschungsstand auch nicht mehr verließ. Hier entstand der größte Teil seines Werkes: Streichtrios, Streichquartette, Streichquintette (Die Besetzung mit 2 Violoncelli ist eine Erfindung Boccherinis) 12 Konzerte für Violoncello und ca. 30 Sinfonien. Grundsätzlich ist das Violoncello das zentrale Instrument seines Gesamtwerkes.

    Beschäftigt man sich etwas näher mit Boccherini, dann wird man durch die Werkfülle ähnlich überrollt wie bei Haydn. Eine unverzichtbare Hilfe bei der Orientierung ist das Werkverzeichnis von Ives Gérard in Kombination mit den historischen Opusnummern der werke von Boccherini selbst. Zeitgenossen verglichen ihn nicht selten mit Joseph Haydn, einigen Musikliebhabern galt er als Antipode zu Haydn. Sein Musikstil wurde u.a. als „schattig“ beschrieben (Carl Ludwig Junker – der seine Musik auch als „mürrisch, düster... charakterisierte) Burney verteidigte Boccherini, den er für einen der elegantesten und meisterhaftesten Komponisten seiner Zeit ansah. Ganz unumstritten war seine Musik auch damals nicht.


    Das Jahr 1776 war für Boccherini problematisch, seine Mutter, die ihm nachgereist war, starb und sein Brotherr, der Infant, fiel bei Hofe massiv in Ungnade, da er eine nicht standesgemäße Ehe einging. Luis Antonio Jaime de Borbón y Farnesio verließ den Hof, die reduzierten Möglichkeiten wirkten sich maßgeblich auf Boccherinis Schaffen aus. Statt großer Konzerte und Sinfonien entstanden hauptsächlich Werke für kleine Besetzungen, die zahlreichen Trios, Quartette und Quintette. Und mit diesen begehrten Werken versorgte er auch weiterhin Paris.

    Für diese kleinen Streichensembles entstand auch eine der ungewöhnlichsten Vertonungen des Stabat Mater: für eine Sopranstimme mit Quartettbegleitung. Das Stabat Mater dauert etwa eine ¾ Stunde und steht natürlich in den Tradition Pergolesis. Allerdings ist es durch die spartanische Besetzung noch fokussierter und für mich eine der ergreifendsten und schönsten Vertonungen aus dem 18. Jahrhundert.

    Das Leben in Spanien spiegelt sich auch in vielen seiner Werke wider. Das Kolorit der spanischen Volksmusik wird von ihm hin und wieder aufgegriffen. Am bekanntesten und eindrücklichsten ist der Fandango aus dem Streichquintett Op.50 No.2 G.341 – bekannter ist aber die Version aus dem Gitarren-Quintett No.4 G.448. Selbstverständlich gibt es auch von dem Fandango unzählige Version mit Schlagwerk und größeren Ensembles.


    Boccherini hatte einen finanzstarken Bewunderer aus dem Ausland: Friedrich Wilhelm II. der neue König von Preußen, der selbst auch Violoncello spielte und Boccherinis Werke sammelte. Die Preussische Bibliothek ist eine wichtige Quelle für die Werke Boccherinis. Den Kontakt mit Paris unterhielt er über Viotti, Pleyel und wahrscheinlich Saint Georges. Ein gewisser Monsieur Boulogne (nicht eindeutig geklärt, wer das war) kaufte über 100 Kompositionen Boccherinis. Meiner Meinung nach, dürfte dies der Chevalier de Saint Georges gewesen sein, der mit vollem Namen Joseph Boulogne, Chevalier de Saint Georges hieß. Dass gerade er die Kompositionen für seinen musikalischen Salon und seine Konzerte kaufte, passt m. E. gut ins Bild.


    Nach dem Tod des in Ungnade gefallenen Infanten im Jahr 1785 wurde er offiziell am königlichen Hof in Madrid angestellt inkl. Pension.

    1786 entstand auch seine einzige Oper „Clementina“ eine Zarzuela in spanischer Sprache. Die komische Oper wurde im Palast Puerta de la Vega in Madrid als Auftragsarbeit der Doña María Josefa de la Soledad Alfonso-Pimentel y Téllez-Girón der 12. Herzogin von Benaventa uraufgeführt. Doña María unterhielt in ihrem Adelspalast ein Privatorchester und war eine großzügige Förderin von Kunst und Kultur. Sie beauftragte auch den spanischen Dichter Ramon de la Cruz das Libretto zu verfassen.

    Leider blieb „Clementina“ Boccherinis einzige Oper. Er schrieb noch 15 Konzertarien, von solch berückender Schönheit, dass sie diesen Umstand nur umso bedauerlicher erscheinen lassen, dass Boccherini keine weiteren Bühnenwerke komponierte.

    Die Situation erinnert an sein einziges Klavierkonzert G.487, auch da hätte man sich mehr gewünscht.


    In seinen letzten Lebensjahren konnte er sich noch die Unterstützung von Lucien Bonaparte sichern. 1805 starb Boccherini in Madrid, die wenige Jahre später erfolgte französische Invasion und der blutige Volksaufstand blieben ihm somit erspart.




    Zum Werk:



    Die berüchtigten „unzähligen Gitarrrenquintette“, es sind übrigens nur 8, von ursprünglich wohl 12. sollen hier zuerst genannt sein.


    Abschriften sind nur aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überliefert und gehen auf den Musiksammler Francisco da Fossa zurück, der auch begeistert Gitarre spielte. Diese Quintette sind Bearbeitungen von Boccherinis Originalkompositionen, ob von ihm selbst arrangiert und zusammengestellt oder von einem seiner Bewunderer ist nicht mehr feststellbar: Die Quintette No.2,4 und 5 sind direkte Bearbeitungen der Klavierquintette Op.57. Die restlichen Quintette sind Pasticcios aus anderen Werken. Und sie sind in der Tat sehr schön und können einen attraktiven Einstieg in Boccherinis Musik bieten, auch weil durch die Kombination des Streichquartetts mit Gitarre ein völlig neuer Klangeindruck geschaffen wird.


    Die erhaltenen Quintette stehen in den Tonarten:


    No.1 in d-moll

    No.2 in C-Dur

    No.3 in B-Dur

    No.4 in G-Dur (mit dem Fandango)

    No.5 in D-Dur

    No.6 in G-Dur

    No.7 in e-moll

    No.8 in C-Dur



    Großartig sind die angesprochenen Klavierquintette in ihrer Originalversion. Ich zähle sie zu den besten Kammermusikwerken ihrer Epoche.

    Hier sind insgesamt 12 Quintette erhalten, je 6 Stück als Op.56 und Op.57


    Seine Konzerte für Violoncello stechen aus dem Gesamtschaffen besonders heraus. Sie sind vielleicht bei ihm das, was bei Mozart die Klavierkonzerte sind. Es existieren insgesamt 12 Violoncellokonzerte. Er schrieb ein einziges Klavierkonzert in Es-Dur G.487.


    Die Sinfonien, insgesamt haben sich 30 Sinfonien erhalten, machen einen durchaus beachtlichen Anteil in Boccherinis Schaffen aus. Sie sind sehr reizvoll, mit vielen Einfällen, wunderbaren Wendungen und ab und zu sind auch (damals) bekannte Zitate verarbeitet. An erster Stelle muss natürlich seine bekannteste Sinfonie genannt werden G.506 No.4 in d-moll „Casa del diavolo“ aus Op.12 (eine Sammlung von 6 Sinfonien). Boccherini zitiert in dieser Sinfonie im letzten Satz Glucks Furientanz aus dem Ballett Don Juan bzw. der frz. Fassung von Orphée et Eurydice. Auch in der Sinfonie G.518 in A-Dur wird im finalen Satz ein Ballett aus Glucks Don Juan zitiert.

    Die Sinfonie G.490 in D-Dur scheint die früheste Sinfonie zu sein, und ist auch mit knapp über 6 Minuten die kürzeste. Deutlich ist der Einfluss des Sturm und Drang der Mannheimer Schule zu hören.

    Die Sinfonie G.491 in C-Dur trägt eine eigene Opusnummer No.7. und zeichnet sich durch eine große Besetzung mit Hörnern aus.


    Bemerkenswert ist auch die Sinfonie G.523 in G-Dur. Es ist die mir einzig bekannte Sinfonie, in der eine Gitarre als Solinstrument (im Duett mit einem Violoncello) verwendet wird.

    Ähnlich wie Mozart lässt Boccherini die Stimmung innerhalb seiner Werke, die grundsätzlich meistens in Dur stehen, regelmäßig in Moll-Tonarten abdriften.



    Den größten Teil seines Schaffens machen jedoch die Streicher Trios, Streichquartette und die Streichquintette aus.

    Er schrieb ca. 127 Streichquintette, etwa 90 Streichquartette und über 50 Streicher Trios.


    Zwei Sammlungen bei den Quartetten möchte ich herausstellen:


    Op.26 aus dem Jahr 1778 eine Sammlung von 6 Quartetten, die ebenso als Bearbeitung für Klavierquartett vorliegen.



    Quartett No.1 B-Dur (G.195)

    Quartett No.2 g-moll (G.196)

    Quartett No.3 Es-Dur (G.197)

    Quartett No.4 A-Dur (G.198)

    Quartett No.5 F-Dur (G.199)

    Quartett No.6 f-moll (G.200)


    Und Op.32 aus dem Jahr 1780 eine Sammlung von 6 Streichquartetten


    Quartett No.1 Es-Dur (G.201)

    Quartett No.2 e-moll (G.202)

    Quartett No.3 D-Dur (G.203)

    Quartett No.4 C-Dur (G.204)

    Quartett No.5 g-moll (G.205)

    Quartett No.6 A-Dur (G.206)


    Diese Quartette stehen in Qualität und Schönheit denen von Haydn keinesfalls nach.

    Durch die über 120 Quintette muss man sich durcharbeiten, aber es lohnt sich. Ich selbst habe diese Fülle an Werken selbst noch nicht vollständig erkundet.

    Ähnlich wie bei Haydn muss man sich auf die Musik einlassen und überraschen lassen. Hinter den anonymen Opusnummern und zahlreichen Werkzyklen verbirgt sich herrliche, einfallsreiche und bewegende Musik.

    Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich durch diesen Musikberg gegraben habe.

    Von den angeblich etwa 1000 Orchestersuiten sind etwa geschätzt 120 – 130 erhalten. Sieht man sich das TWV genauer an, dann sind die Orchestersuiten unter 55 gelistet, dann folgen die Tonarten. Die Nummerierung innerhalb der Tonarten selbst scheint eher willkürlich zu sein. Allerdings sind bei den Orchestersuiten, die in e-moll, B-Dur und D-Dur stehen, jeweils die Orchestersuiten aus der Tafelmusik mit der „1“ angegeben.

    Aber es tauchen noch weitere Suiten im Schaffen Telemanns auf, für Cembalo und andere Soloinstrumente, in kammermusikalischer Besetzung bis hin zur reinen Bläserbesetzung. Theoretisch könnte man auch die Suiten aus den Pariser Quartetten noch dazu zählen....

    Dadurch erhöht sich die Menge eigentlich nochmal drastisch. Und spätestens ab da hört auch etwas die Logik (für mich) auf: Die Suiten für Bläserensemble werden unter 44 (Kammermusik für 4 und mehr Instrumente und Generalbass) gelistet, die „Alster Ouvertüre“, wohl auch für reine Bläserbesetzung gedacht, wird dennoch bei 55 gelistet als F11. Vielleicht gibt es da unterschiedliche Fassungen?

    Einen weiteren falschen Eindruck vermittelte die Harnoncourt-Aufnahme mit den „Darmstädter Ouvertüren“. Es suggeriert, dass es sich bei diesen 6 aufgenommenen Orchestersuiten um einen speziellen Darmstädter-Zyklus handelte.

    Von den etwa 120 – 130 Orchestersuiten finden sich über 90 in der Unibibliothek Darmstadt neben weiteren (unzähligen) Orchestersuiten u.a. von Graupner und Endler. Wahrscheinlich daher die Vermutung, es gäbe 1000 Orchestersuiten. Worauf ich hinaus will, eigentlich müsste man den Großteil der Orchestersuiten von Telemann als „Darmstädter Ouvertüren“ bezeichnen.



    Ich bin ganz froh, dass es dieses Werkverzeichnis gibt, damit konnte ich recht schnell herausfinden, dass ich fast alle bisher aufgenommenen Suiten (knapp über 90) in meiner Sammlung habe und ich konnte auch gleichzeitig sehen, (nachdem ich sortiert hatte) welche Suiten bisher noch nicht aufgenommen wurden (oder ich hab nichts gefunden):


    TWV 55-A3

    TWV 55-A5

    TWV 55-A6

    TWV 55-B9

    TWV 55-B12

    TWV 55-c1

    TWV 55-D3

    TWV 55-D5

    TWV 55-D8

    TWV 55-D9

    TWV 55-D10

    TWV 55-D11

    TWV 55-D20

    TWV 55-e2

    TWV 55-e4

    TWV 55-e9

    TWV 55-Es4

    TWV 55-F5

    TWV 55-F6

    TWV 55-F10

    TWV 55-F15

    TWV 55-G3

    TWV 55-G4

    TWV 55-G9

    TWV 55-g5

    TWV 55-g6

    TWV 55-h2



    Bemerkenswert ist in jedem Fall die Menge, 23 Orchestersuiten in D-Dur, 16 in F-Dur, 9 in g-moll usw. Telemann vermied zu ungewöhnliche Tonarten, aber einmal fis-moll ist auch dabei. Und hin und wieder tauchen noch weitere, bisher nicht erfasste Werke auf.

    Am häufigsten ist wohl bisher die Suite TWV55-a2 aufgenommen worden, die Orchestersuite in a-moll, in der Telemann auf so kreative Weise die Blockflöte als Soloinstrument einsetzt. Und selbstverständlich stechen auch die 3 Orchestersuiten aus der Tafelmusik heraus, sowohl was die Qualität als auch die Menge an Aufnahmen betrifft.

    Hinter diesen abstrakten Zahlen verbergen sich wirklich großartige Werke voller Fantasie, Witz und Schönheit. Es ist wirklich nicht einfach, sich mit dieser Menge zu befassen. Es wäre toll, wenn es mal eine systematische und gut gemachte Gesamtaufnahme geben würde. Diese Musik verdient es.

    Mozart ist einfach toll :)


    W.A.Mozart: Die Gärtnerin aus Liebe (deutsche Singspielfassung 1780 von Franz Johann Xaver Stierle)

    H.Prey - H.Donath - I.Cotrubas - J.Norman

    Chor & Orchester des NDR - Hans Schmidt-Issersedt

    guten Morgen



    W.A.Mozart: Die Zauberflöte (Wien, 1791)

    Daniel Behle, Marlis Petersen, Anna-Kristiina Kaappola, Sunhae Im, Kurt Atzesberger, Marcos Fink,

    RIAS Kammerchor, Akademie für Alte Musik Berlin, Rene Jacobs

    hab ich auch schon gehört, ist zwar eine völlige Spekulation - aber ich liebe so was ^^ ^^ ^^

    ich bin immer noch, oder vielmehr jetzt erst recht, von der Musik Grétrys fasziniert.


    Grétry: Zemire et Azor (Comedie Ballet, 1771 Fontainebleau)

    Mady Mesple & Roland Bufkens

    Orchestre & Choeur de la Chambre de RTB - E.Doneux



    Diese hübsche Opera Comique bzw. Comedie Ballet basiert auf dem bekannten Märchen "die Schöne und Biest" (La Belle et la Bête) von Jeanne Marie Leprince de Beaumont. Die Aufnahme ist schon etwas älter, aber immer noch sehr schön. Es wäre wirklich an der Zeit, die unfassbar schönen Werke Grétrys in zeitgemäßen Aufnahmen wiederzuentdecken.

    Danke.

    Das ist auch mein Ansatz, man muss die Schlösser dafür benutzen, wofür sie gedacht gewesen sind, dann leben sie. Diese Glasglocken-Mentalität des deutschen Denkmalschutzes ist manchmal schwierig.... wenn niemand rein darf, wenn es niemand benutzen soll, für wen oder was erhält man die Kästen dann? Gebäude müssen mit Leben gefüllt werden und durch solche Veranstaltungen - das war eine Veranstaltung mit Publikumsverkehr, es wurde also nichts geprobt, da gab es keine 2.Chance etwas zu wiederholen - macht die Erhaltung auch Sinn: Man kann hautnah erleben, wozu diese Gebäude, die Räume gedacht waren. Man kann mit der Kombination aus der Darstellung, den Handlungen, Musik usw. eine richtige Welt erschaffen, die das Publikum aller Altersklassen fasziniert und für diese Epoche begeistert - und dann eben auch für die Erhaltung und Pflege dieser Liegenschaften.


    Und jau, insgesamt habe ich etwa 70kg abgenommen in den letzten 3 Jahren.


    da kam mir doch wieder was dazwischen, dass ich mich regelmäßiger am Forum beteilige - aber ich hab wenigstens eine Entschuldigung *hide*


    ich hab mich breitschlagen lassen, doch noch mal eine Veranstaltung zu machen, diesmal mit neuem Konzept (Kombi aus Reenactment & Larp - hört sich simpel an, ist aber hochkomplex) und das hat so gezündet, dass es gewissermaßen die ganze Szene neu belebt hat. *hüpf*


    Jedenfalls hier, unser Filmchen von der Veranstaltung Ende Oktober, das wir produziert haben.


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    Der Film wurde durch Vereinsmittel der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte e.V. finanziert.


    Film, Kamera & Schnitt: Juan Mora Cid



    kleine Anmerkung: Die Darsteller machen ihre Garderoben und Uniformen in der Regel selbst in Handarbeit nach historischen Quellen. Alle Szenen entstanden ohne jedwede Probe, ohne 2.Chance - es war ausschließlich das Hier und Jetzt! Das Spiel entstand spontan in der Situation. Gehandelt wurde nur nach einer rekonstruierten Etikette und aus der eigenen Position und Rolle bei Hofe heraus.


    Zur Musik, bis auf den Mozart sind alle Stücke tatsächlich oder wahrscheinlich am Kasseler Hof gespielt worden. Da werden wir zukünftig auch noch etwas intensiver rangehen, denn das Musikleben zur Regierungszeit Friedrich II. war wirklich außergewöhnlich und im damaligen Reich einmalig.

    Jedenfalls gefällt es mir sehr, dass der Landgraf ein großer Bewunderer der französischen Oper und insbesondere Rameaus und Gretrys gewesen ist :beatnik:


    und immer noch - das hatte ich schon lange nicht mehr, dass ich eine Aufnahme so oft gehört habe.


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    die Platte läuft bei mir auch in Dauerschleife ^^

    der erste Eindruck ist einfach nur WOW - auf solche Aufnahmen warte ich, Aufnahmen die einfach ein völlig unerwartetes Hörerlebnis zu einem Ereignis machen:



    Mozart - Grétry 1773

    Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 25 g-moll KV 183; Thamos, König in Ägypten-Suite KV 345 / 336a

    André Modeste Ernest Grétry: Céphale et Procris (Suite)

    Orkester Nord, Martin Wahlberg


    Die hier vorgestellten Werke stehen eigentlich in keinem Zusammenhang, außer dass die Werke allesamt aus dem Jahr 1773 stammen.

    Genügt mir als Aufhänger, denn gerade die Sinfonie KV 183 habe ich noch nie so gespielt gehört: Wirklich harte Tempi, bretternde Hörner, überraschender Einsatz eines Fortepiano, herausgearbeitete Kontraste und eine Theatralik, dass es einem die Löffel aus dem Besteckkasten bläst.

    Ich will eine Gesamtaufnahme der Sinfonien in dem Stil - SOFORT !


    Bei Grétry fetzt es kaum weniger, das recht bekannte Tambourin habe ich nie besser gehört. Und man hat hier auch wirklich alle großartigen Sätze des Ballets vereint, auch die abschließende Chaconne. Wer noch nie eine Note von Grétry gehört hat, sollte sich diese Aufnahme unbedingt zulegen.


    Die Bühnenmusik zu Thamos ist auch fabelhaft und ebenso fantasievoll interpretiert wie die g-moll Sinfonie, aber diese bleibt für mich das absolute Highlight der Aufnahme. Sicher auch, weil es meine liebste Sinfonie von Mozart ist.



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    einfach nur wow



    B'Rock Orchestra - René Jacobs



    Mich hat seit der 1945er Furtwängler Aufnahme der großen C-Dur Sinfonie D.944 bisher keine Aufnahme so mitgerissen. Die Detailarbeit begeistert mich und der endlich aufrechterhaltene Spannungsbogen. Extrem gut dramaturgisch interpretiert, aber ohne Effekthascherei, die ich immer weniger leiden kann – und ohne übertriebene Tempi.

    An der Aufnahme habe ich wirklich sehr viel Freude <3

    das hätte ich nicht erwartet, dass mir die Aufnahme so viel Freude macht


    J.B.W.Kalliwoda: Sinfonien No.5 in h-moll & No.7 in g-moll (+Ouverture in a-moll)

    Das Neue Orchester, Christoph Spering


    das ist echt schöne Musik

    Eigentlich gar nicht meine Musikepoche. Ich bin doch einigermaßen begeistert.


    Kurt Atterberg (1887 - 1974) komponierte bedingungslos im spätromantischen Stil (eigentlich schon lange über das Verfallsdatum hinaus). Aber gerade das Festhalten an der romantischen Tradition, und das völlige Ablehnen des (vermeintlich) modernen, das sagt mir persönlich schon sehr zu. Nie nervt er mich mit 12-Ton / atonalen Ausbrüchen. Dadurch mag ihm so mancher alles an Genialität absprechen wollen. Das muss man für sich selbst entscheiden, ob solch eine Meinung Gewicht hat - aufgewogen gegen diese Musik, hat sie für mich keinerlei Bedeutung. Das ist einfach herrlich romantisch-schwelgerische Musik, voller schöner Melodien und Überraschungen – die auch durchaus hin und wieder an einen epischen modernen Soundtrack erinnert. Dadurch manchmal auch etwas plakativ und möglicherweise zu zugänglich daherkommend – aber… Na und? Einzig unangenehm bis problematisch ist seine Nähe zum NS-Regime, allerdings wurde er im Nachgang formell entlastet.



    Kurt Atterberg: Sinfonien 1 - 9

    Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, NDR Radiophilharmonie, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Ari Rasilainen



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    heute auf dem Programm:


    V.Bellini: La Sonnambula (Mailand 1831)

    C.Bartoli - J.D.Florez

    Orchestra la Scintilla - A.de Marchi



    V.Bellini: Norma (Mailand 1831)

    C.Bartoli - S.Jo - J.Osborn - M.Pertusi

    Orchestra la Scintilla - G.Antonini

    heute:


    G.S.Mayr: Lodoiska (Venedig 1796)

    Münchener Rundfunkorchester - G.Petrou


    gefiel mir tatsächlich besser als Cherubinis Lodoiska


    und jetzt gerade



    G.S.Mayr: Medea in Corinto (Neapel 1813)

    Philharmonia Orchestra - D.Parry