Beiträge von der Lullist

    Das wurde J.Rosenmüller vorgeworfen - bevor es zu einer gründlichen Untersuchung und eventuellen Gerichtsverhandlung kommen konnte, hat er sich allerdings ins Ausland (Italien / Venedig) abgesetzt.


    Und weiter geht es:


    Ludwig van Beethoven - Die Streichquartette

    Belcea Quartet


    *opi* Japp, historische Instrumente und historisch informiertes Spiel


    <3<3<3

    Meine derzeitige Lieblings CD:


    Esprit Antoine Blanchard: Te Deum de Fontenoy (1745)

    François Colin de Blamont: Te Deum de Fontenoy (1745)

    Choeur Marguerite Louise, Ensemble Stradivaria, Daniel Cuiller


    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:



    Zitat

    Die Aufführung des Te Deum von Esprit Antoine Blanchard (1696-1770) in der königlichen Kapelle anlässlich des Siegs in der Schlacht von Fontenoy 1745 war ein protokollarischer Fauxpas, denn es hätte dem Maître de musique de la chambre du Roy, François Colin de Blamont (1690-1760), zugestanden, eine entsprechende Eigenkomposition zu realisieren. Indigniert beschwerte sich Blamont sogleich beim immer noch am Kriegsschauplatz weilenden Ludwig XV. Um die Wogen zu glätten, ordnete dieser eine neue Aufführung an, diesmal mit dem Te Deum von Blamont. An diesen kuriosen [?82?]Te Deum-Krieg erinnert diese CD, die uns ganz nebenbei auch mit zwei bedeutenden Zeitgenossen Rameaus bekannt macht.

    Zitat

    Vertonungen von Alessandro nell’Indie?


    es gibt eine, solange du die Vertonung von G.F. de Majo meinst:



    bei der Aufnahme muss man allerdings zahlreiche Abstriche machen: Ich hab die Aufnahme schon ewig nicht mehr gehört... was eben schon alles sagt. Die Sänger werden den Anforderungen nur bedingt gerecht, und ich meine das Ganze ist stark verstümmelt (fehlendes dacapo der Arien etc.) aber alle Angaben ohne Gewähr.



    von Händel gibt es auch einen Alessandro, ebenso von Pacini, Vinci, Mancini, Leo, Porpora, Hasse, Sarro, Galuppi, Corselli, Uttini, Jommelli, Graun, Gluck, Fiorillo, Latilla, Araja, Piccinni, Holzbauer, Sarti, J.C.Bach, Traetta, Sacchini, Naumann, Anfossi, Kozeluch, Cimarosa, Cherubini und gefühlt ca. 40 weitere Komponisten.


    da solltest Du den Komponisten schon dazu nennen.;)





    Orazio Vecchi ist wahrscheinlich eher für seine Madrigale bekannt. Auf dieser Aufnahme ist sein 8-stimmiges Requiem zu hören, von dem vermutet wird, dass es bei den festlichen Trauerfeierlichkeiten für Rubens in Antwerpen aufgeführt wurde.


    Ist natürlich reine Spekulation, die Aufnahme selbst ist aber toll.




    ja was soll man da sagen? Homilius muss schon in die Sammlung, seine geistliche Musik gefällt mir wirklich sehr und die Interpretation ist auch super. Der große Einfluss Bachs ist eigentlich immer in der Musik von Homilius präsent.

    E.Moulinie: Meslanges pour la chapelle d'un prince

    Ensemble Corespondances - Daucé

    Zitat

    Mehr als 30 Jahre lang war der Lebensweg von Étienne Moulinié untrennbar mit dem seines Gönners Gaston d'Orléans, Bruder von Ludwig XIII. verbunden. In seinen "Mélanges sur des sujets chrétiens", die er als sein Hauptwerk ansah, forderte er das Recht auf kompositorische Freiheit, um "die Musik zu läutern und in den Zustand der Keuschheit zu versetzen".



    tolle Aufnahme!


    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    ganz frisch, aber nur als Download verfügbar:



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    Charles Coypeau d'Assoucy: Airs a quatre parties

    Faenza



    laaaaaaaaaaaange habe ich darauf gewartet, Musik von Sieur d'Assoucy hören zu können.

    Er war hauptsächlich als Poet bekannt - er gehörte dem Kreis an, dem auch Moliere, Tristan l'Hermite, Scarron und Cyrano de Bergerac angehörten.

    Als Musiker war er "Ordinaire de la Musique du Roi Louis XIII" spielte 1647 bei der legendären Aufführung von Luigi Rossis "Orfeo" Theorbe und komponierte 1650 die Bühnenmusik für Corneilles "Andromaque".

    Im gleichen Jahr komponierte er "Les amours d'Apollon et de Daphne", ein Werk das als erste französische Oper gilt, aber tragischerweise nicht erhalten ist.

    Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Bergerac und Scarron begann er ein Jahrzehnt umherzureisen, und erlebte allerhand dubioser (krimineller) Abenteuer. In Rom fand er schließlich kurzzeitig eine Gönnerin in Christina von Schweden, die eine Vorliebe für Abenteurer hatte. Wahrscheinlich hatte er in den 1660er Jahren auch Kontakt zu Charpentier. Charpentier, studierte in dieser Zeit bei Carissimi.

    Von Gläubigern gejagt, floh er wieder nach Frankreich und suchte erneut den Kontakt zu Molière, dieser bot ihm an, dass d'Assoucy die Bühnenmusik für sein neueste Werk "den eingebildeten Kranken" schreiben sollte - doch kurz darauf widerrief Molière das Angebot und wandte sich an Charpentier. 1673 wurde er inhaftiert - etwas, was d'Assoucy wohl schon öfter erlebte. Louis XIV griff schließlich ein, ließ ihn freisprechen und gewährte ihm eine kleine Rente. Er vesorgte den Hof mit zahlreichen Gedichten. 1677 starb d'Assoucy in Paris.


    Die Airs für 4 Stimmen stammen aus einem 1653 in Paris von Ballard veröffentlichten Druck. D'Assoucy wurde von der Musikgeschichte als mäßig begabter Komponist beschrieben. Dem kann ich keinesfalls zustimmen, seine Airs de cour sind ganz fabelhafte Kompositionen, die mir persönlich extrem gut gefallen:


    während ich versuche eine Mandelentzündung auszukurieren:


    Seiken Densetsu - 25th Anniversary Concert


    wirklich schön gemachte Orchesterarragements aus den Sqaure Enix Videospielen, die hierzulande eher unter "Mystic Quest" oder Secret of Mana" bekannt sind.


    und dann gleich hinterher:


    The Legend of Zelda 30th Anniversary Concert

    was für ein abgefahrener Kram:



    J.B.Hochreithner: Requiem (1712 / 17) +Missa Lubilus sacer (1731)

    Ars Antiqua Austria, Gunar Letzbor


    Zitat

    Die barocke katholische Kirchenmusik ist nicht sprachlich gedacht wie die protestantische, in der das Wort im Mittelpunkt steht und die Musik also so etwas wie eine musikalische Predigt ist. Sie entwirft ein barockes Welttheater mit musikalischen Klangbildern, die Gefühle und Assoziationen beim Hörer wecken sollen. In diesem Zusammenhang schreckte Joseph Balthasar Hochreither (1669-1731), der im Stift Lam-bach und später am Salzburger Dom wirkte, auch vor krassen Mitteln nicht zurück: So soll der Bassist im Requiem 'das Tuba mirum, item das Lacrymosa (...) aus einem Rödtrohr' singen. Gunar Letzbor setzt diese Anweisung bei seiner Einspielung natürlich um und erreicht (in Ermangelung eines Rödtrohrs ) mit dem Regenrohr seiner Gartenlaube ein vergleichbare Wirkung. Typische Trauertopoi der Zeit, z.B. gedämpfte Pauken und Trompeten, ergänzen die Wirkung seines hier erstmals eingespielten Requiems.

    ich finde nicht, dass diese Aufnahme mit Pinnock oder Manze vergleichbar ist.

    Von allen Gesamtaufnahmen die ich habe (Hogwood / Pinnock / Manze / Avison Ensemble / Standage und Richter) ist das mit Abstand die ruppigste Interpretation.

    Ich finde diese Aufnahme schon ganz nett, aber ich persönlich bevorzuge eher den eleganteren Interpretationsansatz von Pinnock.

    Il Giardino Armonico ist zwar nicht ganz so brachial hart wie bei Vivaldis 4 Jahreszeiten, aber eben schon ruppig, laut und auf maximale Effekte aus....und ab und zu geht dadurch die Feinheit Händels flöten.

    und heute wieder mal "Ärgern mit Curtis"



    Antonio Vivaldi: Giustino, Drama per Musica 1724

    Complesso Barroco - A.Curtis



    Der eigentliche Hammer dieser Aufnahme ist in diesem Fall das Booklett, da behauptet doch der James-Last-Doppelgänger in einem unfassbar arroganten Erguss, der als „Einige Betrachtungen über angemessenes Kürzen“ bezeichnet wird, dass er Vivaldi einen Dienst erwiesen hätte, indem er den Rotstift ansetzte:

    Er hat tatsächlich die Stirn, bestimmte Arien, die er als minderwertig erachtet oder nicht der Handlung als zuträglich selbstherrlich zu streichen, indem er sich auf die Vertonung Händels beruft. Weil Händel bestimmte Rollen oder Arien des Librettos strich, muss das auch hier gemacht werden. Nur hat Vivaldi diese Passagen nicht gestrichen, zudem war das Londoner Publikum damals ein anderes als das venezianische oder wie für die Uraufführung des Giustino das römische. Wer sich mit der Barockoper intensiv beschäftigt, weiß, dass ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen vorherrschten und in Rom andere Opern gegeben wurden als in Venedig oder Neapel.

    Letztlich bleibt er nicht mal konsequent, sondern behält dann Arien bei, die eben auch nichts zur Handlung beitragen, aber er findet sie halt hübsch…..zum Glück hat er nicht, wie bei anderen Aufnahmen, das Dacapo der Arien gestrichen.

    Auf die Kürzungen in den Rezitativen, die sicher noch krasser sein dürften, geht er erst gar nicht ein.


    Die Interpretation ist ok, das Orchester dünnbrüstig, wie bei Curtis üblich, das Continuo ist halt da, mehr aber auch nicht.


    Zum Glück gibt es alternative Aufnahmen der Oper (Dantone / Velardi) leider habe ich diese nicht, aber Giustino ist ohnehin eine Pasticcio-Oper, d.h. viele der Arien findet man auch in anderen Werken, wie bei Vivaldi üblich, selbst "La Primavera" muss man ertragen.


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    Theodor Schieder: Friedrich der Große

    Ein Königtum der Widersprüche



    Ich habe zwar erst wenige Kapitel gelesen, aber ich glaube kaum, dass ich den Schinken zu Ende lesen mag.

    Herr Prof. Schieder hat schlicht nichts zu sagen, im Grund widerholt sich von Kapitel zu Kapitel, ohne wirklich etwas erhellendes, was man nicht eh schon kennt, zu erzählen. Besonders lästig ist, dass er ständig in der Chronologie dieser Biographie wild, fast schon etwas verwirrt herumspringt. Wenn ich da an die geniale Biographie Ludwig XIV (Erlanger) denke, da weiß man einfach, dass soetwas auch in einer ganz anderen Qualität möglich ist.

    Im Prinzip spiegelt das Buch-Cover eigentlich schon den gesamten Inhalt wieder: bei mir ein heroisierendes, historisierendes Portrait um 1900 von Franz Dudde….. noch Fragen? So schimmert auch stets etwas deutschtümelnde, völkisches Palaver durch die an sich objektiv gemeinte Schrift. Schmunzeln bis stirnrunzeln mag man, wenn der Autor u.a. es als „böswillige Unterstellung“ definiert, wenn Zeitgenossen und andere Historiker Friedrich II. Homosexualität thematisieren…. Naja, ein Buch mit dem getrost den Ofen anzünden kann.

    Bach - Variations on Variations

    Concerto Italiano - R.Alessandrini


    Arragements für Barockorchester: Passacaglia in c-moll BWV 582 / Canzona in d-moll BWV 588 / Aria Variata in a-moll BWV 989

    Goldberg Variationen BWV 988




    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    heute abend im Heimkino gelaufen:



    Die fast vergessene Welt



    ich hab Tränen gelacht - mir hat der Film sehr gut gefallen.... wenn ich an den Mückenstich denke, muss ich immer noch lachen *lol*


    und danach gab es noch den:


    Pixels


    war ebenfalls sehr amüsant *yepp*


    G.F.Händel: Athalia, Oratoriumin 3 Akten, London 1733

    Simone Kermes, Olga Pasichnyk, Trine Wilsberg Lund, Martin Oro, Thomas Cooley, Wolf Matthias Friedrich
    Kölner Kammerchor - Collegium Cartusianum - Peter Neumann


    Eine Aufnahme wurde vergessen:



    Carolyn Watkinson (Serse)

    Paul Eswood (Arsamene)

    Ortrun Wenkel (Amastre)

    Barbara Hendricks (Romilda)

    Anne Marie Rode (Atlanta)

    Ulrik Cold (Ariodate)

    Ulrich Studer (Elviro)


    La Grande Ecurie et la Chambre du Roy - Jean Claude Malgoire

    1979


    Sicher nicht mehr up to Date, aber trotzdem in historisch informierter Aufführungspraxis.


    Und eine neue Aufnahme ist auch herausgekommen:



    Franco Fagioli (Serse)

    Vivica Genaux (Arsamene)

    Inga Kalna (Romilda)

    Francesca Aspromonte (Atlanta)

    Andrea Mastroni (Ariodate)

    Delphine Calou (Amastre)

    Biaggio Pizzuti (Elviro)


    Il pomo d'oro - Maxim Emelyanychev

    2018


    Kenne ich leider noch nicht, die Aufnahme werde ich mir aber sicherlich zulegen, zumal sie so gelobt wird und anscheinend dem Werk endlich gerecht wird.