Beiträge von der Lullist



    ^^ hab ich doch gesagt ^^


    Ich finde das Forquerays Werke als Cembalo-Transkriptuion auch nicht gut funktionieren. Ich mag diese Versionen überhaupt nicht.

    Die Suiten, die von seinem Sohn für eine der Töchter Louis XV zusammengestellt wurden, sind schon toll - aber die Interpretation muss halt stimmen.

    Die Gesamtaufnahme von Pandolfo liebe ich. Die 5. Suite ist in der Steinzeit auch mal von den Kuijkenbrüdern zusammen mit Leonhardt eingespielt worden - endgeil!


    A. & J.B. Forqueray: Pieces de Viole, Suites I - V

    Paolo Pandolfo, Guido Balestracci, Rolf Lislevand, Eduardo Egüez, Guido Morini

    (das Cover war bei der Originaledition schöner und es gab ein dickes Boocklett)

    Versions-Vergleichhören:


    Jean Philippe Rameau: Dardanus (1. Fassung,1739)

    Les Musiciens du Louvre - Marc Minkowski


    Jean Philippe Rameau: Dardanus (2.Fassung, 1744)

    Ensemble Pygmalion - Raphael Pichon

    ich würde mich dieser Kritik vollumfänglich anschließen.



    Die Box selbst ist für den Einsteiger, der die großen Opern haben will, absolut zu empfehlen.



    Aber für Les Indes Galantes, und vor allem für Castor et Pollux und Dardanus sollte man sich Alternativen anschaffen.


    Les Indes Galantes unter Paillard ist trotz des Alters immer noch schön anzuhören - da bin ich auch nicht wirklich objektiv, weil ich die Aufnahmen von Paillard liebe.

    Die Alternative ist aber ganz klar William Christie (immer noch).


    Bei der 1737er Version von Castor et Pollux sollte / muss man zu Christie greifen. Ich meine es ist auch die einzige greifbare Aufnahme der Urversion neben Harnoncourt.

    Alle anderen Aufnahmen beziehen sich auf die 2. Fassung.

    Für die 1754er Version würde ich zur neuen Aufnahme von Raphael Pichon mit dem Ensemble Pygmalion raten.


    Leppards Dardanus ist auch mehr ein Zeitdokument, aber die Kürzungen (vor allem die Ballettmusik) sind kaum zu rechtfertigen und ziemlich willkürlich scheinen auch die Entscheidungen zu sein, aus welchen Fassungen (auch hier gibt es zwei) die Passagen ausgewählt wurden.
    Von der ersten Fassung des Dardanus (1739) hat Marc Minkowski eine phantastische Aufnahme gemacht. Von der 1744er Fassung gibt es von Raphael Pichon mit dem Ensemble Pygmalion eine hervorragende Aufnahme.



    Was die Fassungen bei "Castor et Pollux" und "Dardanus" anbelangt, sind diese wirklich so gravierend, dass man fast von verschiedenen Opern sprechen kann.

    Erato hat einfach alles in eine Kiste zusammengeschmissen, was im Katalog war, mit Ausnahme der Bühnenmusik zu Voltaires "La Princesse de Navarre" (McGegan), was echt schade ist, denn die ist echt toll.


    Und Erato hatte auch noch eine weitere Aufnahme von Castor et Pollux im Katalog (English Bach Festival Ensemble / Farncombe 1982), allerdings die Fassung von 1754 - die wäre sicherlich auch die bessere Wahl gewesen. Die Aufnahme von Harnoncourt (Fassung von 1737) aus dem Jahr 1972 ist für mich kaum zu ertragen....selbsterklärend, warum Harnoncourt von französischer Musik die Finger gelassen hat.

    Außerdem war die 1754er Fassung wesentlich erfolgreicher und gehörte zu den am meisten gespielten Opern im Europa des 18. Jahrhunderts.


    Ich würde die Aufnahmen insgesamt als eher durchwachsen beschreiben, denn ein Teil ist schlicht veraltet , was Interpretationserkenntnisse anbelangt (Paillard / Leppard / Harnoncourt).

    Daneben die Spitzenaufnahmen von William Christie und Marc Minkowski.


    Die einzige Aufnahme die ich nicht kenne ist der Pygmalion (McGegan), dürfte auch die erste Wiederveröffentlichung auf CD sein... aber deswegen die Box anschaffen...ne sicher nicht.



    ich weiß nicht, ob sich das lohnt, wegen den wenigen Aufnahmen einen extra Thread aufzumachen.


    Von der Oper gibt es mittlerweile 4 Gesamtaufnahmen, zweimal Herreweghe (wobei die erste nur auf LP erhältlich war), einmal Opera Lafayette und einmal Rousset - dann Auszüge (Paillard) und eine Fassung von William Christie auf DVD.


    Man könnte noch alle Recitals dazu nehmen mit dem Monolog der Armide....


    Bei den anderen Opern Lullys gibt es oft nur eine einzige Aufnahme, bzw. zwei - Christophe Rousset hat sich das Ziel gesetzt alle Opern aufzunehmen.

    ich würde da nach Einzelfall gehen, eine Ausnahme sind die Aufnahmen mit dem "Concert Spirituel" unter Hervé Niquet, die Aufnahmen sind durchweg alle super.


    die Aufnahmen mit dem Aradia Baroque Ensemble sind ähnlich wie Opera Lafayette - mir fehlt da immer irgendwie etwas.



    Die Aufnahme hat bei mir keinen überragenden Eindruck hinterlassen, alle Protagonisten (inklusive Chor und Orchester) bleiben blass, bis auf Stephanie Houtzeel.

    Zudem sind die Kürzungen (u.a. der gesamte Prolog) ärgerlich.

    Auch werden irgendwie alle Höhepunkte verschenkt.



    Lullys "Hauptwerk" kommt besser bei Rousset oder Herreweghe zur Geltung. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor die ältere Aufnahme (HMF) von Herreweghe: Guillemette Laurens ist in der Titelpartie einfach unerreicht, - der Monolog am Ende des 2. Aktes ist nie wieder so ergreifend aufgenommen worden - und ich denke, ich kenne so ziemliche alle Aufnahmen. Ähnliches gilt für Howard Crook als Renaud - und auch die anderen Rollen sind großartig besetzt mit Veronique Gens, Bernard Deletrè, Gilles Ragon....

    Ludwig van Beethoven - Sinfonien

    Regula Mühlemann, Marie-Claude Chappuis, Maximilian Schmitt, Thomas E. Bauer, Wroclaw Philharmonic Choir, Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini

    Instrumentalmusik aus dem kurfürstlichen München

    Wiener Barocksolisten / Harmonia Antiqua Wien



    Es handelt sich hauptsächlich um Musik des späten 18. Jahrhunderts, am Hofe des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz.


    Den größten Teil der Aufnahme nimmt Gleißners Ballettpantomime "Heinz von Stein - genannt der Wilde" (1790) ein, nach dem Trauerstück von Lorenz Hübner.

    Herrliche Musik, und hörenswert, zumal Musik zu Balletten aus dem 18. Jahrhundert nach wie vor kaum Beachtung finden.

    Die Aufnahme von Haselböck habe ich gehört. Wellingtons Sieg gehen noch zwei zeitgenössische Märsche voraus von Pleyel und Dussek. Die Besonderheit, hier wird ein Nachbau eines "mechanischen Feldtrompeters" eingesetzt - nicht schön anzuhören, aber mal interessant, sowas zu hören. Eine Abbildung ist im Booklet auch zu sehen.


    Es ähnelt vom Klang her einer gestopften / gedämpften Trompete mit einem Hauch Kirmesorgel ...



    Zum Glück wurde da bei Wellingtons Sieg drauf verzichtet. Was ich hier insgesamt positiv empfinde, es gibt keine eingespielten Gewehr und Kanonenschüsse wie z.B. bei Karajan. Etwas was mir das Stück jahrelang verleidet hat.


    Denn das funktioniert auch einfach nicht: Wer mal Kanonen und Steinschlossgewehre live erlebt hat (man besuche Reenactmentveranstaltungen) versteht sofort was ich meine - kein derzeitiges Medium kann diese Gewalt einfangen und bei Karajan hat es zudem noch übersteuert. Selbst bei entsprechenden Veranstaltungen bekommt man nur eine Ahnung, die kämpfenden Parteien waren ja damals weitaus umfangreicher und es waren noch mehr Waffen im Einsatz. Ich habe einmal erleben dürfen, wie 10 Kanonen (nur mit Pulver und Mehl geladen) aufeinander geschossen haben - der Boden hat gebebt - man kann nur schauderhaft erahnen was mit echter Ladung los gewesen wäre ... von daher ist es gut, auf so einen Blödsinn zu verzichten, das braucht die Komposition auch wirklich nicht.


    Die Janitscharen-Variante des Ensembles Octophoros fand ich auch ausnehmend gut gelungen.

    The youthful Beethoven

    +Klavierkonzert D-Dur (in einem Satz, zeitweise Beethoven zugeschrieben, tatsächlich von Rosetti)

    Romanze Cantabile (1786)

    Musik zu einem Ritterballett WoO 1

    Zamparas, Bohuslav Martinu PO, Jon Ceander Mitchell

    nochmal Beethoven



    Ludwig van Beethoven: Revisited Symphonies 1 - 9

    Andrea Lauren Brown, Ulrike Malotta, Markus Schäfer, Bernhard Spingler, Vokalwerk Nürnberg, Taschenphilharmonie, Peter Stangel



    Es ist eine Bearbeitung für 12 - 16 köpfiges Ensemble.

    Das funktioniert irgendwie für mich aber nicht bei jeder Sinfonie. Die Kritik im Deutschlandfunk sieht das ähnlich, und nennt die 3. und die 5.


    Doch genau das sehe ich anders:

    Die Eroica ist echt spitze, also echt mal :D - das pendelt zwischen Streichquartett und Orchestersound und fetzt: Gänsehautalarm. Hier funktioniert der kammermusikalische Ansatz - für mich zumindest - perfekt. Der zweite Satz ist in dieser kleinen Besetzung besonders ergreifend.


    Aber die Fünfte säuft rettungslos ab - da schließe ich mich an. Ich versteh nicht wieso der 'Bums' und die Intensität, die sie bei der Dritten hinbekommen, da dann völlig fehlt. Schade oder passender: vergeigt.


    die 6. Sinfonie ist hingegen wieder atemberaubend gut gelungen. Die 9. hab ich noch nicht gehört.


    Generell glaube ich, dass historische Instrumente bei diesem Experiment insgesamt stimmiger gewesen wären und eine bessere "Klangbalance" erzielt hätten (Bläser!).


    Diese Aufnahme macht dennoch Spaß.