Beiträge von der Lullist

    Guten Morgen,



    Sinfonien der Mozart-Zeit

    Capella Coloniensis - H.M.Linde


    F.J.Gossec: Sinfonie No.6 in Es-Dur Op.6

    J.C.Bach: Sinfonie für Doppelorchester in E-Dur

    J.B.Vanhal: Sinfonie in F-Dur & Sinfonie in g-moll

    K.Ditters von Dittersdorf: Sinfonie in C-Dur 'die 4 Weltalter'

    A.Mahaut: Sinfonie No.4 in c-moll

    A.Reicha: Sinfonie in Es-Dur Op.41

    J.M.Kraus: Sinfonie in c-moll

    Generations - Jean Baptiste Senaillé & Jean Marie Leclair

    Théotime Langois de Swarte - William Christie



    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:


    welcher Honk hat diese Aufnahme bei JPC mit nur 2 Sternen bewertet?


    Senaillé ist eine echte Entdeckung, selten hat mich eine Aufnahme mit Violinsonaten so begeistert!



    danach:


    Je m'abandonne a vous

    Airs & Chansons sur des Poesies d'Henriette de Coligny, Comtesse de la Suze (1623-1673)

    Marc Mauillon, Angelique Mauillon, Myriam Rignol, Celine Scheen, Antonin Rondepierre, Alice Pierot


    Airs de Cour von Sébastien Le Camus, Michel Lambert, Betrand du Bacilly, Henri Du Mont

    Instrumentalstücke von Sieur De Machy, Sieur de Sainte Colombe, Francois Du Fault......

    Jean Baptiste Lully: Le Bourgeois Gentilhomme - Les Nopces de Village - Cadmus et Hermione

    André Danican Philidor: Marriage de la grosse Cathos

    London Oboe Band - Paul Goodwin

    Es gibt glücklicherweise eine hervorragende Gesamtaufnahme des Balletts.


    Jean Baptiste Lully: Le Ballet Royal de Flore

    La Simphonie du Marais – Hugo Reyne


    Aus der Serie “Lully ou le musician du Soleil”


    Die Interpretation lässt keine Wünsche offen, die Tänze werden geschmackvoll und phantasievoll interpretiert, Besetzungen werden variiert, die Bläser (wenn auch hier wieder moderne Barockoboen zu hören sind) sind hervorragend. Auch Teile des Textes von Isaac de Benserade werden rezitiert, das unterstreicht die Andersartigkeit des Genres enorm.



    Von der damals schon vielgerühmten „Plainte de Vénus“ gibt es noch weitere Aufnahmn



    Jean Baptiste Lully: Divertissements

    Guillemette Laurens – Capriccio Stravagante – Skip Sempé


    Eine meiner ersten Lully-Aufnahme die ich damals kaufte und zunächst nicht so zu schätzen wusste. Mittlerweile hat sich das grundlegend geändert. Die Instrumentalstücke verlieren durch die kammermusikalische Interpretation den Großteil ihrer Wucht, gewinnen aber auf anderen Ebenen. Die Gesangspassagen sind herausragend und das gesamte Programm ist großartig ausgesucht. Nur muss man eben wissen, dass dieses Programm vielleicht einem Konzert für Louis XIV und Madame de Maintenon in den 1690er oder 1700er Jahren entsprochen hätte, wie es von Couperin organisiert worden wäre. Ob Lully diese reduzierte Besetzung akzeptiert hätte, wage ich zu bezweifeln. Für die Aufführung seiner Werke zur Unterhaltung des Königs hatte er sein Ensemble die „Petit Bande“.



    recht ähnlich ist die Aufnahme mit hauptsächlich italienischen Passagen Lullys:


    Jean Baptiste Lully: Ballets & Recits Italiens

    La Risonanza


    Die Plainte de Venus ist hier mit aufgenommen, das es sich hierbei im Grunde um eine Da-capo Arie im italienischen Stil handelt. Weitere Auszüge aus dem Ballet de la Raillerie, Psyche, Ballet d'Alcidiane, Ballet des Nations, Ballet de l'Amour malade und dem Ballet des Amours deguises sind noch zu hören. Allerdings auch alles in kammermusikalischer Form.

    Der Anlass für die Aufführung war ein politisches Ereignis, das Ende des Devolutionskrieges mit dem Frieden von Aachen (Le Paix de l’Aix-la-Chapelle) und die Annektierung der Franche Comté 1668. Louis XIV hatte durch diesen, seinen ersten großen Angriffskrieg, versucht sein Reich und seinen Ruhm zu vergrößern. Natürlich ist der Frieden von Aachen, der Frankreich Teile der spanischen Niederlande sicherte, auch im Deckengemälde der Spiegelgalerie von Versailles verewigt.


    Schon das ganze Jahr 1668 über, wurde dieser militärische und diplomatische Sieg gefeiert (Le Grand Divertissement de Versailles). Das Ballet Royal de Flore ist gewissermaßen der Abschluss dieser Feierlichkeiten. Die erste Aufführung fand am 13. Februar 1669 statt, im großen Saal des Palais des Tuileries mit verschwenderischer Ausstattung, die Bühne stammte, wie bei den meisten Aufführungen Lullys, von Carlo Vigarani, die Kostüme stammten von Henry Gissey. Und es folgten noch viele weitere Aufführungen.


    Den Text schrieb wieder Isaac de Benserade, geboren 1612, war bereits ein Protegée Richelieus und galt als einer der herausragenden Poeten seines Zeitalters und als Schöngeist. Das Ballet war ein triumphaler Erfolg, aber Benserade, der auch allerlei Anfeindungen ausgsetzt war (u.a. auch Molière) war des Hoflebens müde und zog sich nach diesem Ballett vom Hof zurück. So ist es auch seine letzte Arbeit für den Hof und der letzte Text zu einem echten Hofballett. Das Sujet ist Ovids Metamorphosen entnommen, die Spiele zu Ehren der Flora. So beginnt das Ballett auch mit einem gesungenen Prolog des Winters und tanzenden Eiszapfen. Insgesamt wirkten fast 140 Musiker und Tänzer bei dem Ballett mit. Darunter auch Mitglieder des Hofes, an erster Stelle der König, der direkt das erste Entrée als Verkörperung der Sonne bestritt. Die Tänzer / Rollen die ihn begleiteten waren „die Luft“ (der Graf von Armagnac) „das Feuer“ (der Marquis de Villeroy) „die Erde“ (der Marquis von Rassan) und „das Wasser“ (der Ballettmeister des Königs, Pierre Beauchamps). In diesem Ballett wurden fast alle nachfolgenden Szenen ausschließlich von ca. 30 professionellen Tänzern getanzt. Madame Henriette, die eigentlich als Flora auftreten sollte, war hochschwanger und wurde durch die Herzogin von Sully ersetzt – und auch Madame de la Valliere, die ehemalige Favoritin des Königs, musste noch mal als Schäferin auftreten.


    Insgesamt 15 große Entrées umfasste das Ballett. Nach dem Prolog des Winters, bringt die Sonne das Leben zurück auf die Erde, begleitet von den 4 Elementen. Die Sonne steigt aus dem Meer auf und sorgt für einen immerwährenden Frühling und Frieden.


    Im Zweiten Entrée schwebt Flora von einer strahlenden Wolke herab und gesellt sich zur Sonne.


    Im Dritten Entrée ist die Welt von Glückseligkeit erfüllt, Flora und die Sonne empfangen die tanzenden Najaden und Dryaden.


    Im vierten Entrée tritt der Frühling auf, der unter der Führung der Sonne und Floras das letzte Eis vertreibt und aus dem reinen grün nun die Blumen sprießen lässt.


    Im fünften Entrée wird darauf verwiesen, dass Blumen schon immer als Liebesgabe dienten. Vier galante Herren treffen auf Gärtner und kaufen ihnen Blumengebinde und Sträuße ab.


    Im sechsten Entrée überreichen die galanten Herren ihre Liebesgaben an die Damen. Comus erscheint von Blumen bedeckt, und gibt sich als Gott der Unterhaltung und der Galanterie zu erkennen.


    Im siebten Entree wird eine festliche Tafel gezeigt mit „Ausschweifer“ die von Sklaven bedient werden.


    Im achten Entrée ziehen sich die Sklaven zurück und die Ausschweifer beginnen auf den Tischen zu tanzen und es werden Blumenkränze an die Türen von Frischvermählten gehängt. Es folgt sogar ein Ständchen (Recit de l’Hymen).


    Im neunten Entrée kommen die Frischvermählten aus ihrem Haus, zeigen ihre Freude über das Ständchen und schließen sich dem Tanz der Ausschweifer an.


    Im zehnten Entrée wird eine gänzlich andere Szene gezeigt, das Theater verändert sich zu einem Garten der Flora. Aurora die Göttin der Morgenröte erscheint.


    Im elften Entrée erscheinen tanzende Stunden, pflücken Blumen übergeben sie den Grazien, die daraus Kränze für die Götter binden.


    Im zwöflten Entrée erscheint Vertumnus, der in verschiedenen Gestalten und Verkleidungen Pomona nachstellt.


    Es folgt einer der großen musikalischen Höhepunkte, Lullys „Plainte de Vénus sur la Mort d’Adonis“


    Im dreizehnten Entrée erscheint Proserpina im Garten, begleitet von ihren Gefährtinnen. Pluto erscheint mit seinen Dämonen und entführt sie in die Unterwelt.


    Im vierzehnten Entrée werden sechs Helden thematisiert, die in Blumen verwandelt wurden.


    Narziss erscheint, der sich in eine Blume verwandelt nachdem er Echo verschmähte und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte.


    Es folgt Adonis, der von Venus verwandelt wird, nachdem ihn ein Eber getötet hatte.


    Hyakinthos wird beim Diskuswurf des Apollo erschlagen, aus seinem Blut ließ Apollo eine Blume wachsen.


    Ajax, der die Waffen des Achilles nicht erhalten konnte, stürzt sich in sein Schwert. Auch aus seinem Blut sprießen Blumen


    Acanthe, der nach Verlust seiner Herrin an Trauer und Gelbsucht gestorben ist, verwandelt sich in eine gelbe Blüte.


    Und schließlich Amarcus, der Sohn des Königs von Zypern, ließ einen Krug mit wertvollem Parfüm fallen, über den Schrecken und die Trauer über den Verlust, verwandelte er sich in Majoran.



    Diese sechs Helden streiten sich darüber, wer von ihnen der Vorrang gebührt. Es erscheint Jupiter und beendet den Streit und verkündet dass im Streit der Blumen nur einer Blüte der Vorrang gebühre: der Lilie (Wappensymbol Frankreichs und der Bourbonenkönige).

    Und dies soll gefeiert werden! Ein Tempel der Flora erscheint und alle vier Erdteile sollen der souveränen Macht der Lilien huldigen und anerkennen.


    Im fünfzehnten Entrée, dem Finale, besingen die 4 Erdteile mit Pauken und Trompeten den Ruhm Frankreichs.


    Das Ballet Royal de Flore gilt als das letzte große (echte) Hofballett. In den 1660er Jahren hatte schon das neue Genre der Ballettkomödie das traditionelle Ballet de cour langsam verdrängt. Durch die Entstehung der Oper, die besonders durch „Psyché“ von 1671 forciert wurde, lößte die Tragèdie Lyrique das alte Genre praktisch ab. Es gab in späteren Jahren noch weitere Ballette, die aber grundsätzlich, wie die Tragèdie Lyrique, durchkomponiert waren, also keine rezitierten Passagen mehr enthielten. „Le Triomphe de l’Amour“ von 1681 ist dafür das beste Beispiel. Aber auch schon in den Balletten der 1660er Jahre ist die Entwicklung vorauszuahnen: Die großen Plaintes werden zu den Höhepunkten der Werke, und sie stechen nicht nur durch ihre musikalische Qualität heraus, sondern auch durch ihre Länge.

    Von diesem wunderschönen Ballett ist jetzt tatsächlich eine Gesamtaufnahme erschienen:



    Jean Baptiste Lully: Le Ballet Royal de la naissance de Venus

    Les Talens Lyriques – Christophe Rousset


    Auf der einen Seite bin ich froh und dankbar, dass endlich eine Aufnahme dieses wunderbaren Ballets existiert – aber fast genauso groß wie die Freude ist meine Enttäuschung. Aber das hier ist Meckern auf hohem Niveau – die Aufnahme ist wirklich gut und bereichernd, erfüllt aber nicht meine Erwartungen.


    Für eine Vorstellung dafür, über welchen beträchtlichen Teil des musikalischen Schaffens Lullys ich hier schreibe, eine Auflistung seiner Ballette. Die frühen Ballette waren oft noch Gemeinschaftsarbeiten mit Louis Molliere und anderen Hofkomponisten – die vokalen Passagen stammten meist von Michel Lambert oder Jean Baptiste Boesset – bis er schließlich auch diese vokalen Passagen selbst übernahm. Die rezitierten Texte der Ballette stammen fast immer von Isaac de Benserade.



    Mascarade de la foire Saint-Germain (7. März 1652, Musik verschollen)

    Ballet Royal de la Nuit (Beteiligung, 23.Februar 1653)

    Ballet Royal du temps (3. Dezember 1654)

    Ballet Royal des plaisirs (4. Februar 1655)

    Le Grand Ballet des bienvenus (30. Mai 1655, Musik verschollen)

    Ballet de Psyché ou la puissance de l’Amour (16. Januar 1656, Musik verschollen)

    La Galanterie du temps (3. Februar 1656, Musik verschollen)

    Amour malade (17. Januar 1657)

    Ballet Royal d’Alcidiane (14. Februar 1658)

    Ballet de la raillerie (19. Februar 1659)

    Les Débris du ballet du Roy (Musik aus dem Ballet de la raillerie, 1659 (?))

    Ballet de Toulouse (November/Dezember 1659 (?))

    Ballet de la revente des habits de ballet et de comédie (15. Dezember 1660)

    Ballet Royal de Xerxes (für Cavallis Oper ‘Serse’, 1660)

    Ballet Royal de l’impatience (19. Februar 1661)

    Ballet des saisons (26. Juli 1661)

    Ballet Royal d’Hercule amoureux (für Cavallis Oper ‚Ercole amante‘ 1662)

    Ballet Royal des arts (8. Januar 1663)

    Les Noces de village (3, oder 4. Oktober 1663)

    Les Amours déguisés (13. Februar 1664)

    Divertissement pour la collation des Plaisirs de l’île enchanté (7. Mai 1664)

    Ballet du palais d’Alcine (9. Mai 1664)

    Ballet Royal de la naissance de Vénus (. Januar 1665)

    La Réception faite par un gentilhomme de campagne à une compagnie choisie à sa mode qui le vient visiter (1665, Musik verschollen)

    Le Triomphe de Bacchus dans les Indes (9. Januar 1666)

    Ballet Royal des Muses (2. Dezember 1666)

    Le Carnaval (18. Januar 1668)

    Ballet Royal de Flore (13. Februar 1669)

    Le Triomphe de l’Amour (21. Januar 1681)

    Le Noce de village (März 1683)

    Le Temple de la paix (20. Oktober 1685).


    Über 30 solcher Ballette schrieb er, je nach Quelle werden auch noch „La Grotte de Versailles“ und die „Idylle sur la Paix“ zu den Balletten gezählt.


    Ein Ballet de Cour war ein ganz eigenes Genre, es bestand sowohl aus reiner Balletmusik, Bühnenmusiken für Maschineneffekte, gesungenen Passagen (Solisten wie auch ganzen Chor) dazu kam die rezitierte Poesie. Es waren grundsätzlich immer Gemeinschaftsarbeiten aller Hofkünstler und der engste Hof unter dem Monarchen wirkte selbst mit. Louis XIII und Louis XIV tanzten regelmäßig die großen Rollen in diesen Balletten.


    Die Ballets de Cour von Lully sind auf dem Tonträgermarkt und auf der Bühne sehr rar gesät. Die neue Aufnahme schließt eine wichtige Lücke und ist zusammen mit dem „Ballet Royal des Arts“ und dem „Ballet Royal de Flore“ die 3. Gesamtaufnahme eines solchen Ballets, wenn man mal von dem „Ballet de la nuit“, den Balletteinlagen für die beiden Cavalli-Opern und den Divertissements „Idylle sur la Paix“ und „La Grotte de Versailles“ (die ich nicht zu dem Genre zählen würde) mal absieht. Wie bei den anderen Gesamtaufnahmen fehlen die rezitierten Passagen. Bei den Aufnahmen die Hugo Reyne machte sind zumindest noch einige Fragmente zu hören, was dem besonderen Flair durchaus entsprcht, den diese Werke besitzen.


    Den größten Kritikpunkt habe ich jedoch an der Interpretation. Rousset legt hier einen ‚Klassizismus‘ an den Tag, der bei den späten Tragèdie Lyriques absolut passend ist, meiner Meinung hier jedoch völlig fehl am Platze ist.


    Es werden moderne Barock-Oboen und Traversflöten verwendet, die es um 1665 noch nicht gab – diese sind erst 12 Jahre später bei „Atys“ spektakulär vorgestellt worden. In den 1660er Jahren hätten Blockflöten, Schalmeien und Gamben neben den Violinen dominant zu hören sein müssen. Die Spezial-Streicher verlange ich gar nicht (Quinte de Violon, Taille de Violon, Quarte de Violon…) – aber solche aufführungspraktische Tatsachen komplett zu ignorieren, dafür habe ich immer weniger Verständnis. Der Klang des Orchesters wäre halt ein völlig anderer.

    Bei der Interpretation ist grundsätzlich immer das volle Orchester zu hören, mit dem Schwerpunkt auf die Streicher. Es wird nicht ein einziges Mal variiert, wie z.B. die Passagen zuerst mit Streichern, dann nochmal mit Bläsern und dann zusammen mit Bläsern und Streichern zu spielen, oder zusätzliche Verzierungen in den Wiederholungen (wobei kaum Wiederholungen gespielt werden). Schlagwerk wäre hier und da sicher auch passend gewesen – da denke man nur an die farbenfrohe Interpretation von Jordi Savall von den Balletten Dumanoirs und Lullys - oder an Hugo Reyne Interpretation des "Ballet Royal de Flore". Da aber nur stur das gespielt wird, was in den Noten steht, haben manche Tänze gerade mal eine Dauer von 24 Sekunden! Und dann fehlt es den bestürzend kurz gespielten Bourrées auch noch an Schärfe (die dann in der Ouverture zu viel ist).

    Mich hat es schockiert, dass hier so wenig Fantasie und Gefühl für diese Art Werk aufgebracht wurde. Die französische Deklamation der Gesangspassagen ist hingegen vorbildlich. Überhaupt ist das die große Stärke der Aufnahme – die Gesangspassagen sind über jedwede Kritik erhaben – und sie sind sicherlich auch die Höhepunkte des Werkes. Schon die Zeitgenossen betrachteten die Sarabande „Dieu des enfers“ oder das Recit „Rochers vous êtes sourds“ als Klassiker. Von beiden Airs gibt es zeitgenössische Bearbeitungen, wie z.B. bei J.H.d’Anglebert oder J.M.Hotteterre. Aber auch das wundervolle "Admirons notre jeune et charmante Déesse" von Michel Lambert muss erwähnt werden.


    Fast geärgert hat mich aber die Tatsache, dass man wohl nicht genug Vertrauen in das eigentliche Werk hatte und fast 20 Minuten mit anderen (italienischen) Passagen Lullys auszufüllen suchte. Die italienischen Passagen sind bis auf die Aria aus "Le Carnaval" alles keine Erstaufnahmen. (Mit den gespielten Wiederholungen und Variationen wäre die CD auch voll geworden). Und trotzdem, auch diese Szenen sind wundervoll.


    Ausgesucht hatte man:

    "Ah! Rinaldo, e dove sei?" aus dem "Ballet royal des Amours déguisés".

    Sicherlich eine der besten Kompositionen Lullys, und seine Imitation des italienischen Opernstils ist schon phänomenal – er übertrifft die Originale. Fast schon schade, dass er keine rein italienische Oper komponierte. Weitere Werke sind die berühmte Plainte aus „Psyche“ und eine humoristische italienische Arie aus „Le Carnaval“ Beschlossen wird die Aufnahme mit der italienischen Chaconne aus Le Bourgeois Gentilhomme.


    Ich hoffe, dass diese Aufnahme zu einer Renaissance, dieses bisher kaum beachteten Genres beiträgt.

    Guten Morgen



    T.W.Adorno: Streichquartett (1921) / 6 Studien (1921)

    H.Eisler: Streichquartett op. 75; Präludium & Fuge über BACH für Streichtrio op. 46

    Leipziger Streichquartett

    Heute zwei klassische Aufnahmen:



    Georg Friedrich Händel: Orlando (London 1738)

    The Academy of Ancient Music - Christopher Hogwood


    <3



    eine meiner ersten CDs und ich liebe Paillards Interpretationen immer noch, leider hab ich die Komplett-Box verpasst. Aber halb so tragisch, da ich eh schon fast alle Aufnahmen hatte.


    Georg Friedrich Händel: Wassermusik & Music for the Royal Fireworks

    Orchestre de Chambre - J.F.Paillard

    Heute steht bei mir der 2. Impf-shot an - zur Erbauung:



    Le Ballet Royal de la Nuit (Paris, L'Hôtel du Petit-Bourbon 23.Februar 1653)

    Ensemble Correspondances, Sebastien Dauce


    Die Musik dieses berühmten Balletts stammt von Jean de Cambefort und Louis Molliere, die Poesie von Isaac de Benserade. Es gibt auch Vermutungen, dass Michel Lambert, Michel Mazuel, Guillaume Dumanoir, Jean Baptiste Boesset und vielleicht auch Giovanni Battista Lulli Musik beisteuerten. Gesichert ist nur, dass Lully und Dumanoir hier als Tänzer mitwirkte.


    Die Rekonstruktion des Balletts von Daucé ist hier zum 2. Mal auf Tonträger veröffentlicht (auf 3 CDs), diesmal mit allen erhaltenen Tänzen aus der Philidor-Abschrift (das war bei der Erstveröffentlichung noch nicht der Fall)! Er fügte passende Airs de Cour von Jean de Cambefort hinzu, aber auch Werke die mit dem Ballet sicherlich nichts zu tun haben wie u.a. das "Quelles beautés, ô mortels» von Antoine de Boesset, das aus dem Ballet d'Apollon stammt, aus der Zeit Louis XIII. Ballettsätze von Louis Constantin, die ebenfalls aus der Zeit Louis XIII stammen, Michel Lamberts Dialog der 3 Grazien "Admirons notre jeune et charmante déesse" für Lullys Ballet de la naissance de Venus (1665) und größere Passagen aus Cavallis "Ercole amante" der großen Festoper für die Hochzeitsfeierlichkeiten Louis XIV (1660), die aber erst zwei Jahre später (1662) aufgeführt werden konnte. Auch einige Passagen von Luigi Rossi wurden verwendet.


    Das war längst überfällig, dass dieses wunderschöne und musikhistorisch sehr bedeutsame Ballett endlich auf Tonträger verfügbar ist.



    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    und weiter geht es:



    Jean Baptiste Lully & Philippe Quinault: Atys (Château Saint-Germain-en-Laye 1676)

    Les Arts Florissants - William Christie



    mit Atys hat Lully den Klassizismus der 1680er Jahre vorweggenommen - und die Oper ist ganz bestimmt eine seiner besten.

    Guten Morgen,



    Jean Baptiste Lully & Philippe Quinault: Thésée (Château Saint-Germain-en-Laye 1675)

    Boston Early Music Ensemble - Paul O'Dette & Stephen Stubbs


    ich glaube, bei keiner anderen Oper Lullys kommen Pauken und Trompeten so inflationär zum Einsatz.

    Heute Abend:



    Johann Christian Friedrich Haeffner: Elektra (Drottningholm 1787)

    Drottningholm Baroque Ens.,Schuback


    <3


    es ist schon gewagt, eine Oper fast nur in moll-Tonarten durchzuziehen... aber bei der finsteren Tragödie von Sophokles naheliegend. Von der musikdramatischen Sprache erinnert die Oper an Glucks 'Alceste' (Paris), Salieris 'Les Danaides' oder Grétrys 'Andromaque'.

    Am besten: ich brenn die Bude gleich komplett ab; keine Lust mehr für irgendwas ... Ciao!


    mein Opa sagte immer "wenn eine Tür zu geht, dann geht eine andere wieder auf"

    er war ein weiser Mann, aber ein extrem schlechter Heimwerker und Schrankbauer.