Beiträge von der Lullist


    und immer noch - das hatte ich schon lange nicht mehr, dass ich eine Aufnahme so oft gehört habe.


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    die Platte läuft bei mir auch in Dauerschleife ^^

    der erste Eindruck ist einfach nur WOW - auf solche Aufnahmen warte ich, Aufnahmen die einfach ein völlig unerwartetes Hörerlebnis zu einem Ereignis machen:



    Mozart - Grétry 1773

    Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 25 g-moll KV 183; Thamos, König in Ägypten-Suite KV 345 / 336a

    André Modeste Ernest Grétry: Céphale et Procris (Suite)

    Orkester Nord, Martin Wahlberg


    Die hier vorgestellten Werke stehen eigentlich in keinem Zusammenhang, außer dass die Werke allesamt aus dem Jahr 1773 stammen.

    Genügt mir als Aufhänger, denn gerade die Sinfonie KV 183 habe ich noch nie so gespielt gehört: Wirklich harte Tempi, bretternde Hörner, überraschender Einsatz eines Fortepiano, herausgearbeitete Kontraste und eine Theatralik, dass es einem die Löffel aus dem Besteckkasten bläst.

    Ich will eine Gesamtaufnahme der Sinfonien in dem Stil - SOFORT !


    Bei Grétry fetzt es kaum weniger, das recht bekannte Tambourin habe ich nie besser gehört. Und man hat hier auch wirklich alle großartigen Sätze des Ballets vereint, auch die abschließende Chaconne. Wer noch nie eine Note von Grétry gehört hat, sollte sich diese Aufnahme unbedingt zulegen.


    Die Bühnenmusik zu Thamos ist auch fabelhaft und ebenso fantasievoll interpretiert wie die g-moll Sinfonie, aber diese bleibt für mich das absolute Highlight der Aufnahme. Sicher auch, weil es meine liebste Sinfonie von Mozart ist.



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    einfach nur wow



    B'Rock Orchestra - René Jacobs



    Mich hat seit der 1945er Furtwängler Aufnahme der großen C-Dur Sinfonie D.944 bisher keine Aufnahme so mitgerissen. Die Detailarbeit begeistert mich und der endlich aufrechterhaltene Spannungsbogen. Extrem gut dramaturgisch interpretiert, aber ohne Effekthascherei, die ich immer weniger leiden kann – und ohne übertriebene Tempi.

    An der Aufnahme habe ich wirklich sehr viel Freude <3

    das hätte ich nicht erwartet, dass mir die Aufnahme so viel Freude macht


    J.B.W.Kalliwoda: Sinfonien No.5 in h-moll & No.7 in g-moll (+Ouverture in a-moll)

    Das Neue Orchester, Christoph Spering


    das ist echt schöne Musik

    Eigentlich gar nicht meine Musikepoche. Ich bin doch einigermaßen begeistert.


    Kurt Atterberg (1887 - 1974) komponierte bedingungslos im spätromantischen Stil (eigentlich schon lange über das Verfallsdatum hinaus). Aber gerade das Festhalten an der romantischen Tradition, und das völlige Ablehnen des (vermeintlich) modernen, das sagt mir persönlich schon sehr zu. Nie nervt er mich mit 12-Ton / atonalen Ausbrüchen. Dadurch mag ihm so mancher alles an Genialität absprechen wollen. Das muss man für sich selbst entscheiden, ob solch eine Meinung Gewicht hat - aufgewogen gegen diese Musik, hat sie für mich keinerlei Bedeutung. Das ist einfach herrlich romantisch-schwelgerische Musik, voller schöner Melodien und Überraschungen – die auch durchaus hin und wieder an einen epischen modernen Soundtrack erinnert. Dadurch manchmal auch etwas plakativ und möglicherweise zu zugänglich daherkommend – aber… Na und? Einzig unangenehm bis problematisch ist seine Nähe zum NS-Regime, allerdings wurde er im Nachgang formell entlastet.



    Kurt Atterberg: Sinfonien 1 - 9

    Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, NDR Radiophilharmonie, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Ari Rasilainen



    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    heute auf dem Programm:


    V.Bellini: La Sonnambula (Mailand 1831)

    C.Bartoli - J.D.Florez

    Orchestra la Scintilla - A.de Marchi



    V.Bellini: Norma (Mailand 1831)

    C.Bartoli - S.Jo - J.Osborn - M.Pertusi

    Orchestra la Scintilla - G.Antonini

    heute:


    G.S.Mayr: Lodoiska (Venedig 1796)

    Münchener Rundfunkorchester - G.Petrou


    gefiel mir tatsächlich besser als Cherubinis Lodoiska


    und jetzt gerade



    G.S.Mayr: Medea in Corinto (Neapel 1813)

    Philharmonia Orchestra - D.Parry

    heute:



    G.S.Mayr: Che Originali! (Venedig 1798)

    T.Gropper - S.Früh - G.Gropper - S.Caira

    Georgisches Kammerorchester - F.Hauk



    und gerade verklungen:



    G.S.Mayr: Ginevra di Scozia (Triest 1801)

    Myrtò Papatanasiu - Magdalena Hinterdobler - Anna Bonitatibus - Stefanie Irányi - Mario Zeffiri

    Munich Radio Orchestra - George Petrou

    bin gerade leicht begeistert von den Opern Giovanni Simone Mayrs


    huete morgen seine beiden Erstlinge:


    Saffo (Venedig 1794)

    Yun Jaewon, Marie-Sande Papenmeyer, Katharina Ruckgaber, Andrea Lauren Brown, Markus Schäfer

    Concerto de Bassus, Franz Hauk



    und jetzt, aus dem gleichen Jahr


    Verter (Venedig 1794)

    Anna Rita Gemmabella, Anke Herrmann, Davide Cicchetti, Pavol Breslik, Luca Salsi

    Czech Chamber Soloists, Paul Terracini


    Beim "Verter" ist die Autorenschaft nicht ganz gesichert, die "Farsa" wird auch Vincenzo Pucitta zugeschrieben. Es ist jedoch nicht mehr möglich die Autorenschaft zuzuordnen. Ist mir auch eher egal, denn die Musik ist wirklich schön. Im Gegensatz zur originalen Geschichte, ist hier viel geändert worden und es gibt auch kein tragisches Ende.


    ...auf die amazon-Bewertung sollte man nicht viel geben. Es ist eben eine Live-Aufnahme - und auch wenn ich selbst Studioaufnahmen bevorzuge, bei komischen Opern gehören Bühnegeräusche, Gelächter und Applaus für mich einfach dazu.

    derzeit höre ich mich durch Aufnahmen Rossini-Opern



    gestern Abend:


    Rossini: La Cenerentola

    Bartoli - Dara - Matteuzzi - Corbelli - Pertusi

    Orchestra et Coro del Teatro Comunale di Bologna - R.Chailly




    und jetzt:


    Rossini: Figaro? Si!

    Florian Sempey (Bariton), Karine Deshayes (Mezzosopran), Nahuel di Pirro (Bass), Yoann Dubruque (Bariton), Choeur de l'Opera National de Bordeaux, Orchestre National Bordeaux Aquitaine, Marc Minkowski

    Carl Maria von Weber: Der Freischütz

    Maximilian Schmitt, Polina Pasztircsak, Kateryna Kasper, Dmitry Ivashchenko, Yannick Debus, Christian Immler

    Zürcher Sing-Akademie, Freiburger Barockorchester, Rene Jacobs


    Zitat

    Auf deine erste Einschätzung bin ich gespannt ... *yes*


    da das nicht unbedingt mehr meine Opern-Welt ist, bin ich dafür also nicht wirklich qualifiziert. Aber weil es das Internet gibt, hier trotzdem meine Meinung :beatnik:


    Ich tue mich mit Opern in deutscher Sprache generell schwer und auch wenn keine "erhabenen Themen" (Mythologie / Antike) behandelt werden. Ich bin halt eindeutig die Puderperückefraktion....


    Der erste Eindruck ist aber überraschend positiv - und tatsächlich mitreißend. Sowohl Orchester, Chor und Solisten überzeugen - und mir gefallen auch die gesprochenen Dialoge. Aber die teilweise recht volkstümlichen Passagen nerven mich nach wie vor. Das ist aber kein Problem der Interpretation sondern der Komposition.

    Ich hatte noch keine Gelegenheit zum ernsthaften Vergleichshören. Ich habe noch Aufnahmen von Bruno Weil (da werden die Dialoge von Friedrich Kind durch einen neuen Text von Steffen Kopetzky ersetzt und mit einem Erzähler vorgetragen .... das verändert schon arg den Charakter des Werkes). Dann Harnoncourt, dessen Aufnahme ich aber als unerträglich aus vielen Gründen empfinde. Ansonsten noch Kleiber, Jochum und Kubelik. Ein Vergleichshören hat aber, wie gesagt, noch nicht stattgefunden.


    Das besondere bei der Jacobs-Fassung - ja es ist eine neue, eigene Fassung, die sich massiv von herkömmlichen Aufnahmen unterscheidet - sie stützt sich auf den Ursprungstext und ist auch um die nicht von Weber vertonten Passagen ergänzt. Wie geht das?

    Nun, Jacobs hat einige Passagen selbst aus Versatzstücken Webers und auch Schuberts (!) neuvertont und auch die Dialoge bearbeitet. Im Booklett ist das transparent aufgeschlüsselt. Der Text wurde von Jacobs modernisiert, aus Verständnisgründen damit die Handlung für ein heutiges Publikum nachvollziehbar bleibt, u.a. wurde auch die Rolle des Samiel aufgewertet - alles noch im Rahmen und sehr behutsam und gekonnt.

    Und das Ergebnis überzeugt mich persönlich sehr. Es ist ein großartiges, phantasievolles und toll gespieltes Hör-Theaterspiel. Es fügt sich alles sehr harmonisch und organisch zusammen.

    Wahrscheinlich platzt dem ein oder anderen Puristen die Hutschnur, aber für mich ist das alles sehr stimmig und gefällt mir sehr. Ich hätte es tatsächlich nicht für möglich gehalten, dass ich mal von dieser Oper begeistert bin.

    Carl Maria von Weber: Der Freischütz

    Maximilian Schmitt, Polina Pasztircsak, Kateryna Kasper, Dmitry Ivashchenko, Yannick Debus, Christian Immler

    Zürcher Sing-Akademie, Freiburger Barockorchester, Rene Jacobs


    „Haben Sie noch nicht Maria von Weber’s ‚Freischütz‘ gehört? Nein? Unglücklicher Mann! Aber haben Sie nicht wenigstens aus dieser Oper das ‚Lied der Brautjungfern‘ oder den ‚Jungfernkranz‘ gehört? Nein? Glücklicher Mann! …"


    Heinrich Heine 1822

    Erst im Laufe der Zeit habe ich die Aufnahme schätzen gelernt. Ich hatte zunächst bedauert, dass das Programm kammermusikalisch umgesetzt wurde und nicht mit der originalen, orchestraken Besetzung. Mittlerweile ist diese Aufnahme aber eine meiner liebsten Lully-Platten <3

    Félicien David: Herculaneum (Grand Opera, Paris 1859)

    Veronique Gens, Edgaras Montvidas, Nicolas Courjal, Julien Veronese, Flemish Radio Choir, Brussels Philharmonic, Herve Niquet


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    Klavierwerke vom Hofcembalisten Friedrich II. des Großen


    Carl Friedrich Christian Fasch: Klavierwerke

    Philippe Grisvard (Hammerklavier)


    Zitat

    Carl Fasch, Sohn des berühmten Hofkapellmeisters von Zerbst, Johann Friedrich Fasch, war Cembalist am preußischen Hof von 1756 bis zu seinem Tod. Zeitlebens im Schatten von Carl Philipp Emanuel Bach und von Friedrich II. unterbeschäftigt, hat er selbst zu seinem Vergessen beigetragen, in dem er einen Großteil seines Werkes zerstörte. Philippe Grisvard schickt sich an, diese Ungerechtigkeit mit einem Programm aus Weltersteinspielungen zu beheben, das einen originellen und visionären Komponisten entdecken lässt.