Beiträge von der Lullist

    Instrumentalmusik aus dem kurfürstlichen München

    Wiener Barocksolisten / Harmonia Antiqua Wien



    Es handelt sich hauptsächlich um Musik des späten 18. Jahrhunderts, am Hofe des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz.


    Den größten Teil der Aufnahme nimmt Gleißners Ballettpantomime "Heinz von Stein - genannt der Wilde" (1790) ein, nach dem Trauerstück von Lorenz Hübner.

    Herrliche Musik, und hörenswert, zumal Musik zu Balletten aus dem 18. Jahrhundert nach wie vor kaum Beachtung finden.

    Die Aufnahme von Haselböck habe ich gehört. Wellingtons Sieg gehen noch zwei zeitgenössische Märsche voraus von Pleyel und Dussek. Die Besonderheit, hier wird ein Nachbau eines "mechanischen Feldtrompeters" eingesetzt - nicht schön anzuhören, aber mal interessant, sowas zu hören. Eine Abbildung ist im Booklet auch zu sehen.


    Es ähnelt vom Klang her einer gestopften / gedämpften Trompete mit einem Hauch Kirmesorgel ...



    Zum Glück wurde da bei Wellingtons Sieg drauf verzichtet. Was ich hier insgesamt positiv empfinde, es gibt keine eingespielten Gewehr und Kanonenschüsse wie z.B. bei Karajan. Etwas was mir das Stück jahrelang verleidet hat.


    Denn das funktioniert auch einfach nicht: Wer mal Kanonen und Steinschlossgewehre live erlebt hat (man besuche Reenactmentveranstaltungen) versteht sofort was ich meine - kein derzeitiges Medium kann diese Gewalt einfangen und bei Karajan hat es zudem noch übersteuert. Selbst bei entsprechenden Veranstaltungen bekommt man nur eine Ahnung, die kämpfenden Parteien waren ja damals weitaus umfangreicher und es waren noch mehr Waffen im Einsatz. Ich habe einmal erleben dürfen, wie 10 Kanonen (nur mit Pulver und Mehl geladen) aufeinander geschossen haben - der Boden hat gebebt - man kann nur schauderhaft erahnen was mit echter Ladung los gewesen wäre ... von daher ist es gut, auf so einen Blödsinn zu verzichten, das braucht die Komposition auch wirklich nicht.


    Die Janitscharen-Variante des Ensembles Octophoros fand ich auch ausnehmend gut gelungen.

    The youthful Beethoven

    +Klavierkonzert D-Dur (in einem Satz, zeitweise Beethoven zugeschrieben, tatsächlich von Rosetti)

    Romanze Cantabile (1786)

    Musik zu einem Ritterballett WoO 1

    Zamparas, Bohuslav Martinu PO, Jon Ceander Mitchell

    nochmal Beethoven



    Ludwig van Beethoven: Revisited Symphonies 1 - 9

    Andrea Lauren Brown, Ulrike Malotta, Markus Schäfer, Bernhard Spingler, Vokalwerk Nürnberg, Taschenphilharmonie, Peter Stangel



    Es ist eine Bearbeitung für 12 - 16 köpfiges Ensemble.

    Das funktioniert irgendwie für mich aber nicht bei jeder Sinfonie. Die Kritik im Deutschlandfunk sieht das ähnlich, und nennt die 3. und die 5.


    Doch genau das sehe ich anders:

    Die Eroica ist echt spitze, also echt mal :D - das pendelt zwischen Streichquartett und Orchestersound und fetzt: Gänsehautalarm. Hier funktioniert der kammermusikalische Ansatz - für mich zumindest - perfekt. Der zweite Satz ist in dieser kleinen Besetzung besonders ergreifend.


    Aber die Fünfte säuft rettungslos ab - da schließe ich mich an. Ich versteh nicht wieso der 'Bums' und die Intensität, die sie bei der Dritten hinbekommen, da dann völlig fehlt. Schade oder passender: vergeigt.


    die 6. Sinfonie ist hingegen wieder atemberaubend gut gelungen. Die 9. hab ich noch nicht gehört.


    Generell glaube ich, dass historische Instrumente bei diesem Experiment insgesamt stimmiger gewesen wären und eine bessere "Klangbalance" erzielt hätten (Bläser!).


    Diese Aufnahme macht dennoch Spaß.

    Herr L. lässt kein gutes Haar an der Aufnahme, ein Grund mehr die CD zu kaufen und anzuhören ^^


    Beethoven: Violinkonzert Op.61

    Pössinger: Violinkonzert G-Dur op. 9

    Anton Steck, l'arpa festante, Matthew Halls




    Ich mag Aufnahmen an denen sich die Geister scheiden :)

    L.v.Beethoven: Leonore

    Marlis Petersen, Dmitry Ivashchenko, Maximilian Schmitt, Robin Johannsen, Johannes Weisser, Zürcher Sing-Akademie, Freiburger Barockorchester, Rene Jacobs

    jetzt bin ich aber mal gespannt:

    Ich auch - laß mal hören: wie findest du sie?

    Ich hab sie jetzt komplett gehört, die Fünfte gleich mehrfach.

    Ja was soll ich sagen, da fliegen Dir die Löffel weg :jubel::jubel::jubel::umfall::umfall::umfall:

    Es ist der typische Savall-Sound, und die eingespielten Sinfonien haben mindestens die Wirkung wie seine ältere Aufnahme der Eroica.

    Das einzige was ich ankreide, dass es nur die ersten 5 Sinfonien sind – da muss eine Gesamtaufnahme her! Und wie es scheint, werden die restlichen Sinfonien wohl auch aufgenommen.


    Für mich ist das tatsächlich aber jetzt schon DIE Aufnahme. Die Fünfte hat mich wirklich vom Stuhl gerissen, die herausgearbeitet Details habe ich so noch nie gehört – und das betrifft alle hier aufgenommene Sinfonien.

    Die Tempi sind insgesamt auch knackig – aber nie gehetzt, die ganze Interpretation atmet den revolutionären Geist – kein Wunder, dass der Untertitel „Revolution“ gewählt wurde – nichts anderes passt.

    Prädikat: geilomat!

    Boxbergs Sardanapalus ist eine interessante Entdeckung aus dem Bereich der deutschen Barockoper - ich mag nicht gern urteilen, aber Bezeichnungen wie "Meisterwerk" oder "Musthave" würden mir hier echt schwerfallen. Der eher unangenehme Klang der Aufnahme tut sein Übriges.

    Lieber gleich Telemann oder Keiser.